Alfred Hitchcocks subtiler Umgang mit Propaganda-Klischees in Torn Curtain


Hausarbeit, 2006
9 Seiten, Note: 14 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Einordnung des Films Torn Curtain in das Gesamtwerk des Regisseurs Alfred Hitchcock
2.1 Der Stellenwert von Torn Curtain
2.2 Inhalt

3. Hitchcocks Umgang mit Propaganda-Klischees
3.1 Die Besetzung von Paul Newman
3.2 Die Figur des Stasi Adjutanten Gromek
3.3 Die Mordszene
3.4 Darstellung der DDR und Einordnung in den historischen Kontext
3.5 Fazit

4. Bibliographie

1. Einführung

Alfred Hitchcocks Torn Curtain von 1966 gilt heute gemeinhin als einer seiner schwächsten Filme. Besonders die oberflächliche und naive Darstellung des DDR-Milieus sowie die klischeehaften Charakterisierung der Figuren werden immer wieder als Kritikpunkte hervorgehoben. Stümperhafte Arbeit eines in die Jahre gekommenen Regisseurs oder subtile Ironisierung und geschicktes Spiel mit etablierten Propagandaelementen des Altmeisters? Beginnend mit einem kurzen einführenden Teil, der den Stellenwert von Torn Curtain in Hitchcocks Gesamtwerk beschreibt, will die vorliegende Arbeit versuchen diese Frage anhand einiger Beispielen aus dem Film zu erörtern und zu diskutieren.

2. Einordnung des Films Torn Curtain in das Gesamtwerk des Regisseurs Alfred Hitchcock

2.1 Der Stellenwert von Torn Curtain

Torn Curtain stellt eine Zäsur in Hitchcocks Arbeit dar. Zwischen 1954 und 1960 festigte Hitchcock seine Zusammenarbeit mit einem bewährten Stab von Mitarbeitern. Dazu zählten Schauspielstars wie Cary Grant, James Stewart und Grace Kelly, die er über viele Jahre hinweg in verschiedenen Produktionen einsetzte, ebenso wie technische Mitarbeiter. Unter anderem waren der Editor George Tomasini, Kameramann Robert Burks, Vorspanndesigner Saul Bass und der Filmkomponist Bernard Herrmann an vielen Filmen dieser erfolgreichen Epoche in Hitchcocks Schaffensphase wesentlich beteiligt. Nach Marnie (1964) verändern sich die Rahmenbedingungen für Hitchcock dramatisch. Das sich über die Jahre bewährte Produktionsteam fällt auseinander. Burks und Tomasini sterben im Vorfeld der Dreharbeiten, es kommt zu einem Zerwürfnis mit Bernard Herrmann am Set von Torn Curtain und das Starensemble der 50er steht nicht mehr zur Verfügung.[1]

Unter diesen veränderten Vorzeichen gestaltetet sich die Arbeit an Torn Curtain schwierig. Das Erscheinungsbild des Films wirkt vor allem durch die nur sporadisch eingesetzte Ersatzfilmmusik von John Addison im Vergleich zu früheren Werken streckenweise emotionsloser und verleiht dem Film in einigen Szenen eine eigentümliche Atmosphäre. Vor allem die später erläuterte Mordszene wirkt ohne Musik im Vergleich mit der gleichen, noch vorhandenen, jedoch nicht im Film verwendeten Szene mit Herrmanns Komposition undramatischer und weniger emotional aufgeladen.

2.2. Inhalt

T TT orn Curtain erzählt die Geschichte des amerikanischen Physikprofessors Michael Armstrong, der sich nach Ostberlin absetzt, um in den Besitz einer Formel für ein Raketenabwehrprojekt zu gelangen, die sein ostdeutscher Kontrahent Professor Dr. Lindt entwickelt hat. Armstrongs Verlobte und Assistentin Sarah Sherman ahnt nichts von dem gefährlichen Doppelspiel ihres Mannes. Sie hält ihn für einen Überläufer und reist ihm nach. Nachdem Armstrong vergeblich versucht sie zu einer Rückkehr zu bewegen, weiht er sie ein. Gemeinsam gelingt es ihnen schließlich die Formel an sich zu bringen und zurück in den Westen zu fliehen.

[...]


[1] Vgl. Truffaut, Francois: Truffaut/Hitchcock, Diana Verlag München; 1999.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Alfred Hitchcocks subtiler Umgang mit Propaganda-Klischees in Torn Curtain
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Propaganda im Film
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2006
Seiten
9
Katalognummer
V58934
ISBN (eBook)
9783638529945
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alfred, Hitchcocks, Umgang, Propaganda-Klischees, Torn, Curtain, Propaganda, Film
Arbeit zitieren
Christian Düringer (Autor), 2006, Alfred Hitchcocks subtiler Umgang mit Propaganda-Klischees in Torn Curtain, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58934

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