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Das dritte Geschlecht Indiens. Die Selbstlegitimation alternativer Geschlechterkonstrukte in Indien am Beispiel der Hijras

Titel: Das dritte Geschlecht Indiens. Die Selbstlegitimation alternativer Geschlechterkonstrukte in Indien am Beispiel der Hijras

Hausarbeit , 2017 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Marie Gründer (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Selbstlegitimation und Identitätsbildung der Hijras, die in Indien als "drittes Geschlecht" anerkannt werden. Im Fokus stehen die Rolle von Ritualen, der Einfluss westlicher Werte sowie die Spannung zwischen traditioneller Religion und moderner Gesellschaft. Ziel ist es, die sozialen Strukturen und kulturellen Widersprüche der Hijras zu analysieren und die Neudefinition ihrer Rolle im Kontext sich wandelnder sozialer Dynamiken aufzuzeigen. Dabei wird die Arbeit sowohl auf ethnologische als auch auf moderne Gender- und Queer-Theorien Bezug nehmen, um den Diskurs über alternative Geschlechterkonstrukte zu erweitern.

Diese Arbeit richtet sich an Studierende und Fachleute der Ethnologie, Kulturwissenschaften, Gender- und Queer-Studies sowie an alle, die sich für gesellschaftliche Diversität und alternative Geschlechterkonstrukte interessieren. Sie bietet tiefgehende Einblicke in die sozialen, religiösen und kulturellen Dynamiken der Hijras und beleuchtet, wie traditionelle und moderne Einflüsse ihre Identität und gesellschaftliche Stellung prägen. Ein Muss für alle, die den Diskurs über Gender und gesellschaftliche Vielfalt besser verstehen möchten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der Diskurs von Sex und Gender

2. Das dritte Geschlecht Indiens

2.1 Eigen-/und Fremdbezeichnung

2.2 Soziale Organisation und gesellschaftliche Akzeptanz

3. Religion, Ritual und Mythos

3.1 Westlicher Einfluss in der Moderne

3.2 Widersprüche der Identitätsbildung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die Selbstlegitimation von Hijras als drittes Geschlechtskonstrukt im heutigen Indien. Dabei wird analysiert, wie diese Gemeinschaft durch Rituale ihre Identität festigt und mit modernen sozialen sowie gesellschaftlichen Widersprüchen umgeht.

  • Konstruktion von Geschlecht (Sex und Gender) im indischen Kontext
  • Die Rolle der Kastration als rituelles Identitätsmerkmal
  • Struktur der Hausgemeinschaften und die Bedeutung der Guru-Beziehung
  • Einfluss der Moderne, Urbanisierung und Prostitution auf die traditionelle Rolle
  • Spannungsfeld zwischen religiöser Legitimation und gesellschaftlicher Stigmatisierung

Auszug aus dem Buch

3.1 Westlicher Einfluss in der Moderne

Im Westen verurteilte man lange Zeit andere Geschlechter-Kategorien und Homosexualität. In den letzten zwei Jahrzehnten gab es durch den westlichen Einfluss in Indien einen Wandel der „traditional landscape“ und traditionellen Rollen. Seit den 1980ern verbreiten sich Betteln und Prostitution als Einnahmequelle enorm. Rituale und daraus resultierende Einnahmen werden immer seltener in der indischen Gesellschaft und das Geld knapper (Nanda, 1999). Es gibt Berichte von jungen Männern, welche zur Kastration und darauf in die Prostitution als Hijra gezwungen wurden. Die Hijras erhalten mittlerweile größtenteils Zuwachs von Männern aus niedrigen Kasten, da diese wirtschaftliche und soziale Sicherheit suchen. Dabei müssen sie mit einer stetig sinkenden Zahl ihrer Möglichkeiten auskommen, ohne ihre traditionelle Arbeit verrichten zu können. Durch die Urbanisierung, den Bildungsfortschritt und den westlichen Einfluss sinkt die Wichtigkeit der traditionellen Hijra-Rolle. Die Prostitution erscheint als lukrative Einnahmequelle, die ihre normative Hijra-Rolle mit der Zielgruppe Familie und dortige Feierlichkeiten nicht überschneidet. Religiös gesehen bildet es jedoch einen starken Kontrast zur rituellen, asexuellen und keuschen Hijra, deren Bild vermittelt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des dritten Geschlechts in Indien und Darlegung der wissenschaftlichen Fragestellung sowie der methodischen Vorgehensweise.

2. Das dritte Geschlecht Indiens: Definition und Kategorisierung der Hijra sowie Untersuchung ihrer Identitätsbildung und sozialen Verankerung innerhalb der indischen Gesellschaft.

3. Religion, Ritual und Mythos: Analyse der religiösen Fundamente der Hijra-Identität und die Auswirkungen der Moderne auf ihre traditionellen Lebensweisen.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Herausforderungen für Hijras in der heutigen Zeit und Ausblick auf die gesellschaftliche Integration.

Schlüsselwörter

Hijras, Indien, Drittes Geschlecht, Gender, Identitätsbildung, Kastration, Religion, Mythos, Soziale Organisation, Guru, Prostitution, Moderne, Tradition, Stigmatisierung, Marginalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Mechanismen, durch die sich Hijras als drittes Geschlecht im gegenwärtigen Indien legitimieren und ihre Identität in einer sich wandelnden Gesellschaft behaupten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung ritueller Handlungen, die soziale Struktur der Gemeinschaften, der Einfluss westlicher Konzepte auf die indische Geschlechterordnung und der Konflikt zwischen Tradition und moderner Lebensrealität.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu diskutieren, wie Hijras ihre Identität aufbauen, diese durch Rituale festigen und wie sie die Widersprüche meistern, die durch westliche Einflüsse und sozioökonomische Veränderungen in Indien entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer ethnologischen Analyse und Literaturarbeit, wobei aktuelle englischsprachige Quellen sowie hinduistische Begriffe verwendet werden, um das Phänomen ganzheitlich zu betrachten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des dritten Geschlechtsbegriffs, die Analyse der sozialen Organisation (Haushalte/Gurus) und die Betrachtung von Religion, Ritualen sowie den Identitätswidersprüchen unter dem Einfluss der Moderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Hijras, Drittes Geschlecht, Kastration, Identitätsbildung, soziale Organisation, religiöse Legitimation und gesellschaftlicher Wandel.

Warum ist das Kastrationsritual für Hijras so bedeutsam?

Das Ritual ist essenziell für die Identitätsbildung, da es die "asliness" (Echtheit) der Hijra beweist, den religiösen Status festigt und die notwendige Macht verleiht, um in rituellen Kontexten wie Hochzeiten segnen zu können.

Welche Rolle spielt die Guru in einer Hijra-Gemeinschaft?

Die Guru fungiert als Leiterin eines Haushalts, bietet soziale Sicherheit und Schutz, vermittelt die Ordnung der Gemeinschaft und unterstützt die Hijras bei der täglichen Identitätsfindung und moralischen Charakterbildung.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das dritte Geschlecht Indiens. Die Selbstlegitimation alternativer Geschlechterkonstrukte in Indien am Beispiel der Hijras
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Ethnologie)
Note
2,0
Autor
Marie Gründer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V589366
ISBN (eBook)
9783346167378
ISBN (Buch)
9783346167385
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hijras Gender in Indien Geschlechterkonstrukte gegenwärtiges Indien Drittes Geschlecht Geschlechterkonstrukte Indien Gender-Studien Queer-Theorien Ethnologie Indien Kulturelle Diversität Transgender in Indien Identitätsbildung Rituale und Geschlecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Gründer (Autor:in), 2017, Das dritte Geschlecht Indiens. Die Selbstlegitimation alternativer Geschlechterkonstrukte in Indien am Beispiel der Hijras, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/589366
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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