Die Arbeit stellt einen Unterrichtsentwurf für das Fach Geschichte dar und thematisiert die Gründe für die europäischen Entdeckungsfahrten im Spätmittelalter.
Ziel ist es, dass Schüler erkennen, welche Handelsrouten es im 14./15. Jahrhundert gab und mit welchen Schwierigkeiten diese verbunden waren. Anhand der Informationen aus dem Lehrbuch sollen die Schüler nachvollziehen können, welche Voraussetzungen für Entdeckungsfahrten notwendig waren. Durch die Arbeitstexte erfahren sie, was die Gründe für die Entdeckungsfahrten waren.
Das Spätmittelalter stellt ein Themenfeld dar, das in der Geschichtswissenschaft stets besondere Aufmerksamkeit findet. Der Zeitraum zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert wird als Übergang von einer absterbenden Zeit hin zu einer durch Humanismus, politischen Polyzentrismus sowie Renaissance und Reformation charakterisierten Frühen Neuzeit bezeichnet.
Die Schüler bekommen die Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil über die "Europäisierung der Welt" zu fällen und ob und inwieweit dieser Vorgang aus dem Übergang vom Spätmittelalter zur Renaissance hervorgeht. Aufgrund der Entdeckungsreisen sollen die Schüler die Veränderung von Weltbildern verstehen und die Rechtfertigungsformen europäischer Herrschaft bewerten. Weiterhin wird den Schüler ein breit gefächerter Veränderungs- und Entstehungsprozess wie Frühkapitalismus, die Bildung von modernen Staaten und den Beginn der Säkularisation aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Großer Unterrichtsentwurf
1.1 Lerngruppenanalyse
1.2 Sachanalyse
1.3 Didaktische Analyse
1.4 Methodische Analyse
1.5 Lernzielformulierung
1.6 Bibliographie
1.7 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtsstunde zum Thema „Wieso unternahmen die Europäer Entdeckungsfahrten?“ innerhalb der Reihe „Das Europäische Zeitalter beginnt“. Das primäre Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern die historischen, ökonomischen und technischen Beweggründe für die europäischen Entdeckungsfahrten des 15. und 16. Jahrhunderts verständlich zu machen und sie zur kritischen Auseinandersetzung mit der daraus resultierenden Europäisierung der Erde anzuregen.
- Historische Rahmenbedingungen des Übergangs vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit.
- Ökonomische Motive wie der Handel mit Gewürzen und die Umgehung osmanischer Zollschranken.
- Technische Voraussetzungen wie der Kompass, die Karavelle und der Buchdruck.
- Die Veränderung des Weltbildes (Wegfall des geozentrischen Weltbildes, Kugelgestalt der Erde).
- Religiöse und machtpolitische Aspekte der Expansion sowie deren Auswirkungen auf indigene Völker.
Auszug aus dem Buch
1.2 Sachanalyse
Darstellung des historischen Sachverhalts. Das Spätmittelalter stellt ein Themenfeld dar, das in der Geschichtswissenschaft stets besondere Aufmerksamkeit findet. Der Zeitraum zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert wird als Übergang von einer ‚absterbenden‘ Zeit hin zu einer durch Humanismus, politischen Polyzentrismus sowie Renaissance und Reformation charakterisierten Frühen Neuzeit bezeichnet. Eine epochale Phase, der Ereignisse wie der Fall Konstantinopels 1454 und die Erfindung des Buchdrucks in den 1450er Jahren oder die Entdeckung Amerikas 1492 vorausgingen. Dies war eine Zeit des strukturellen Wandels, die geprägt wurde durch das Aufkommen erster prä-kapitalistischer Produktionsweisen und die ersten Elemente frühmoderner Staatenbildung.
Der eben erwähnte ökonomische Fortschritt steigerte im spätmittelalterlichen Europa die Nachfrage nach Edelmetallen, Gewürzen und Seide. Auf Grund dieser Tatsache wurde vor allem der Handel mit China und Indien für die europäischen Händler stetig lukrativer. Infolgedessen entstanden seit Ende des 13. Jahrhunderts wichtige Verkehrs- und Handelszentren im Mittelmeerraum wie Venedig und Genua. Gleichzeitig findet mit dem Orienthandel die Rivalität zwischen dem Christentum und dem Islam eine Fortsetzung statt. Trotz der religiösen und machtpolitischen Konflikte zwischen dem Morgen- und Abendland entstanden erste Anfänge eines Welthandels. Der Orienthandel wurde jedoch mit dem Vordringen der Osmanen und der Einnahme von Konstantinopel 1453 empfindlich gestört. Dies galt besonders für die Handelsroute von Indien über das Osmanische Reich nach Europa, da dann auf Waren wie Seide, Baumwolle und Gewürze Zölle entrichtet werden mussten. Die darauf folgende Verteuerung von Handelswaren führte zu einer Suche nach neuen Handelsrouten. Besonders die iberischen Monarchien Portugal und Spanien waren an neuen Handelsrouten zu den reichen Umschlagplätzen im Nahen Osten und Indien interessiert, um den osmanischen Zollschranken zu umgehen. Daraus folgend begannen beide Königreiche die Seerouten an der westafrikanischen Küste auszudehnen und sogar Afrika zu umrunden und Handelsposten zu etablieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Großer Unterrichtsentwurf: Dieses Kapitel bildet den Rahmen der Arbeit und umfasst die detaillierte pädagogische und inhaltliche Planung der Unterrichtseinheit.
1.1 Lerngruppenanalyse: Hier werden die Zusammensetzung der Klasse, das Sozialgefüge, das Leistungsvermögen und die Arbeitshaltung der Schülerinnen und Schüler reflektiert.
1.2 Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die historischen Hintergründe der europäischen Entdeckungsfahrten, vom ökonomischen Strukturwandel bis hin zur technologischen Entwicklung.
1.3 Didaktische Analyse: Hier wird die Verortung der Unterrichtsstunde im Lehrplan vorgenommen sowie die fachliche und methodische Bedeutung des Themas begründet.
1.4 Methodische Analyse: Dieser Teil beschreibt das geplante methodische Vorgehen, inklusive der Phasen des Lehrer-Schüler-Gesprächs und der Kartenarbeit.
1.5 Lernzielformulierung: In diesem Kapitel werden die angestrebten inhaltlichen, methodischen sowie sozial-affektiven Lernziele für die Unterrichtsstunde definiert.
1.6 Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen, Fachbücher und Lehrmaterialien auf, die zur Erstellung des Entwurfs herangezogen wurden.
1.7 Anhang: Der Anhang beinhaltet ergänzende Materialien wie den tabellarischen Unterrichtsverlaufsplan sowie spezifische Zielbeschreibungen der Stunde.
Schlüsselwörter
Europäische Expansion, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Entdeckungsfahrten, Kolonialismus, Handelsrouten, Karavelle, Kompass, Weltbild, Humanismus, Renaissance, Osmanisches Reich, Globalisierung, Geschichtsunterricht, Quellenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für den Geschichtsunterricht in einer 7. Klasse zum Beginn des Europäischen Zeitalters und den Ursachen der Entdeckungsfahrten dar.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die ökonomischen Motive, der technische Fortschritt, die Veränderung des Weltbildes sowie die sozialen und politischen Auswirkungen der europäischen Expansion.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichtsentwurfs?
Das Hauptziel besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler die komplexen Gründe für die Entdeckungsfahrten (wie Handelskrisen und technologische Innovationen) selbstständig erarbeiten und verstehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden im Unterricht eingesetzt?
Es werden methodisch verschiedene Ansätze genutzt, insbesondere die Analyse historischer Weltkarten sowie die Arbeit mit Textquellen, wie beispielsweise Auszügen aus historischen Tagebüchern.
Was wird im Hauptteil des Entwurfs behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Lerngruppenanalyse, die fachwissenschaftliche Sachanalyse der Epoche, eine didaktische Einordnung sowie die methodische Planung des konkreten Stundeneinstiegs und der Erarbeitungsphasen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Frühkapitalismus, Europäisierung der Welt, technische Neuerungen, Handelsrouten sowie der Übergang vom Spätmittelalter zur Neuzeit.
Welche Rolle spielen die "Sollbruchstellen" im Unterrichtsplan?
Die Sollbruchstellen dienen dazu, bei Zeitmangel oder unerwarteten Schwierigkeiten (z.B. mangelnde Kartenlesekompetenz) flexibel auf die Situation zu reagieren, ohne das Stundenziel zu gefährden.
Warum wird die Karavelle als so wichtig für die Entdeckungen hervorgehoben?
Die Karavelle war ein neuer Schiffstypus, der durch seine Bauweise weitaus längere Seefahrten über Ozeane ermöglichte als vorherige Schiffe.
Wie wird der Aspekt der "Europäisierung der Welt" didaktisch aufgearbeitet?
Dieser Aspekt wird genutzt, um die Schüler für historische Strukturen zu sensibilisieren und eine kritische Auseinandersetzung mit der heutigen globalisierten Welt, inklusive ihrer Ungleichheiten, anzustoßen.
- Arbeit zitieren
- N. H. (Autor:in), 2010, Europäische Expansion. Wieso unternahmen die Europäer Entdeckungsfahrten? (Unterrichtsentwurf im Fach Geschichte), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/589436