Rating bei KMU - Bedeutung, Probleme, inhaltliche Aussagen


Seminararbeit, 2006

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Rating
2.1 Ursprung und Definition des Begriffs Rating
2.2. Internes Rating
2.3. Externes Rating

3. Der Baseler Ausschuss
3.1. Von Basel I zu Basel II
3.2 Kernaussagen Basel II für KMU`s

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Unternehmens-Rating gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Bis zur zweiten Hälfte der 90er Jahre war dies für viele Unternehmen ein weitgehend unbekannter Begriff, insbesondere für den Mittelstand. Vor allem durch die Überarbeitung der internationalen Eigenkapitalübereinkunft, kurz Basel II genannt, hat sich diese Situation grundlegend geändert. Durch Basel II gewinnt im Mittelstand vor allem das interne Rating enorm an Relevanz und bedeutet für viele kleine und mittlere Unternehmen tief greifende Veränderungen[1]. Mit diesem Kulturwandel kommen gerade die verschwiegenen Mittelständler oft nicht zurecht.

Doch der Mittelstand in Deutschland ist Wachstumsmotor und Kern der Wirtschaft. Fast 20 Millionen Menschen arbeiten, forschen und ent-wickeln in den mehr als 3,3 Millionen KMU´s der Republik. Von ihnen hängt ab, ob die deutsche Wirtschaft stagniert oder wächst. Im Mittel-stand entstehen mehr Patente, Innovationen und Jobs als in den großen Konzernen. Finanziert wird das alles traditionell über Kredite[2], die auch zukünftig das bedeutendste Finanzierungsinstrument bleiben werden. Doch die Kapitalgeber erwarten heute deutlich mehr Infor-mationen von kreditsuchenden Unternehmen als in der Vergangenheit. Dies stellt eine höhere Anforderung an die Transparenz, da Anlage-entscheidungen kritisch hinterfragt werden.

Gezielt eingesetzt bietet das Instrument „Rating“ jedoch auch die Möglichkeit, die Transparenz gegenüber Banken und Geschäfts-partnern zu erhöhen und somit Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

2. Das Rating

2.1 Ursprung und Definition des Begriffs Rating

Rating ist englisch und bedeutet übersetzt „Bewertung, Leistungs-fähigkeit, Beurteilung, Einschätzung, Klasse, Kategorie“ und bezeichnet im Allgemeinen das Verfahren für die Einschätzung von Personen, Gegenständen oder Unternehmen[3].

Der Ursprung des Ratings liegt in den USA, die Ursprünge der heute bekannten Ratingagentur Standard & Poor`s gehen auf das Jahr 1860 zurück und begannen mit der Bereitstellung von Wirtschaftsinforma-tionen. Im Jahre 1900 gründete John Moody den Moody´s Investors Service, 1913 folgte die mittlerweile drittgrößte Ratingagentur Fitch Ratings, die ein Handbuch über alle in den USA vorhandenen Schuld-verschreibungen publizierte unter erstmaliger Berücksichtigung von statistischen Angaben und Anleiheanalysen.[4]

In Amerika gab es historisch schon damals den Bedarf, Schuldner nach Ihrer Zahlungsfähigkeit einzuschätzen, da dort die Aufnahme von Fremdkapital über Anleihen üblicher ist. Gläubiger interessierte es schon immer, ob der Schuldner auch seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen konnte.

Die erste Ratingagentur in Deutschland wurde 1991 von Moody´s gegründet. Mittlerweile sind aufgrund des erhöhten Bedarfs weitere gefolgt, auch deutsche Gründungen. Für Großunternehmen in Deutschland ist es bereits seit längerer Zeit üblich, sich extern einstufen zu lassen, da diese sich verstärkt mit Anleihen an den Kapitalmarkt wenden[5].

Im Detail sind Ratings die kürzest mögliche Ausdrucksweise für die Finanzkraft und Zukunftssicherheit von Unternehmen[6], also ein Urteil darüber, ob und in welchem Ausmaß der Kreditnehmer in der Lage ist, in Zukunft seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dabei ist das Rating im rechtlichen Sinne keine Tatsachenbehauptung, sondern eine Meinung einer Ratingagentur / Bank über die Wahrscheinlichkeit der zeitgerechten und vollständigen Bezahlung der Zins- und Tilgungs-verpflichtungen eines Schuldners. Wird ein Schuldner zahlungsunfähig trotz eines guten Ratings, kann der Beurteiler dafür nicht rechtlich haftbar gemacht werden.[7]

Die Einordnung eines Schuldners erfolgt entweder mit eigenen Kriterien einer Bank (internes Rating) oder durch eine Ratingagentur (externes Rating). Dabei werden im externen Rating sog. Ratingcodes oder Symbole verwendet[8]. Die Benotung „A“ ist die höchste Bewertung, „D“ die niedrigste. Ratings gibt es sowohl für Unternehmen als auch für Staaten, so ist beispielsweise Deutschland mit „AAA“ (höchste Bonität) bewertet (Gründe: anhaltende Wirtschaftskraft, wirtschaftliche Stabilität, stabile, politische Rahmenbedingungen).

In der Regel gilt, dass ein Schuldner mit einem gutem Rating Kapital zu besseren Konditionen erhält, hingegen ein Schuldner mit einem schlechten Rating einen höheren Zinssatz zahlen muss[9]. Das Rating basiert nicht auf der einmaligen Beurteilung, es ist vielmehr als Prozess zu sehen, der sich mindestens einmal pro Jahr wiederholt um Veränderungen abbilden zu können[10].

Die Rating-Symbolik ist leicht verständlich und über Sprachbarrieren hinweg transportierbar, man hat hiermit eine Finanzsprache geschaffen, die eine wichtige Orientierungsgröße für Investoren, Banken und Unternehmen darstellt[11].

2.2 Internes Rating

Die Bedeutung der bankinternen Ratings hat seit der Novellierung der Baseler Eigenkapitalübereinkunft stark zugenommen. Dabei wurde den Kreditinstituten gestattet, unter bestimmten Voraussetzungen selbst Ratings für ihre Kreditnehmer zu erstellen[12]. Dies erfolgt mittels Be-rechnungen durch hauseigene Risikomodelle[13], die durch die Banken-aufsicht genehmigt werden müssen. Ab 2007 wird das Rating obligatorisch.

Das interne Rating dient demselben Zweck, wie das externe. So muss ein Kreditnehmer seine Kreditwürdigkeit nachweisen, um ein Darlehen gewährt zu bekommen[14]. Dabei werden die Kreditrisiken abgeschätzt, die die Bank mit der Gewährung eines Darlehens an ein Unternehmen eingeht. So hat das Ergebnis des bankinternen Ratings maßgeblichen Einfluss darauf, wie das Kreditvolumen, die Konditionen, Fristen, Sicherheitsbestellungen, etc aussehen[15],[16]. Dabei wird unterschieden zwischen dem Antragsrating (Rating vor Kreditentscheidung) und dem turnus- bzw. anlassbezogenen Bestandsrating (während der Kredit-laufzeit). Ratingaktualisierungen sind regelmäßig einmal im Jahr erforderlich, oder auch, wenn die Bank negative oder positive Informationen erhält[17].

[...]


[1] Vgl. Die Rating-Szene in Deutschland, Riedel, Trost, Loges

[2] Vgl. Die Zeit – Wirtschaft: Kapital oder Konkurs, Nr. 36, 26.08.2004

[3] Vgl. www.kalkulator.de

[4] Vgl. Die Rating-Szene in Deutschland, Riedel, Trost, Loges

[5] Vgl. Das Rating wird zum Dreh- und Angelpunkt der Kreditvergabe, Frankfurter Allgemeine

[6] Vgl. Rating für den Mittelstand, Dr. Maria Zeller, Rating Services AG

[7] Vgl. Das Rating wird zum Dreh- und Angelpunkt der Kreditvergabe, Frankfurter Allgemeine

[8] Vgl. www.kalkulator.de

[9] Vgl. www.kalkulator.de

[10] Vgl. www.wjd-mittelstandsfinanzierung.com, Rating/Basel II

[11] Vgl. Die Rating-Szene in Deutschland, Riedel, Trost, Loges

[12] Vgl. Die Rating-Szene in Deutschland, Riedel, Trost, Loges

[13] Vgl. Basel II und die Folgen für den Mittelstand, Dipl.-Oec. Knut Gras

[14] Vgl. Die Rating-Szene in Deutschland, Riedel, Trost, Loges

[15] Vgl. Basel II Kreditrating als Chance, Jakob Wolf

[16] Vgl. Die Rating-Szene in Deutschland, Riedel, Trost, Loges

[17] Vgl. Bankinternes Rating mittelständischer Kreditnehmer im Zuge von Basel II, Bundesverband deutscher Banken. Berlin, Juni 2005

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Rating bei KMU - Bedeutung, Probleme, inhaltliche Aussagen
Hochschule
Fachhochschule Gießen-Friedberg; Standort Gießen
Veranstaltung
Basiskompetenzen für KMU
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V58948
ISBN (eBook)
9783638530064
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rating, Bedeutung, Probleme, Aussagen, Basiskompetenzen
Arbeit zitieren
Kerstin Wagner (Autor), 2006, Rating bei KMU - Bedeutung, Probleme, inhaltliche Aussagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58948

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