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Gerechtigkeit - was ist das?

Title: Gerechtigkeit - was ist das?

Research Paper (undergraduate) , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Daliborka Horvat (Author)

Ethics
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Die Gerechtigkeit ist ein abstrakter Begriff, welcher sich schwer definieren lässt. Im Alltag kommen uns öfters die Worte gerecht bzw. Gerechtigkeit über die Lippen. In vielen Situationen beklagen wir uns, dass dieses oder jenes nicht gerecht sei. Als Schüler regt man sich z. B. auf, wenn ein Mitschüler dank Spickzettel bessere Noten bekommt, als man selber mittels ehrlicher Lernarbeit. Der pflichtbewusste und fleißige Angestellte bekommt die ihm in Aussicht gestandene Beförderung nicht, weil die Freundschaft des Kollegen zum Vorgesetzten ausschlaggebender war als die eigene Leistung. Wenn der ohnehin schon wohlhabende Nachbar mit einer Limousine angefahren kommt und sich freudestrahlend damit rühmt, er hätte dieses tolle Auto bei einem Gewinnspiel gewonnen - in all diesen Situationen wird man sich fragen, ob es eine Gerechtigkeit auf Erden überhaupt gibt.Mit dem Thema Gerechtigkeit haben sich bereits viele Menschen auseinandergesetzt. Aus dieser Vielzahl habe ich mich für zwei berühmte Vertreter entschieden, ihre entsprechenden Theorien werde ich hier vorstellen, ebenso einige Kritiker zu Worte kommen lassen. Bereits in der Antike hat sich der griechische Philosoph Platon dem abstrakten Begriff der Gerechtigkeit angenommen. Mit seinem Werk Politeia schuf er eine Ideenlehre. Dabei konstruierte er einen Idealstaat, dessen Regierung aus Philosophen bestehen sollte. Wie er sich diesen Idealstaat im Detail vorstellte, wieso dieser von Philosophen geleitet werden müsse und was für ihn Gerechtigkeit ist, all das betrachte ich im ersten Teil dieser Arbeit eingehender. In der Neuzeit setzte sich John Rawls mit dem Gerechtigkeitsbegriff auseinander. Er schuf seine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness. Für ein gerechtes Miteinander müssten die Menschen – unter einem Schleier des Nichtwissens – gemeinsame Grundsätze festlegen. Nur unter dieser Voraussetzung könne Gerechtigkeit herrschen. Wie er dies genau begründet, auf all das gehe ich im zweiten Teil detaillierter ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Platons Ideenlehre

2.1. Der Idealstaat

2.2. Philosophenherrscher und Wächter

2.3. Gerechtigkeit im Staat

2.4. Gerechtigkeit beim Einzelnen

2.5. Der Lohn der Gerechtigkeit

2.6. Einige Kritiken zu Platon

3. John Rawls Theorie der Gerechtigkeit

3.1. Die Funktion der Gerechtigkeit

3.2. John Rawls Gerechtigkeitstheorie

3.3. Wann ist der Mensch gut?

3.4. Der Aspekt des Neides

4. Schlussgedanken

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den komplexen Begriff der Gerechtigkeit durch die Gegenüberstellung klassischer und neuzeitlicher philosophischer Ansätze. Ziel ist es, das Verständnis von Gerechtigkeit sowohl auf staatlicher als auch auf individueller Ebene zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit diese theoretischen Ideale in der Realität Bestand haben.

  • Die Ideenlehre von Platon und das Konzept des Idealstaates
  • Die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls (Gerechtigkeit als Fairness)
  • Kritische Auseinandersetzung durch Popper und Kelsen
  • Die Rolle moralischer Tugenden und des Individuums
  • Psychologische Aspekte wie der Neid in Bezug auf Gerechtigkeitsvorstellungen

Auszug aus dem Buch

2.6. Einige Kritiken zu Platon

K. R. Popper teilte Immanuel Kants Meinung, dass man der Autorität und somit den Regierenden nie blind folgen dürfe. Denn bei uns selbst liege immer die Entscheidung, ob wir uns einer Macht beugen oder Widerstand leisten wollen, letztendlich trage jeder Mensch selbst die Verantwortung für sein Handeln. Somit wäre das eigene Gewissen die einzige Autorität, der man zu folgen hätte. Wenn Popper diese Meinung vertritt, dann liegt es klar auf der Hand, dass er Platons Ideenlehre aufs Schärfste kritisiert. Für Popper ist der Begriff Gerechtigkeit mit der Gleichheit aller Individuen vor dem Gesetz gleichzusetzen, d. h. einer gleichen Verteilung von Vor- und Nachteilen für alle Bürger. Platon hat dagegen eine ganz andere Vorstellung von Gerechtigkeit. Für ihn ist Gerechtigkeit das, was für den Staat am besten ist. Nicht das, was für den einzelnen Menschen das Beste ist.

Wie bereits ausführlich thematisiert entwarf Platon einen Idealstaat, welcher auf einer strengen Klassenteilung beruht. Der Fokus dabei liegt nicht auf dem Individuum (Individualismus wird von Platon mit Egoismus gleichgesetzt), sondern auf dem Ganzen, dabei gelten starre Regeln der Erziehung und der Züchtigung, aber auch der Überwachung. Wenn jeder das Seine gut mache, könne der Staat autark sein und Gerechtigkeit könne walten. Popper kritisiert diesen Zustand zu Recht als ein totalitäres, antihumanitäres System. Es basiert auf einem Prinzip des Klassenprivilegs, einer Klassenherrschaft, denn dieser Idealstaat sei angeblich deshalb gerecht, weil der Herrschende herrsche, die Arbeiterklasse arbeite und der Sklave frone. Dagegen ist für Popper ein Staat erst dann gerecht, wenn in ihm genau diese Privilegien nicht existieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Abstraktion des Begriffs Gerechtigkeit ein und erläutert die Auswahl der beiden Philosophen Platon und Rawls für die Untersuchung.

2. Platons Ideenlehre: Dieses Kapitel erläutert Platons Idealstaat, die Rolle der Philosophenherrscher und die Aufteilung der Seele, ergänzt um kritische Stimmen zu seiner Theorie.

3. John Rawls Theorie der Gerechtigkeit: Der Autor beschreibt hier die Fairness-Theorie von Rawls, insbesondere das Gedankenexperiment des Schleiers des Nichtwissens und die psychologische Komponente des Neides.

4. Schlussgedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die eigene Definition von Gerechtigkeit sowie die Schwierigkeit, eine vollkommen gerechte Gesellschaft zu definieren.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Platon, John Rawls, Idealstaat, Fairness, Schleier des Nichtwissens, Seelengeteiltheit, Moral, Philosophie, Neid, Gesellschaft, Ethik, Politische Philosophie, Tugend.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt die philosophische Auseinandersetzung mit dem Gerechtigkeitsbegriff anhand der gegensätzlichen Theorien von Platon und John Rawls.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die staatliche Ordnung, die Rolle von Erziehung und Philosophie sowie die menschliche Moral und psychologische Antriebe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den abstrakten Begriff der Gerechtigkeit theoretisch zu durchdringen und zu hinterfragen, ob und wie diese Ideale praktisch angewendet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturbasierte philosophische Untersuchung, die durch eine vergleichende Analyse und die kritische Einordnung der Theorien erfolgt.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst wird Platons antiker Idealstaat analysiert, danach wird die moderne Gerechtigkeitstheorie von John Rawls vorgestellt.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essentiell?

Wichtige Begriffe sind Gerechtigkeit, Fairness, der Schleier des Nichtwissens, die Ideenlehre und das Prinzip der Seelentrias bei Platon.

Wie kritisiert Karl Popper die Position Platons?

Popper wirft Platon ein totalitäres, auf Klassenprivilegien basierendes System vor, das die individuelle Freiheit zugunsten einer kollektiven Ordnung opfert.

Welche Rolle spielt der Neid in Rawls' Theorie, wie er in dieser Arbeit beschrieben wird?

Neid wird als Hindernis für eine gerechte Gesellschaft identifiziert, wobei der Autor hinter dem Gerechtigkeitsschrei oft unbewusste eigene Neidgefühle vermutet.

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Details

Title
Gerechtigkeit - was ist das?
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,8
Author
Daliborka Horvat (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V58962
ISBN (eBook)
9783638530156
ISBN (Book)
9783638909976
Language
German
Tags
Gerechtigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daliborka Horvat (Author), 2006, Gerechtigkeit - was ist das?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58962
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