Bei der Klasse XY handelt es sich um eine Mittelstufenklasse des dreijährigen BildungsgangsStaatlich geprüfte Kaufmännische Assistentin/Staatlich geprüfter Kaufmännischer Assistentmit der Fachrichtung Fremdsprachen. Aufgrund von überdurchschnittlich hohen Schülerabgangszahlen wurden die beiden Klassen Klasse XY und 04H31 nach der Unterstufe zusammengelegt. Nun bilden 20 Schülerinnen und drei Schüler die “neue“ Klassengemeinschaft. Bis auf eine Schülerin, die bereits 24 Jahre alt ist, sind die übrigen Schüler im Alter von 17 bis 21 Jahren. 2 Schülerinnen (aus der Türkei und Albanien) und 1 polnischer Schüler besitzen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein weiteres Merkmal dieser Lerngruppe sind die hohen Fehlzeiten der Schüler, welche zum Teil auf Motivationsschwierigkeiten zurückzuführen sind. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Angaben zur Lerngruppe
1.1 Lerngruppenzusammensetzung
1.2 Besonderheiten der Lerngruppe
1.3 Ausprägungen der Kompetenzbereiche in der Lerngruppe
2. Didaktische Schwerpunkte
2.1 Vorgaben der Richtlinien / Legitimation des Themas
2.2 Einbettung des Themas in den unterrichtlichen Kontext
2.3 Hauptintention
2.4 Didaktische Transformation
2.5 Ganzheitliche Betrachtung des Unterrichtsstoffes
2.5 Methodisches Vorgehen im Rahmen des Didaktischen Fensters
3. Synoptische Darstellung des geplanten Unterrichtsverlaufs
4. Unterrichtsziele
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel des Unterrichtsentwurfs besteht darin, den Lernenden fundierte Kenntnisse über die englische Rechtsform der „Limited“ im direkten Vergleich zur deutschen „GmbH“ zu vermitteln, um sie zu einer begründeten Entscheidungsfindung in einem fallorientierten Geschäftsszenario zu befähigen.
- Vergleichende Analyse der Rechtsformen „GmbH“ und „Limited“
- Anwendung von Beurteilungskriterien zur Unternehmensrechtsformwahl
- Förderung der Methodenkompetenz durch Gruppenarbeit und Ergebnispräsentation
- Einordnung in den rechtlichen, historischen und volkswirtschaftlichen Kontext
- Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Haftungsrisiken und Kapitalbedarf
Auszug aus dem Buch
2.5 Ganzheitliche Betrachtung des Unterrichtsstoffes
Rechtliche Schicht: Seit der Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) im Frühjahr 2003 (AZ: VII ZR 370/98) haben nach englischem Recht gegründete Limiteds mit Niederlassungssitz in Deutschland die gleichen Rechte und Pflichten wie eine GmbH. Weitere Leiturteile, u.a. vom Europäischen Gerichtshof (EuGH), bestätigen die Rechtmäßigkeit des niedrigen Haftungskapitals ab 1,50 Euro. Die Limited Company muss zudem ins deutsche Handelsregister eingetragen werden und unterliegt dem deutschen Steuerrecht.
Historische Schicht: Bis 1999 war es innerhalb der EU praktisch nicht möglich, zum Beispiel eine Limited in Deutschland zu nutzen. Ein Zuzug einer Limited nach Deutschland und eine damit einhergehende Eintragung dieser Limited ins deutsche Handelsregister wurde strikt verweigert und die Limited nicht als juristische Person anerkannt. Vielmehr wurden die rein in Deutschland tätigen ausländischen Gesellschaften fast immer wie Personengesellschaften behandelt, wodurch eine beschränkte Haftung gänzlich ausgeschlossen war. Die Gesellschafter hafteten somit auch mit ihrem Privatvermögen. Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 05.11.2002 in Sachen „Inspire Art“ sowie vom 30.09.2003 in Sachen „Überseering“ ist es rechtlich zulässig, eine Limited Company in England zu gründen und aufgrund der Niederlassungsfreiheit in der EU (Artikel 43 EG) dieses Unternehmen in Deutschland zu betreiben.
Volkswirtschaftliche Schicht: Die deutsche Unternehmensform der GmbH bekommt zunehmend Konkurrenz von der englischen Rechtsform der Limited Company, sodass der Anteil klassischen GmbH-Gründungen weiter zurückgeht. Jeden Monat werden bereits ca. 1000 „deutsche“ Limiteds ins englische Handelsregister (Companies House in Cardiff) eingetragen. Ihre Zahl wird bundesweit auf 25.000 geschätzt. Damit setzt das innovative und unbürokratische britische Firmenmodell das starre deutsche Unternehmensrecht stark unter Druck.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Angaben zur Lerngruppe: Die Lerngruppe setzt sich aus einer heterogenen Klasse von Fremdsprachenassistenten zusammen, deren Leistungsniveau und Motivation eine themenbezogene Materialwahl erfordern.
2. Didaktische Schwerpunkte: Dieses Kapitel begründet die Auswahl des Themas durch Lehrpläne, bettet es in die Unterrichtsreihe ein und erläutert die didaktische Reduktion sowie das methodische Vorgehen.
3. Synoptische Darstellung des geplanten Unterrichtsverlaufs: Eine tabellarische Übersicht, welche die Phasen des Unterrichts mit den jeweiligen Inhalten, Methoden und Medien verknüpft.
4. Unterrichtsziele: Die Lernziele werden in die Bereiche Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz unterteilt und definieren, was die Schüler nach Abschluss der Stunde leisten können sollen.
Schlüsselwörter
Limited, GmbH, Rechtsformwahl, Kapitalgesellschaft, Haftungsbeschränkung, Unternehmensgründung, Methodenkompetenz, Handelsregister, Gesellschaftsrecht, Betriebswirtschaftslehre, Außenhandel, EuGH, Unternehmensentscheidung, Firmenmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für Berufskollegs im Fach Wirtschaftswissenschaften vor, der die Rechtsformwahl zwischen einer deutschen GmbH und einer englischen Limited thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Unternehmensrecht, Rechtsformvergleich, Haftungsfragen sowie die volkswirtschaftliche Bedeutung ausländischer Rechtsformen in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Schülern zu vermitteln, wie sie die Vor- und Nachteile von Rechtsformen analysieren und eine fundierte, fallbezogene Entscheidung treffen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktisch reduzierte, fallorientierte Methode angewendet, die durch Gruppenarbeit, Rollenspiele und eine abgewandelte Fünf-Schritt-Lesemethode unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Lerngruppenanalyse, der didaktischen Legitimation, der Einbettung in den Kontext und der detaillierten methodischen Planung des Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Limited, GmbH, Rechtsformwahl, Haftungsbeschränkung und Unternehmensentscheidung.
Welche Rolle spielt die „Bettina“ in den Materialien?
Die Figur der Jurastudentin Bettina dient als Expertin und Identifikationsfigur für die Schüler, um die juristischen Eigenschaften der Limited in einen realistischen Kontext zu setzen.
Warum ist das Thema der Rechtsformwahl aktuell?
Aufgrund der Niederlassungsfreiheit in der EU und zahlreicher Gerichtsurteile des EuGH ist die Gründung einer Limited als Konkurrenzmodell zur GmbH auch mit deutschem Verwaltungssitz rechtlich zulässig und wirtschaftlich relevant geworden.
Welche Herausforderungen bestehen bei der Arbeit mit der Lerngruppe?
Die Lerngruppe weist eine hohe Heterogenität im Leistungsniveau auf, zudem gibt es klassenspezifische Gruppenbildungen und hohe Fehlzeiten, die eine strukturierte Vorgehensweise und Motivation durch praxisnahe Aufgaben erfordern.
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- Diana Ivanjic (Author), 2005, Ausgewählte Kriterien der englischen Kapitalgesellschaft "Limited" im Rahmen der Rechtsformwahl im Vergleich mit der deutschen Kapitalgesellschaft "GmbH", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58987