„Leibniz steht als Sprachkritiker in engem Zusammenhang mit der […] geschichtlichen und sprachgeschichtlichen Situation des 17. und 18 Jahrhunderts.“
Auf die als gefährdet betrachtete Entwicklung der deutschen Sprache reagierte Gottfried Wilhelm Leibniz in zwei Schriften, die allerdings zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht blieben.
Bevor mit einer sprachkritischen Untersuchung und Analyse Gottfried Wilhelm Leibniz Schriften – hier exemplarisch an der Abhandlung Von nüzlicher einrichtung eines Archivi – begonnen wird, leitet ein Abriss über die sprachgeschichtliche Situation Deutschlands im 17. und 18. Jahrhunderts diese Arbeit ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entwicklung der deutschen Sprache im 17. und 18. Jahrhundert
2.1 Grundlage der Entwicklung
2.2 Medien- und Bildungsgeschichte
2.3 Mehrsprachigkeit, Sprachmischung und Lehnwortschatz
2.4 Sprachrichtigkeit
3. Exemplarische Untersuchung Leibniz Schriften am Beispiel seiner Abhandlung über das Archivwesen
3.1 Textorganisation
3.1.1 Textgliederung
3.1.2 Textbausteine und Stilmittel
3.1.2.1 Vergleiche
3.1.2.2 Signalwörter
3.1.2.3 Aufzählung
3.2 Textgestaltung
3.2.1 Verwendung von Schrifttypen
3.3 Wortschatz
3.3.1 Wortbildung
3.3.1.1 Komposita
3.3.2 Wortformen
3.3.2.1 Synkopische Wortformen
3.3.2.2 Zusätzliche Silben
3.3.2.3 Groß- und Kleinschreibung
3.3.3 Einfluss des Lateinischen
3.3.3.1 Flektionen
3.3.3.2 Partizipien
3.3.4 Bedeutungswandel
3.4 Fachwörter
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht exemplarisch Gottfried Wilhelm Leibniz' sprachliche Gestaltung in seiner Abhandlung "Von nüzlicher Einrichtung eines Archivi" vor dem Hintergrund der sprachgeschichtlichen Situation des 17. und 18. Jahrhunderts in Deutschland.
- Sprachgeschichtliche Situation Deutschlands im 17. und 18. Jahrhundert
- Medien- und Bildungsgeschichte im Absolutismus
- Sprachkritik, Purismus und Normierungsversuche
- Strukturelle Analyse der Leibniz'schen Abhandlung (Textorganisation & Stil)
- Wortschatzanalyse (Lateineinfluss, Wortbildung, Orthografie)
Auszug aus dem Buch
3.1.2.1 Vergleiche
In dem Text sind einige Vergleiche zu verzeichnen. Beginnend mit dem Vergleich der bestellung des Feldes und den Regirungs-geschäfften, die neben der wissenschaftlichen Erarbeitung bzw. Arbeit auch auf Nachrichtungen angewiesen sind (333,39-334,4), führte er im weiteren Verlauf den Westphälischen frieden an, bei dem Frankreich im Gegensatz zu Deutschland auf eben solch ein Archiv zurückgreifen konnte, damit der Cron nichts vergeben, und keine guthe gelegenheit versäumet würde (334,10-23).
In dem Abschnitt, in dem er die Vorteile eines privat-Archivum der Händlerwesens benennt, um durch diesen Vergleich auch die Vorzüge eines staatlichen Archivs hervorzuheben und zu unterstreichen, lobt er die Kaufmanns Bücher. Sie sind nicht nur als Informationsquelle nützlich, sondern auch in Fragen des Rechts als beweiß (335, 10-19).
Die Passage über die feüersgefahr, in der er auf das Templum pacis zu Rom, und die trefliche Bibliothec zu Alexandria, die im feüer aufgegangen seien, verweist, soll deutlich machen, dass man bei der Einrichtung eines Archivs auf die Sicherheitsmaßnahmen achten muss, damit es nicht durch ähnlichen Ereignisse zerstört wird (338,11-17).
Während der letzte Vergleich auf die Gefahren für ein Archiv hinweist, sollen die vorherigen den Hauptnutzen eines Archivs aufzeigen. Dieser besteht nach der Meinung von Leibniz in dem Informationsgehallt und in der Eignung als Nachweis bzw. Beweis in z.B. Streitfragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und begründet den Fokus auf Leibniz' Wirken als Sprachkritiker im Kontext des 17. und 18. Jahrhunderts.
2. Die Entwicklung der deutschen Sprache im 17. und 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert die Rahmenbedingungen der Sprachentwicklung, inklusive des Einflusses von Medien, Mehrsprachigkeit und dem Streben nach Sprachrichtigkeit.
3. Exemplarische Untersuchung Leibniz Schriften am Beispiel seiner Abhandlung über das Archivwesen: Der Hauptteil analysiert die konkrete Abhandlung hinsichtlich Textorganisation, Gestaltung, Wortschatz und dem Einfluss des Lateinischen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert über Leibniz' Schreibweise und die damaligen sprachlichen Gepflogenheiten.
Schlüsselwörter
Gottfried Wilhelm Leibniz, Archivwesen, Sprachgeschichte, 17. Jahrhundert, Sprachkritik, Purismus, Textanalyse, Latein, Sprachmischung, Orthografie, Fachsprache, Aufklärung, Grammatik, Wortbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht eine spezifische Abhandlung von Gottfried Wilhelm Leibniz zur Einrichtung eines Archivs, um dessen sprachliche Gestaltung und den zeittypischen Sprachgebrauch zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die deutsche Sprachgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert, die Rolle des Lateinischen, Phänomene des Sprachpurismus sowie textlinguistische Merkmale in Leibniz' Schriften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine exemplarische sprachwissenschaftliche Untersuchung der Abhandlung "Von nüzlicher Einrichtung eines Archivi", um aufzuzeigen, wie Leibniz Sprache unter den sozio-kulturellen Bedingungen seiner Zeit einsetzte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exemplarische, textlinguistische Untersuchung durchgeführt, die sich primär auf die interne Analyse der ausgewählten Primärquelle stützt und diese mit dem historischen Kontext abgleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Textorganisation, der Textgestaltung, des Wortschatzes sowie des Einflusses des Lateinischen auf Leibniz' Schreibweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sprachkritik, Leibniz, Archivwesen, Sprachgeschichte und Sprachnormierung charakterisiert.
Wie geht Leibniz in der Arbeit mit dem Einfluss des Lateinischen um?
Leibniz zeigt einen fortwährenden Wechsel; während er ein Verfechter des Deutschen war, nutzte er für wissenschaftliche Arbeiten oft Latein oder Französisch und unterwarf Begriffe im Text häufig lateinischen Flexionsregeln.
Welche Beobachtung macht der Autor zur Groß- und Kleinschreibung?
Der Autor stellt fest, dass Leibniz bei der Groß- und Kleinschreibung keinem festen Schema folgte und die Schreibweise selbst bei häufig verwendeten Wörtern im Textverlauf stark variiert.
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- Sebastian Gottschalch (Author), 2005, Gottfried Wilhelm Leibniz: "Von nüzlicher Einrichtung eines Archivi" - Eine exemplarische Untersuchung seiner Schriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59002