Das Pflegemodell von Dorothea E. Orem


Hausarbeit, 2006

19 Seiten, Note: "bestanden"


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie

3. Schwerpunkte der Pflegetheorie
3.1 Theorien der Selbstpflege/Dependenzpflege
3.2. Theorie des Selbstpflegedefizits
3.3. Theorie der Pflegesysteme
3.4. Der Pflegeprozess

4. Besonderheiten der Pflegetheorie

5. Akzeptanz und Anwendung der Selbstpflegetheorie
5.1 Die Akzeptanz und Anwendung in der Ausbildung
5.2 Die Akzeptanz und Anwendung in der Praxis
5.3. Die Akzeptanz und Anwendung in der Pflegeforschung

6. Verbreitung der Pflegetheorie in Deutschland

7. Kritikpunkte

8. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Es gibt zahlreiche Pflegemodelle, die in der heutigen Pflegepraxis angewendet werden. Die verschiedenen Pflegemodelle unterscheiden sich in ihrem Aufbau und ihrer Anwendung in der Pflegepraxis. Gegenstand dieser Hausarbeit ist das Selbstpflegemodell von Dorothea E. Orem.

Das Pflegemodell von Dorothea Orem ist in den USA und in vielen europäischen Ländern weit verbreitet. Vor allem in den Niederlanden steht das Selbstpflegemodell, sowohl in der Ausbildung als auch in der Praxis, an oberster Stelle.

In dieser Hausarbeit wird zu Beginn die Biographie von Dorothea E. Orem und die Entstehungsgeschichte ihres Pflegemodells erläutert. In den weiteren Abschnitten wird das Pflegemodell mit seinen Schwerpunkten und deren Akzeptanz in der Praxis, Ausbildung und Forschung vorgestellt. Dabei werden auch die Besonderheiten und Kritikpunkte der Pflegetheorie erläutert.

2. Biographie

Dorothea Elizabeth Orem gehört zu den ersten amerikanischen Pflegetheoretikerinnen. Ihre Pflegekarriere begann in Washington D.C., dort erhielt sie in den dreißiger Jahren ihr Pflegediplom. Sie setzte ihre Ausbildung fort und erhielt von der Catholic University of America 1939 einen „Bachelor of Science“ in Krankenpflege und 1945 einen „Master of Science“ für Krankenpflegeausbildung. Nach ihrer Ausbildung erlangte sie zahlreiche Erfahrungen in der Privatpflege, Krankenhauspflege sowie in der Lehre. In den Jahren von 1940 bis 1949 war Orem als Direktorin in der Krankenpflegeschule und in der Pflegeabteilung des Providence Hospital in Detroit tätig. Danach arbeitete sie mehrere Jahre als Beraterin der Gesundheitsbehörde im Bundesstaat Indiana. Ihr Ziel war die Qualität der Pflege zu verbessern. 1958 bis 1960 hatte sie eine Anstellung im Gesundheitsministerium von Washington D.C.. Dort arbeitete sie an einem Projekt zu Verbesserung der praktischen Pflegeausbildung. Daraufhin veröffentlichte sie Guidelines for Developing Curricula for the Education of Practical Nurses (Ratschläge zur Curriculumentwicklung in der Krankenpflegeausbildung). In dieser Zeit entstand auch die Grundidee ihrer Selbstpflegedefizittheorie. Bei der Entwicklung ihres Modells orientierte sie sich an folgenden Fragen: „Was tun Pflegekräfte, und was sollten sie als die Ausübenden der Pflege tun?“, „Warum tun Pflegekräfte, was sie tun?“ und „Was ist das Ergebnis dieses Tuns?“ Sie entwickelte ihr Konzept der Pflege und Selbstpflege an der Catholic University weiter, an der sie als Professorin tätig war. 1971 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Nursing: Concepts of Practice“ (Pflege: Konzepte für die Praxis). Dieses Buch wurde von Orem in den weiteren Jahren immer weiter überarbeitet. 1970 eröffnete sie ihre eigene Firma als Beraterin für Pflege und Pflegeausbildung. Seit 1984 ist Dorothea E. Orem im Ruhestand.[1]

3. Schwerpunkte der Pflegetheorie

Die Pflegetheorie nach Orem beschreibt und erklärt, warum und wann pflegekundige Fürsorge notwendig ist. Die Selbstpflegedefizittheorie beinhaltet drei Theorien, welche miteinander in Beziehung stehen. Orem betrachtet den Menschen als Wesen, welches die Fähigkeit und das Bedürfnis besitzt für sich selbst zu Sorgen. Auf diesen Kerngedanken baut sie ihr Selbstpflegemodell auf.[2]

Im Einzelnen entwickelte sie die folgenden drei Theorieteile:

Theorien der Selbstpflege/Dependenzpflege

Theorie des Selbstpflegedefizits

Theorie der Pflegesysteme

3.1 Theorien der Selbstpflege/Dependenzpflege

In diesem ersten Teilkonzept wird die Selbstpflege erklärt und begründet.

Orem beschreibt mit Selbstpflege alle ausübenden Aktivitäten, die Menschen im eigenen Interesse einleiten, um ihr Leben, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit zu erhalten. Diese ausübenden Tätigkeiten, die zur Aufrechterhaltung von Leben und Gesundheit notwendig sind, sind erlernte Handlungen, die durch zahlreiche Faktoren wie Alter, Reifung und Kultur beeinflusst werden.[3]

Unter Dependenzpflege versteht Orem „die kontinuierliche, gesundheitsbezogene, personenorientierte regulierende und entwicklungsbedingte Betreuung, die von den zuständigen Erwachsenen für Säuglinge und Kinder oder für Erwachsene mit gesundheitlichen Einschränkungen geleistet werden.“[4]

Selbstpflege- und Dependenzpflegekompetenzen werden als Fähigkeiten definiert, die notwendig sind um bestimmte Handlungen ausüben zu können.[5]

Bei der Selbstpflegekompetenz sind das die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die dazu dienen sich selbständig an der eigenen Pflege zu beteiligen. Diese Fähigkeiten werden von der Kindheit an erlernt.

Die Dependenzpflegekompetenz beschreibt die Fähigkeit eines erfahrenen Menschen, zum einen zu erkennen, dass der Betroffene bestimmten Selbstpflegeerfordernissen, aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden, selbst nicht gerecht werden kann, und zum anderen die Verpflichtung hat einige oder alle diese Erfordernisse für denjenigen zu übernehmen.[6]

Unter dem Begriff Situativer Selbstpflegebedarf wird die Summe aller Maßnahmen verstanden die zur Erfüllung der gegenwärtigen oder zukünftigen Selbstpflegeerfordernisse eines Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt notwendig sind. Methoden oder Techniken dienen als Mittel dazu, die Selbstpflegeziele (Selbstpflegeerfordernisse: allgemeine, gesundheits-bedingte und entwicklungsbedingte) erreichen zu können.[7]

Um den Situativen Selbstpflegebedarf bestimmen zu können müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Ermitteln der bestehenden und zukünftigen Selbstpflegeerfordernisse und im welchen Zusammenhang diese zueinander stehen

Welche Einflussfaktoren (Alter, Geschlecht, Entwicklungsstadium) spielen dabei eine Rolle

Beurteilung und Bestimmung der Methoden oder Techniken, damit die Selbstpflegeerfordernisse erfüllt werden können[8]

Die festgelegten Maßnahmen und Techniken sollen die Funktionen und die Entwicklung des Patienten innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit aufrechterhalten und fördern.[9] Die Elemente können von Zeit zu Zeit und von Mensch zu Mensch qualitativ und quantitativ variieren.[10]

[...]


[1] vgl. Ann Marriner-Tomey (1992) S.189 // Cavanagh (1997) S.9 // Mischo-Killing/Wittneben (1995) S.83

[2] vgl. Kruijswijk Jansen/Mostert

[3] vgl. Cavanagh (1997) S.20/21

[4] Orem (1997) S.9

[5] vgl. Orem (1997) S.232

[6] vgl. Cavanagh (1997) S. 36

[7] vlg. Orem (1997) S.204/205 // K.Sander/K.Schneider (2001) S.21

[8] vgl. Kirkevod (1997) S.63

[9] vgl. K.Sander/K.Schneider (2001) S.21

[10] vgl. Orem (1997) S.2004

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Pflegemodell von Dorothea E. Orem
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Veranstaltung
Grundlagen der Pflege/Pflegewissenschaft
Note
"bestanden"
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V59012
ISBN (eBook)
9783638530538
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflegemodell, Dorothea, Orem, Grundlagen, Pflege/Pflegewissenschaft
Arbeit zitieren
Anna Model (Autor), 2006, Das Pflegemodell von Dorothea E. Orem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59012

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