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Zur Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für erwachsene chronisch psychisch Kranke im psychosozialen komplementären Bereich

Am Beispiel einer Kontakt- und Begegnungsstätte unter der besonderen Berücksichtigung der an Schizophrenie Erkrankten

Title: Zur Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für erwachsene chronisch psychisch Kranke im psychosozialen komplementären Bereich

Diploma Thesis , 2001 , 132 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Diplom Sozialpaedagogin Angela Pflüger (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, die Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für chronisch psychisch Kranke aufzuzeigen. Den Anstoß für dieses Thema erhielt ich während meines halbjährigen Praktikums in der BRÜCKE in Stade, eine Kontakt- und Begegnungsstätte für psychisch kranke und behinderte Erwachsene. Durch das tägliche Zusammensein mit den überwiegend chronisch psychisch kranken Besuchern bekam ich erste Einblicke in ihre vielfältigen Probleme, die sich oftmals als Folgen ihrer Erkrankung einstellten: sei es die Auseinandersetzung mit der Erkrankung selbst, die soziale Ausgrenzung, die Schwierigkeiten bei den alltäglichen notwendigen Aufgaben oder im Umgang mit der Freizeit. Wie viele andere chronisch psychisch Kranke auch, haben die meisten Besucher der BRÜCKE viel freie Zeit, denn sie sind größtenteils erwerbsunfähig, arbeitslos oder leben im (Vor-) Ruhestand. „Das ist doch schön für sie,“ könnte ein Außenstehender sagen, „dann sind sie befreit von den Strapazen des Erwerbslebens. Die Freizeit wird ihnen gut tun. Denn Freizeit dient, wie man allgemein weiß, der psychischen und körperlichen Regeneration.“ Doch wer so denkt, macht es sich zu einfach. Erstens bedeutet freie Zeit nicht gleich Freizeit, zweitens dient Freizeit heute nicht mehr allein der Regeneration und drittens stellt Freizeit an den Menschen vielfältige Anforderungen. Wie in dieser Arbeit gezeigt werden wird, gilt Freizeit heute als Raum zur Selbstverwirklichung, des persönlichen Wachstums und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, je nach persönlichen Präferenzen und Interessen, Bedürfnissen und Möglichkeiten. Während meiner Tätigkeit in der BRÜCKE sah ich, dass viele der Besucher Probleme mit ihrer Freizeit hatten. Oft mangelte es an Eigeninitiative, Interessen oder Antrieb, um die Zeit aktiv zu gestalten. Ebenso war die Motivation oder das Interesse, sich an den institutionellen Freizeitangeboten zu beteiligen, bei vielen gering, während sie sich gleichzeitig über Langeweile und die Nutzlosigkeit der vielen freien Zeit beklagten. So fragte ich mich nach den Ursachen dieser Freizeitschwierigkeiten. Waren bzw. sind sie ein Ausdruck der chronischen Erkrankung? Oder haben psychisch Gesunde ähnliche Probleme? [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE BEDEUTUNG VON FREIZEIT

2.1 Zur Entwicklung des Verhältnisses von Arbeit und Freizeit

2.2 Begriffsklärung und Funktion von Arbeit

2.3 Freizeit

2.3.1 Negativ-Definitionen

2.3.2 Positiv-Definitionen

2.3.3 Funktionen der Freizeit

2.3.4 Bedürfnisse

2.3.5 Freizeitverhalten

2.4 Probleme im Umgang mit der Freizeit

2.4.1 Zeitmangel

2.4.2 Zeitüberfluss durch Arbeitslosigkeit

2.4.2.1 Freizeiterschwernisse auf Grund fehlender materieller Ressourcen

2.4.2.2 Freizeiterschwernisse auf Grund defizitärer sozialer Netze

2.4.2.3 Freizeiterschwernisse auf Grund somatischer Beeinträchtigungen

2.5 Freizeit als Chance

2.6 Resümee

3 KLINISCHER TEIL

3.1 Der Krankheitsbegriff in der Psychiatrie

3.2 Psychiatrische Krankheitsbilder

3.3 Chronisch psychisch Kranksein

3.4 Psychopharmaka

3.4.1 Neuroleptika

3.4.2 Antidepressiva

3.5 Schizophrenie

3.5.1 Symptomatik und Verlauf der Schizophrenie

3.5.1.1 Die Prodromalphase

3.5.1.2 Die akute Phase

3.5.1.3 Die Residualphase bzw. der chronische Verlauf

3.5.2 Das Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungs-Modell

3.5.2.1 Vulnerabilität

3.5.2.2 Stress

3.5.2.3 Coping-Strategien

3.5.3 Soziale Verlaufsfaktoren

3.6 Resümee

4 DIE BEDEUTUNG VON FREIZEIT FÜR CHRONISCH PSYCHISCH KRANKE

4.1 Freizeiterschwernisse durch die Residualsymptomatik

4.2 Freizeiterschwernisse durch Psychopharmaka

4.2.1 Freizeiterschwernisse durch klassische Neuroleptika

4.2.2 Freizeiterschwernisse durch atypische Neuroleptika

4.2.3 Freizeiterschwernisse durch Antidepressiva

4.3 Die soziale Lage und die Folgen für die Freizeitgestaltung

4.3.1 Freizeiterschwernisse durch fehlende materielle Ressourcen

4.3.2 Freizeiterschwernisse auf Grund defizitärer sozialer Netzwerke

4.3.3 Freizeiterschwernisse durch somatische Erkrankungen

4.4 Resümee

5 SOZIALPÄDAGOGISCHE FREIZEITARBEIT IM PSYCHOSOZIALEN BEREICH

5.1 Sozialpädagogik/ Freizeitpädagogik/ Sozialpädagogische Freizeitarbeit

5.2 Komplementäre Einrichtungen in der Gemeindepsychiatrie

5.3 Kontakt- und Begegnungsstätten

5.4 Die Kontakt- und Begegnungsstätte „Die BRÜCKE“

5.4.1 Allgemeines

5.4.2 Die Besucher der BRÜCKE

5.4.3 Die Bedeutung der BRÜCKE für die chronisch erkrankten Besucher

5.4.4 Freizeitprobleme in der BRÜCKE ?

5.5 Das Handlungsleitende Konzept: das Empowerment

5.5.1 Menschenbild

5.5.2 Haltung des Professionellen

5.5.3 Ebenen von Empowerment-Prozessen

5.6 Sozialpädagogische Ziele der Freizeitarbeit

5.7 Freizeitpädagogische “Methoden”

5.7.1 Informative Beratung

5.7.2 Kommunikative Animation

5.7.3 Partizipative Planung

5.8 Leitprinzipien der Freizeitarbeit

5.9 Schwimmen – ein außerinstitutionelles Freizeitangebot

5.9.1 Planungsphase

5.9.2 Handlungsphase (Empowerphase)

5.9.3 Reflexion

6 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für chronisch psychisch kranke Erwachsene. Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, wie diese Zielgruppe trotz ihrer gesundheitlichen und sozialen Einschränkungen in ihrer Freizeitgestaltung unterstützt werden kann, um Lebenssinn und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

  • Bedeutung von Freizeit im Kontext von Arbeit und Erwerbslosigkeit
  • Psychiatrische Grundlagen und deren Auswirkungen auf die Freizeit
  • Konkrete Freizeiterschwernisse chronisch psychisch Kranker
  • Praxisbeispiel: Die Kontakt- und Begegnungsstätte „Die BRÜCKE“
  • Das Handlungsleitende Konzept: Empowerment in der Freizeitarbeit
  • Methoden und Leitprinzipien für eine gelingende sozialpädagogische Freizeitarbeit

Auszug aus dem Buch

4.1 Freizeiterschwernisse durch die Residualsymptomatik

Charakteristisch für chronisch psychisch Kranksein sind Symptome wie Antriebsarmut, Apathie, Willensschwäche, Anhedonie, Störungen der Wahrnehmung, der Kommunikation und/oder der sozialen Beziehungsfähigkeit. Diese können den Erlebniszyklus bzw. das Freizeitverhalten und -erleben auf den in Abbildung 4 dargestellten Ebenen unterschiedlich beeinträchtigen:

a) Die Wahrnehmung von Bedürfnissen kann wie bei Schizophrenen krankheitsbedingt gestört sein, andere Betroffene haben es möglicherweise verlernt oder nie erlernt, eigene Impulse wahrzunehmen:

„Die Fähigkeit, Empfindungen im Inneren, wie auch die Fähigkeit, die Welt mit seinen Sinnen zu begreifen, sind abgestumpft. Diesen Menschen fehlt das „Rohmaterial“, Bedürfnisse zu entwickeln, die einem gesunden organismischen Wachstum dienen.“

Menschen mit einer gestörten Wahrnehmung können ihre Freizeitbedürfnisse weder richtig wahrnehmen noch auf sie entsprechend reagieren. Sie gehen in ihrer freien Zeit zwar auch Tätigkeiten nach, doch basieren diese auf „gewohnheitsmäßigem Tun“ bzw. „vordefiniertem Ersatzverhalten“. Ein solches Verhalten führt aber nur zu einer „Minimalbefriedigung“, da die wahren Bedürfnisse nicht oder nur partiell befriedigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Autorin legt die Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für chronisch psychisch kranke Erwachsene dar und erläutert ihre Motivation sowie den Aufbau der Diplomarbeit.

2 DIE BEDEUTUNG VON FREIZEIT: In diesem theoretischen Kapitel wird der Freizeitbegriff im Verhältnis zur Arbeit analysiert, wobei besonders die Herausforderungen für Erwerbslose thematisiert werden.

3 KLINISCHER TEIL: Es werden psychopathologische Grundbegriffe und das Krankheitsbild der Schizophrenie erläutert, um das Verständnis für die spezifischen Belastungen der Betroffenen zu vertiefen.

4 DIE BEDEUTUNG VON FREIZEIT FÜR CHRONISCH PSYCHISCH KRANKE: Dieses Kapitel verknüpft die Symptomatik der Krankheit und soziale Faktoren mit den konkreten Freizeiterschwernissen der Betroffenen.

5 SOZIALPÄDAGOGISCHE FREIZEITARBEIT IM PSYCHOSOZIALEN BEREICH: Hier werden theoretische Grundlagen und praktische Methoden der Freizeitarbeit, insbesondere das Empowerment-Konzept, an einem konkreten Beispiel vorgestellt.

6 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Aufwertung der professionellen sozialpädagogischen Freizeitarbeit als Instrument zur Stabilisierung und Integration.

Schlüsselwörter

Sozialpädagogik, Freizeitarbeit, Schizophrenie, Empowerment, chronisch psychisch Kranksein, Kontakt- und Begegnungsstätte, Lebensqualität, Alltagsgestaltung, soziale Netzwerke, Freizeitpädagogik, psychosoziale Hilfe, Rehabilitation, Residalsymptomatik, Tagesstrukturierung, Selbsttätigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung und Relevanz von sozialpädagogischer Freizeitarbeit für Menschen, die chronisch psychisch erkrankt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Freizeit als Lebensraum, die Auswirkungen psychiatrischer Erkrankungen auf das tägliche Leben und die praktische Umsetzung von Freizeithilfen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sozialpädagogik durch gezielte Angebote helfen kann, die soziale Isolation chronisch psychisch Kranker in ihrer Freizeit zu durchbrechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturstudie, die durch eigene praktische Erfahrungen während eines Praktikums in der Einrichtung „Die BRÜCKE“ ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Freizeitproblemen der Betroffenen (z.B. durch Residualsymptome oder Psychopharmaka) und stellt Methoden wie das Empowerment-Konzept zur Unterstützung vor.

Welche Keywords kennzeichnen diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sozialpädagogik, Empowerment, Schizophrenie, Freizeitgestaltung und soziale Integration beschreiben.

Wie unterscheidet sich die „Freizeit“ bei Schizophrenen von der bei gesunden Menschen?

Bei den Betroffenen treten krankheitsbedingte Einschränkungen wie Antriebsarmut oder soziale Ängste hinzu, die eine eigenständige, sinnvolle Freizeitgestaltung massiv erschweren oder gar verhindern können.

Welche Rolle spielt das Empowerment-Konzept in der Arbeit?

Empowerment dient als handlungsleitendes Konzept, um Fähigkeiten und Ressourcen der Klienten zu entdecken und zu stärken, anstatt sie nur als defizitär zu betrachten.

Warum wird das Schwimmen als Praxisbeispiel gewählt?

Das Schwimmen dient als konkretes Beispiel, um von der Planung bis zur Reflexion aufzuzeigen, wie theoretische Konzepte in die Praxis umgesetzt werden können.

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Details

Title
Zur Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für erwachsene chronisch psychisch Kranke im psychosozialen komplementären Bereich
Subtitle
Am Beispiel einer Kontakt- und Begegnungsstätte unter der besonderen Berücksichtigung der an Schizophrenie Erkrankten
College
University of Lüneburg
Grade
1.0
Author
Diplom Sozialpaedagogin Angela Pflüger (Author)
Publication Year
2001
Pages
132
Catalog Number
V59013
ISBN (eBook)
9783638530545
ISBN (Book)
9783656802662
Language
German
Tags
Relevanz Freizeitarbeit Kranke Bereich Beispiel Kontakt- Begegnungsstätte Berücksichtigung Schizophrenie Erkrankten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Sozialpaedagogin Angela Pflüger (Author), 2001, Zur Relevanz sozialpädagogischer Freizeitarbeit für erwachsene chronisch psychisch Kranke im psychosozialen komplementären Bereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59013
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