Stress im Straßenverkehr


Seminararbeit, 2002

14 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsübersicht

Vorwort:

Statistische Werte und Fakten:

Physische Aspekte:

Psychische Aspekte:

Einsatzfahrten:

Möglichkeiten dem Stress entgegenzutreten:

Quellenverzeichnis:

Vorwort:

Nach einer Studie des Österreichischen Automobil Motorrad und Touring Clubs (ÖAMTC) fühlen sich 90 Prozent der 2000 repräsentativ befragten Autofahrer bei der Teilnahme am Straßenverkehr „gestresst“. Ausgelöst wird dieses Unwohlfühlen von verschiedenen Faktoren wie Staus, rücksichtlosen Verkehrsrowdies und den stetig steigenden Verkehrszahlen.

In der vorliegenden Seminararbeit möchte ich zunächst darstellen, was die Befragten beim Autofahren in repräsentativen Zahlen als unangenehm, ja als „stressig“ empfinden. Grundlage hierfür ist die oben bereits angeführte Umfrage des ÖAMTC. Ferner soll dieses Empfinden in Relation zu anderen Situationen, die wir als unangenehm empfinden, gestellt werden.

Außerdem will ich aufzeigen, welche spezifischen körperlichen und psychischen Eigenschaften der Stress im Straßenverkehr mit sich bringt.

Den Stress bei der Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten, welcher zum polizeilichen Alltag gehört, und dessen Ursache stelle ich in einer gesonderten Betrachtung dar.

Am Ende sollen Lösungen und Wege aufgezeigt werden, wie wir entspannter und gelassener am Steuer zurechtkommen und damit die erkannten Stresssituationen zumindest reduzieren, wenn nicht gar ausschalten können.

Villingen-Schwenningen, im Juni 2002 Marc Unger

Statistische Werte und Fakten:

Stress beim Autofahren wird nach den Umfrageergebnissen[1] des Österreichischen Automobil Motorrad und Touring Clubs (ÖAMTC), vorrangig (57%) durch Zeitdruck und die damit einhergehende Eile, den zugesagten Termin pünktlich wahrzunehmen, verursacht.

Die Befragten, hatten durch offene Antworten und Mehrfachnennungen die Möglichkeit, ein möglichst exaktes Bild ihrer Meinung wiederzugeben.

Es kommt hier zu einem Spannungsverhältnis zwischen den Gegebenheiten des Straßenverkehrs (Geschwindigkeitsbeschränkungen, Ampeln, Verkehrsaufkommen) und dem innerlich gesetzten Ziel, an einem bestimmten Ort zur vereinbarten Zeit zu sein.

Platz zwei der Stress-Nennungen (37%) liegt im Verkehrsstau und dem „Baustellenslalom“ begründet. In diesen Situationen wird der Fahrzeugführer in seiner eigentlichen Fahrbewegung aufgehalten bzw. muss einen verzögernden Umweg in Kauf nehmen. Dies bedeutet für ihn in aller Regel einen erneuten Zeitverlust, woraus sich auch wieder negative Einflüsse für die zeitliche Planung der Fahrtstrecke ergeben. Ein zusätzlicher wesentlicher Gesichtspunkt jedoch ist die psychische Wirkung der Enge und des Eingesperrt-Seins in solchen Situationen. Beim Baustellenverkehr auf Autobahnen wird dieses Gefühl noch verstärkt durch die Angst vor einem Unfall mit dem nahe vorbeirauschenden Gegenverkehr oder, im Stau stehend, durch einen eventuell Auffahrenden, der das Stauende übersehen hat.

An dritter Stelle (33%) werden in der Umfrage die aggressiven Autofahrer, so genannte Drängler und Verkehrsrowdies, aufgeführt. Für das Verhalten dieser Verkehrsteilnehmer gibt es mehrere denkbare Ursachen.

Zum einen kann deren Verhalten im eigenen „Stress“ begründet sein, dessen Ursprung wiederum sowohl im Straßenverkehr als auch in anderen Faktoren liegen kann. Die Aggressionen, die diese Fahrzeugführer dann im Straßenverkehr zeigen und ausleben, sind also die Reaktion auf einen auf sie einwirkenden Stressor.

Ein weiterer möglicher Erklärungsansatz liegt aber auch in der Mentalität des Einzelnen. Denn es könnte Menschen geben, überwiegend männliche, die sich zum großen Teil über ihr Fahrzeug identifizieren und sich so die notwendige Bestätigung für ihr Selbstbewusstsein holen. Im Straßenverkehr möchten diese dann möglicherweise mit der Marke oder der hohen Leistung ihres Fahrzeugs auf sich aufmerksam machen, wodurch dann andere in Bedrängnis geraten und gefährdet werden.

Mit 27 % wird der immer weiter zunehmende Verkehr, der sich auf die gleich bleibenden Verkehrsflächen verteilt, erwähnt. Eine negative Entwicklung bezüglich der Verkehrsdichte also. Ein Ende dieser Entwicklung ist nach der Meinung von Verkehrsforschern noch nicht abzusehen[2], da in der Bundesrepublik Deutschland eine stetige Zunahme des Mobilisierungsgrades zu erwarten ist.

Am Schluss (11%) der als stressend empfundenen Faktoren sind überforderte Autofahrer und Trödler genannt. Von „Trödeln“ kann man sprechen, wenn der Fahrzeugführer trotz guter Straßen- und Sichtverhältnisse deutlich unter den gesetzlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen bleibt bzw. im Stadtverkehr trotz einer freien Fahrspur so verhalten beschleunigt, dass sich hinter diesem eine Kolonne bildet. Es ist also immer die Sichtweise des einzelnen in Relation zu setzen, denn was subjektiv vom Befragten als trödeln empfunden wird, muss es objektiv noch lange nicht sein. So wäre möglich, dass hier eventuell die Meinung der sportlich ambitionierten Fahrzeugführer vertreten ist.

Interessant ist noch die Erhebung[3] des ÖAMTC, die verschiedene Stressformen in Relation zueinander setzt. Die Befragten hatten die Möglichkeit zwischen fünf vorgegebenen Formen von Stress die persönliche Empfindung des Stressors mit den Stufen „stressig“ oder „sehr stressig“ bzw. ohne Gewichtung zu bewerten. Hier wird das Autofahren unter Zeitdruck mit 20 % zu den Erledigungen, die in letzter Minute ausgeführt werden mit 9 % von mehr als der doppelten Personenzahl als besonders stressig deklariert. Die Hektik am Arbeitsplatz kann mit 6 % ebenfalls nicht annähernd denselben Stellenwert erreichen, obwohl in all diesen Bereichen ein Mangel an der zur Verfügung stehenden Zeit das Gefühl des Angegriffenseins beim Betroffenen auslöst. Konflikte mit Partnern und Freunden werden sogar nur von 5 % als „sehr stressig“ von den Befragten genannt, sind also relativ gesehen nur als ein viertel so stressig bewertet.

Dass eine nicht zu unterschätzende Unfallgefahr im Straßenverkehr in gestressten Autofahrern begründet liegt, zeigen Umfrageergebnisse des ÖAMTC[4] sowie von 3sat[5].

Im Folgenden möchte ich nun versuchen, diese vom Menschen so empfundene Ausgangslage mit objektiv belegbaren Ausführungen über die anatomischen Gegebenheiten zu belegen.

Physische Aspekte:

Der menschliche Organismus ist von seiner Anatomie darauf angelegt, bei Erkennen einer Bedrohung, die dann Stress in ihm auslöst, durch eine massive körperliche Aktion zu reagieren. Diese Handlung stellt in aller Regel die Flucht oder den Angriff auf den Stressor dar. Beim Autofahren bleibt ihm diese Möglichkeit allerdings verwehrt. Das bedeutet, dass der Körper beim Auftreten des Alarmzustandes, völlig entgegen seiner Natur, sitzend verharren muss, er kann weder flüchten, noch die Anspannung anderweitig abbauen. Es werden dadurch Hormone bereitgestellt, die nicht umgesetzt werden können. Das bedeutet Schwerstarbeit für das vegetative Nervensystem. Der Mensch fühlt sich angegriffen, kann sich jedoch nicht wehren.

Ein weiterer, wesentlicher Faktor sind die Beeinträchtigungen unserer Atmung. Durch die Verbrennungsmotoren im Straßenverkehr werden erhebliche Mengen an Schadstoffen wie Kohlenmonoxid, Blei, Kohlenwasserstoffe sowie Aerosole produziert. Diese werden teilweise durch Innenraumfilter o. ä. von uns ferngehalten. Auch konnten in der Vergangenheit durch den technischen Fortschritt in der Automobilindustrie (Katalysator etc.) die Emissionen des Einzelfahrzeugs wesentlich reduziert werden. Allerdings hat im Gegenzug die Zahl der zugelassenen Pkw in Deutschland und weltweit konstant zugenommen, hierunter eine steigende Zahl von Diesel-Fahrzeugen. Der hohe Anteil der Selbstzünder wirkt sich insofern negativ aus, da der fein zerstäubte Ruß einen hohen Anteil Anteil an krebserregenden Schwermetallen und Schwefeldioxid beinhaltet[6].

[...]


[1] ÖAMTC,2001, http://www.oeamtc.at/netautor/html_seiten/stress/img/stress_gesamt_05.jpg

[2] Dr. Lukner, 2000: http://www.umweltservice.de/information/artikel/2000/3liter.html (siehe 2.1 Bestandsentwicklung)

[3] ÖAMTC, 2001: http://www.oeamtc.at/netautor/html_seiten/stress/img/stress_gesamt_09.jpg

[4] ÖAMTC, 2001: http://www.oeamtc.at/netautor/html_seiten/stress/img/stress_gesamt_10.jpg

[5] Nano, 2000: http://www.3sat.de/3satframe.php3?a=1&url=http://www.3sat.de/nano/news/10804

[6] Prof. Dr. Brucker: http://www.subventionsberater.de/gier/autoi.html

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Stress im Straßenverkehr
Hochschule
Fachhochschule Villingen-Schwenningen - Hochschule für Polizei
Veranstaltung
Stress bewältigen
Note
1,5
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V5902
ISBN (eBook)
9783638136259
ISBN (Buch)
9783638777223
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stress, Straßenverkehr, Stress
Arbeit zitieren
Marc Unger (Autor), 2002, Stress im Straßenverkehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5902

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