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Der Historikerstreit

Title: Der Historikerstreit

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Simone Kienel (Author)

Politics - Miscellaneous
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Sollen wir die Vergangenheit vergessen oder sollen wir es nicht?
Und wenn nicht, wie sollen wir mit unserer deutschen Vergangenheit umgehen?
Kann überhaupt eine Gegenwart sinnvoll gestaltet werden, ohne die Vergangenheit im Blick zu haben? Gehören nicht die Vergangenheit und die Zukunft zu den Faktoren, die unsere Gegenwart erst möglich machen? Oder anders; darf das „Dritte Reich“ historisch so behandelt werden, dass es nicht mehr als düster-monströses Monument den Zugang zu unserer Vergangenheit versperrt, sondern eben Geschichte wird, vergangene Zeit, eine Epoche, wie viele anderen Epochen auch? Oder soll es als Mahnmal erhalten bleiben, weil nur dadurch auch ein Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg möglich wurde? Nach der anfänglichen Verdrängung der Verbrechen der Nazis nach 1945 und der Zuschreibung auf wenige führende Nationalsozialisten in den Nürnberger Prozessen, die von vielen Deutschen als Siegerjustiz empfunden und wahrgenommen wurden und den Auschwitzprozessen, die kaum die übliche Abwehrhaltung vor dem Geschehenen veränderte und weiter zur Geschichtsverdrängung beitrugen, schien die Frage nach einer fälligen Aufarbeitung der Vergangenheit notwendig und dringend erforderlich. Im Laufe meiner Hausarbeit über die Deutschen und ihre Geschichte, vor allem im Zusammenhang mit der Rede Ernst Noltes, aus dem der Historikerstreit entstand und der Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, die dem Streit voraus gegangen war, möchte ich zum einen anhand der Analyse dieser beiden Reden auf die daraus resultierende Frage eingehen, warum wir Deutschen unsere Vergangenheit brauchen und wie wir mit ihr umgehen sollen. Zum anderen möchte ich speziell auf den so genannten Historikerstreit eingehen und auf die damit entstandene Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen. In eben diesem „Streit“ wird die Besonderheit des Holocaust eingeebnet, indem seine historischen Ursachen verallgemeinert oder gefälscht werden und die Singularität des Genozids an der jüdischen Bevölkerung in Frage gestellt wird.
Diese grausamen Ereignisse des 2. Weltkrieges führten in den 1980er Jahren in der deutschen Geschichtswissenschaft zum Historikerstreit, der hauptsächlich zwischen Ernst Nolte, Andreas Hillgruber, Jürgen Habermas, Joachim Fest und Klaus Hildebrand ausgetragen wurde. Fragen der Vergangenheitsbewältigung und der Aufarbeitung der Vergangenheit des Nationalsozialismus wurden aufgegriffen und zur Debatte gestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Eklat

3. Biographie Ernst Noltes

4. Die Vergangenheit, die nicht vergehen will

5. Weitere Personen im Historikerstreit

6. Die Rede von Richard von Weizsäcker

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den „Historikerstreit“ der 1980er Jahre und analysiert den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit im Kontext der kontroversen Thesen von Ernst Nolte sowie der Rede von Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag des Kriegsendes.

  • Die Singularität des Holocaust in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatte.
  • Die kritische Analyse der Thesen Ernst Noltes zur Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen.
  • Gegenüberstellung der Positionen von Ernst Nolte und Jürgen Habermas.
  • Die Bedeutung der Rede von Richard von Weizsäcker für eine verantwortungsbewusste Geschichtskultur.
  • Die Frage nach der moralischen Verantwortung nachfolgender Generationen.

Auszug aus dem Buch

Die Vergangenheit, die nicht vergehen will. Eine Rede, die geschrieben, aber nicht gehalten werden konnte

Seine eigentliche Dynamik erhielt der Streit durch die Vermutung, Nolte gehe es letztlich um die Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen, um den Deutschen ein unbelastetes Verhältnis zu ihrer nationalen Vergangenheit zu eröffnen, als Voraussetzung für eine selbstbewusste nationale Politik.

Einige Thesen Noltes werden hier nun aufgeführt, um eine kritische Auseinandersetzung mit diesen vorzunehmen: „Die nationalsozialistische Vergangenheit dagegen unterliegt „(...) anscheinend diesem Hinschwinden, diesem Entkräftigungsvorgang nicht, sondern sie scheint immer noch lebendiger und kraftvoller zu werden, aber nicht als Vorbild, sondern als Schreckbild, als eine Vergangenheit, die sich geradezu als Gegenwart etabliert oder die wie ein Richtschwert über der Gegenwart aufgehängt ist.“ „In seinem Artikel wirft Ernst Nolte der deutschen Zeitgeschichtsforschung vor, sie halte hauptsächlich um der „volkspädagogischen“ Wirkung willen an der seit 1945 üblichen Schwarzweißmalerei fest.“

Nolte sieht die NS-Vergangenheit als immer noch in „Schwarz-Weiß- Bildern“ erscheinenden erstarrten Sondercharakter und fordert eine geschichtliche Gleichbehandlung und eine historische „Normalisierung“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die Notwendigkeit des Erinnerns und führt in die Thematik des Historikerstreits sowie die Debatte über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit ein.

2. Der Eklat: Dieses Kapitel schildert die Vorgeschichte des Historikerstreits, insbesondere die Absage von Ernst Nolte an die Frankfurter Römerberg-Gespräche und die Veröffentlichung seines Artikels.

3. Biographie Ernst Noltes: Es wird der Lebensweg Ernst Noltes skizziert, um sein Wirken als Historiker und die Entstehung seiner kontroversen Faschismusdeutung nachvollziehbar zu machen.

4. Die Vergangenheit, die nicht vergehen will: In diesem Kapitel werden zentrale Thesen Noltes zur „Normalisierung“ der NS-Vergangenheit analysiert und kritisch hinterfragt.

5. Weitere Personen im Historikerstreit: Hier wird die Perspektive von Jürgen Habermas und seine Kritik an der als revisionistisch empfundenen Haltung Noltes und anderer Historiker beleuchtet.

6. Die Rede von Richard von Weizsäcker: Das Kapitel analysiert die Gedenkrede von Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 als Gegenentwurf zur Relativierung der Vergangenheit.

7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Bedeutung des ehrlichen Umgangs mit der Geschichte als Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Zukunft der nachfolgenden Generationen.

Schlüsselwörter

Historikerstreit, Ernst Nolte, Nationalsozialismus, Holocaust, Geschichtsrevisionismus, Richard von Weizsäcker, Singularität, Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, Jürgen Habermas, Moral, Verantwortung, Zeitgeschichte, 8. Mai 1945, Normalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den sogenannten Historikerstreit der 1980er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und die damit verbundene Debatte über die Einzigartigkeit des Holocaust und die geschichtliche Einordnung der nationalsozialistischen Verbrechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Geschichtswissenschaft, der Umgang mit der NS-Vergangenheit, die Frage nach der Singularität des Holocaust sowie die Debatte über Historisierung und Normalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Thesen von Ernst Nolte kritisch zu analysieren und anhand der Rede von Richard von Weizsäcker aufzuzeigen, warum ein ehrlicher und verantwortungsbewusster Umgang mit der Vergangenheit für die Gestaltung der Zukunft unerlässlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die den Diskurs zwischen verschiedenen Historikern und öffentlichen Akteuren sowie die rhetorische Analyse der untersuchten Reden umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Biografie Noltes, die Analyse seiner Thesen zur Vergangenheit, die Kritik von Jürgen Habermas sowie die detaillierte Betrachtung der Rede Richard von Weizsäckers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Historikerstreit, Singularität, Vergangenheitsbewältigung, moralische Verantwortung und Erinnerungskultur charakterisiert.

Warum kritisiert die Autorin Noltes Konzept des „kausalen Nexus“?

Die Autorin kritisiert diesen Begriff, da Nolte damit eine direkte Verbindung zwischen bolschewistischen Verbrechen und dem Holocaust herstellt, was aus Sicht der Autorin zur Relativierung der NS-Verbrechen und zur Abwälzung der deutschen Schuld führen kann.

Welche Bedeutung hat Richard von Weizsäckers Rede für das Fazit der Arbeit?

Weizsäckers Rede dient als wichtiges Gegenbeispiel zu Noltes Ansichten, da sie einen aufrichtigen, verantwortungsbewussten Umgang mit der Geschichte ohne Beschönigung fordert und die Bedeutung des Lernens aus der Vergangenheit unterstreicht.

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Details

Title
Der Historikerstreit
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1,5
Author
Simone Kienel (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V59047
ISBN (eBook)
9783638530774
ISBN (Book)
9783638666282
Language
German
Tags
Historikerstreit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Kienel (Author), 2005, Der Historikerstreit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59047
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