Portfolio zum Orientierungspraktikum am städtischen Gymnasium X.


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004
26 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
Der erste Tag am X.er Gymnasium

2. Erkundungsbereich
a. Schulprogramm
b. Richtlinienkonformität im Fach Englisch

3. Erforschungsbereich
a. Der Rollenkonflikt als Praktikantin
b. Was sind gute bzw. schlechte Lehrer?
c. Kontinuierliche Begleitung eines Lehrers
d. Das Verhalten der Schüler
e. Der Unterrichtsbeginn bezüglich des Lehrers
f. Sitzverteilung
g. Meldeverhalten

4. Erprobungsbereich
a. Hausaufgabenkontrolle und -korrektur
b. Die erste eigene Unterrichtsstunde

5. Abschlussreflexion

1. Einleitung

Der erste Tag am X.er Gymnasium

Als wir am 17. Februar die Schule zum ersten Mal als Praktikantinnen betraten, wurden wir zunächst von der Direktorin empfangen.

Diese begrüßte uns freundlich und zeigte uns erst einmal die Räumlichkeiten und erläuterte uns sowohl positive, als auch negative Aspekte der Schule.

Weiterhin wurden wir in die Lesekunst der Schüler- und Lehrerstundenpläne eingeführt, um uns die Erstellung unseres Stundenplans zu vereinfachen.

Anschließend stellten sich zwei für uns verantwortliche Lehrer vor, die uns fortan bei unserem Praktikum begleiten sollten.

Selbstständig wurde uns von diesen je ein Exemplar des Schulprogramms überreicht und auch die Schüler- und Lehrerstundenpläne wurden uns per E-Mail geschickt. Die Hilfsbereitschaft und das Engagement waren also sehr groß.

Nachdem wir dann noch einige Lehrer für den Rest des Tages spontan bei ihrem Unterricht begleiten durften, waren wir schließlich der Überzeugung, dass wir sehr freundlich aufgenommen wurden, von Lehrern und Schülern.

2. Erkundungsbereich

a. Schulprogramm

Wie schon bereits erwähnt, wurde uns das Schulprogramm selbstständig überreicht, so dass wir gar nicht erst danach fragen mussten. Jegliche Beobachtung bezüglich der Reaktionen auf die Frage blieb dadurch natürlich aus, jedoch war diese Tatsache in unseren Augen schon einmal der erste Pluspunkt, den diese Schule erhielt.

Das Ziel der Schule ist es, den Schülern die allgemeine Studienfähigkeit zu vermitteln. Der Unterricht soll zur Auseinandersetzung mit komplexen Denksystemen anleiten und zu analysierendem und kritischem Denken führen. Er zielt also in erster Linie auf Selbstständigkeit in der Methodenanwendung und auf Begriffsbildung, soll aber auch gleichzeitig Hilfen für das Leben an sich vermitteln.

Das Städtische Gymnasium X. hat sich in diesem Zusammenhang zwei Ziele gesetzt: zum einen den besonders begabten Schülern gerecht zu werden und zum anderen Schüler mit Anpassungsschwierigkeiten zu fördern.

In diesem Sinne gibt es sowohl Arbeitsgemeinschaften, Schüleraustausche und die Möglichkeit zur Teilnahme an Wettbewerben für die Einen, als auch das Angebot von Förderkursen und Hausaufgabenbetreuung für die Anderen.

Auch die Ermöglichung des Übergangs von Haupt- und Realschulen zum Gymnasium am Ende der 10. Klasse ist hier von besonderer Bedeutung.

Außerhalb des Unterrichts konzentriert sich die Schule in hohem Maße auf den Schüleraustausch, auf den künstlerisch-musischen Bereich und auch auf berufsvorbereitende Maßnahmen.

Neben den bildenden sollen jedoch erzieherische Maßnahmen an der Schule nicht zu kurz kommen. Die Förderung zu einem menschlichen Miteinander, wie z.B. Zuverlässigkeit, Kooperationsbereitschaft und Toleranz hat hier einen besonders hohen Rang.

Das Schulprogramm zu studieren und all die verschiedenen Möglichkeiten und Angebote dieser Schule ausgehend vom Schulprogramm zu erfahren war eine Sache.

Interessanter für uns wurde es allerdings, als wir anschließend eine Lehrerin nach der Entwicklung und vor allem nach der Verwirklichung des Programms befragten.

Zunächst müssen wir hier anführen, dass die Unterhaltung über das Schulprogramm mit einem lauten Stöhnen seitens der Lehrerin begann.

Zitat: „Diese Sache hat uns im letzten Jahr viele Nerven gekostet!“

Schon als es darum ging, den Begriff ‚Schulprogramm’ zu definieren und ihn nicht mit Schulprofil zu verwechseln, gab es verschiedene Meinungen. Schließlich hatte man sich dazu entschlossen, den Begriff mit einer Frage zu definieren: „Wie gestaltet man etwas, damit es Sinn macht und damit es sich weiterentwickeln kann?“

Man hatte sich schließlich auf einen Kernpunkt geeinigt, der in allen Jahrgangsstufen zu verwirklichen galt, nämlich das „Lernen des Lernens“. Dieser Slogan wurde dann in den Schülernachrichten ausgestellt und die Verwirklichung bald in Gang gesetzt.

Die aktuelle Situation an der Schule ist jedoch, dass alles ein wenig durcheinander ist, da ein Schulleiterwechsel stattfand, der jetzt die neue Richtung angibt. Der Vorgänger wollte nichts vorweg greifen, daher hat sich die Angelegenheit um das Schulprogramm etwas in die Länge gezogen.

Die anfängliche Schulprofilarbeit hatte den Akzent auf der Herausstellung außerordentlicher Besonderheiten mit dem Ziel, eine Art Leistungsbeschreibung der Schule nach Außen hin vorzunehmen.

Ziel der jetzigen Arbeit ist es eher, eine innerschulische Prozessoptimierung in Gang zu setzen und zu dokumentieren.

Die Hauptarbeit zur Erstellung des Programms an der Schule wurde in X. seit 1996 an pädagogischen Tagen geleistet. Es wurden Arbeitskreise gegründet, die sich dann regelmäßig trafen, wobei das Ergebnis ihrer Arbeit nicht immer befriedigend war.

Unter Mitwirkung von Eltern und Schülern wurde der Grobentwurf ausführlich in der Schulkonferenz diskutiert. Besonders vertieft seien Eltern und Schüler jedoch in die Arbeit mit eingestiegen.

Die Schwerpunkte des Programms bestehen nun aus Berufswahlvorbereitung, Übergang von anderen Schulformen in die SII, Erprobungsstufe, Austauschprogramme und Suchtprophylaxe.

Die Lehrerin gibt jedoch zu, dass es schwierig ist, dies alles auch umzusetzen, da alle Beteiligten es wollen und verinnerlichen müssen. Wenn man das Gefühl hat, man ist der/die Einzige, die daran arbeitet, verliert man schnell die Motivation, auch außerhalb der pädagogischen Tage Zeit in dieses Thema zu investieren.

Die Bezirksregierung fordert das Schulprogramm, jedoch ist es lästig, es nur auf Papier zu bringen. Die Lehrer haben auch andere Probleme wie z.B. Lehrerausfall und Vertretungsunterricht, wodurch viel Zeit in Anspruch genommen wird.

Wenn sich alle Lehrer gleichermaßen an der Arbeit bezüglich des Programms beteiligen würden, wäre es angenehmer und man würde viel positiver an die ganze Angelegenheit herangehen.

Was die Evaluation an der Schul angeht, so ist es noch nicht üblich, dass Schüler den Unterricht bewerten. Einige Lehrer führen Evaluationen wohl aus Eigeninteresse durch oder der Unterricht wird durch Referendare evaluiert, jedoch ist es nicht obligatorisch. Ein Grund dafür lautet, dass es für die Schüler langweilig wäre oder pubertierende Kinder doch sowieso nicht die Wahrheit sagen würden und das Ergebnis somit verfälscht wäre.

Bezüglich der Kooperationspartner haben wir herausgefunden, dass die Schule sehr engagiert um Partnerschulen ist und somit zwei feste Collèges in Frankreich und auch zwei weitere Schulen in den USA hat.

Auch an der Homepage der Schule wird regelmäßig gearbeitet, um sie so interessant und aktuell wie möglich zu gestalten. Auch auf diesem Wege würde vielleicht das Interesse Außenstehender an der Schule geweckt.

b. Richtlinienkonformität im Fach Englisch

In unserer Beobachtungsphase besuchten wir drei Wochen den Englischunterricht in einer siebten Klasse, um einen größeren Teil des Unterrichtsblocks verfolgen zu können und planten, in dieser Klasse selbst eine Unterrichtsstunde zu halten.

Den dort beobachteten Unterrichtsverlauf verglichen wir dann mit den Inhalten des Kernlehrplans für das Fach Englisch.

Zu unserer Verwunderung stellten wir fest, dass sich der Lehrer, so weit wir das mit unseren bis jetzt erworbenen Kenntnissen beurteilen können, recht strikt an diese Vorgaben gehalten hat.

Der Lehrplan schreibt vor, dass im Fach Englisch die Ausbildung von kommunikativen Fertigkeiten und interkulturellen Handlungsfähigkeiten bezogen auf konkrete Anwendungsbezüge im Vordergrund stehen soll. Zu diesem Zweck muss regelmäßig und kontinuierlich das Hörverstehen, Hör-/Sehverstehen, Sprechen, Leseverstehen, Schreiben und die Sprachmittlung trainiert und ausgebaut werden, um eine sowohl schriftliche als auch mündliche handlungssichere Sprache zu entwickeln. Hierbei soll ab der Klasse keine Rücksicht mehr auf Texte oder Hörspiele genommen werden, die Amerikanisches Englisch beinhalten, da die Schüler in der Lage sein sollen, BE und AE zu unterscheiden und deren Gesichtspunkte zuordnen zu können.

Außerdem soll der Englischunterricht in der Sekundarstufe I eine Vorbereitung auf das wissenschaftspropädeutische Arbeiten (analytischer Umgang mit Sprache und Medium) in der Oberstufe liefern, was sich auch positiv auf das Selbstbewusstsein und die Selbstverantwortung der Schüler auswirken soll.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Portfolio zum Orientierungspraktikum am städtischen Gymnasium X.
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Reflexionsworkshop zum Orientierungspraktikum
Autoren
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V59048
ISBN (eBook)
9783638530781
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit ist ein Bericht meines ersten Schulpraktikums mit Ideen und Anregungen zur Gestaltung solch eines Praktikums.
Schlagworte
Portfolio, Orientierungspraktikum, Gymnasium, Reflexionsworkshop
Arbeit zitieren
Julia Klewin (Autor)Franziska Gojani (Autor), 2004, Portfolio zum Orientierungspraktikum am städtischen Gymnasium X., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59048

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