Genetik als Partnervermittler. Liegt das Schicksal der Liebe in den Genen?


Hausarbeit, 2020

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Partnervermittlung anhand genetischer Informationen
2.1. Gesunde Partnerschaft auf allen Ebenen
2.2. Vom genetisch determinierten Schicksal der gelungen Partnerschaft

3. Biomacht und Biosozialität als epistemologische Instrumente
3.1. Von der Macht des Todes und der Politik der Restriktion zur Macht über das Leben und der Politik für das Leben
3.2. Zu den Begriffen Biomacht und Biopolitik
3.3. Die Machttechnologien und deren Bezugspunkte
3.4. Biosozialität: Zwischen Natur und Kultur

4. Die biomächtige und biosoziale Wirklichkeit der Partnerschaftssuche

5. Fazit

A Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Wenn es darum geht, eine geeignete Partnerin oder einen geeigneten Partner für eine Paarbeziehung zu finden, ergibt sich in der heutigen Zeit eine Vielfalt an Möglichkeiten. Von Kontaktanzeigen in Zeitungen, über sogenanntes „Speeddating“, bis hin zu digitalen Partnerbörsen - die Kreativität auf der Suche nach der Partnerschaft kennt in unserer Gesellschaft kaum Grenzen. Mit den Innovationen im Bereich der Gentechnologie wurden der Ideenvielfalt weitere Impulse gegeben. Die Sequenzierung1 eines Gens ist inzwischen finanziell so günstig, dass die Tests den privaten Raum erschlossen haben (vgl. Wünschiers (2019): 122). Es entstehen in der westlichen Hemisphäre immer mehr Dienstleister, die anhand von genetischen Informationen bei der Partnervermittlung helfen wollen. Einerseits gibt es Dating-Plattformen, die behaupten endlich eine Formel gefunden zu haben Partnerschaften noch vor deren Anbahnung beurteilen zu können (vgl. Speiser (2018)). Andererseits gibt es in den USA inzwischen ein Unternehmen, das zum Wohle der ganzen Bevölkerung die Entstehung von romantischen Beziehungen auf online Plattformen beeinflussen möchte (vgl. Le Ker (2018)).

Angesichts dieser Entwicklungen, soll in dieser Arbeit den Fragen nachgegangen werden wie sich die Entstehung und Nachfrage solcher Angebote aus soziologischer Perspektive erklären lassen. Somit ergibt sich folgende Forschungsfrage: Inwiefern lässt sich das unternehmerische Konzept, als auch das Bedürfnis, Partnervermittlungen mit genetischen Informationen zu unterstützen, mit einem konzeptionellen Verständnis von Biomacht und Biosozialität erklären? Bei der Beantwortung der Forschungsfrage wird in dieser Arbeit kein Bezug auf ethisch-moralische Problemstellungen genommen. Des Weiteren liegt der Fokus zur Beantwortung der Forschungsfrage nicht auf Nutzerzahlen, Erfahrungsberichten oder sonstigen Kennzahlen, die in Bezug zu den Dienstleistern stehen. Der Hauptgrund hierfür ist, dass es kaum Zahlen und den Recherchen zur Folge keine Erfahrungsberichte gibt. Als weiteren Grund lässt sich die Aussagekraft des Konzepts und der Stellungnahmen involvierter Funktionäre anführen. Beide geben Aufschluss über die Wirklichkeitswahrnehmung bezüglich des Phänomens. Da manche Unternehmen seit mehreren Jahren am Markt aktiv sind, kann auf eine gewisse Nachfrage durch NutzerInnen geschlossen werden.

Im Kapitel Nummer zwei werden die zu analysierenden Konzepte der Unternehmen und kurz deren Funktionäre beleuchtet. Anschließend werden die Theorien, die hinter den Begriffen Biomacht und Biosozialität stehen erläutert. Im darauf folgenden Kapitel erfolgt eine Analyse des Phänomens anhand des zuvor gebildeten konzeptionellen Verständnisses. Abschließend wird im Fazit die Forschungsfrage beantwortet und ein kurzer Ausblick gegeben.

2. Partnervermittlung anhand genetischer Informationen

In diesem Kapitel wird der zu analysierende Gegenstand dieser Arbeit vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine unkonventionelle Form der Partnervermittlung. Diese möchte ich mit Verlauf der Arbeit hinsichtlich der Ideen, Vorstellungen und den daraus resultierenden Konzepten, die hinter den Geschäftsmodellen der Unternehmen stehen, untersuchen. Im ersten Unterkapitel wird der Gründer und das Konzept des Unternehmens DigiD8, welches dem US-amerikanischen Gesundheitssystem jährlich Milliarden Dollar ersparen soll, beleuchtet (vgl. Regalado (2019)). Es ist von vornherein anzumerken, dass die Gründer den Markteintritt von dem öffentlichen und medialen Diskurs, der rund um die Idee entfacht ist, abhängig machen (vgl. Church (2019)).

Das zweite Unterkapitel erläutert das Angebot verschiedener Partnervermittlungen. Sie versprechen ihren NutzerInnen im Gegensatz zur herkömmlichen Methoden, wie einem Persönlichkeits-Test, mit naturwissenschaftlichen Methoden ideale PartnerInnen zu vermitteln (vgl. Speiser (2018)).

2.1. Gesunde Partnerschaft auf allen Ebenen

„One very compelling argument that I think justifies almost everybody in the population getting sequenced is reproductive decision making: who to date, who to marry, whether or not to have gamete [egg/sperm] donors. Anybody that is of reproductive age, whether they intend to or not, are at risk of producing 5% of babies that are very severely affected with genetic disorders. Longer term, sequencing can enable the development of therapies that could provide years of enhanced quality of life.” (Corbyn (2018))

Dieses Zitat stammt von dem Genetik-Professor und Gründer des Unternehmens, das im Folgenden vorgestellt wird. Es entstand im Kontext eines Interviews zu einer der über zwanzig Firmen, bei denen George Church Mitgründer ist. All diese Firmen vereint das Bestreben neue Wege für unsere Gesellschaft mit genetischen Informationen zu eröffnen (vgl. Corbyn (2018)). Egal ob “reversal of ageing using gene therapy”, “making species resistant to multiple viruses” oder “making organs, including growing human brains” (Corbyn (2018)), Church forscht hierzu und setzt sich ebenso unternehmerisch für diese Vorhaben ein.

Eine seiner visionären Missionen sieht vor, rezessive Erbkrankheiten2 weitestgehend auszulöschen und dem US-amerikanischen Gesundheitssystem somit jährlich Ausgaben in Milliardenhöhe zu ersparen. Wie das funktionieren soll? Durch eine flächendeckende und koordinierte Beeinflussung digitaler Dating-Plattformen. Sein Unternehmen DigiD8 möchte hierfür Gentechnik mit Softwarelösungen kombinieren. Im ersten Schritt sollen die NutzeInnen dem Unternehmen eine Speichelprobe zusenden. Diese wird daraufhin sequenziert und auf seltene Mutationen3, die rezessive Erbkrankheiten hervorrufen können, untersucht. Die Ergebnisse werden im nächsten Schritt in eine digitale Datenbank eingepflegt, auf die wiederum ein Algorithmus Zugriff erhält. Diese Software soll dann mit bereits bestehenden Dating-Apps kooperieren und im Hintergrund regulieren, welche potentiellen PartnerInnen den Nutzern und Nutzerinnen angezeigt werden und welche nicht. Männer und Frauen mit der gleichen rezessiven Mutation werden sich deshalb nicht gegenseitig vorgeschlagen. Für alle weiteren Krankheiten, dominante Erbkrankheiten4 mitinbegriffen, wird keine Regelung vorgesehen. (Vgl. Schlak (2020))

Church betont jedoch, „everyone is genetically compatible (in this sense) with over 97% of people” (Church (2019)). Den Angaben folgt der Schluss, es bleibe NutzerInnen “nur” ein kleiner Teil der möglichen PartnerInnen verwehrt.

2.2. Vom genetisch determinierten Schicksal der gelungen Partnerschaft

Das zweite Beispiel nähert sich der Thematik auf eine entgegengesetzte Weise. Anstatt auszuschließen, wer ein geeigneter Partner, bzw. eine geeignete Partnerin sein könnte, versprechen zahlreiche Unternehmen den NutzerInnen ideale PartnerInnen, auf Basis genetischer Informationen zu vermitteln.

Der Preis für die Sequenzierung der DNA und der Umfang des Angebots variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Beispielsweise bietet nicht jedes, der überwiegend deutschen, schweizerischen oder US-amerikanischen Unternehmen eine Online-Plattform zur Vermittlung an. Was die Partnerbörsen Pheramor, Gmatch, Scientificmatch, DNA Romance und Genepartner jedoch alle gemeinsam haben, ist das Vorgehen bei der Gewinnung ihrer originellen Informationen. Sie sequenzieren ein Prozent der kompletten DNA und typisieren den relevanten Teil für das weitere Vorgehen. Mit der Typisierung wird den NutzerInnen anhand verschiedener Einstufungsmodelle angezeigt, wie genetisch kompatibel sie mit einem potentiellen Date sind. (Vgl. Le Ker (2018))

Die Idee für jenes Vorgehen beruht auf Studien, die darauf hindeuten, „[…] dass Menschen den Geruch eines Partners bevorzugen, der Gene hat, die den eigenen unähnlich sind.“ (Speiser (2018)) Die Erkenntnis bezüglich dieses Zusammenhangs erlangte der Professor der Universität Lausanne, Claus Wedekind, im Jahre 1995 mit seinem durchaus bekannten ‚T-Shirt-Experiment‘. Den Probandinnen erschien der Duft eines Mannes umso attraktiver, je unterschiedlicher ihre eigenen MHC-Gene (Haupthistokompatibilitäts-Komplex) zu denen des Mannes waren (vgl. Wedekind et al. (1995): 245). Weitere Studien lieferten Hinweise darauf, dass zwei Menschen „mit ähnlichen MHC-Genen länger brauchen, um ein Kind zu zeugen und die Frau häufiger frühzeitige Fehlgeburten hat“ (Le Ker (2018)). Einige Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass ein Kind mit einer großen MHC-Vielfalt eine bessere Immunabwehr besitzt (vgl. Le Ker (2018)).

Wedekind und weitere Experten auf dem Gebiet mahnen jedoch zur Vorsicht, was die Interpretation solcher Studien angeht. Sie seien keine validen Anhaltspunkte, um Aussagen über Liebe, Sympathie, Schwangerschaftserfolg oder das Immunsystem potenzieller Kinder machen zu können. (Vgl. Le Ker (2018); Speiser (2018); Stuhlweißenburg (2014)) Den Bedenken der Wissenschaftler zum Trotz, stützen führende Funktionäre der jeweiligen Unternehmen ihre Methoden. Beispielsweise wird von dem Schweizer Unternehmen Genepartner behauptet, dass mit ihrer Methode die Chancen auf tollen Sex und treue Liebe besonders hoch seien. Liebe sei schließlich „kein Zufall“ (vgl. Genepartner.com). Die Geschäftsführerin und Molekulargenetikerin Tamara Brown ist der Meinung, dass die Tests in Zukunft dominieren werden und hat keine Zweifel an der Aussagekraft der Methode. Sie räumt jedoch ein:

„Es gebe natürlich auch eine soziale Komponente und es könne durchaus vorkommen, dass ein Mensch mit "sehr großen sozialen Fähigkeiten" sogar ein erfülltes Liebesleben mit einem ähnlichen MHC-Typen habe.“ (Le Ker (2018); Herv. i. O.)

Die Mitgründerin von Pheramor wiederum gesteht; NutzerInnen würden durch ihre Dienstleistung keine Seelenverwandten finden, aber immerhin würden „besser informierte Entscheidungen und wahrscheinlich weniger schlechte erste Dates“ möglich (vgl. Speiser (2018)).

3. Biomacht und Biosozialit ä t als epistemologische Instrumente

Um ein Verständnis der theoretischen Rahmung dieser Arbeit und den verwendeten Termini zu bekommen, wird in diesem Kapitel wie folgt vorgegangen: Zu Beginn wird geschildert wann und wieso Biomacht in der Historie eine dominante Rolle übernimmt. Hierfür wird auch die Macht des Souveräns erläutert, um dem Leser einen Eindruck bezüglich der Bedeutung von Macht zu geben, wie sie Foucault versteht. Im nächsten Schritt werden die Begriffe Biomacht und Biopolitik genauer erläutert. Im Anschluss werden die Hauptelemente der Theorie hervorgehoben. Abschließend wird der Begriff der Biosozialität, seines Zeichens ein Begriff, der den theoretischen Rahmen der Biomacht erweitern und erneuern möchte, vorgestellt.

3.1. Von der Macht des Todes und der Politik der Restriktion zur Macht ü ber das Leben und der Politik f ü r das Leben

Foucault verfolgt in seinen Gouvernmentalitätsvorlesungen von 1978 Indizien, die die Herausbildung des modernen Staates begründen und charakterisieren. Dabei stellt sich vor allem die Entstehung neuer Machttechnologien als zentraler Aspekt heraus (vgl. Hajek (2019): 187). Diese entdeckt er erstmals Mitte der 70er Jahre bei seinen genealogischen Untersuchungen von Macht in der abendländischen Gesellschaft. Mit dem ausgehenden 17. Jahrhundert, hin zum 18. Jahrhundert spiele sich eine Transformation der vorherrschenden Macht ab (vgl. Bühl (2009): 84). Foucaults Erkenntnisinteresse gilt hierbei stets der Einflussnahme von Macht auf Individuen und Bevölkerungen.

Vor dem angedeuteten Wechsel habe die Macht des Souveräns dominiert. Sie zeichnet sich laut Foucault dadurch aus, dass sie über das Recht von Leben5 und Tod, der ihr unterliegenden Individuen verfügt. „Daß der Souverän das Recht über Leben und Tod innehat, bedeutet im Grunde, daß er sterben machen und leben lassen kann […]“ (Foucault (2001): 283). Zum Tod greife der Souverän zumeist nur in letzter Konsequenz, wobei das Wissen, bzw. die Angst diesbezüglich ausreiche, um „diese Rechtsform auf einen historischen Gesellschaftstyp zu beziehen, in dem sich die Macht wesentlich als Abschöpfungsinstanz, als Ausbeutungsmechanismus, als Recht auf Aneignung von Reichtum, als eine den Untertanen aufgezwungene Entziehung von Produkten, Gütern, Diensten, Arbeit und Blut vollzog.“ (Foucault (1983): 132) Losgelöst von der abstrakten Betitelung des Souveräns, obliege die Macht in der genannten Zeit Fürsten und Staaten (vgl. ebd.). In letzter Konsequenz könne die Macht sich des Lebens bemächtigen und es auslöschen. Deswegen sei das Recht über Leben und Tod nur aufgrund des Rechts zu töten, ein Recht über das Leben (vgl. Foucault (2001): 283).

Diese politische Rationalität ändere sich jedoch im Zuge des ausgehenden Merkantilismus und des aufkommenden Liberalismus, weil die Bevölkerung und das Individuum – der Untertan – als produktive Kraft in den Fokus gelangen (vgl. Hajek (2019): 188).

“Anders als die “souveräne Macht” des feudalen “Ancien Regime”, die über Repression und die Abschöpfung von Produktion, Gütern und Diensten der Untertanen operierte und im Extremfalls (sic!) gar über deren Leben verfügen und “sterben machen oder leben lassen” konnte, zielt die neue Logik der Macht auf die ökonomische Produktivmachung, Förderung und Optimierung der Lebensprozesse von Staatsbürger_innen.” (Pieper et al. (2011) :8; Herv. i. O.)

Die Bevölkerung wird zunehmend in seiner Natürlichkeit begriffen und bedarf folglich einer Verwaltung, die sich diesem neuen „epistemologischen Objekt“ (Hajek (2019): 188) annimmt. Die statistische Erfassung und Regulierung von Geburtenraten über das Gesundheitsniveau bis hin zur Sterblichkeitsrate sollten elementare Machttechnologien der Biopolitik werden (vgl. Kliems (2008): 149). Die genannte Abschöpfung sei nicht mehr Hauptziel der Macht, sondern nur noch ein Aspekt. Anstatt die Kräfte des Individuums und in letzter Konsequenz die der Bevölkerung “zu hemmen, zu beugen oder zu vernichten”, liege die “Anreizung, Verstärkung, Kontrolle, Überwachung, Steigerung und Organisation der unterworfenen Kräfte” (Foucault (1983): 132) zunehmend im Interesse der vorherrschenden Machtmechanismen. Kurz gefasst lässt sich festhalten, dass die “Macht zum Leben” die Macht auf das “Recht über den Tod” (Foucault (1977): 129, zit. n. Hajek (2019): 187), die dem Souverän obliegt, ablöst. Foucault macht die Installation einer Technologie aus, deren letzte Konsequenz nicht mehr die bereits behandelte Tötung ist, sondern die höchstmögliche Durchsetzung des Lebens ist (vgl. Foucault (1983): 135). Folglich sei eine neue Qualität des Politischen, dass die permanente Furcht vor dem Tod eingestellt werde (vgl. Pieper et al. (2011): 8). Der Tod entzieht sich in Foucaults Argumentation sogar dem Zugriff der Macht. Nur die Sterberate, aber nicht der Tod selbst könne von den Machtmechanismen fortan kontrolliert werden. Somit entziehe sich der Tod als einziger Aspekt jener Macht, die auf alles andere (was lebendig ist) Zugriff hat. Auch hier wird die Transformation der Macht deutlich, denn dort wo sich die Macht des Souveräns am eindrücklichsten entfalte, erhält die Biomacht keinen Zugriff mehr (vgl. Foucault (2001): 292 f.).

3.2. Zu den Begriffen Biomacht und Biopolitik

Die Begriffe ‚Biomacht‘ und ‚Biopolitik‘ tauchten erstmals 1976 in Foucaults Werk ‚Sexualität und Wahrheit‘ (Foucault 1976) auf und werden in dem Werk „Der Wille zum Wissen“ konzeptualisiert (vgl. Linke (2016): 80). Hierbei ist Biopolitik der enger gefasste Begriff (vgl. ebd.: 80). Er bezeichnet politische Strategien, „die sowohl auf die Regulierung und Kontrolle der Individualkörper, als auch des gesamten Bevölkerungskörpers abzielen und der Steuerung der lebendigen Ressourcen einer Bevölkerung dienen“ (ebd.: 155). Statistisches Wissen ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Instrument der Politik. Es handelt sich bei Biopolitik also um einen Begriff, der eine moderne Form der Ausübung von Macht in der Praxis der Politik bezeichnet (vgl. Lemke (2007): 47). Diese Praxis orientiert sich folgendermaßen:

„Biopolitik steht für eine Konstellation, in der die modernen Human- und Naturwissenschaften und die aus ihnen hervorgehenden Normalitätskonzepte das politische Handeln strukturieren und dessen Ziele bestimmen.“ (ebd.: 48)

[...]


1 Sequenzierung ist eine Technik zur genauen Bestimmung der Basenabfolge, also der Zusammensetzung, eines Genoms (vgl. G. Löffler (2008): 220)

2 Rezessive Erbrkankheiten können in der Regel nur auftreten, wenn beide Elternteile das Gen tragen (vgl. Pschyrembel (1982): 1033).

3 „Veränderungen im Genom“ (Richard et. al. (2013): 42)

4 Dominante Erbkrankheiten können schon auftreten, wenn nur ein Elternteil das Gen trägt (vgl. Psychrembel (1982): 254).

5 „Mit ›Leben‹ ist hier allerdings nicht das Alltagsleben gemeint, sondern Rabinow schließt an die Ausführungen Foucaults an, der in »Die Ordnung der Dinge« zeigte, dass sich die Figur ›Mensch‹, am Ende des klassischen Zeitalters als vermeintlich souveränes Subjekt an der Schnittstelle der Bereiche Arbeit (politische Ökonomie), Leben (Biologie) und Sprache (Philologie) konstituierte.“ (Sänger (2010): 44; Herv. i. O.)

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Genetik als Partnervermittler. Liegt das Schicksal der Liebe in den Genen?
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Geisteswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V590533
ISBN (eBook)
9783346186003
ISBN (Buch)
9783346186010
Sprache
Deutsch
Schlagworte
genen, genetik, liebe, liegt, partnervermittler, schicksal
Arbeit zitieren
Nelson Jung (Autor), 2020, Genetik als Partnervermittler. Liegt das Schicksal der Liebe in den Genen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590533

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