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Motive und Barrieren für aktive Vaterschaft. Eine qualitative ExpertInnenbefragung in Deutschland

Title: Motive und Barrieren für aktive Vaterschaft. Eine qualitative ExpertInnenbefragung in Deutschland

Master's Thesis , 2013 , 94 Pages

Autor:in: Mareike Striecks (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Thema der Väterbeteiligung. Nach einer Darstellung zu den Entwicklungen von Vaterschaft seit dem 18. Jahrhundert sowie den derzeitigen Gegebenheiten, werden die aktuellen Motive und Hindernisse, die Vaterschaft in der heutigen Zeit beeinflussen, ausführlich erläutert. Daran anschließend wird anhand umfassender und aufschlussreicher ExpertInneninterviews dargelegt, wie die Zugänge zu aktiver Vaterschaft erleichtert werden können.

Um dem Begriff der aktiven Vaterschaft näherzukommen, wird zunächst ein geschichtlicher Rückblick vorgenommen, der zeigt, wie sich Vaterschaft seit dem 18. Jahrhundert entwickelt hat und wie sie heute gestaltet wird. An dieser geschichtlichen Darstellung wird verdeutlicht, wie sich Vaterschaft in den verschiedenen Epochen verändert hat und wie stark diese Veränderungen von äußeren Faktoren – wie beispielsweise wirtschaftliche, politische, kulturelle, soziale und gesellschaftliche – beeinflusst wurden und noch immer werden. Die Ausführungen zum 21. Jahrhundert veranschaulichen, wie sich die geschichtlichen Entwicklungen auf die Väter der heutigen Zeit auswirken und wie Vaterschaft heute gestaltet wird.

Ein Ausgangspunkt dieser Arbeit ist ein bestimmtes Verständnis von aktiver Vaterschaft, denn daran anknüpfend werden die Motive und Barrieren für diese Form des Vaterschaftsverständnisses eruiert. Aktive Vaterschaft findet heutzutage auf mehreren Ebenen statt. Als aktive Väter sollen jene verstanden werden, die nicht nur zum Familieneinkommen beitragen, sondern mindestens ebenso zur Gestaltung des Familienalltags, indem sie fürsorgliche Bindungs- bzw. Bezugspersonen und Erzieher ihrer Kinder, verantwortungsvolle Familien- und Haushaltsorganisatoren sowie liebevolle Partner sind und auch als solche angesehen werden.

Das bedeutet auch, dass aktive Väter ein egalitäres Rollenverständnis verfolgen und sich entsprechend Erwerbs- und Familienaufgaben mit ihrer Partnerin gerecht aufteilen. Obwohl demnach Erwerbstätigkeit neben anderen auch zu den Aufgaben der Väter gehört, soll sich die Bezeichnung "Väterbeteiligung" im Folgenden besonders auf die Übernahme familialer Aufgaben beziehen. Denn viele Väter tragen einen größeren Teil zum Familieneinkommen bei und können dementsprechend weniger Aufgaben in der Familie übernehmen und somit – im Rahmen dieser Masterarbeit – nicht als aktive Väter definiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung der Väterbeteiligung

2.1 Väter als alleinige Repräsentanten der Familie des 18. Jahrhunderts

2.2 Väter in der Rolle der Familienernährer im 19. Jahrhundert

2.3 Von abwesenden zu neuen Vätern im 20. Jahrhundert

2.4 Väter im 21. Jahrhundert auf dem Weg zur aktiven Vaterschaft

3 Motive und Barrieren aktiver Vaterschaft

3.1 Erwerbstätigkeit versus aktive Vaterschaft?

3.2 Politische Bemühungen mit Entwicklungsbedarf

3.3 Gleichberechtigte Partnerschaft als Basis aktiver Väterbeteiligung

4 Qualitative ExpertInnenbefragung

4.1 Methode

4.2 Darstellung der Interviews

4.2.1 Interview A

4.2.2 Interview B

4.2.3 Interview C

4.2.4 Interview D

4.3 Fallvergleich

4.3.1 Was kennzeichnet Vaterschaft heute?

4.3.2 Herausforderungen und Hindernisse aktiver Väterbeteiligung

4.3.3 Möglichkeiten zur Erhöhung der Väterbeteiligung

4.3.4 Elterngeld als Regulation der Elternbeteiligung

4.3.5 Gründe für eine stärkere Väterbeteiligung

4.4 Ergebnisse der Analyse

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Motive und Barrieren für aktive Vaterschaft in Deutschland vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das zentrale Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Zugänge zu aktiver Vaterschaft durch eine qualitative ExpertInnenbefragung und die Analyse gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen erleichtert werden können.

  • Historische Entwicklung des Väterbildes und der Väterbeteiligung seit dem 18. Jahrhundert.
  • Analyse der Einflussfaktoren aus Wirtschaft, Politik und Partnerschaft auf die Väterrolle.
  • Bedeutung von Elterngeld und Elternzeit als Instrumente der Väterbeteiligung.
  • Die Rolle der Partnerschaft und des sogenannten Gatekeepings durch Mütter.
  • Qualitative Auswertung von Experteninterviews mit Akteuren der Väterarbeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Väter als alleinige Repräsentanten der Familie des 18. Jahrhunderts

Die Väter des 18. Jahrhunderts wurden als autonome, dominante Hausväter erlebt. Obwohl die Lebensbedingungen dieser Zeit durchaus förderlich für ein intensives väterliches Familienengagement waren, weil Erwerbs- und Hausarbeit noch nicht voneinander getrennt waren und somit den Vätern eine nahezu ständige Anwesenheit sowie Erreichbarkeit für Kinder und Frau zuteil wurde. Allerdings nutzten die Väter dieser Zeit dieses Privileg kaum, ihre Rolle in der Familie war viel mehr geprägt durch Distanziertheit, Strenge und Autorität.

Diese Betonung patriarchalischer Autorität stellt das Ergebnis spezifischer historischer Umstände dar: Die Autorität des Vaters innerhalb der Familie wurde durch die protestantische Reformation betont. Eine hierarchische Ordnung war von zentraler Bedeutung für das effektive Funktionieren des Haushaltes: Väter und Ehegatten waren verantwortlich für die Lenkung familiärer Aktivitäten; Frauen und Kinder unterlagen der männlichen Autorität.

Allerdings wird diese Hartherzigkeit des Vaters im 18. Jahrhundert von neueren Studien relativiert, die davon ausgehen, dass auch die väterliche Zuneigung als ein Leitmotiv der väterlichen Erziehung galt. Dennoch stand das durch das Patriarchat geprägte Verhalten des strengen und dominanten Vaters in den meisten Familien dieser Zeit an der Tagesordnung. Den Vätern oblag die Entscheidungsmacht in allen Belangen und Frauen sowie Kinder waren ihm hörig.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Väterbeteiligung ein, definiert den Begriff der aktiven Vaterschaft und legt den Fokus auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Kernfamilien der deutschen Mittelschicht.

2 Entwicklung der Väterbeteiligung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Vaterrolle vom autoritären Hausvater des 18. Jahrhunderts über den Familienernährer des 19. Jahrhunderts bis hin zu den neuen Vätern des 20. und 21. Jahrhunderts nach.

3 Motive und Barrieren aktiver Vaterschaft: Hier werden die Einflussfaktoren auf die Väterbeteiligung in den drei zentralen Bereichen Wirtschaft, Politik und Partnerschaft detailliert analysiert und deren wechselseitige Bedeutung erläutert.

4 Qualitative ExpertInnenbefragung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews sowie deren Auswertung, präsentiert die einzelnen Expertenmeinungen und führt einen Fallvergleich durch.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und zieht ein Fazit über die Notwendigkeit gesellschaftlicher, betrieblicher und partnerschaftlicher Veränderungen zur Förderung einer aktiven Vaterschaftskultur.

Schlüsselwörter

Vaterschaft, Väterbeteiligung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Elternzeit, Elterngeld, Geschlechterrollen, Partnerschaft, Gatekeeping, Väterarbeit, Familienpolitik, Moderne Väter, Alleinernährermodell, Familienernährer, Rollenverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Männer, die sich aktiv in die Erziehung ihrer Kinder einbringen möchten, häufig an strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren scheitern und wie der Zugang zu einer aktiven Vaterschaft erleichtert werden kann.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Vaterrolle, die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen wie das Elterngeld, die Dynamiken in der Partnerschaft sowie die Rolle von Unternehmen bei der Förderung von Väterbeteiligung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung lautet: „Wie können die Zugänge zu aktiver Vaterschaft erleichtert werden?“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsstrategie, konkret wurden ExpertInneninterviews mit Fachleuten aus der Väterarbeit geführt und nach der Methode von Meuser und Nagel ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Väterrolle, eine Untersuchung der Motive und Barrieren in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Partnerschaft sowie eine detaillierte Darstellung und Auswertung von Experteninterviews.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Väterbeteiligung, Vereinbarkeit, Geschlechterrollen, Elterngeld, Väterarbeit und Gatekeeping charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Mutter beim Thema Väterbeteiligung laut den Experten?

Die Experten identifizieren das „Gatekeeping“-Verhalten der Mütter als ein wesentliches Hindernis, bei dem Mütter Vätern die Kompetenz im Umgang mit dem Kind absprechen oder den Zugang zum Kind unbewusst erschweren.

Welche Rolle spielen Unternehmen bei der Umsetzung aktiver Vaterschaft?

Unternehmen werden als entscheidende Akteure gesehen, da ihre Unternehmenskultur (z.B. Präsenzpflicht) und die Bewertung von Elternzeit als „Karriereknick“ oder „Karrierebaustein“ maßgeblich den Handlungsspielraum für Väter beeinflussen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Politik?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass politische Instrumente wie das Elterngeld zwar wichtige Katalysatoren sind, aber ausgeweitet werden müssen, um eine echte paritätische Beteiligung zu fördern und traditionelle Rollenmuster nicht länger steuerlich zu privilegieren.

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Details

Title
Motive und Barrieren für aktive Vaterschaft. Eine qualitative ExpertInnenbefragung in Deutschland
Author
Mareike Striecks (Author)
Publication Year
2013
Pages
94
Catalog Number
V590569
ISBN (eBook)
9783346205124
ISBN (Book)
9783346205131
Language
German
Tags
barrieren deutschland eine expertinnenbefragung motive vaterschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Striecks (Author), 2013, Motive und Barrieren für aktive Vaterschaft. Eine qualitative ExpertInnenbefragung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590569
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