Jungsteinzeit in der Schule. Was berichten archäologische Funde über die Arbeitstechniken?


Unterrichtsentwurf, 2009

11 Seiten, Note: 2,5

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Großer Unterrichtsentwurf
1.1 Lerngruppenanalyse
1.2 Sachanalyse
1.3 Didaktische Analyse
1.4 Methodische Analyse
1.5 Lernzielformulierung
1.6 Bibliographie
1.7 Anhang

1. Großer Unterrichtsentwurf

1.1 Lerngruppenanalyse

Allgemeines. Der Geschichtsunterricht findet in der Klasse ... zweimal pro Woche statt, am Donnerstag von ... – ... Uhr und am Mittwoch von ... – ... Uhr. Die Klasse besteht aus ... SuS (... m; ... w). Die Klasse wird regulär von der Fachlehrerin ..., seit einem Jahr, unterrichtet. Nach Informationen der Lehrerin ist ... der einzige Schüler, der die ... Klasse wiederholen muss. Hinzu kommt, dass ... erst vor wenigen Wochen nach ... gezogen ist und möglicherweise Probleme hat, sich in die Klasse zu integrieren.

Inneres Gef üge der Lerngruppe. Die SuS bilden einen Klassenverband, der den Eindruck erweckt, dass sie sich als Klasse verstehen und zusammenhalten. Es gibt zwar verschiedene Gruppen, die sich auch im Sitzplan manifestiert haben, was hin und wieder zu Schwierigkeiten während des Unterrichts führen könnte. Jedoch ist es möglich Gruppenarbeit mit neu zusammengesetzten Gruppen durchzuführen. Das zeigt, dass der Klassenverband funktioniert und Kooperation zwischen den verschiedenen Gruppen der Klasse im Unterricht möglich ist.

Leistungsverm ögen und Arbeitshaltung. Insgesamt hat die Klasse einen aufgeschlossenen und leistungsfähigen Eindruck auf mich gemacht. Viele SuS besitzen eine rasche Auffassungsgabe und nehmen aktiv am Unterrichtsgeschehen teil. Zahlreiche Wortmeldungen sowie Fragen an die Lehrkraft sind keine Seltenheit in dieser Klasse.

Leistungsstarke SuS, wie ..., ... und ... fallen im Unterricht für gewöhnlich immer mehr auf, als leistungsschwache SuS, wie zum Beispiel ..., ... und ..., da sie sich ihrer Leistungsstärke bewusst sind und dies auch gern vor der Klasse demonstrieren. So melden sich ..., ... und ... bei fast allen Aufgaben und geben gute und sehr gute Antworten. Besonders ... tritt oft hervor mit sehr intelligenten Fragen und Antworten, die den Unterricht bereichern können. Ebenso ... und ... arbeiten effektiv und ihre Antworten tragen stets zum Unterrichtsgeschehen bei, allerdings überlegen sie, besonders im Gegensatz zu ..., etwas länger, bevor sie sich melden. Auch ... und ... geben teilweise fachlich gute Antworten, melden sich jedoch sehr selten. SuS wie ..., ..., ... und ... fallen im Unterricht so gut wie gar nicht auf. Aktive Mitarbeit ist bei den eben genannten nicht zu erwarten. Wenn sie aufgerufen werden, wird oft deutlich, dass sie weder dem Unterricht gefolgt, noch willens sind, an diesem Umstand etwas zu ändern. ... scheint sich in den wenigen Wochen nach Schulbeginn noch nicht richtig in die Klasse eingefügt zu haben. Während er in ... neben ... sitzt und dieser ihn unterstützen kann, sitzt er in ... zum Teil, am Dienstag, allein und äußert sich nur sehr selten. Meldet er sich dann, antwortet er nur sehr leise und ist auch nach mehrmaligen Bitten oder Aufforderungen nicht zu einem lauteren Sprechen zu motivieren, weshalb der Lehrer selbst oder andere SuS seine Antwort wiederholen müssen. ... und ... hingegen sind schlicht faul. Vor allem ... wurde nur dank einer ausgleichenden Leistung in Klasse ... versetzt. Fordert man sie zur Beantwortung einer Frage auf, so stellt ein Schulterzucken zumeist ihre Antwort dar.

Die restlichen SuS sind als durchschnittlich leistungsstark einzuschätzen. Oft hängen ihre Leistungen vom jeweiligen Thema und der Tagesform ab. Besonders auffällig ist dies bei ..., der sehr stimmungsabhängig am Unterricht teilnimmt. Die SuS können an „guten Tagen“ gute und befriedigende Antworten geben, wenn auch nicht auf ..., ... und ... Niveau. Binnendifferenzierung ist daher, wenn möglich, angebracht, um letztgenannte SuS nicht zu unterfordern.

Unruhe tritt meistens zwischen ... und ... in der zweiten Mittelreihe sowie in der letzten Mittel- und Außenreihe zwischen ..., ... und ... während längerer Unterrichtsphasen auf. Ansonsten sind die SuS lang kooperationsbereit. Selbst bei sehr viel Schreibarbeit sind sie danach weiterhin zur Mitarbeit gewillt. Bisher sind sie vor allem das Lehrer-Schüler-Gespräch mit eingeschobenen Einzelarbeitsphasen gewohnt. Vergleichen der Ergebnisse in kleineren Etappen erweist sich in dieser Lerngruppe als hilfreich, da die Leistungen in längeren Einzelarbeiten sehr weit auseinandergehen können. Besonders schwer scheint den SuS dabei das Auswählen der wichtigsten Informationen aus Darstellungs- oder Quellentexten zu sein. Sie tendieren sehr oft dazu, viel mehr abzuschreiben, als es nötig ist. Lehrer-Schüler-Verhältnis.... genießt in der Klasse Anerkennung und Akzeptanz. Sie wird sowohl als Mensch, als Lehrerin und auch als Expertin ihres Faches respektiert. Sie hat die Fähigkeit die Klasse mit Handzeichen zu „steuern“. Es gibt Gesten und Zeichen, die die ganze Klasse versteht und sich danach richtet. Obwohl ich in der Klasse nur kurze Zeit unterrichtet habe, akzeptierten mich die SuS als angehenden Lehrer. Mein Verhältnis zur Klasse charakterisiere ich insgesamt als respektvoll, offen und über weite Strecken als spannungsfrei.

1.2 Sachanalyse

Der Lehrplan für Geschichte am Gymnasiumgibt für das Schuljahr 5 folgende Orientierung: Das Thema 2 lautet „Frühe Lebensformen des Menschen“1. Die Schwerpunkte der zu planenden Unterrichtsstunde sind Werkzeuge, Alltagsgegenstände und Arbeitstechniken in der Jungsteinzeit (10.000 – 3000 v. Chr.). An dieser Stelle soll auch die Bedeutung archäolo-gischer Funde als Quelle des heutigen Wissens unterstrichen werden. Die SuS sollen erfahren, Vgl. Kultusministerium ...: Rahmenrichtlinien Gymnasium - Geschichte Klasse 5.-12. Klasse. , S. 35. dass es selbst über längst vergangene Zeiten wissenschaftlich überprüfbare Erkenntnisse gibt, welche auf den Erkenntnissen der archäologischen Forschung basieren. Auf Grund der wissenschaftlichen Streitigkeit in Bezug auf den Tod und den „Beruf“ des Ötzi sollen die SuS zudem begreifen, dass der Fund als Quelle kein Abbild der Vergangenheit darstellt, dass jedoch die gefundenen Gegenstände eine willkürliche Deutung ebenfalls unmöglich machen2. Bezogen auf das historische Lernen, sollen die SuS in der Stunde durch angebotene Sachtexte erste Erfahrungen im Nutzen von Informationsquellen machen. Aus diesen Texten sollen selbstständig Informationen beschafft und wiedergegeben werden (Interpretationskompetenz). Der Geschichtsunterricht soll die SuS befähigen, Kenntnisse methodisch zu erwerben, zu verarbeiten und zu sichern, indem sie auf der Grundlage von gelesenen Informationen Fragen beantworten3.

Der Beginn des Neolithikums wird mit dem Übergang einiger Jäger- und Sammlerkulturen zu Viehzüchtern, Hirten oder Ackerbauern festgesetzt. Dieser Epoche der Menschheitsgeschichte gingen die Mittel- sowie Altsteinzeit voraus, eine teilweise kurze, nur lokal auftretende Kupfersteinzeit schloss sich ihr direkt an. Das Ende der Jungsteinzeit markiert die lokal zu unterschiedlichen Zeiten einsetzende Verwendung von Bronze durch die neolithischen Kulturen (Übergang zur Bronzezeit)4.

Einen fundamentalen Umbruch in der Geschichte der Menschheit bedeutete die Umstellung in der Nahrungsbeschaffung vom Sammeln, Jagen und Fischen auf Viehhaltung und Pflanzenanbau. Dieser Prozess wird in der in der Forschung auch „Neolithische Revo-lution“ genannt. Statt umherzuziehen lebten die Menschen in Dorfgemeinschaften. Anstelle zelt- oder grubenartiger Behausungen konnte dazu übergegangen werden, solide Bauwerke aus Holz, später aus Stein, zu errichten5. Die neue Lebensweise der Menschen brachte auch eine Entwicklung neuer Werkzeuge und Alltagsgegenstände mit sich. Diese Gegenstände und deren Herstellungstechnik wiederum, welche den Menschen das Leben erleichterten bzw. verbesserten, sollen im Fokus der Betrachtungen stehen.

Besonders detaillierte Erkenntnisse über das Leben in der Jungsteinzeit lieferte ein im Jahre 1991 gemachter Leichenfund in den Ötztaler Alpen. Die Bedeutung des Toten, welcher später auf Grund seines Fundortes „Ötzi“ genannt wurde, besteht vor allem darin, dass seine Kleidung und Ausrüstung viele Aufschlüsse darüber gibt, wie jungsteinzeitliche Menschen dieser Region gelebt haben. Nach der Restaurierung der gefundenen Gegenstände wurde klar, wie sich eine männliche Person, im Alltag der Jungsteinzeit (vor ca. 5300 Jahren), wahrscheinlich kleidete (aus Leder gefertigte Schuhe, Hose und Oberkleid sowie eine Mütze aus Bärenfell). Ebenso erstaunlich zweckmäßig wie die Kleidung war auch schon die Ausrüstung des Menschen: Er trug ein Beil mit einer Klinge aus Kupfer (neues Material, Hinweis auf Kupfersteinzeit) in der Hand. Alle anderen Gerätschaften, beispielsweise Bogen, Pfeile, kleinere Geräte aus Feuerstein (Bohrer, Dolch, Feuerbesteck und Zunderschwamm) und Knochen (Nadel ), waren in einer Kraxe oder in der am Gürtel befestigten Tasche verstaut. „Ötzis“ Ausrüstung war so gut erhalten, dass man auch davon spricht, dass sie den Forschern bildlich vom Leben in der Jungsteinzeit „erzählte“. Über seinen Tod oder warum er sich in dieser Höhe in den Alpen aufhielt wird bis heute kontrovers diskutiert. Auf Grund einer in seiner Schulter gefundenen Speerspitze wird vermutet, dass Ötzi einem Mord zum Opfer fiel. Seine Kleidung und Ausrüstung geben ebenfalls Rätsel auf. So könnte es sich bei Ötzi um einen Hirten, einen Jäger oder Metallhändler handeln. Stoffe aus Leinen oder Gegenstände aus Keramik wurden nicht bei Ötzi gefunden6.

Funde in anderen ausgegrabenen jungsteinzeitlichen Siedelungen unterstreichen jedoch, dass diese Arbeitstechniken bereits existierten: Die erste Phase der Jungsteinzeit wird in der Fachliteratur auch als eine Periode der Brandkeramik bezeichnet. Die Menschen erschlossen den Rohstoff Ton. Sie formten aus einem Klumpen Ton einen flachen Boden und drückten bandförmige Tonrollen übereinander. Anschließend ließen sie die Gefäße trocknen und brannten sie dann in einem Brandofen zu Keramik. Die so getöpferten Keramikgefäße dienten den vor allem Ackerbau betreibenden Menschen der Jungsteinzeit als Vorratsbehälter, zum Kochen und Trinken sowie zur Aufbewahrung ihres Saatgutes. Dadurch, dass sie durch Ackerbau und Ernten mehr Nahrung zur Verfügung hatten als sie sofort verzehren konnten, schufen sich die Menschen Vorratslager, von denen sie längere Zeit zehrten. Die in Erdhöhlen aufbewahrte Keramik bot Schutz vor Insekten und Feuchtigkeit, die Kühle hielt den Vorrat länger Frisch. Nicht mehr so stark abhängig vom Jagderfolg, konnten sich menschliche Populationen vermehren, es setzte also ein Wachstum der Bevölkerung ein. Dies zog einen Kreislauf neuer Entwicklungen nach sich. Immer neue Ackerflächen mussten durch Rodung erschlossen werden, um Nahrung anzubauen. Holz wurde zum Bau von Hütten benötigt. Somit mussten auch die Werkzeuge zur Rodung (Axt) und Bearbeitung des Bodens (Pflug) effektiver werden. Die Menschen begannen ebenfalls Stoffe zu weben und diese zu leichter und doch wärmender Kleidung verarbeiten. Den zweiten Teil der Jungsteinzeit in Mittel-europa nennen die Archäologen auch Kupferzeit, weil in dieser Phase neben Stein, Holz und Knochen gelegentlich Metall, vor allem Kupfer, als Werkstoff Verwendung fand7.

1.3 Didaktische Analyse

Das Stundenthema geht der Frage nach, welche einschneidenden Erfindungen und Entwick-lungen das Leben in der Jungsteinzeit prägten. Hierbei soll besonders auf neuartige Werk-zeuge, Alltagsgegenstände und Arbeitstechniken eingegangen werden. Im ersten Teil der Stunde erfolgt dies zunächst am speziellen Beispiel Ötzi“, welcher vor ca. 5300 Jahren in den Ötztaler Alpen, einem Gebirgszug zwischen dem Gebiet des heutigen Südtirols (Italien) und Österreichs, lebte und verstarb. Im Jahre 1991 von Reisenden entdeckt, lieferte seine gut erhaltene Ausrüstung der archäologischen Forschung eine Vielzahl an Informationen über das Leben in der Jungsteinzeit. Im zweiten Teil der Stunde erfolgt dann eine Verallgemeinerung und Übertragung auf den gesamteuropäischen und nordafrikanischen Raum sowie Vorder-asien. Anschließend werden die Arbeitstechniken Töpfern, Weben, Ackern und Steinbearbeitung herausgegriffen, durch Lehrbuchtexte erarbeitet und durch ein Tafelbild gesichert. Das Fazit, welches sich aus den erarbeiteten Inhalten ergibt, lautet, dass mit der Veränderung der Lebensweise der Menschen und der Erfindung neuer Arbeitstechniken es zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen kam. Am Ende der Stunde erfolgt dann der Gegenwartsbezug in Form eines Bilderrätsels. Die SuS sollen erkennen, welche Alltags­gegenstände der Jungsteinzeit auch in der heutigen Zeit zu finden sind. Dabei wird in der Auswertung auf die Form und Verwendung sowie die Beschaffenheit eingegangen. Die SuS sollen somit zur Erkenntnis befähigt werden, dass sich aus den Arbeitstechniken und Alltagsgegenständen der Jungsteinzeit, gegenwärtiges entwickelt hat und dass eine stetige Weiterentwicklung stattfindet.

[...]


1 Siehe auch Huber, G. (2003): Ötzi: Der Mann aus dem Eis, LWFaktuell Nr. 41/ 2003, S. 29 ff.

2 Vgl. Gies, H. (2004) . Geschichtsunterricht. Ein Handbuch zur Unterrichtsplanung. Köln: Böhlau Verlag, S. 110.

3 Vgl. Rahmenrichtlinien, S. 23.

4 Vgl. Züger, M., Baumgartner, M. (2007): Umweltbedingungen und Gesellschaften, Hochschule für Technik Buchs, S. 5f.

5 Ebd.

6 Vgl. Sulzenbacher, G. (2004). Die Gletschermumie: Mit Ötzi auf Entdeckungsreise durch die Jungsteinzeit. Bozen: Folio Verlag, S. 18ff.

7 Vgl. Küster, H. (1999): Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: von der Eiszeit bis zur Gegenwart, München: Beck, S.97.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Jungsteinzeit in der Schule. Was berichten archäologische Funde über die Arbeitstechniken?
Note
2,5
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V590607
ISBN (eBook)
9783346194749
ISBN (Buch)
9783346194756
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jungsteinzeit, Altsteinzeit, archäologische Funde, Geschichte
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Jungsteinzeit in der Schule. Was berichten archäologische Funde über die Arbeitstechniken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590607

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