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Wenn Liebe Leiden schafft. Scheitert Goethes Werther am Liebeswahn?

Title: Wenn Liebe Leiden schafft. Scheitert Goethes Werther am Liebeswahn?

Term Paper , 2016 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In der Arbeit wird untersucht, inwiefern Goethes Werther an den übersteigerten Gefühlen seiner Liebe scheitert. Das Liebesmotiv wird in verschiedenen Zusammenhängen ergründet, wobei es nicht nur um Werthers Liebesbeziehung zu Lotte geht, sondern auch um seine Selbstverliebtheit und seine Liebe am eigenen Leid. Als Opposition nimmt auch die Abneigung Werthers gegen einige Komponenten einen großen Stellenwert ein. Es wird die These aufgestellt, dass Werther zwar an seinem krankhaften Liebeswahn scheitert, jedoch auch ein Geflecht aus Gesellschaftshass und Selbstverachtung eine große Rolle spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Werthers Liebeswahn

2.1 Die Liebe zu Lotte als

2.1.1 … als Verbündete

2.1.2 … als Geliebte

2.1.3 … als Mutterersatz

2.2. Die Selbstverliebtheit

2.3 Die Naturliebe

2.4 Die Liebe am eigenen Leid

3 Abneigung als Liebesopposition gegen ...

3.1 ...die Gesellschaft

3.2 … den Rivalen Albert

3.3 … sich selbst

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Scheitern Goethes Werther an seiner krankhaften Liebesfixierung, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, inwiefern ein Geflecht aus Liebeswahn, Gesellschaftshass und Selbstverachtung den Protagonisten in den Freitod treibt.

  • Analyse der verschiedenen Facetten der Liebe (zu Lotte, zur Natur, zum eigenen Leid)
  • Untersuchung von Werthers Selbstbild und seiner narzisstischen Tendenzen
  • Deutung der oppositionellen Abneigung gegenüber der Gesellschaft und dem Rivalen Albert
  • Psychologische Einordnung des Liebeswahns als Mittel zur Identitätsbewahrung durch Selbstzerstörung

Auszug aus dem Buch

2.1.2 … als Geliebte

Werthers Verhalten lässt sich klar dem eines Verliebten zuordnen. Er verehrt Lotte wie eine Heilige, sehnt sich unentwegt nach ihr und leidet an Liebeskummer. Nach der ersten Begegnung mit ihr, beschreibt er sich selbst als „Träumender“, der die Welt um sich herum vergisst. (S.25) Zudem reagiert er sehr empfindlich auf ihre Berührungen: „Ach wie mir das durch alle Adern läuft, wenn mein Finger unversehens den ihrigen berührt […].“ (S.44) Seine Gefühlslage gegenüber Lotte wird deutlich, als Werther den Vergleich mit dem Mädchen, das tot im Wasser aufgefunden wurde, heranzieht: „[...] bis sie endlich einen Menschen antrifft, zu dem ein unbekanntes Gefühl sie unwiderstehlich hinreißt, auf den sie nun alle ihre Hoffnungen wirft, die Welt rings um sich vergisst, nichts hört, nichts sieht, nichts fühlt als ihn, den Einzigen, sich nur sehnt nach ihm, dem Einzigen.“ (S.57)

Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch die Frage, ob Werther wirklich von Lotte oder nur von dem Zustand des Verliebtseins angetan ist. Das Szenario, sie wirklich als Geliebte an seiner Seite zu haben, ist für ihn nämlich weit entfernt und somit nicht real. Er macht sich keine Gedanken darüber, wie eine Beziehung mit ihr aussehen oder welche Konsequenzen diese mit sich führen würde. Es ist folglich sein eigenes Verschulden, dass Lotte für ihn unerreichbar bleibt. Diese Unerreichbarkeit ist selbstbestimmt und es ist nicht die feste Bindung an den Verlobten, die Werther von einer Beziehung mit Lotte abhält. Assling konstatiert: „Werther genießt den Schwebezustand zwischen Hoffnung und Enttäuschung, auf den es in seiner Liebe wesentlich ankommt.“ Als Werther das Porträtieren Lottes nicht gelingt, begnügt er sich mit einem „Schattenriss“. (S.47) Dies spiegelt seine Liebesbeziehung zu ihr wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und postuliert die These, dass Werthers Scheitern nicht allein aus dem Liebeswahn, sondern aus einem komplexen Zusammenspiel von Gesellschaftshass und Selbstverachtung resultiert.

2 Werthers Liebeswahn: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Ausprägungen von Werthers Liebe zu Lotte, der Natur sowie dem eigenen Leid und beleuchtet dabei seine tiefgreifende Selbstverliebtheit.

2.1 Die Liebe zu Lotte als: Hier wird Werthers Fixierung auf Lotte unterteilt, wobei er sie sowohl als Verbündete und Geliebte idealisiert als auch als Mutterersatz unbewusst instrumentalisiert.

2.1.1 … als Verbündete: Untersucht die emotionale Seelenverwandtschaft zwischen Werther und Lotte, die ihm als Fluchtpunkt vor der Gesellschaft dient.

2.1.2 … als Geliebte: Analysiert das paradoxe Begehren Werthers, der die Unerreichbarkeit Lottes aktiv kultiviert, statt eine reale Beziehung anzustreben.

2.1.3 … als Mutterersatz: Beleuchtet die psychoanalytische Deutung von Lottes fürsorglichem Wesen als Kompensation für Werthers eigene fehlende mütterliche Bindung.

2.2. Die Selbstverliebtheit: Dieses Kapitel zeigt Werthers Egozentrik und seinen Drang zur Selbstvergötterung auf, die durch die Liebe zu Lotte massiv verstärkt werden.

2.3 Die Naturliebe: Die Natur fungiert hier als notwendiger Zufluchtsort und therapeutischer Raum für Werther, um den gesellschaftlichen Zwängen zu entkommen.

2.4 Die Liebe am eigenen Leid: Beschreibt Werthers masochistische Neigung, sich in seinem Leidensweg einzurichten und diesen zur Identitätssteigerung zu nutzen.

3 Abneigung als Liebesopposition gegen ...: Dieses Kapitel erörtert, wie radikale Ablehnung gegenüber der Umwelt für Werther zur Voraussetzung wird, um seine Individualität zu wahren.

3.1 ...die Gesellschaft: Werthers Unfähigkeit zur sozialen Integration wird hier als zentraler Auslöser für seine Isolation und seine Flucht in die Phantasiewelt identifiziert.

3.2 … den Rivalen Albert: Albert wird als rationales Gegenbild zu Werther positioniert, dessen bloße Präsenz Werthers Traumwelt in sich zusammenbrechen lässt.

3.3 … sich selbst: Dieses Kapitel untersucht die Ambivalenz zwischen Selbstliebe und Selbsthass, die Werther letztlich in die Selbstbestrafung und den Selbstmord treibt.

4 Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Werthers labiler Charakter in Verbindung mit gesellschaftlicher Entfremdung zwangsläufig zum Scheitern führen musste.

Schlüsselwörter

Werther, Johann Wolfgang von Goethe, Liebeswahn, Liebeskummer, Selbstverliebtheit, Gesellschaftskritik, Isolation, Selbstmord, Psychologie, Lotte, Romantik, Identität, Leiden, Opposition, Phantasiewelt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse der Romanfigur Werther aus Goethes Briefroman und untersucht die Ursachen für sein Scheitern und seinen finalen Suizid.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die unterschiedlichen Ausprägungen von Werthers Liebe, seine narzisstische Selbstwahrnehmung, sein Verhältnis zur Gesellschaft und seine Tendenz zur Selbstzerstörung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Untersuchung fragt danach, inwiefern Werther tatsächlich an seiner Liebe scheitert und welche Rolle externe Faktoren wie gesellschaftliche Zwänge dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch psychoanalytische Interpretationen und den Einbezug existierender Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Werthers Liebeswahn (Lotte, Selbstliebe, Natur) und seine oppositionelle Haltung gegen die bürgerliche Gesellschaft und seinen Rivalen Albert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Liebeswahn, Identitätskrise, gesellschaftliche Isolation, Selbstmord und psychologische Ambivalenz.

Warum spielt das Kapitel zum "Mutterersatz" eine Rolle?

Es wird analysiert, wie Lottes fürsorgliches Verhalten Werthers kindliches Bedürfnis nach Geborgenheit bedient und warum dies eine rein romantische Beziehung möglicherweise überlagert.

Welche Bedeutung hat die Figur des Albert für Werthers Scheitern?

Albert fungiert als rationaler Gegenpol, dessen Präsenz die von Werther konstruierte Traumwelt zerstört und ihn mit der Realität konfrontiert, die er nicht ertragen kann.

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Details

Title
Wenn Liebe Leiden schafft. Scheitert Goethes Werther am Liebeswahn?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V590668
ISBN (eBook)
9783346218100
ISBN (Book)
9783346218117
Language
German
Tags
Goethe Werther Liebeswahn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Wenn Liebe Leiden schafft. Scheitert Goethes Werther am Liebeswahn?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590668
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