Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

"Lasst mich in Ruhe" von Klaus Pohl. Pädagogische Antinomien und Paradoxien im Theater

Titel: "Lasst mich in Ruhe" von Klaus Pohl. Pädagogische Antinomien und Paradoxien im Theater

Hausarbeit , 2019 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alicja Mastalerz (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit thematisiert Antinomien und Paradoxien unserer Gesellschaft und des pädagogischen Handelns. Hierbei wird der Antinomie- und Paradoxiebegriff von Werner Helsper verwendet.

Nach einer kurzen theoretischen Einordnung werden einige Stellen aus Pohls Stück beispielhaft für die behandelten Antinomien analysiert. Es ist wichtig, festzuhalten, dass die Grenzen zwischen den Antinomien untereinander und den Antinomien und Paradoxien fließend sind. Die Verknüpfung eines Phänomens und einer Antinomie bedeutet keineswegs, dass sich nicht auch eine andere zu einem gewissen Grad darin wiederfinden lässt.

Unsere heutige Gesellschaft ist geprägt von Ambivalenzen. Globalisierung, Pluralisierung und Modernisierung erschweren das Treffen von Entscheidungen für Individuen, da sich viele Optionen richtig und falsch zugleich anfühlen können. Fragen nach normal und unnormal, Erfolg und Misserfolg, moralisch und unmoralisch, sinnvoll und sinnlos sind nicht leicht zu beantworten. Hinzu kommt die Beeinflussung der breiten Masse, die vor allem durch die Nutzung von sozialen Medien permanent vertreten ist und zum Vergleich anregt. Diese Ambivalenzen sind in der Schullandschaft und in der Arbeit mit heranwachsenden Kindern
besonders spürbar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ANTINOMIEN UND PARADOXIEN

KEINE ANTINOMIEN, KEIN PÄDAGOGISCHES HANDELN

ADHS IN EINER PARADOXEN GESELLSCHAFT

AUTONOMIEANTINOMIE

VERTRAUENS- UND SUBSUMTIONSANTINOMIE

SYMMETRIE- UND MACHTANTINOMIE

3. FAZIT

4. LITERATUR UND INTERNETQUELLEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht pädagogische Antinomien und Paradoxien im gesellschaftlichen und schulischen Kontext, indem sie das Theaterstück „Lasst mich in Ruhe“ von Klaus Pohl als Fallbeispiel analysiert, um die Spannungsfelder zwischen Erziehungszielen, gesellschaftlichen Erwartungen und der Diagnose ADHS kritisch zu beleuchten.

  • Analyse pädagogischer Antinomien nach Werner Helsper
  • Einfluss gesellschaftlicher Paradoxien auf die Erziehung
  • Die Rolle der ADHS-Diagnose im familiären und schulischen Umfeld
  • Spannungsfeld zwischen elterlichen Erfolgsphantasien und kindlicher Autonomie
  • Reflexion über die Rolle von Lehrkräften im Umgang mit widersprüchlichen Erziehungsanforderungen

Auszug aus dem Buch

Autonomieantinomie

Die Autonomieantinomie zeigt sich hier vor allem darin, dass zur Autonomie aufgefordert wird (Mach was aus dir), das aber in „einem von Heteronomien durchsetzten Rahmen“ (Stangl 2019) geschieht, in dem die Jugendliche von Zwängen und Regeln nahezu gefesselt ist. Die selbstständige, autonome Entwicklung von Charlott ist also nur in diesem Rahmen möglich und der Mutter gelingt es nicht diesen Umstand gekonnt in die Erziehung miteinzubringen. Dies sieht man vor allem daran, dass die jugendliche Tochter mit aller Kraft aus den von der Mutter auferlegten Zwängen auszubrechen versucht. Sie trifft sich mit ihrem Freund Sioux, mit dem sie Marihuana raucht (Pohl 2018, 39) und die Schule schwänzt. Schließlich wird sie dieser verwiesen, da sie ohne Material in den Unterricht kommt (ebd., 11, 17, 18). Ihre Mutter reagiert verzweifelt und bespricht die Problematik mit Klaus, der vorschlägt, Charlott auf ein Internat zu schicken. So handhabte er es auch mit seinem Sohn (ebd., 37). Klaus möchte Marta finanziell unterstützen und beruhigt sie immer wieder, da sie sich große Sorgen um ihre Tochter macht und darüber nicht genug Geld für ein Internat zu haben. Eine Bedingung von Klaus ist allerdings, dass Charlott Ritalin nimmt (vgl. ebd. 32). Charlott fühlt sich mit dem Medikament allerdings nicht gut und kommuniziert das auch. Sie lügt darüber, dass sie die Pillen genommen habe und gesteht die Nichteinnahme erst, als ihre Mutter sie entlarvt (ebd. 32, 37). Hier wird deutlich, wie sehr die Mutter möchte, dass Charlott die Tabletten nimmt, damit sich ihr Leben vermeintlich normalisiert. Die spätere Abhängigkeit von dem Medikament wird zu dem Zeitpunkt nicht antizipiert. Charlotts Mutter bleibt im gesamten Stück in einem Dilemma gefangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der gesellschaftlichen Ambivalenzen und Vorstellung des Theaterstücks „Lasst mich in Ruhe“ als Fallbeispiel für pädagogische Widersprüche.

2. ANTINOMIEN UND PARADOXIEN: Theoretische Herleitung der Antinomie- und Paradoxiebegriffe nach Werner Helsper und deren Anwendung auf ADHS, Autonomie, Vertrauen sowie Machtstrukturen innerhalb der Erziehung.

3. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer reflexiven pädagogischen Haltung angesichts unlösbarer antinomischer Spannungen im Schulalltag.

4. LITERATUR UND INTERNETQUELLEN: Auflistung der verwendeten Fachliteratur, Internetquellen und des Primärtextes.

Schlüsselwörter

Antinomien, Paradoxien, pädagogisches Handeln, ADHS, Ritalin, Autonomie, Vertrauen, Macht, Erziehung, Schulpädagogik, Werner Helsper, Klaus Pohl, Gesellschaft, Leistungsdruck, Ambivalenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von pädagogischen Antinomien und gesellschaftlichen Paradoxien, illustriert am Beispiel von familiären und schulischen Herausforderungen bei einer ADHS-Diagnose.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind pädagogische Widersprüche (Antinomien), der Einfluss von Individualisierung und Modernisierung auf Erziehungsprozesse sowie die ethischen Dimensionen medikamentöser Behandlungen bei Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die konstitutiven Widersprüche im pädagogischen Handeln durch die theoretische Brille von Werner Helsper zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diese in der Lebenswelt von Kindern und Eltern wirksam werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie fachwissenschaftliche Konzepte auf ein literarisches Werk (das Theaterstück „Lasst mich in Ruhe“) anwendet, um konkrete Fallbeispiele für Antinomien zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Antinomien wie die Autonomieantinomie, die Vertrauens- und Subsumtionsantinomie sowie die Symmetrie- und Machtantinomie anhand der Dynamik zwischen den Charakteren des Theaterstücks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Antinomien, Paradoxien, pädagogisches Handeln, ADHS, Autonomie und Vertrauensverhältnis.

Warum wird das Theaterstück von Klaus Pohl zur Analyse herangezogen?

Das Stück dient als eindrückliche Fallstudie, da es gesellschaftskritisch die Zerrissenheit von Individuen zwischen eigenen Wünschen und den extremen Leistungsanforderungen ihres Umfelds darstellt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für Lehrkräfte?

Lehrkräfte sollten sich der antinomischen Struktur ihres Berufs bewusst werden, pädagogisches Handeln stets reflexiv hinterfragen und Kinder in einem geschützten Rahmen ohne übermäßigen Leistungsdruck begleiten.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Lasst mich in Ruhe" von Klaus Pohl. Pädagogische Antinomien und Paradoxien im Theater
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Alicja Mastalerz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
11
Katalognummer
V591009
ISBN (eBook)
9783346199522
ISBN (Buch)
9783346199539
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antinomien Theater Widersprüche Pädagogik Jugend
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alicja Mastalerz (Autor:in), 2019, "Lasst mich in Ruhe" von Klaus Pohl. Pädagogische Antinomien und Paradoxien im Theater, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591009
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  11  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum