Die Theorie des Martkversagens im Kontext der Umweltökonomik


Seminararbeit, 2003

31 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Marktversagen
2.1 Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Gütern
2.1.1 Ausschlussprinzip
2.1.2 Rivalitätsprinzip
2.2 Externe Effekte
2.3 Zwischenbilanz

3. Analyse des Marktversagens
3.1 Optimale Bereitstellung öffentlicher Güter
3.2 Preisgebung bei „public goods“ und „public bads“
3.2.1 Marktbereitstellung von „public goods“
3.2.2 Effiziente Preisgebung bei „public goods“ auf der Konsumenten- und Produzentenseite

4. Regulierungsmöglichkeiten
4.1 Lindahl-Gleichgewicht
4.2 Fusionen und Übernahmen
4.3 Coase-Theorem

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Darstellung des abnehmenden Nutzens durch eine

steigende Verschmutzung

Abbildung 2: Indifferenzkurven mit negativem externen Effekt

Abbildung 3: Produktionsmöglichkeiten mit externem Effekt bei

einer Stahlfirma und einer Wäscherei

Abbildung 4: Marktbereitstellung und effiziente Bereitstellung

öffentlicher Güter

Abbildung 5: Nachfragekurve

Abbildung 6: Produktionsmöglichkeitenkurve

Abbildung 7: Coase-Theorem...

Die Theorie des Marktversagens im Kontext der Umweltökonomik

1) Einleitung

Dadurch, dass der Umweltschutz in der Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird es auch in den Wirtschaftswissenschaften wichtiger, die Umweltprobleme stärker einzubeziehen. Deshalb beschäftigen sich viele Ökonomen mit dem Problem der optimalen Bereitstellung von Gütern. Dabei geht es auch um die umweltverschmutzenden Nebeneffekte vieler Produkte. Diese externen Kosten sollen in die Preise der Güter integriert werden, da bisweilen viele Güter aufgrund der fehlenden Internalisierung der externen Kosten „zu billig“ angeboten werden (vgl. Hanusch, Kuhn, Cantner (2000, 90), Binder (1999, 2)). Mit diesem Problem des Marktversagens in der Umweltökonomie wird sich diese Arbeit beschäftigen.

Damit wir das Thema „Die Theorie des Marktversagens im Kontext der Umweltökonomik“ verständlich und kontinuierlich behandeln können, wird in Abschnitt 2 erläutert, um was es sich bei Marktversagen handelt. Im Bezug auf Marktversagen erklären die Autoren Hanusch, Kuhn und Cantner, dass es durch die Bereitstellung von öffentlichen Gütern sowie durch externe Effekte bei privaten Gütern entstehen kann (vgl. Hanusch, Kuhn, Cantner (2000, 226)). Hierfür wird im Unterpunkt 2.1 eine Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Gütern vorgenommen werden. Im Kapitel 2.2 werden externe Effekte beschrieben und analysiert, damit eine Aussage über das Wesen des Marktversagens und seine Entstehung getroffen werden kann. Anschließend wird im Unterpunkt 3.1 dargestellt, wie die optimale Bereitstellung der öffentlichen Güter aussehen sollte. Es folgen Ausführungen zu Auswirkungen der Bereitstellung öffentlicher Güter, falls keine Regulierungsmaßnahmen getroffen werden. Hierbei wird sich zeigen, dass public goods (öffentliche Güter) zu wenig und public bads (öffentliche Schaden) zu stark angeboten werden. Deshalb werden im Kapitel 4 einige dezentrale Regulierungsmöglichkeiten dargestellt. Zum Schluss dieser Arbeit werden die wichtigsten Aspekte noch einmal genannt und dabei auch kritisch betrachtet.

2) Marktversagen

Um das Thema der Arbeit beleuchten zu können, werden wir als erstes den Begriff des Marktversagens definieren, um eine einheitliche Definitionsgrundlage für die folgenden Ausführungen zu gewinnen.

Laut „Vahlens Großes Wirtschaftslexikon“ liegt Marktversagen vor, wenn der Markt nicht zu einer optimalen Allokation der Güter des Marktes führt, und somit der Preismechanismus des Marktes versagt (vgl. Dichtl, Issing (1993, 1414)). Eine optimale Allokation besteht, wenn von einem Gut nicht mehr hergestellt werden kann, ohne dass man gleichzeitig von einem anderen Gut weniger produzieren muss (vgl. Dichtl, Issing (1993, 59)).

Zu dem Resultat einer ineffizienten Allokation der Güter führen verschiedene Aspekte, wie zum Beispiel Marktmacht, öffentliche Güter und externe Effekte (vgl. Hanusch, Kuhn, Cantner (2000, 226)). Hierbei ist anzumerken, dass beispielsweise die Autoren Fritsch, Wein und Ewers die Ursachen für Marktversagen in anderer Art und Weise gliedern. Sie führen in diesem Zusammenhang externe Effekte, Unteilbarkeiten, Informationsmängel, Anpassungsmängel, Nichtrationalität sowie öffentliche Güter als Gründe des Marktversagens an (vgl. Fritsch, Wein, Ewers (1996, 73)). Allerdings sind diese Autoren der Meinung, dass der Grund „öffentlichen Güter“ bei genauer Betrachtung durch die Punkte „externen Effekte“ und „Unteilbarkeiten“ schon mit eingefasst ist (vgl. Fritsch, Wein, Ewers (1996, 281f)).

Da wir uns in dieser Arbeit mit dem Marktversagen im Kontext der Umweltökonomik beschäftigen möchten, werden wir uns auf die zwei Marktversagensgründe - öffentliche Güter und externe Effekte - beschränken. Diese erfahren in den nächsten Kapiteln eine detaillierte Betrachtung.

Um das Marktversagen bei öffentlichen Gütern darstellen zu können, muss erläutert werden, was man unter dem Begriff „öffentliches Gut“ versteht, und welche Güter hierzu zählen.

2.1) Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Gütern

Nach Fritsch, Wein und Ewers ist eine erste Unterscheidung der zwei Güterarten (öffentliche und private Güter) in ihrer Begrifflichkeit zu finden. Hiernach sind öffentliche Güter, Güter oder Dienstleistungen, welche in kollektiver beziehungsweise staatlicher Regie bereitgestellt werden. Dagegen liefern private Güter das gewünschte Ergebnis über den Markt – und dies ohne staatliche Regulierung (vgl. Fritsch, Wein und Ewers (1996, 281)).

Zwei weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen privaten und öffentlichen Güter, welche hauptsächlich in der Literatur zur Unterscheidung der beiden Güterarten verwendet werden, sind das Ausschlussprinzip (vgl. Binder (1999, 2f)) und das Rivalitätsprinzip (vgl. Feess (1995, 7); Kolstad (2000, 78)).

Um eine genauere und einheitlichere Abgrenzung der beiden Güterarten zu erhalten, werden diese beiden Merkmale (Ausschließbarkeit und Rivalität) in den folgenden zwei Unterpunkten näher beleuchtet. Hierbei wird ebenfalls auf die Unterschiede innerhalb der jeweiligen Güterarten, wie zum Beispiel „public goods“ und „public bads“ eingegangen. Bei diesen zwei Begriffen ist laut Feess zu bemerken, dass die deutsche Übersetzung für „public good“ öffentliches Gut lautet, wobei sich aber für den Ausdruck „public bad“ noch keine Übersetzung durchsetzen konnte (vgl. Feess (1995, 8)). Aus diesem Grund werden wir in den folgenden Kapiteln die Begriffe „public good“ und öffentliches Gut als Synonyme verwenden und ansonsten von „public bad“ sprechen.

2.1.1) Ausschlussprinzip

Das Ausschlussprinzip besagt nach Binder, dass es möglich sein muss, einer Person das Privateigentum an einer Sache zuzuordnen, um somit zu gewährleisten, dass andere Konsumenten von dessen Konsum ausgeschlossen werden können (vgl. Binder (1999, 2)). Dies bedeutet gemäß Kolstad, dass es möglich sein muss die Güter über den Preismechanismus bereitzustellen (vgl. Kolstad (2000, 78)). In Bezug auf die Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Gütern bedeutet dies, dass es sich bei Gütern von deren Konsum andere Konsumenten nicht ausgeschlossen werden können, um öffentliche Güter handelt (vgl. Kolstad (2000, 79)).

Ein privates Gut (privat good) ist zum Beispiel ein Hamburger, da der Produzent in diesem Falle die Möglichkeit besitzt, Konsumenten, welche nicht bezahlen möchten, den Konsum zu verweigern. Im Gegenteil dazu ist beispielsweise ein Stadtpark, um den kein Zaun gezogen ist und auch keine Eingangskontrolle durchgeführt wird, ein public good, da hier kein Nachfrager vom Konsum ausgeschlossen werden kann (vgl. Kolstad (2000, 79)). Dies kann analog auf die Fälle von „privat bads“ (zum Beispiel häuslicher Abfall) und „public bads“ (beispielsweise Luftverschmutzung) angewandt werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass der Preismechanismus bei „privat bads“ nur mittels Gesetzen wirken kann, da ansonsten auch diese Güter, wie beispielsweise der Hausmüll, zu den „public bads“ zu zählen wären (vgl. Kolstad (2000, 79)). Dieser Aspekt wurde vor allem bei Umweltgütern in letzten Jahrzehnten sehr wichtig. Hier wurden Gesetze erlassen, durch welche das ehemals nicht ausschließbare „Schadens-Gut“ (public bad) ausschließbar wurde (privat bad) (vgl. Kolstad (2000, 80)). Man hat versucht dem Verursacherprinzip zu folgen und den Schaden zu privatisieren (vgl. Suchanek (2000, 67f)).

Grundlegend wird diese Differenzierung für die Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Gütern angewandt, doch ist hierbei weiterhin zu beachten, dass die Ausschließung von Konsumenten zum einen technologisch möglich sein muss, zum anderen auch nicht zu kostspielig sein darf (vgl. Kolstad (2000, 79)). Dies bedeutet, dass man Konsumenten zwar von der Nutzung eines Parks durch die Einführung einer Eingangskontrolle und der Aufstellung eines Zaunes ausschließen kann, doch dürfen die dadurch entstehenden Kosten (Grenzkosten) im Vergleich zu den erhaltenen Nutzen (Grenznutzen, Nutzen aller Beteiligten) nicht überdimensional hoch sein (vgl. Kolstad (2000, 79); Feess (1995, 8)). In diesem Zusammenhang ist allerdings zu bemerken, dass sich die technischen Möglichkeiten in Bezug auf die notwendigen Kosten sowie auch nur aus technologischer Sicht über die Zeit verändern können. Dies kann man am Beispiel der Great Plains in den USA sehen, da es hier früher nicht möglich war, die Gebiete durch Gatter so zu trennen, dass jeder „Farmer“ seine eigenen Graßgründe besaß. Heute ist dies aufgrund der sich veränderten Technologie möglich. Somit handelte es sich früher um ein öffentliches Gut, wobei sie heutzutage zu den privaten Gütern zu zählen sind (vgl. Kolstad (2000, 80)).

An diesen Beispielen ist erkennbar, dass es mittels des Prinzips der Ausschließbarkeit ermöglicht wird, zu unterscheiden, welche Güter über den Markt effizient bereitgestellt werden können (vgl. Kolstad (2000, 80)). Somit wird deutlich, bei welchen Gütern der Staat eingreifen muss, beziehungsweise für welche Güter andere Regulierungsmöglichkeiten gefunden werden müssen. Aus diesem Grund ist dieses Prinzip wichtig für einen funktionierenden Markt.

Ein weiteres Prinzip zur Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Gütern, das Prinzip der Rivalität im Konsum, wird im folgenden Abschnitt erläutert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Theorie des Martkversagens im Kontext der Umweltökonomik
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Universität)
Veranstaltung
Seminar zur Umweltökonomik
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
31
Katalognummer
V59118
ISBN (eBook)
9783638531405
ISBN (Buch)
9783656780748
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theorie, Martkversagens, Kontext, Umweltökonomik, Seminar, Umweltökonomik
Arbeit zitieren
Ursula Menhart (Autor:in), 2003, Die Theorie des Martkversagens im Kontext der Umweltökonomik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59118

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