Ein Portfolio zum Thema Theorie/ Theorieansätze und dessen Entwicklung in der Profession der Sozialen Arbeit. Beschäftigt wird sich mit den Fragen: Was ist Theorie? Welche Bedeutung haben Sie für die Soziale Arbeit? Und es werden Bezüge zu Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit gesucht.
Theorie ist überall und zu jeder Zeit existent. Sei es im Studium, um der Praxis die Legitimation zu erteilen. In der Fahrschule, um zu erlernen welche Regeln im Straßenverkehr zu beachten sind. Oder auch in der Musik, um Noten zu lesen und demnach das Instrument zu spielen. Laut Joas und Knöbl (2004) gibt es keinen Theoriefreien Raum. „[…] daß, empirische Beobachtungen – und seien sie noch so banal – nie frei von theoretischen Aussagen sind, […]“ (Joas/Knöble 2004:16). Somit basieren auf allen Praktischen Tätigkeiten Theorietische Grundlagen. Die Theorie ist ein wesentlicher Punkt, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist und welche nicht nur trocken und langweilig ist, sondern auch aufregend sein kann. Es kommt nur darauf an was man subjektiv aufregend und interessant findet. Fragt man einen Chemielaboranten*in ob die theoretischen, Wissenschaftlichen Hintergründe der Chemie langweilig und steif sind würde dies wohl kaum bejaht werden. Sowie ein begeisterter Musiker, welcher nicht behaupten würde, das Noten lesen nur ein geringeres übel sei. Wie man sieht ist die Theorie unabdingbar für jegliche Tätigkeit. Theorien stecken in jeder Disziplin, sei es Wissenschaftlich oder anderer Natur, wie im Sport oder Musikalischem Bereich. Was die Theorie im Wissenschaftlichen Kontext zu anderen Theorien unterscheidet ist die Verifizierung und Falsifizierung, also die Überprüfung der Theorie. Obwohl auch hier parallelen zu anderen Gebieten zu ziehen sind. In der Musik gibt die Praxis, dass spielen des Instruments, der Theorie die Berechtigung.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Theorie?
2. Theorie in der Sozialen Arbeit
3. Theorieansatz der Lebensweltorientierung
3.1 Fallbeispiel Nils
4. Vergleich Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung
5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Verständnis von Theorie im wissenschaftlichen Kontext zu klären und deren essenzielle Rolle innerhalb der Sozialen Arbeit zu beleuchten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie theoretische Konzepte in der praktischen Arbeit mit AdressatInnen Anwendung finden und zur professionellen Handlungsfähigkeit beitragen.
- Grundlagen der Theoriebildung und Wissenschaftstheorie
- Bedeutung und Funktion von Theorie in der Sozialen Arbeit
- Detaillierte Auseinandersetzung mit dem Ansatz der Lebensweltorientierung nach Thiersch
- Vergleichende Analyse zwischen Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung nach Böhnisch
- Reflexion über die Bedeutung theoretischer Leitlinien für die professionelle Praxis
Auszug aus dem Buch
Theoriebildung und Theorieansätze in der Sozialen Arbeit
Das Nachfolgende Essay beschäftigt sich mit der Frage, was Theorie ist und wie sie im Bereich der Sozialen Arbeit Anwendung findet, auch wird geklärt was Allgemeine Theorien und Wissenschaftliche Theorien bedeuten und wie sie zu differenzieren sind.
Für die meisten Menschen ist die Theorie wohl etwas Trockenes, langweiliges und nicht greifbar. Mit Theorie wird meist etwas lästiges Verbunden. „Theorie muss halt gemacht werden, da muss man halt jetzt durch.“ Solche Aussagen wird man des Öfteren hören, wenn es um Theorie geht. Sei es in einer Beruflichen Ausbildung oder beim erlernen des Führerscheins. Theorie wird als das lästige übel angesehen welches es zu überwinden gilt.
Wer kennt das nicht, frisch angefangen mit der Fahrschule, wird sich erst einmal durch unzählige Seiten Papier gekämpft. Der sogenannten Theorie. Bevor man endlich an die lang ersehnte Praxis Fahrstunde darf. Auch im Studienalltag sieht man die Theorie eher unter negativer Betrachtung. „Theorie ist immer mit Stupidem lernen verbunden, Spaß, eher Fehlanzeige“ Also was ist diese Theorie, die so steif und doch nötig ist?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Theorie?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Theorie, erläutert die Bedeutung von Verifikation sowie Falsifikation nach Popper und verdeutlicht das notwendige Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis.
2. Theorie in der Sozialen Arbeit: Hier wird die spezifische Rolle der Theorie in der Sozialen Arbeit als strukturgebendes Element und Prozess betrachtet, um soziale Tatbestände auf verschiedenen Ebenen zu erfassen.
3. Theorieansatz der Lebensweltorientierung: Dieses Kapitel erläutert das Handlungskonzept nach Thiersch, basierend auf drei Traditionslinien, und illustriert dessen Anwendung anhand eines Fallbeispiels.
4. Vergleich Lebensweltorientierung und Lebensbewältigung: Die Arbeit stellt die beiden Ansätze gegenüber und vergleicht sie hinsichtlich ihrer theoretischen Hintergründe, Merkmale, Ziele und ihrer Vorgehensweise in der Praxis.
5. Reflexion: Der Autor reflektiert den Lernerfolg des Moduls und verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit seinen persönlichen Erfahrungen als Werkstudent in einer forensischen Wohngruppe.
Schlüsselwörter
Theoriebildung, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Lebensbewältigung, Wissenschaftstheorie, Falsifikation, Handlungsfähigkeit, Sozialisation, Reflexion, Praxisbezug, Intervention, Fachkräfte, AdressatInnen, Alltag, Fallbeispiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Theorie in der Sozialen Arbeit, ihrer Differenzierung von Alltagswissen und ihrer praktischen Nutzbarkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Soziologie, der Ansatz der Lebensweltorientierung nach Thiersch und das Konzept der Lebensbewältigung nach Böhnisch.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie theoretische Konzepte als Leitlinien für professionelles Handeln dienen und den Alltag von AdressatInnen durch fundierte Unterstützung gelingender gestalten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Theorieanalyse, vergleicht bestehende Fachkonzepte und reflektiert diese anhand eines fiktiven sowie eines realen Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung der Lebensweltorientierung inklusive Fallbeispiel und den direkten Vergleich zur Lebensbewältigungstheorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Theoriebildung, Lebensweltorientierung, Handlungsfähigkeit, Reflexion, Soziale Arbeit und Adressatenorientierung.
Wie unterscheidet sich die Lebensweltorientierung von der Lebensbewältigung?
Während die Lebensweltorientierung den Fokus auf die Rekonstruktion des Alltags und die Ressourcen des Adressaten im sozialen Raum legt, zielt die Lebensbewältigung primär auf die Stärkung der individuellen Handlungsfähigkeit zur Bewältigung belastender Lebenslagen ab.
Welche Rolle spielt die Falsifikation in der Arbeit?
Die Falsifikation wird nach Popper als notwendiges Instrument eingeführt, um wissenschaftliche Theorien von Alltagstheorien abzugrenzen und deren Gültigkeit stetig zu überprüfen.
Wie wird das Fallbeispiel Nils analysiert?
Der Fall Nils dient dazu, die theoretischen Annahmen der Lebensweltorientierung in der Praxis der Schulsozialarbeit zu veranschaulichen, etwa durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und die Einbeziehung des familiären Umfelds.
Welche persönlichen Schlussfolgerungen zieht der Autor?
Der Autor erkennt, dass theoretische Ansätze keine starren Regeln sind, sondern notwendige Leitlinien, die ihn auch in seiner realen Tätigkeit als Werkstudent unterstützen, professioneller und reflektierter zu handeln.
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- Jona Schlieter (Autor), 2019, Theoriebildung und Theorieansätze in der Sozialen Arbeit. Ein Portfolio, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591240