Beziehungsarbeit und Kommunikation


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

1. Theoretische Grundlagen der Begriffsklärung
1.1 Begriffsklärung Kommunikation
1.2 Begriffsklärung Beziehung
1.3 Das Menschenbild der Humanistischen Pädagogik

2. Kommunikationsmodelle
2.1 Kommunikationsmodell von Schulz von Thun
2.2 Das Meta-Modell der Sprache von Bandler & Grinder
2.3.1 Das Milton-Modell
2.3 Das Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse
2.4 Das Persönlichkeitsmodell von Dietmar Friedmann

3. Fazit & Ausblick

Vorwort:

Was hat Kommunikation mit Beziehungsarbeit zu tun? Was Beziehung mit Arbeit? Wie lassen sich beide Begriffe zunächst definieren und von einander abgrenzen und schließlich wieder miteinander in Verbindung bringen?

In dieser Arbeit wird zunächst erklärt, was genau gemeint ist, wenn von Kommunikation die Rede ist und vor welchem erkenntnistheoretischen Hintergrund diese Sichtweisen zu verstehen sind. Dafür werden Kommunikationsmodelle des NLP, der TA und von Schulz von Thun herangezogen. Im Anschluss daran, wird auf das Persönlichkeitsmodell von Dietmar Friedmann eingegangen. Der dritte Teil stellt den Versuch dar einen Bogen zwischen Beziehungsarbeit und Kommunikation zu spannen und daraus Folgen für ein „gelingendes Miteinander“ zu ziehen.

1. Theoretische Grundlagen der Begriffsklärung

Den folgenden Ausführungen wird ein systemtheoretisches Denken zu Grunde gelegt, d.h. es wird auf die Systemtheorie wie sie Willke (1993) beschreibt Bezug genommen, welche wiederum auf der Basis autopoietischer Systeme nach Maturana & Varela (1987) basiert.

Die Antwort des Individuums, und der sozialen Systeme auf die zunehmende Komplexität der Umwelt ist eine Ausdifferenzierung der Systeme. Demzufolge lebt der Einzelne nicht nur „in“ einem einzigen System, sondern hat zugleich Anteil an mehreren Systemen. Daraus ergeben sich wiederum verschiedene Rollen und verschiedene Sinnsysteme, woraus m.E. wiederum sehr schnell eine Überforderung des Individuums resultieren kann.

Die Kompetenz bzw. Fähigkeit, bei der Fülle von Rollen den Überblick zu bekommen, hat nur die Person, welche sich tatsächlich „in“ den Systemen befindet.

Schubert (1999) betont in Anlehnung an Ulrich Beck (1996), dass das gesellschaftliche Individuum durch die gesellschaftlichen Veränderung eine enorme Belastung erfährt. Zu der Ausdifferenzierung der Systeme und der damit einhergehenden zunehmenden Komplexität kommt dann noch der politische, wirtschaftliche und sozialstrukturelle Wandel, der an Geschwindigkeit kontinuierlich und unaufhaltsam zu zunehmen scheint.

Ein Grundtheorem Maturana & Varelas (1983) der Autopoiesis besagt, dass komplexe Systeme sich in der Einheit, ihren Strukturen und Elementen kontinuierlich und in einem operativ geschlossenen Prozess mit Hilfe der Elemente reproduzieren, aus denen sie bestehen (Vgl.). In dieser operationalen Geschlossenheit können sich Menschen nur verstehen, indem sie sich auf sich selbst beziehen bzw. auf ihre jeweilige Entwicklungsgeschichte und -struktur zurückblicken und diese wiederum in ihre individuelle Persönlichkeitsstruktur einbetten. Kommunikation ist demnach stets als Interpretationsleistung des Individuums zu betrachten und nur gemessen an dessen Geschichte zu verstehen. Bei der Betrachtung der Beziehungsarbeit und der Kommunikation ist deshalb subjektorientiert vorzugehen, d.h. Strukturen und Kommunikation muss kommunizierbar gemacht werden. Wie das im konkreten Fall möglich ist, d.h. wie Sprache und Kommunikation kommunizierbar gemacht werden kann, bzw. warum nun gerade in dieser hier vorgenommenen Art und Weise, das soll im folgenden genauer erörtert werden (u.a. unter Kapitel 1.3 Das Menschenbild der Humanistischen Pädagogik & Kapitel 2. Kommunikationsmodelle)

1.1 Begriffsklärung Kommunikation

Was gemeinhin als Kommunikation verstanden wird ist im Alltag oftmals das „starre Sender-Empfänger-Modell“. Damit ist gemeint Sender A sendet eine Botschaft zu Sender B und diese kommt auch genau so an, wie diese ursprünglich los geschickt wurde. Das heißt eine veraltete Vorstellung davon, dass das Gesagte durch den „luftleeren“ Raum schwebt und in quasi unverfälschter Weise auf einen Empfänger trifft. Nach neueren Kommunikationsmodellen ist das natürlich nicht mehr so.

Im Folgenden wird deshalb aufgeführt, was bestimmte Kommunikationstheoretiker unter sytemtheoretischen- und dem Gesichtspunkt der Humanistischen Psychologie unter Kommunikation verstehen.

1.2 Begriffsklärung Beziehung

Wenn man von Beziehung im pädagogischen Bereich spricht kommt man nicht umhin Hermann Nohl (Vgl. Reble, S. 363, 1995) zu erwähnen. Er formte als erster den Begriff des pädagogischen Bezuges. Damit ist die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernendem bezeichnet, dass dieser Erwachsene auf den zu Erziehenden einwirke, so dass dieser zu seiner Form komme. Nach Nohl verkörperte der „Pädagoge“ (meine eigenen Worte) das fleischgewordene Wort, den „objektiven Geist“. Im sittlichen Sinne war der Erzieher die voll entfaltete Persönlichkeit. Diese wiederum war gefüllt mit Wissen der Antike, des Neuhumanismus, der Aufklärung und des Christentums. Dahinter verbirgt sich noch der Grundgedanke, dass der Mensch durch Beschäftigung mit Kultur sittlich wird. Hier wird wiederum ein Grundparadoxon sichtbar. Der Mensch wird Wissen von außen aufoktroyiert. Ihm wird quasi gesagt, was er zu lernen habe, damit er zu seiner „Form“ komme und am Ende dieses Erziehungsprozesses soll er dann frei entscheiden können. Aus einem Abhängigkeitsverhältnis soll quasi eine Person hervorgehen, die frei entscheiden und eigenverantwortlich handeln soll.

Miller (1983) macht darauf aufmerksam, dass eine strenge Erziehung lediglich lehre zu lehren (Vgl. S. 121) Dieses hierarchische Verhältnis, was in dieser Definition zur Geltung kommt ist längst einem partnerschaftlichen gewichen. Der Pädagoge ist ein Helfer und der Lernende enthält seinen „Lernplan“ bzw. seine Ressourcen bereits in sich. Dieses Denken entspringt der Humanistischen Pädagogik.

Brem-Gräser (1993) konstatiert in Anlehnung an Tausch & Tausch (die deutschen Vertreter der von Rogers begründeten klientenzentrierten Gesprächsführung), dass für die Qualität der interpersonellen Beziehung die Einstellung und die Bereitschaft zur Selbstexploration ausschlaggebend seien. Weisbach (2001) warnt diesbezüglich vor Gesprächsstörern (Vgl. S. 125), die u.a. daher rühren, dass man vorschnell von sich auf seinen Gesprächspartner schließt und von sich redet oder Ratschläge präsentiert.

(Auch Ratschläge sind Schläge! <= Genau wie dieser!)

In diesem Fall ist nach Weisbach das Gespräch gestört.

Ein ideales Gespräch bzw. ein ideales Kommunikationsverhalten ist nach Rogers (1995) das „aktive nicht-wertende Zuhören“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Beziehungsarbeit und Kommunikation
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V59136
ISBN (eBook)
9783638531542
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beziehungsarbeit, Kommunikation
Arbeit zitieren
Ilona Pfaff (Autor), 2005, Beziehungsarbeit und Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59136

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