Warum manche Kinder sich sehr geschickt ausdrücken und manche Schwierigkeiten haben einen Satz zustande bringen, mit diesem Gegenstand beschäftigen sich Entwicklungspsychologen schon lange und intensiv Mindestens genauso lange besteht die Diskussion über die Wichtigkeit der Anlage gegenüber der Einflusskraft der unmittelbaren Umgebung, wie z.B. Familie, Lebensstil, Bildungsgrad und Sprachstil der Eltern, Mutter- Kind Kommunikation (Vgl. Oerter & Montada, 1995). Zusammenfassend kann man sagen, dass der Umfang des Sprachschatzes stark mit den Gegenständen und den Sachverhalten zu tun hat, welche dem Kind präsentiert wird. Ein reger kommunikativer Austausch wirkt sich auf jeden Fall wachstumsfördernd auf den Wortschatzumfang des Kindes aus. Wenn man nun von den anthropogenen Voraussetzungen absieht weiß man, dass nicht jedes Kind mit den gleichen sozio-kulturellen Voraussetzungen gesegnet ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Bildung im Kindergarten - im Vergleich zur Grundschule – durch Sprache.
1.1 Früher Kontakt mit Sprache und Welt ist unverzichtbar für eine gesunde Sprachentwicklung.
1.2 Eltern-Kind-Beziehung.
1.3 Sprachliche Entwicklung und Sprachliche Förderung.
1.4 Welche Funktion hat Sprache?
1.5 Eigenschaften von Sprache.
1.6 Sprachentwicklung aus der Sicht der Entwicklungspsychologie.
2. Bildungsplan für Sprache am Beispiel Deutsch im Kindergarten.
2.1 Bildungspläne für die Bundesländer.
2.2 Aufgabe des Kindergartens bzgl. der Förderung der sprachlichen Kompetenzen Kritik der einseitigen Sprachförderung.
2.3 Wie soll der Kindergarten auf die Schule vorbereiten? Bildungsziele des Kindergartens im Konkreten.
2.3.1 Der „lebensbezogene Ansatz“ im Kindergarten
2.4 Schulfähigkeitsprofil im Bereich Sprache.
2.5 Welche Programme der Sprachförderung gibt es?
3. Bildungsplan für Sprache am Beispiel Deutsch in der Grundschule.
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Sprache als zentrales Fundament für Bildungsprozesse im Elementar- und Primarbereich. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine effektive Sprachförderung im Kindergarten gestaltet sein muss, um eine gelungene Schulfähigkeit und langfristigen Bildungserfolg zu gewährleisten, unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Voraussetzungen bei Kindern.
- Sprachentwicklung aus entwicklungspsychologischer Perspektive
- Strukturen und Bildungspläne für Sprache im Kindergarten und der Grundschule
- Kritische Analyse einseitiger Sprachförderungsmaßnahmen (z.B. bei Migrationshintergrund)
- Konzeptionelle Ansätze zur Schulvorbereitung, insbesondere der „lebensbezogene Ansatz“
- Definition von Schulfähigkeitsprofilen im Bereich Sprache
Auszug aus dem Buch
1.1 Früher Kontakt mit Sprache und Welt ist unverzichtbar für eine gesunde Sprachentwicklung:
Warum manche Kinder sich sehr geschickt ausdrücken und manche Schwierigkeiten haben einen Satz zustande bringen, mit diesem Gegenstand beschäftigen sich Entwicklungspsychologen schon lange und intensiv Mindestens genauso lange besteht die Diskussion über die Wichtigkeit der Anlage gegenüber der Einflusskraft der unmittelbaren Umgebung, wie z.B. Familie, Lebensstil, Bildungsgrad und Sprachstil der Eltern, Mutter-Kind Kommunikation (Vgl. Oerter & Montada, 1995).
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Umfang des Sprachschatzes stark mit den Gegenständen und den Sachverhalten zu tun hat, welche dem Kind präsentiert wird. Ein reger kommunikativer Austausch wirkt sich auf jeden Fall wachstumsfördernd auf den Wortschatzumfang des Kindes aus. Wenn man nun von den anthropogenen Voraussetzungen absieht weiß man, dass nicht jedes Kind mit den gleichen sozio-kulturellen Voraussetzungen gesegnet ist. Das Extrembeispiel: Bei den einen wird schon morgens mit dem Dreijährigen diskutiert, woher die Butter kommt, wogegen bei der anderen Familie jegliche kommunikative Verlautbarung des Pius als störendes Ärgernis am Frühstückstisch angesehen wird. Das sind Extrembeispiele – sicher – doch sie zeigen eines. Förderung auf der einen- und Unterdrückung auf der anderen Seite. Man weiß auch, dass die soziale Klasse den Wortschatz des Kindes beeinflusst (Vgl. Lawton, 1970).
Aber nicht nur auf der verbalen Ebene ist es wichtig Lebenswelt zu kommunizieren, sondern auch auf der visuellen taktilen Ebene. Die Kinder müssen auch erfahren. Sie müssen ihre Lebenswelt erfahren. Ein Kind, welches auf dem Bauernhof war kennt mit Sicherheit viele Wörter, die das originäre Landleben betreffen, wie melken, Mistgabel etc. . Ein Kind, welches nie auf einem Bauernhof war bekommt vielleicht gerade mal hin, dass dort eine Kuh steht, die ab und zu mal muht.
Die grammatischen Strukturen eignet sich das Kind unbewusst an. Beispielsweise bekommt es schnell ein Sprachgefühl für die Vergangenheitsform Perfekt. Die Vergangenheitsform der gesprochenen deutschen Sprache (Vgl. Eisenberg, 1998). Es weiß schell, dass die gesprochene Vergangenheit des Deutschen mit entweder dem Hilfsverb ‚haben‘ oder ‚sein‘ und dem Partizip Perfekt II gebildet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bildung im Kindergarten - im Vergleich zur Grundschule – durch Sprache.: Dieses Kapitel beleuchtet die grundlegenden Bedingungen, Funktionen und entwicklungspsychologischen Aspekte von Sprache bei Kindern.
1.1 Früher Kontakt mit Sprache und Welt ist unverzichtbar für eine gesunde Sprachentwicklung.: Es wird erläutert, wie das häusliche Umfeld und die Erfahrungen in der Lebenswelt den Wortschatz und das grammatikalische Verständnis des Kindes prägen.
1.2 Eltern-Kind-Beziehung: Hier wird die Bedeutung einer empathischen und förderlichen Eltern-Kind-Beziehung für das Vertrauen und die sprachliche Entfaltung des Kindes unterstrichen.
1.3 Sprachliche Entwicklung und Sprachliche Förderung.: Der Fokus liegt auf dem Wachstumsprozess der Sprache und der Notwendigkeit einer akzeptierenden Lernumwelt ohne hemmendes Korrigieren.
1.4 Welche Funktion hat Sprache?: Dieses Kapitel beschreibt Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern als Instrument zur Selbstreflexion, Bewusstseinsbildung und als Grundvoraussetzung für deduktives Denken.
1.5 Eigenschaften von Sprache: Es erfolgt eine Unterscheidung zwischen schriftlicher und gesprochener Sprache sowie deren Bedeutung als Fundament für Persönlichkeitsbildung.
1.6 Sprachentwicklung aus der Sicht der Entwicklungspsychologie.: Das Kapitel definiert vier zentrale Bereiche der Sprachentwicklung (Verständnis, Wortschatz, Satzbildung, Aussprache) und ordnet diese in den Lebenslauf ein.
2. Bildungsplan für Sprache am Beispiel Deutsch im Kindergarten.: Hier werden die strukturellen Rahmenbedingungen und Orientierungspläne für die Sprachförderung im Kindergarten thematisiert.
2.1 Bildungspläne für die Bundesländer.: Ein kurzer Überblick über die gesetzlichen Grundlagen und Implementierungsstrategien der Orientierungspläne.
2.2 Aufgabe des Kindergartens bzgl. der Förderung der sprachlichen Kompetenzen Kritik der einseitigen Sprachförderung.: Das Kapitel diskutiert aktuelle Maßnahmen und kritisiert einseitige Ansätze der Sprachförderung bei Migrantenkindern.
2.3 Wie soll der Kindergarten auf die Schule vorbereiten? Bildungsziele des Kindergartens im Konkreten.: Es wird die implizite Zielsetzung der Schulreife und der Erwerb von Vorläuferfähigkeiten wie phonologischer Bewusstheit behandelt.
2.3.1 Der „lebensbezogene Ansatz“ im Kindergarten: Vorstellung eines kindorientierten Ansatzes, der Bildung in einen kooperativen und vernetzten Lebenskontext stellt.
2.4 Schulfähigkeitsprofil im Bereich Sprache.: Dieses Kapitel definiert sechs Aspekte der Sprachkompetenz (von Sprechfähigkeit bis Schriftgebrauch) inklusive konkreter Übungsvorschläge.
2.5 Welche Programme der Sprachförderung gibt es?: Kurze Vorstellung von Förderprogrammen wie „Fit in Deutsch“ und der Bedeutung früher Interventionen.
3. Bildungsplan für Sprache am Beispiel Deutsch in der Grundschule.: Zusammenfassung von Zielen und methodischen Ausrichtungen des neuen Bildungsplans für die Grundschule in Baden-Württemberg.
4. Fazit: Die Schlussbetrachtung fordert eine konsequente, frühzeitige Förderung, kritisiert Defizite in der aktuellen Bildungslandschaft und unterstreicht die Rolle des Kindergartens als Basis der zukünftigen Persönlichkeitsentwicklung.
Schlüsselwörter
Sprachentwicklung, Sprachförderung, Kindergarten, Grundschule, Schulfähigkeit, Bildungsplan, Eltern-Kind-Beziehung, Lebensbezogener Ansatz, Phonologische Bewusstheit, Semilingualismus, Sprachkompetenz, Elementarpädagogik, Erstsprache, PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sprache als essenzielle Grundlage für Bildung, den Anforderungen an die Sprachförderung im Kindergarten sowie der Vorbereitung auf die Grundschule.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Im Fokus stehen die entwicklungspsychologischen Grundlagen von Sprache, die Umsetzung staatlicher Bildungspläne, Ansätze zur Sprachförderung bei unterschiedlichen Lernvoraussetzungen sowie das Konzept der Schulfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprachförderung im Elementarbereich effektiv gestaltet werden kann, um Kindern die besten Voraussetzungen für ihren weiteren Bildungsweg zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen Erkenntnissen sowie einer Analyse und Diskussion offizieller Bildungspläne und pädagogischer Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Sprachentwicklung, die Aufgaben des Kindergartens, verschiedene didaktische Ansätze wie den „lebensbezogenen Ansatz“ und konkrete Kriterien für Schulfähigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachförderung, Elementarpädagogik, Schulfähigkeit und Bildungsgerechtigkeit geprägt.
Was kritisiert die Autorin an der aktuellen Sprachförderung?
Kritisiert wird insbesondere eine einseitige Sprachförderung, die die Muttersprache vernachlässigt, und die Gefahr der Entstehung eines „Semilingualismus“ bei Kindern mit Migrationshintergrund.
Wie unterscheidet sich der „lebensbezogene Ansatz“ von anderen Konzepten?
Der lebensbezogene Ansatz zeichnet sich durch eine konsequente Kindorientierung aus, die weit über den Situationsansatz hinausgeht und Bildungsthemen direkt mit dem Leben und Erleben der Kinder verknüpft.
Welche Bedeutung hat die „phonologische Bewusstheit“ für das Kind?
Sie gilt als eine zentrale Vorläuferfähigkeit für den späteren Schriftspracherwerb (Lesen und Schreiben), da sie die Fähigkeit beschreibt, Laute und Silben in der gesprochenen Sprache aktiv zu unterscheiden.
- Quote paper
- Ilona Pfaff (Author), 2005, Bildung im Kindergarten im Vergleich zur Grundschule - durch Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59138