Essstörungen in der Pubertät


Hausarbeit, 2006
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Phasen der Pubertät
1.1. Vor- oder Frühpubertät
1.2. Pubertät
1.3. Adoleszenz

2. Klassifikation von Essstörungen
2.1. Anorexia nervosa (Magersucht)
2.2. Bulimie (Ess-Brech Sucht)
2.3. Adipositas (Fettsucht)
2.4. Binge Eating Disorder

3. Ursachen von Essstörungen in der Pubertät bei Mädchen/jungen Frauen

4. Essstörungen bei Jungen bzw. jungen Männern
4.1. Ursachen

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Immer öfter tragen Jugendliche, insbesondere Mädchen, ihre Konflikte mit dem Erwachsenwerden in Form von Essstörungen aus. Dadurch kommt es zur Gefährdung der physischen und psychischen Gesundheit der Betroffenen. Ihr Verhalten nimmt einen so zwanghaften Charakter an, dass es zur regelrechten Sucht wird.[1] Aus diesem Grund möchte ich mich in meiner Hausarbeit mit dem Thema „Essstörungen in der Pubertät“ auseinandersetzen. Wobei sich die Frage stellt, wodurch gerade in der Pubertät Essstörungen ausgelöst werden.

Um einen Einstieg zu gewähren, werde ich als erstes auf die einzelnen Phasen der Pubertät eingehen. Dazu zählen die Vorpubertät, die Pubertät und die Adoleszenz. Um eine Übersicht über die Essstörungen zu erhalten, werde ich in Abschnitt zwei die verschiedenen Formen der Essstörungen erläutern. Dazu zählen die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimie), die Esssucht (Adipositas) und die Essstörung mit Essanfällen (Binge Eating Disorder). Des Weiteren werde ich in diesem Zusammenhang darauf eingehen, wodurch sich die verschiedenen Essstörungen unterscheiden. Im Anschluss daran sollen die verschiedenen Ursachen der Essstörungen während der Pubertät dargestellt werden. Dabei werde ich mich erstmal nur auf die Mädchen bzw. jungen Frauen beziehen, da diese den überwiegenden Teil der von einer Essstörung Betroffenen einnehmen. Da die Jungen bzw. jungen Männer nicht unerwähnt bleiben sollen, werde ich auf diese am Ende meiner Arbeit eingehen.

1. Phasen der Pubertät

Die einzelnen Etappen der Pubertät lassen sich zeitlich nicht genau eingrenzen, da sie individuell abhängig sind. Sie lassen sich aber in drei Phasen unterteilen.[2] Dabei wird zwischen Vorpubertät, Pubertät und Adoleszenz unterschieden.

Als Pubertät wird die körperliche Veränderung des Kindes in den Körper des Erwachsenen bezeichnet. Durch diese körperlichen Veränderungen kommt es zur Befähigung zur Fortpflanzung.

Als Adoleszenz wird die psychosoziologische Periode beschrieben die über die Pubertät hinausgeht. Sie führt von der Kindheit ins Erwachsenensein.

1.1. Vor- oder Frühpubertät

Bei den Mädchen findet diese Phase zwischen ca. 10 und 13 Jahren statt, bei den Jungen etwa ein bis zwei Jahre später, zwischen ca. 11 und 14 Jahren. Sowohl Jungen wie auch Mädchen legen in dieser Phase nach und nach die Unbefangenheit aus Kinderzeiten ab. Es treten Stimmungsschwankungen auf, die mit Grübeln, Verschlossenheit, Unsicherheit und Empfindsamkeit einhergehen. Das mangelnde Gleichgewicht wird von körperlichen Veränderungen begleitet. Es kommt zum schnellen Längenwachstum und zum Erscheinen der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale. Neben den physischen Veränderungen treten mentale und emotionale Veränderungen auf. Sie sind starrsinnig, anfällig für neue Ideen, leicht zu irritieren, zum einen voller Komplexe und zum anderen voller Selbstüberschätzung. Des Weiteren fehlt ihnen in manchen Situationen die Selbstbeherrschung.[3] In folge dessen sind Auseinandersetzungen mit den Eltern unvermeidbar. Einerseits wehren sie sich gegen die Kontrolle und Bevormundung der Eltern, andererseits suchen sie immer wieder deren Nähe.

Hauptinteresse liegt in dieser Zeit auf den eigenen körperlichen Veränderungen. Diese werden betrachtet und es wird versucht sich mit dem Wandel der äußeren Erscheinung anzufreunden. In der ersten Phase ruht das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen. Jungen wollen von den Mädchen nichts wissen. Sie wollen unabhängig werden und sind indirekt auf der Flucht vor der umsorgenden Liebe der Mutter. Die Mädchen spiegeln aber gerade diese emotionale Abhängigkeit wieder, die sie eigentlich abschütteln wollen.

Mädchen sind in dieser Phase oft noch auf den Vater fixiert. Ihre Beziehung zu ihm ist meist harmonisch und unbefangen. Erst nach und nach laufen andere „Idole“ dem Vater den Rang ab.[4]

1.2. Pubertät

In dieser Pubertät sind die Mädchen zwischen ca. 13 und 16 Jahren und die Jungen zwischen ca. 14 und 17 Jahren. Es gibt eine Fortsetzung der physischen und psychischen Reifung. Der Körper bekommt die endgültigen Rundungen und Proportionen und das Körperwachstum schränkt sich ein. Es kommt zur ersten Menarche und Ejakularche. Die Mädchen empfinden das als aufregendes Erlebnis. Sie werden vom Mädchen zur jungen Frau. Die Jungen sind zum einen unangenehm berührt aber zum anderen Stolz auf den Beweis ihrer Männlichkeit. Der Geschlechtstrieb nimmt in dieser Phase zu. Des Weiteren wollen sich die Heranwachsenden oft sichtbar von ihren Eltern unterscheiden, was sich in verrückter Kleidung oder ausgefallenen Frisuren widerspiegeln kann. Um sich selbst zu finden, nehmen sie von den Erwartungen der Eltern Abstand. Daraus resultieren Konflikte mit diesen. Väter haben bei ihren Töchtern die Angst, dass sie ihnen entgleiten, während sie mit den Söhnen Machtkämpfe auszutragen haben. Bei den Müttern kommt der Verlust der emotionalen Kontrolle zum tragen, aber auch die Abnahme von Kontroll- und Einflussmöglichkeiten.[5]

In dieser Zeit kommt es oft außerhalb des zu Hauses zu einer Art Gruppenbildung unter den Gleichaltrigen. Cliquen entstehen, wo sich über Musik, Idole und Streit mit den Eltern ausgetauscht werden kann.

Die Entwicklung der mentalen Reife setzt sich in dieser Zeit fort. Die Denkweise wird zunehmend abstrakter, aber es fehlt trotz allem noch die Objektivität. Die eigenen Gedanken und Ideen werden weiterhin emotional gelenkt, subjektive vermischen sich mit objektiven Eindrücken. Merkmale dieser Phase sind Introvertiertheit, Schüchternheit, aber auch Verhaltensweisen wodurch Selbstbestätigung angestrebt wird.[6]

1.3. Adoleszens

Bei Mädchen findet die Phase der Adoleszenz zwischen ca. 15,5 und 20 Jahren statt, bei den Jungen zwischen 16 und 21 Jahren. In dieser Zeit finden die Jugendlichen zu ihrem inneren Gleichgewicht. Sie verstehen sich selber besser, können Grenzen und Fähigkeiten einschätzen und sind bereit sich in das Erwachsenenleben zu integrieren. Der Jugendliche hat zwar noch keinen Platz in der Gesellschaft gefunden, aber das Gefühl der Leere und Verlorenheit der zurück liegenden Jahre hat sich verflüchtigt. Ihr Denken ist präziser, fundierter, wobei sie gleichzeitig flexibler und differenzierter in ihrem Urteil über Andere sind.

Durch bereits gemachte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, können sie zunehmend offen und normal mit diesem umgehen. Die Bedeutung der Clique nimmt ab. An dessen Stelle treten hetero- bzw. homosexuelle Beziehungen. Zusätzlich gibt es nicht mehr nur den einen besten Freund oder die eine beste Freundin, sondern es ergänzen sich Beziehungen verschiedenster Arten.[7]

Auch die Beziehung zu den Eltern wird wieder offener und ausgeglichener. Darüber hinaus kommt es dazu, dass die Jugendlichen sich immer häufiger mit ihrer Zukunft beschäftigen. Was will ich werden und wie will ich mal leben?[8] - Sind zentrale Fragen die sie sich stellen. Sie entwickeln eine Art Lebensplan für die Zukunft. Dieser muss nicht detailliert sein, aber gibt den Entscheidungen für die Zukunft einen Sinn.[9]

[...]


[1] Nitsch/Beil/von Schelling, S.222

[2] Nitsch/Beil/von Schelling, S.24

[3] FAMILIE heute, S.1

[4] Nitsch/Beil/von Schelling, S. 24

[5] Nitsch/Beil/von Schelling, S. 25

[6] FAMILIE heute, S.2

[7] FAMILIE heute, S. 3

[8] Nitsch/Beil/von Schelling, S.28

[9] FAMILIE heute, S.3

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Essstörungen in der Pubertät
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V59148
ISBN (eBook)
9783638531634
ISBN (Buch)
9783638766432
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Essstörungen, Pubertät
Arbeit zitieren
Dipl. Sozialpädagogin FH Ina Clauhs (Autor), 2006, Essstörungen in der Pubertät, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59148

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