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Die Industrialisierung und Urbanisierung am Beispiel Nürnberg

Title: Die Industrialisierung und Urbanisierung am Beispiel Nürnberg

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julie Andrea Tiemann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Einleitung

Die industrielle Revolution begann im späten 18. Jahrhundert in England. Sie basierte auf wichtigen Erfindungen und einer vorangegangenen agrarischen Revolution, welche zu einer Besitzumschichtung und zur Entwicklung eines ländlichen Proletariats von Lohnarbeitern führte, die später von den neu entstandenen städtischen Industriebetrieben übernommen werden konnten. In Kontinentaleuropa vollzog sich die Industrialisierung nur sehr langsam und, gemessen an England, mit großer zeitlicher Verzögerung. In Deutschland mußten zunächst feudale Hemmnisse beseitigt und die zollpolitische Zersplitterung durch die Gründung des Zollvereins überwunden werden, damit die Industrialisierung in ihrem ganzen Ausmaß einsetzen konnte. Bis zum Jahr 1840 konnte man in Deutschland jedoch noch nicht von einer Industrialisierung sprechen; erst Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sie in Teilen Deutschlands ein.

Im Vergleich zu Westeuropa und anderen Teilen Deutschlands setzte die Industrialisierung in Bayern erst relativ spät ein. Das Königreich Bayern war in der ersten Hälfte des

19. Jahrhunderts noch überwiegend Agrarland. Um 1800 machte das Landvolk fast 80% der Gesamtbevölkerung aus. 1850 waren es nur noch etwa 50%, die Landwirtschaft blieb jedoch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der dominierende Wirtschaftszweig in Bayern. Neben der Landwirtschaft spielte darüber hinaus das auf Stadt und Land verteilte Handwerk eine bedeutende Rolle. Einige städtische Zentren machten bereits industrielle Fortschritte, zum Beispiel Augsburg, Nürnberg, Würzburg und München.

Während der Industrialisierung fanden in Deutschland und auch in Bayern große Be-völkerungswanderungen statt. Die „Landflucht“ führte die Menschen in die expandierenden Städte. Die durch die Industrialisierung neu entstandenen Arbeitsplätze und insbesondere der Anstieg in der Nachfrage nach Arbeitskräften lockte die Menschen zusätzlich in die Städte. Laut Werner Sombart ist die Industrie somit zum „Städtegründer“ geworden. Aber auch die Städte haben durch ihre unterschiedlichen funktionalen Voraussetzungen und Strukturen eine bedeutende Rolle für die Industrialisierung gespielt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Bauernbefreiung

2. Die Industrialisierung in Bayern

3. Die Binnenwanderung

4. Die Urbanisierung

5. Probleme der Verstädterung

6. Eingemeindungen

7. Die Stadt Nürnberg

7.1. Die Industrialisierung in Nürnberg

7.2. Die Urbanisierung Nürnbergs

7.3. Die Eingemeindung der Nürnberger Vorstädte

Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die wechselseitige Abhängigkeit von Industrialisierung und Urbanisierung am Beispiel der Stadt Nürnberg im 19. Jahrhundert. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie der technologische Wandel und die damit einhergehende wirtschaftliche Entwicklung die Bevölkerungsstruktur und die städtische Ausdehnung Nürnbergs maßgeblich beeinflussten.

  • Historische Grundlagen der Bauernbefreiung und Landflucht
  • Die Entwicklung der Industrialisierung im Königreich Bayern
  • Prozesse der Urbanisierung und die Entstehung städtischer Infrastruktur
  • Soziale Folgen der Verstädterung, wie Wohnungsnot und Eingemeindungen
  • Die Sonderstellung Nürnbergs als industrielles Wachstumszentrum

Auszug aus dem Buch

Die Binnenwanderung

Die Bauernbefreiung und der ansetzende Industrialisierungsprozeß brachten die Menschen in Bewegung. Zum einen kam es zu einer Bewegung in den beruflich-sozialen Verhältnissen (vertikale Mobilität), zum anderen zu einer Bewegung in der räumlichen Gebundenheit (horizontale Mobilität). Da die Arbeit in der Landwirtschaft einen hohen Einsatz an menschlicher Arbeitskraft erforderte, lebte die Bevölkerung zunächst weitgehend auf dem Land. Erst im Zuge der Industrialisierung begann sich die Bevölkerungsverteilung in Bayern zu verändern. In den Städten wurden zunehmend Arbeitskräfte in der Industrie benötigt, so daß bald eine starke Land-Stadt-Wanderung einsetzte. Gerade die vom Pauperismus betroffenen Bevölkerungsschichten sahen mit der Abwanderungen in die Städte und die dortigen Fabriken einen Ausweg aus ihrer mißlichen Lage.

Die Binnenwanderung war die größte Massenbewegung der deutschen Geschichte. Sie beruhte vor allem auf zwei Impulsen: Der Verlaß des Wohnortes als Flucht vor Aussichtslosigkeit oder Nahrungsknappheit und die Hoffnung, in den wachsenden Städten einen sozialen Aufstieg zu erlangen. Durch den Wegfall der persönlichen Bindungen der Bauern und Tagelöhner an ihren Grundherren wurde für diese Bevölkerungsgruppen der Abzug vom Land möglich. Die später eingeführte Gewerbefreiheit ermöglichte und erleichterte darüber hinaus den Zugang zu vielen Berufen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die industrielle Revolution und die wirtschaftliche Ausgangslage in Bayern sowie Erläuterung der Forschungsgegenstände Industrialisierung und Urbanisierung.

1. Die Bauernbefreiung: Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche durch die Aufhebung der Leibeigenschaft und den daraus resultierenden Pauperismus auf dem Land.

2. Die Industrialisierung in Bayern: Darstellung der regionalen Entwicklung und der Bedeutung von technischem Fortschritt sowie der Eisenbahn für die bayerische Wirtschaft.

3. Die Binnenwanderung: Erläuterung der Massenbewegung vom Land in die Stadt als Folge von beruflicher und räumlicher Mobilität sowie wirtschaftlichem Zwang.

4. Die Urbanisierung: Unterteilung des Verstädterungsprozesses in drei historische Phasen und Analyse des Städtewachstums.

5. Probleme der Verstädterung: Untersuchung der sozialen Auswirkungen wie Wohnungsnot, überbelegte Häuser und der Entstehung der sogenannten Sozialen Frage.

6. Eingemeindungen: Beschreibung der administrativen Erweiterung von Städten zur Entlastung überlasteter Stadtgebiete und zur Sicherung industrieller Infrastruktur.

7. Die Stadt Nürnberg: Spezifische Analyse der industriellen und urbanen Entwicklung Nürnbergs sowie der damit verbundenen Eingemeindung der Vorstädte.

Resümee: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der wechselseitigen Abhängigkeit von Industrie und Stadtentwicklung in Nürnberg.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Urbanisierung, Nürnberg, Binnenwanderung, Bauernbefreiung, Stadtentwicklung, Sozialgeschichte, 19. Jahrhundert, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Eingemeindung, Pauperismus, Landflucht, Industriegeschichte, Bayern.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit thematisiert den historischen Zusammenhang zwischen der Industrialisierung und dem Prozess der Urbanisierung in Bayern, mit einem speziellen Fokus auf die Stadt Nürnberg im 19. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Bauernbefreiung, die Binnenwanderung, das städtische Bevölkerungswachstum, die infrastrukturellen Probleme der Verstädterung sowie die politischen Prozesse der Eingemeindung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie sich Industrialisierung und Verstädterung gegenseitig bedingten und wie Nürnberg durch diesen Prozess zu einem bedeutenden industriellen Wirtschaftszentrum aufstieg.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen und statistischen Daten zur Bevölkerungsentwicklung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Darstellung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandlungsprozesse im 19. Jahrhundert und eine detaillierte Fallstudie zur Entwicklung der Stadt Nürnberg.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Industrialisierung, Urbanisierung, Binnenwanderung, Pauperismus und Eingemeindung geprägt.

Warum war Nürnberg ein „Wachstumspol“ der Wirtschaft?

Nürnberg profitierte früh von einer innovativen Wirtschaft, dem Anschluss an das Eisenbahnnetz durch die Ludwigsbahn sowie einer vorausschauenden kommunalen Struktur, die neue Industriezweige wie den Maschinenbau förderte.

Warum gab es Spannungen zwischen Nürnberg und Fürth bei Eingemeindungsfragen?

Die kleineren Nachbarstädte, wie etwa Fürth, entwickelten häufig eine rivalisierende Haltung gegenüber der wachsenden Großstadt und lehnten Eingemeindungen aus Angst vor dem Verlust ihrer Autonomie und Identität konsequent ab.

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Details

Title
Die Industrialisierung und Urbanisierung am Beispiel Nürnberg
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Course
Hauptseminar: Die industrielle Revolution in Bayern: Ein Land zwischen technischer Evolution, Maschinenstürmern und Agraridylle
Grade
2,0
Author
Julie Andrea Tiemann (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V59151
ISBN (eBook)
9783638531658
ISBN (Book)
9783656782957
Language
German
Tags
Industrialisierung Urbanisierung Beispiel Nürnberg Hauptseminar Revolution Bayern Land Evolution Maschinenstürmern Agraridylle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julie Andrea Tiemann (Author), 2005, Die Industrialisierung und Urbanisierung am Beispiel Nürnberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59151
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