Wie lässt sich HipHop definieren? Das ist ganz davon abhängig, welchem Personenkreis man HipHop erklären möchte. Wenn ich HipHop in einem Satz definieren müsste, würde ich das folgendermaßen tun: HipHop ist ein Überbegriff für einen umfassenden kulturellen Komplex, bestehend aus den vier Elementen Graffiti, Breakdance, MCing und DJing (letztere zwei werden zusammengefasst auch als Rap bezeichnet). HipHop enthält aber nicht nur die vier Elemente, sondern das gesamte kulturelle Umfeld wie spezifische Mode, Stil, Einstellungen und Ideologien. HipHop ist eine (Sub-)Kultur oder Jugendkultur mit einer eigenen Sprache, mit eigenen Werten und einer ganz eigenen Weltanschauung.
Diese Arbeit geht vor allem auf den geschichtlichen Hintergrund von HipHop ein. Dabei werden die Entstehung und die Entwicklung dieser Jugendkultur thematisiert. Angefangen in New York bis zur globalen Ausbreitung. Diese Kultur hat schon eininges hinter sich und es ist noch kein Ende in Sicht...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historisches
2.1. Entstehung von HipHop
2.2. Elemente des HipHops
2.3. Entwicklung der Rap-Musik
3. Die deutsche HipHop-Szene
3.1. Deutscher HipHop
3.2. Der deutsche Gangsta-Rap
4. Schlusswort
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Ursprünge der HipHop-Kultur, ihre zentralen Elemente sowie deren Bedeutung für Jugendliche als Ausdrucksform und Lebenswelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung der Rap-Musik sowie der spezifischen Ausprägung und Transformation der HipHop-Szene im deutschen Kontext.
- Historische Entstehungsbedingungen der HipHop-Kultur in den New Yorker Ghettos
- Analyse der vier Grundpfeiler: DJing, MCing, Graffiti und Breakdance
- Systematisierung der Rap-Genres von Old School über New School bis zum Gangsta-Rap
- Kultureller Transfer und Adaption von HipHop in Deutschland
- Die Rolle von HipHop als Identitätsstifter und Widerstandskultur für marginalisierte Jugendliche
Auszug aus dem Buch
2.1. Entstehung von HipHop
In den schwarzen Vierteln New Yorks, Brooklyn, Harlem und in der Bronx, herrschten in den 70er Jahren unzumutbare Zustände: Drogen, Kriminalität und Gewalt zwischen verschiedenen Gangs gehörten zum Alltag.5 Durch eine verfehlte Modernisierungspolitik wurden die Stadtviertel zerstört und waren völlig heruntergekommen. Jeder, der es sich leisten konnte, war bereits in eine bessere Gegend gezogen. Es waren nur sozial schwache Familien, vor allem schwarze und hispanische Bewohner, in den Vierteln zurück geblieben.
Die Folge war die Entstehung einer von der Mehrheitsgesellschaft der Weißen abgeschlossene und heruntergekommene Ghettowelt: Leerstehende Fabriken, dreckige Straßen und ein zunehmender Zerfall wirken mehr als trostlos auf die Ghettobewohner.6
Die afroamerikanische Jugend, „die von den Angeboten der ‚weißen’ Unterhaltungsindustrie ebenso ausgeschlossen war wie von der ‚weißen’ Partykultur, die im Einflussbereich von Disco und Funk ganz enorm boomte“7, entwickelte eigene Formen der kulturellen Organisation. Es fanden die ersten Block Partys statt - illegale, meist spontan organisierte Partys, die in alten Fabrikgebäuden oder unter freiem Himmel in den Parks und Straßen der Bronx stattfanden. Diese Block Partys gelten als der Anfang der HipHop-Bewegung, weil sich hier die vier Elemente (DJing, MCing, Graffiti und Breakdance) der HipHop-Kultur vereint hatten. DJs (Diskjockeys) legten Platten auf, MCs (Master of Ceremony) sprachen Reime dazu, die Breakdancer (B-Boys) kreierten ihren unverwechselbaren Tanz und die Graffitisprayer (Writer) bedeckten die Häuser und Wände mit Graffiti. Den Schwarzen aus der Bronx ging es vornehmlich darum, mit ihrer Straßenkultur auf die Missstände und ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert HipHop als umfassenden kulturellen Komplex und skizziert die Herausforderung, das Phänomen als Jugendkultur und Lebenswelt wissenschaftlich zu greifen.
2. Historisches: Dieses Kapitel beleuchtet die prekären sozioökonomischen Entstehungsbedingungen in New York und beschreibt die vier Kernelemente sowie die stilistische Entwicklung der Rap-Musik von der Old School bis hin zur Next School.
3. Die deutsche HipHop-Szene: Dieser Teil analysiert, wie HipHop als Widerstandskultur in Deutschland Fuß fasste, insbesondere durch Jugendliche mit Migrationshintergrund, und wie sich das Subgenre des Gangsta-Rap hier etablierte.
4. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, wie HipHop Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben hilft und welche Rolle kommerzielle Gangsta-Rap-Vertreter in der aktuellen deutschen Szene einnehmen.
5. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
HipHop, Jugendkultur, Rap-Musik, Ghettokultur, Graffiti, Breakdance, MCing, DJing, Gangsta-Rap, Migration, Identitätsbildung, Widerstandskultur, Realness, Wettbewerb, Subkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte der HipHop-Kultur, ihren Ursprüngen und ihrer Bedeutung als soziale Ausdrucksform für Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die historischen Wurzeln in den USA, die vier Elemente des HipHop, die Klassifizierung verschiedener Rap-Stile sowie die Übertragung dieser Kultur nach Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den geschichtlichen Kontext von HipHop aufzuzeigen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum HipHop als Medium zur Selbstverwirklichung und Identitätsbildung dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der soziologische und kulturwissenschaftliche Fachquellen zur HipHop-Geschichte und Jugendkultur ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehung und Elemente in den USA sowie die spezifische Betrachtung der deutschen HipHop-Szene und des Einflusses von Gangsta-Rap.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind HipHop, Jugendkultur, Identitätsbildung, Migration, Gangsta-Rap und der soziokulturelle Kontext der Ghettobewohner.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Old School und New School?
Der Autor ordnet die Old School den Anfängen (Party- und Polit-Rap) zu, während die New School das reale, oft harte Leben im Ghetto thematisiert und das Image des Gangsta- oder Pimp-Rappers prägt.
Warum spielt HipHop für Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland eine so große Rolle?
HipHop bietet diesen Jugendlichen eine Widerstandskultur, um mit Diskriminierung und Ausgrenzung umzugehen und einen eigenen Raum zur Selbstbehauptung und Ausdrucksfindung zu schaffen.
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- Karl-Heinz Konnerth (Author), 2006, Die Geschichte des HipHop, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59154