Die Wissenssoziologie beschreibt allgemein den Entstehungsprozess einer Institution durch das Handeln von Individuen. Als Prämisse der Theorie gilt, dass menschliches Tun mit dem Gesetz der Gewohnheit verbunden ist. Der erste Schritt ist die Habitualisierung, bei der bestimmte Handlungen von einem Individuum routiniert ausgeführt werden, um Kraft einzusparen. Individuen nutzen dabei den allgemeinen Wissensvorrat, der aus vorhergegangenen Erfahrungen entstanden ist, um eine Handlungsoption zu wählen.
In diesem Prüfungsessay wird zuerst die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann genauer erläutert, und im Anschluss diese auf den Gegenstandsteil der Entstehung der Universität als Institutionsform angewendet. Die zentrale Frage des Essays lautet: „Wie stellt sich die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann anhand der Entstehung der Universität als Institutionsform dar?“.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann
III. Die Entstehung der Universität als Institutionsform
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Essays besteht darin, die theoretischen Konzepte der neuen Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann darzulegen und deren Anwendbarkeit auf den historischen und sozialen Entstehungsprozess der Universität als Institution kritisch zu prüfen.
- Grundlagen der neuen Wissenssoziologie
- Prozesse der Habitualisierung und Institutionalisierung
- Soziale Konstruktion der Wirklichkeit
- Historische Entstehung der Universität
- Rolle von Wissen und Wissensvermittlung in Institutionen
Auszug aus dem Buch
Die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann
Die erste Grundlage der neuen Wissenssoziologie bietet die Phänomenologie nach Edmund Husserl. Sie beschreibt die Strukturen der Erfahrung, der Handlung, der Kommunikation, sowie des Wissens aus dem Alltag. Die Fortführung der Phänomenologie nach Husserl ist die Analyse der Strukturen der Lebenswelt von Alfred Schütz, die ebenfalls zum Anreiz der Wissenssoziologie beiträgt (vgl. Berger, Luckmann 1980: 5).
Die Wissenssoziologie beschreibt allgemein den Entstehungsprozess einer Institution durch das Handeln von Individuen. Als Prämisse der Theorie gilt, dass menschliches Tun mit dem Gesetz der Gewohnheit verbunden ist. Der erste Schritt ist die Habitualisierung, bei der bestimmte Handlungen von einem Individuum routiniert ausgeführt werden, um Kraft einzusparen. Individuen nutzen dabei den allgemeinen Wissensvorrat, der aus vorhergegangenen Erfahrungen entstanden ist, um eine Handlungsoption zu wählen. Der Prozess der Gewöhnung und Routine verringert somit viele Handlungsmöglichkeiten auf die eine richtige.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die theoretische Basis der Wissenssoziologie von Berger und Luckmann vor und definiert die zentrale Forschungsfrage des Essays.
II. Die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann: Hier werden die phänomenologischen Grundlagen sowie die Kernbegriffe Habitualisierung, Institutionalisierung und Objektivation detailliert erläutert.
III. Die Entstehung der Universität als Institutionsform: In diesem Abschnitt wird der historische Entstehungsprozess der Universität als Institution unter Anwendung der zuvor erläuterten theoretischen Konzepte analysiert.
V. Fazit: Das Fazit bewertet die Anwendbarkeit der Theorie auf den Gegenstand der Universität und diskutiert die Übereinstimmungen sowie die Grenzen der soziologischen Betrachtungsweise.
Schlüsselwörter
Wissenssoziologie, Peter L. Berger, Thomas Luckmann, Institution, Institutionalisierung, Habitualisierung, Typisierung, Objektivation, Lebenswelt, soziale Konstruktion, Universität, Wissensvorrat, Wissensvermittlung, Phänomenologie, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Perspektive der neuen Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann und deren Übertragbarkeit auf die Entstehung der Universität als gesellschaftliche Institution.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die phänomenologischen Ursprünge soziologischen Wissens, die Entstehung von Institutionen durch menschliches Handeln sowie die historische Entwicklung universitärer Lehr- und Forschungskulturen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage des Essays?
Die Forschungsfrage lautet: Wie stellt sich die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann anhand der Entstehung der Universität als Institutionsform dar?
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin wendet eine theoretische Diskursanalyse an, indem sie soziologische Basistheorien auf ein historisches Beispiel (die Universität) überträgt und deren Erklärungsgehalt kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Habitualisierung und Institutionalisierung definiert und anschließend mit dem Prozess der Universitätsgründung im Mittelalter verknüpft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Institution, Wissenssoziologie, Konstruktion der Wirklichkeit, Habitualisierung und Universität.
Inwiefern spielt der Begriff der "Objektivation" für die Universität eine Rolle?
Die Objektivation beschreibt laut Berger und Luckmann, wie eine Institution über Generationen hinweg als objektive, unveränderliche Realität wahrgenommen wird, was bei der Universität durch ihre lange Tradition und Etablierung gegeben ist.
Wie bewertet die Verfasserin die Anwendbarkeit der Theorie im Fazit?
Die Theorie wird als weitestgehend anwendbar eingestuft, wobei darauf hingewiesen wird, dass moderne universitäre Akteure oft aus individuellen Interessen handeln, statt nur unbewusst einen allgemeinen Wissensvorrat zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Annkatrin Falke (Autor:in), 2018, Wie stellt sich die neue Wissenssoziologie nach Peter L. Berger und Thomas Luckmann anhand der Entstehung der Universität als Institutionsform dar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591660