Wie viel Geschichte steckt in der Wirklichkeit? Und wie viel Wirklichkeit bildet die Geschichte ab? Diese Fragen stellt sich womöglich der eine oder andere Politikwissenschaftler oder Historiker, in der Regel aber nicht der Literaturwissenschaftler. Umso wichtiger, dass auch dieser Aspekt hin und wieder beleuchtet wird, da schließlich jedes Werk maßgeblich durch den Zeitgeist geprägt und nur sehr selten frei von ihm ist.
Darum hat sich der Autor vorgenommen, zu untersuchen, wie ein Werk, welches ein historisches Ereignis thematisiert, mit der Geschichte umgeht – mit der vergangenen und seiner eigenen. Als Untersuchungsobjekt soll "Le Tiers État" von Georg Heym dienen. Zu diesem Zweck folgt eine kurze Passage zu Autor und dem beschriebenen Inhalt, der dann die Analyse von sprachlichen, inhaltlichen und historischen Aspekten folgt. Vermutlich werden für die übermotivierten Fragen am Anfang keine Antworten gefunden werden, aber am Schluss lässt sich sagen, inwiefern es sich bei "Le Tiers État"um ein historisches Gedicht handelt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hintergründe
2.1 Vorgeschichte & Wirken des Autors
2.2 Überblick Französische Revolution
III. Analyse des Werkes
3.1 Formale & sprachliche Ebene
3.2 Inhaltliche & metaphorische Ebene
IV Mögliche Parallelen zur Entstehungszeit
V. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Gedicht „Le Tiers État“ von Georg Heym im Hinblick darauf, wie ein literarisches Werk historische Ereignisse verarbeitet und mit dem Zeitgeist interagiert. Es wird analysiert, inwieweit das Gedicht als rein historisches Dokument oder als Systemkritik der Entstehungszeit fungiert.
- Analyse des expressionistischen Werks „Le Tiers État“
- Untersuchung der formalen und metaphorischen Gestaltung
- Historischer Kontext der Französischen Revolution
- Rezeption und Systemkritik zur Zeit des Expressionismus
Auszug aus dem Buch
3.1 Formale und sprachliche Ebene
Das Gedicht „Le Tiers État“ von Georg Heym wurde im Dezember des Jahres 1910 veröffentlicht und umfasst 14 Verse, die in vier Strophen zu jeweils zweimal vier und zweimal drei Versen unterteilt sind. Neben den Strophen und der Überschrift ist noch eine Zeitangabe („20.Juni 1789“) Teil des Gedichts, welche als eine Art Untertitel der Überschrift fungiert. Das Reimschema der Quartette ist ein strophenintern umarmender Reim („abba-cddc), während die Terzette sich strophenübergreifend nach dem Muster „efg-efg“ reimen. Auf Grund der Strophenform und des Reimschemas ist das Gedicht der Sonettform zuzuordnen.
Zeitlich passend orientiert es sich an der damals populären italienischen Form, welche in vielen neueren Sonetten verwendet wurde. Dies wird daran deutlich, dass die Terzette in „Le Tiers État“ sich nach dem vorgegebenen Muster reimen und nicht nach dem typischen „ccd-eed“ der französischen Form. Das Metrum ist ein fünf-hebiger Jambus, welcher im letzten Vers unterbrochen wird und dort nur noch vierhebig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die Beziehung zwischen historischer Wirklichkeit und literarischer Darstellung und stellt das Untersuchungsobjekt „Le Tiers État“ von Georg Heym vor.
II. Hintergründe: Dieses Kapitel liefert biographische Informationen über den expressionistischen Autor Georg Heym sowie einen historischen Abriss der Französischen Revolution.
III. Analyse des Werkes: Hier findet die detaillierte Untersuchung der formalen, sprachlichen, inhaltlichen und metaphorischen Gestaltung des Gedichts statt.
IV Mögliche Parallelen zur Entstehungszeit: Das Kapitel verknüpft die im Gedicht dargestellte Thematik mit dem Unmut und der gesellschaftlichen Situation zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem preußischen Regime.
V. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Gedicht als zeitlose Kritik an einer legitimationlosen Obrigkeit verstanden werden kann.
Schlüsselwörter
Georg Heym, Le Tiers État, Expressionismus, Französische Revolution, Sonett, Lyrikanalyse, Systemkritik, Metaphorik, Epochenumbruch, Literaturwissenschaft, Stilmittel, Geschichtsbezug, dritte Stand, politische Lyrik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert das Gedicht „Le Tiers État“ von Georg Heym und untersucht das Verhältnis zwischen historischem Ereignis und literarischer Umsetzung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst biographische Aspekte zum Autor, den historischen Hintergrund der Französischen Revolution, eine detaillierte Gedichtanalyse sowie eine Einordnung in den expressionistischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob das Werk lediglich ein historisches Gedicht darstellt oder als verschlüsselte Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen der Entstehungszeit fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse angewandt, die formale und inhaltliche Aspekte (Metrum, Reim, Rhetorik, Symbolik) mit historischen Kontextdaten abgleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Sonetts, eine inhaltliche Dekonstruktion der Symbole und Metaphern sowie die Untersuchung von Parallelen zur politischen Situation des frühen 20. Jahrhunderts.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Georg Heym, Expressionismus, Revolution, Systemkritik und Sonettform.
Welche Rolle spielen die historischen Daten im Gedicht?
Der Autor verwendet historische Daten teilweise unpräzise oder frei, um den Fokus von der bloßen historischen Wiedergabe auf die beabsichtigte Systemkritik zu lenken.
Wie interpretiert der Autor den „dritten Stand“?
Der dritte Stand wird nicht nur historisch verstanden, sondern als Symbol für alle einfachen Bürger, die sich gegen eine unzufriedenstellende Obrigkeit erheben könnten.
- Arbeit zitieren
- Sven Beth (Autor:in), 2014, Wirklichkeit oder Geschichte? Georg Heyms Gedicht "Le Tiers État" im historischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591917