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Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor - ein wettbewerbspolitisches Problem?

Title: Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor - ein wettbewerbspolitisches Problem?

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Silvio Börmck (Author)

Economy - Theory of Competition, Competition Policy
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In den letzten Jahren erhielt der Beruf des Wirtschaftsprüfers häufig Negativschlagzeilen. Grund dafür waren diverse Bilanzfälschungen internationaler Unternehmen, an denen große Wirtschaftsprüfungsunternehmen aktiv beteiligt waren. So wurde u.a. der Enron-Bilanzskandal, an dem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen beteiligt war, im Jahr 2002 aufgedeckt, was schließlich zum Ausscheiden des Prüfungsunternehmens aus dem Markt führte. Ihre eigentliche Aufgabe, Schutz der Bilanzadressaten, erfüllte Enron nicht, was die Frage aufwirft warum Wirtschaftsprüfungsunternehmen eher dem Management als ihren eigentlichen Auftraggebern, den Bilanzadressaten, dienen. Zur Beantwortung dieser Frage existieren viele Meinungen, wobei immer häufiger die These aufkommt, dass die ständige Erhöhung der Marktkonzentration im Prüfungssektor die Ursache des „Klüngels“ zwischen Mandanten und Prüfern aber auch zwischen Prüfern und Prüfern sei. Es gilt deshalb in dieser Arbeit zu klären, welche ökonomischen Probleme im Wirt-schaftsprüfungssektor existieren und ob diese Probleme im Zusammenhang mit der hohen Konzentration im Prüfungsmarkt stehen. Dazu wird im zweiten Kapitel zunächst eine Einordnung der Branche Wirtschaftsprüfung in den Markt erfolgen, bei der u.a. bestehende ökonomische Besonderheiten, wie das Prinzipal-Agenten Problem, dargestellt werden. Nachdem dann im dritten Kapitel auf die Entwicklung des Wirtschaftsprüfungsmarktes und auf einige Ursachen der Konzentration eingegangen wurde, steht im vierten Kapitel die Diskussion im Mittelpunkt, ob der Wettbewerb im Prüfungssek-tor beschränkt und ein wettbewerbspolitisches Problem ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung des Problems

2. Ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen im Wirtschaftsprüfungssektor

2.1 Die Nachfrage nach Prüfungsleistungen

2.2 Funktionsweise und Stellung der Wirtschaftsprüfer

3. Die Gestaltung des Marktes im Wirtschaftsprüfungssektor

3.1 Die Entwicklung der Prüfungsunternehmen am Markt

3.2 Ursachen des Konzentrationsprozesses

3.2.1 Reputation und Konzentration

3.2.2 Qualitätsmerkmal – Unternehmensgröße

4. Auswirkungen der Marktkonzentration auf den Wettbewerb

4.1 Preisabsprachen: Resultat der Konzentration?

4.2 Fusionen: Effizienzerhöhend oder wettbewerbsbeschränkend?

4.3 Wirkung der Konzentration auf Qualität und Unabhängigkeit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die fortschreitende Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor ein wettbewerbspolitisches Problem darstellt und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Qualität sowie die Unabhängigkeit der Prüfungsleistungen hat.

  • Analyse der ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Prüfungsleistungen.
  • Untersuchung der Ursachen des Konzentrationsprozesses, insbesondere Reputation und Unternehmensgröße.
  • Diskussion über potenzielle wettbewerbsbeschränkende Effekte wie Preisabsprachen.
  • Bewertung der Auswirkungen von Fusionen auf Effizienz und Wettbewerbsintensität.
  • Erörterung der Prinzipal-Agenten-Problematik im Kontext der Marktkonzentration.

Auszug aus dem Buch

Reputation und Konzentration

Ausgangspunkt der folgenden Darstellung ist der Schutz des Abschlussadressaten (Kapitel 2.2) durch den Wirtschaftsprüfer, was als primäre Aufgabe des Prüfers zu nennen ist. Um diesen Schutz zu gewährleisten, muss der Prüfer über eine Qualität verfügen, welche die Zuverlässigkeit des Jahresabschlusses sicherstellt. Für den Bilanzadressaten ergibt sich somit das Problem der Qualitätsbeurteilung von Prüfungsleistungen der verschiedenen Wirtschaftsprüfer bzw. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Da die Wirtschaftsprüfung ein Erfahrungsgut ist, wird eine Beurteilung hinsichtlich ihrer Qualität im Vorfeld des Gebrauchs nur schwer möglich sein. Diese Marktstörung soll zum einen durch berufsrechtliche Regelungen und zum anderen über den Wettbewerb behoben werden. Ersteres erfolgt beispielweise in Form von Vorschriften zur Qualität des Leistungspotentials (z.B. Vorschriften zur eigenen Aus- und Fortbildung) und/oder durch die Pflicht der Unabhängigkeit. Letzteres löst das Problem der Qualitätsunsicherheit mit Hilfe der Reputation eines Prüfungsunternehmens (Hachmeister 2001, S. 90-93).

Um Informationsverzerrungen bei Erfahrungsgütern entgegenzuwirken, wird grundsätzlich auf Signaling und Screening zurückgegriffen, wobei der Mandant im Fall des Screenings nach Informationen sucht und beim Signaling Qualitätsinformationen vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen bereitgestellt bekommt, um sich von anderen Anbietern abzugrenzen. Da aktives Signaling in Form von Werbung für Wirtschaftsprungs firmen nicht erlaubt ist, Mandanten jedoch ein Unternehmen mit möglichst geringer Qualitätsunsicherheit bestellen möchten, ist die Reputation einer Prüfungsgesellschaft von entscheidender Bedeutung. Sie löst das Informationsproblem, indem Reputation das Image des Unternehmens am Prüfungsmarkt widerspiegelt und so die asymmetrische Informationsverteilung am Markt reduziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Darstellung des Problems: Einführung in die Thematik der Marktkonzentration im Prüfungssektor und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich potenzieller Wettbewerbsprobleme.

2. Ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen im Wirtschaftsprüfungssektor: Erläuterung der Notwendigkeit von Pflichtprüfungen sowie Analyse der Rolle des Wirtschaftsprüfers innerhalb der Prinzipal-Agenten-Beziehung.

3. Die Gestaltung des Marktes im Wirtschaftsprüfungssektor: Überblick über die Marktentwicklung und Untersuchung der treibenden Kräfte hinter dem Konzentrationsprozess, wie etwa Reputation und Skaleneffekte.

4. Auswirkungen der Marktkonzentration auf den Wettbewerb: Analyse der potenziellen Gefahren durch Preisabsprachen, Fusionen und die Auswirkungen auf Prüfungsqualität sowie Unabhängigkeit.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die feststellt, dass keine eindeutige Begründung für einen generellen Eingriff vorliegt, eine ständige Überwachung aber notwendig bleibt.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsprüfung, Marktkonzentration, Wettbewerbspolitik, Prinzipal-Agenten-Problem, Reputation, Abschlussprüfung, Prüfungsqualität, Fusionen, Oligopol, Informationsasymmetrie, Sunk costs, Kollusion, Unabhängigkeit, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Skaleneffekte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die zunehmende Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor und diskutiert, ob diese Entwicklung die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt oder zu Problemen hinsichtlich der Prüfungsqualität und Unabhängigkeit führt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen der Prüfung, Ursachen von Konzentrationsprozessen (Reputation, Unternehmensgröße) und die wettbewerbspolitische Bewertung von Preisabsprachen sowie Fusionen.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt, ob die hohe Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor ein wettbewerbspolitisches Problem darstellt, das staatliche Eingriffe rechtfertigen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt einen institutionenökonomischen Ansatz, insbesondere die Agency-Theorie, sowie eine Literaturanalyse zur Marktentwicklung, um die Wechselwirkungen zwischen Konzentration und Wettbewerb zu bewerten.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Mittelpunkt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Ursachen der Konzentration sowie auf die kritische Diskussion, ob die Konzentration zu kollusivem Verhalten führt oder ob Effizienzvorteile durch Skaleneffekte die Marktdynamik rechtfertigen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Argumentation?

Die Arbeit stützt sich maßgeblich auf Begriffe wie "Prinzipal-Agenten-Beziehung", "Kollusion", "Sunk costs", "Reputation" und "Informationsasymmetrie".

Welche Rolle spielt die Reputation im Konzentrationsprozess?

Reputation fungiert als Qualitätsindikator, der die Informationsasymmetrie reduziert; große Unternehmen profitieren hierbei stärker von ihrem Ruf, was den Konzentrationsprozess weiter vorantreibt.

Warum wird im Fazit keine abschließende Regulierungsmaßnahme gefordert?

Da zu viele Faktoren (Qualität, Wettbewerbsintensität, Kostenstrukturen) die Kollusionswahrscheinlichkeit beeinflussen, lässt sich kein eindeutiger Beweis für ein Wettbewerbsversagen führen, das einen generellen Eingriff zwingend machen würde.

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Details

Title
Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor - ein wettbewerbspolitisches Problem?
College
http://www.uni-jena.de/  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Course
Aktuelle Probleme der Wettbewerbspolitik
Grade
2,0
Author
Silvio Börmck (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V59240
ISBN (eBook)
9783638532341
ISBN (Book)
9783656816454
Language
German
Tags
Marktkonzentration Wirtschaftsprüfungssektor Problem Aktuelle Probleme Wettbewerbspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvio Börmck (Author), 2006, Marktkonzentration im Wirtschaftsprüfungssektor - ein wettbewerbspolitisches Problem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59240
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