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Dienstmädchen im 19. Jahrhundert

Lebensumstände und Arbeitsbedingungen

Title: Dienstmädchen im 19. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Tischner (Author)

History - Miscellaneous
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In der vorliegenden Arbeit soll sich mit den Lebens- und Arbeitsverhältnissen der häuslichen Dienstboten, vornehmlich der der Dienstmädchen um die Jahrhundertwende befasst werden. Es ist Ziel dieser Arbeit aufzuzeigen, dass diese gesellschaftliche Gruppe den Prozess der Verstädterung, der mit der Industrialisierung einherging, prägte.

Bevor sich aber mit den „sogenannten Dienstbaren Geistern“ auseinandergesetzt wird, soll der Frage nachgegangen werden, wie sich der Wandel von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft vollzogen hat bzw. vollzieht. Dabei wird zu untersuchen sein, inwieweit der steigende Wohlstand den Weg in die Welt der Dienstleistungsgesellschaft beschleunigt. Die Dienstmädchen, so die These, waren ein Beispiel für die im 19. Jahrhundert stattfindende Wohlstandsvergrößerung vom höheren Bürgertum auf das mittlere Bürgertum.

Der zentrale Teil dieser Arbeit wird sich mit den Lebensumständen und Arbeitsbedingungen befassen. Dabei soll untersucht werden, was die Anziehungskraft des Dienstmädchenberufes ausmachte, welche Erwartungen die Mädchen an die Arbeit im städtischen Haushalt richteten und wie die Realität sich oftmals darstellte. Die These hierbei ist, dass die Mädchen häufig in völliger Naivität vom Land in die Stadt gingen und viele der Erwartungen sich nicht erfüllten. Es soll in dieser Arbeit auch auf die Beziehungen der Mädchen mit den Herrschaften eingegangen werden sowie auf deren Arbeitszeit, Entlohnung, Unterbringung und Verpflegung. Wichtige Quellen, wenn man sich mit den Dienstboten beschäftigt, sind die Gesindeordnungen. Sie sorgten im Grunde bis 1918 für ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Dienenden und Herrschaften, dass in anderen Berufszweigen schon lange liberalisiert wurde. Deshalb soll der Behauptung nachgegangen werden, dass die Gesindeordnungen den Beruf des „Mädchens für Alles“ künstlich aufrecht erhalten haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Wandel von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft

3. Dienstleistungsberufe in der Geschichte

4. Die Dienstbaren Geister des ‚langen 19. Jahrhunderts’

4.1. Der häusliche Dienst wird zum typischen Frauenberuf

4.2. Der Weg vom Land in die Stadt

4.3. Arbeiten und Leben der Dienstmädchen im ‚bürgerlichen Haushalt’

4.3.1. Die Arbeit im Haus

4.3.2. Die Arbeitszeit

4.3.3. Die Entlohnung

4.3.4. Die Unterbringung und Verpflegung

4.3.5. Gesindeordnungen, Dienstbotenbücher und andere Reglementierungswerke

5. Didaktische Analyse

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Lebens- und Arbeitsbedingungen von häuslichen Dienstboten, insbesondere von Dienstmädchen, im Kontext des „langen 19. Jahrhunderts“. Ziel ist es, den Einfluss dieser sozialen Gruppe auf den Verstädterungsprozess und den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft aufzuzeigen sowie die Abhängigkeitsverhältnisse durch Gesindeordnungen zu analysieren.

  • Historischer Strukturwandel von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft
  • Entwicklung des häuslichen Dienstes zum typischen Frauenberuf
  • Arbeitsalltag, Arbeitszeit und Entlohnung im bürgerlichen Haushalt
  • Die Rolle von Gesindeordnungen als Instrument der Reglementierung
  • Didaktische Konzepte zur Einbindung des Themas in den Geschichtsunterricht

Auszug aus dem Buch

Die Arbeit im Haus

Die Dienstmädchen des 19. Jahrhunderts waren, wie bereits beschrieben, unverheiratet und kamen im Kindes- oder Jugendalter meist nach der Volksschule in den häuslichen Dienst. Dort wurden sie bis zum 20. Lebensjahr in hauswirtschaftlichen Tätigkeiten angelernt. Bis zum 30. Lebensjahr waren die meisten Mädchen aus dem Dienst wieder ausgeschieden, um zu heiraten oder als Verkäuferin bzw. in einem anderem Beruf zu arbeiten. Das männliche Dienstpersonal hatte meist ein Handwerk erlernt (z.B. Schneider, Friseur) und blieb auch über die Heirat hinaus in einem mittleren- oder großbürgerlichen Haushalt beschäftigt. Kutscher, Gärtner und Diener lebten so häufig mit ihren Familien in einem hinteren Trakt des Hauses.

Welche Anforderungen an ein Dienstmädchen gestellt wurden, verdeutlicht ein Zitat aus einem Büchlein für Dienstmädchen: „Ein Mädchen, das nicht gehorchen kann, macht trotz Fleiß und andrer guter Eigenschaften einer Herrschaft wenig Freude. Wer nicht entschlossen ist, den Befehlen der Herrschaft nachzukommen, tut besser, auf andere Art sein Brot zu verdienen; denn der Ungehorsam, welcher sich auch gern in Widerspruch ergeht, ist in dienstbarer Stellung eine womöglich noch unangenehmere Eigenschaft als anderswo. Es gilt somit, gern zu gehorchen, nicht mit unwilligem Gesichte, und rasch zu gehorchen. - Erfüllte Pflicht - macht froh Gesicht!“

Frieda von Kronoff stellt 1910 ebenfalls Anweisungen über Verhalten und Kleidung des idealen Dienstmädchens auf: „Das Dienstmädchen soll reinlich, nett gekleidet, sorgfältig frisiert und pünktlich sein. Schmutz im Hause oder am Arbeitskleid darf nicht gestattet werden. Ein Wettstreit in Kleidung und Haartracht mit der Herrin oder der Tochter des Hauses werden niemals geduldet. Es passt nicht, dass Haustochter und Dienstmagd denselben Rufnamen haben. Entweder nenne man in solchem Fall das Haustöchterlein mit einem zweiten oder Kosenamen, oder man rufe das Dienstmädchen mit dem Taufnamen der Vorgängerin an [...]. An Ausgangsonntagen können die Dienstboten tragen, was sie wollen, doch nur außerhalb des Hauses. Innerhalb desselben haben sie sich alles gesuchten Putzes zu enthalten. Ebenso muss das den Kindern oder Töchtern des Hauses zur Begleitung beigegebene Hausmädchen sich in seinem Äußeren durchaus als Dienerin kennzeichnen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Lebensbedingungen von Dienstmädchen um die Jahrhundertwende zu analysieren und deren Rolle im Prozess der Verstädterung zu beleuchten.

2. Der Wandel von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert den sozioökonomischen Strukturwandel und ordnet die Dienstboten in die Drei-Sektoren-Theorie ein.

3. Dienstleistungsberufe in der Geschichte: Es wird ein historischer Abriss von der Urgesellschaft bis zum 19. Jahrhundert gegeben, wobei die Rolle des ländlichen Gesindes im Vergleich zu städtischen Dienstboten zentral ist.

4. Die Dienstbaren Geister des ‚langen 19. Jahrhunderts’: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert die Professionalisierung des häuslichen Dienstes, die Migration vom Land in die Stadt sowie die konkreten Arbeits- und Lebensbedingungen der Dienstmädchen.

5. Didaktische Analyse: Hier wird auf Basis der Klafki-Methode diskutiert, wie das Thema „Dienstmädchen“ gewinnbringend und motivierend im Geschichtsunterricht vermittelt werden kann.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse über die Abhängigkeitsverhältnisse und die historische Bedeutung des Dienstbotentums.

7. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Dienstmädchen, langes 19. Jahrhundert, Gesindeordnungen, Dienstleistungsgesellschaft, Industrialisierung, Verstädterung, soziale Herkunft, häuslicher Dienst, bürgerlicher Haushalt, Arbeitsbedingungen, Migration, Frauenarbeit, Didaktik, Geschichtsunterricht, Dienstbotensystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Dienstmädchen und Dienstboten in der Zeit um die Jahrhundertwende und deren Rolle in der sich wandelnden Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft, die soziale Herkunft der Dienstmädchen, die Reglementierung durch Gesindeordnungen und die didaktische Aufbereitung für den Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese gesellschaftliche Gruppe den Prozess der Verstädterung prägte und inwiefern sie als Vorboten der modernen Dienstleistungsgesellschaft angesehen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse auf Basis zeitgenössischer Quellen, Ratgeberliteratur und aktueller sozialgeschichtlicher Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil detailliert die Arbeitsfelder im Haushalt, die Arbeitszeiten, die Entlohnung, die Unterbringungssituation sowie die rechtlichen Einschränkungen durch Gesindeordnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Dienstmädchen, Gesindeordnungen, soziale Herkunft, Industrialisierung und Dienstleistungsgesellschaft.

Welche Rolle spielte das "Dienstbuch" für die Dienstmädchen?

Das Dienstbuch war ein von Polizeibehörden ausgestelltes Dokument, das über die Beschäftigungsverhältnisse Auskunft gab und durch negative Beurteilungen der Herrschaft die berufliche Zukunft der Mädchen massiv behindern konnte.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von „Tagesfrauen“ in der Weimarer Zeit von den Dienstmädchen des Kaiserreiches?

Während Dienstmädchen im Kaiserreich oft in einem Abhängigkeitsverhältnis lebten und meist im Haushalt wohnten, waren Tagesfrauen der Weimarer Zeit als eigenständige Dienstleistungserbringer für einen festen Zeitraum tätig, ohne das frühere Abhängigkeitsverhältnis.

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Details

Title
Dienstmädchen im 19. Jahrhundert
Subtitle
Lebensumstände und Arbeitsbedingungen
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Hauptseminar: Arbeit und Arbeitswelten im 19. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Christian Tischner (Author)
Publication Year
2004
Pages
35
Catalog Number
V59244
ISBN (eBook)
9783638532389
ISBN (Book)
9783638666497
Language
German
Tags
Dienstmädchen Jahrhundert Arbeit Arbeitswelten Jahrhundert Gischichtsdidaktik Geschichtsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Tischner (Author), 2004, Dienstmädchen im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59244
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