Zu Gottfried Keller - Kleider machen Leute: Wie wird der Schneider Wenzel Stapinski in die Rolle des Grafen gedrängt?


Unterrichtsentwurf, 2005

7 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhalt

Verlaufsplan

Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

Lernziele

Literatur

Verlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Didaktisch – Methodische Vorüberlegungen

Unsere Gesellschaft definiert sich in zunehmender Weise über Äußerlichkeiten. Selbst bei Kindern und Jugendlichen haben Outfit und Markenkleidung bereits einen hohen Stellenwert und bestimmen deren Einschätzung von anderen Personen. Dass derartige, nicht immer richtige Bewertungsmuster jedoch nicht nur ein Phänomen der heutigen Zeit sind, können die Schülerinnen und Schüler anhand der Novelle „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller erfahren. Kellers Erzählung thematisiert das Verhältnis zwischen Sein und Schein. Durch die Beschäftigung mit den für die Unterrichtsstunde vorgesehenen Textauszügen, die verdeutlichen, wie sich ein einfacher Schneider in einen edlen Grafen „verwandelt“, sollen die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt werden, sich sowohl mit Wahrnehmungsweisen der Vergangenheit als auch mit ihren eigenen Urteilen auseinander zu setzen sowie beide Ebenen ins Verhältnis zu einander setzen.

Kellers Novelle ist von den Schülerinnen und Schülern als längerfristige Hausaufgabe bereits vollständig gelesen worden. Als Vorbereitung auf die geplante Unterrichtsstunde haben sie in der vorangegangenen Stunde die Aufgabe erhalten, sich die Seiten 3 bis 15 in ihrer Ausgabe der Novelle (Cornelsen Verlag) noch einmal genau durchzulesen. Dadurch sollen sie sich den Handlungsverlauf noch einmal in Erinnerung rufen.

In der Einstiegsphase wird zunächst auf mögliche Fragen zum Text eingegangen, damit sicher gestellt ist, dass keine Verständnisprobleme auftauchen, die den weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde behindern. Im Anschluss daran habe ich geplant, den Schülerinnen und Schülern in einem kurzen Lehrervortrag zu erläutern, dass in der heutigen Stunde die verschiedenen Charaktere, die in Kellers Werk auftauchen, genauer untersucht werden sollen, um heraus zu finden, wie es geschehen kann, dass ein einfacher Schneider für einen Grafen gehalten und dementsprechend behandelt wird. Dazu wird die Klasse in Zweier- und Dreiergruppen aufgeteilt. Diese Aufteilung bietet sich an, da die Lerngruppe bislang hauptsächlich Partnerarbeit gewohnt ist, Gruppenarbeiten mit größeren Gruppen finden selten statt, weil dabei häufig Unruhe herrscht und Streitsituationen aufkommen.

Jede Gruppe erhält den Auftrag, sich mit der ihr zugewiesenen Person auseinander zu setzen. Die Zuweisung erfolgt dabei so, dass jede Gruppe alle Kopien mit den Textauszügen erhält; an die Bögen ist dabei jeweils ein Notizzettel geheftet, auf dem steht, mit welcher Person sich die Gruppe auseinander setzen soll.

Nachdem jede Gruppe die Textauszüge erhalten hat, wird mit allen Schülerinnen und Schülern der Arbeitsauftrag (Siehe Anhang) gemeinsam besprochen. Dies ist wichtig, damit sie nicht ziellos arbeiten. Um die Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften der ihnen zugewiesenen Person herauszufinden, muss jede Gruppe alle auf den Kopien angeführten Textstellen lesen. Dies nimmt zwar einige Zeit in Anspruch, ist aber für den weiteren Verlauf des Unterrichts wichtig, da die Schülerinnen und Schüler sich gleichzeitig einen kurzen Überblick darüber verschaffen können, wie die anderen Teilnehmer des später stattfindenden Rollenspiels reagieren werden.

Während der Gruppenarbeitsphase sollen sich die Schülerinnen und Schüler kurze Notizen zu der ihnen zugewiesenen Rolle machen. Ich als Lehrkraft plane, in dieser Zeit im vorderen Teil des Klassenraumes Vorbereitungen für das anstehende Rollenspiel zu treffen. Sollte eine Gruppe Probleme haben, stehe ich aber selbstverständlich zur Verfügung.

Nachdem die Gruppen die Aufgabe der Personencharakteristik erledigt haben, soll in der Kleingruppe entschieden werden, welches Mitglied im Rollenspiel die zugewiesene Person verkörpern wird. Im Anschluss wird das Rollenspiel vor der Klasse vorgeführt. Da der zeitliche Rahmen hierfür begrenzt ist, sollen die Schülerinnen und Schüler keine ausformulierten Texte vortragen, sondern nur improvisieren. Allerdings erhalten sie einen groben Plan, welche Szenen im Rollenspiel vorkommen sollen (siehe Anhang), damit sie nicht völlig ohne Anleitung agieren. Die Schülerinnen und Schüler, die nicht aktiv am Spiel beteiligt sein werden, bekommen die Aufgabe, das Geschehen zu beobachten sich Notizen zum Verhalten und zu den Charaktereigenschaften der Personen zu machen, mit denen sie sich im Vorfeld nicht befasst haben. Diese Vorgehensweise habe ich gewählt, um die Lerngruppe zu ermutigen, nicht nur Gelesenes wieder zu geben und es möglicherweise nicht richtig verstanden zu haben. Dabei ist es jedoch wichtig, sich nicht zu weit vom Text zu entfernen, nachdem dich die Schülerinnen und Schüler gerade an ihn angenähert haben. Diesem Anspruch möchte ich sowohl durch die Textauszüge als auch durch die zu Hause zu erledigende Lektüreaufgabe gerecht werden. Trotzdem sollten die Jugendlichen zeigen können, wie sie selbst die Lektüre verstanden haben.

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Zu Gottfried Keller - Kleider machen Leute: Wie wird der Schneider Wenzel Stapinski in die Rolle des Grafen gedrängt?
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
7
Katalognummer
V59268
ISBN (eBook)
9783638532594
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gottfried, Keller, Kleider, Leute, Schneider, Wenzel, Stapinski, Rolle, Grafen
Arbeit zitieren
Doreen Fricke (Autor), 2005, Zu Gottfried Keller - Kleider machen Leute: Wie wird der Schneider Wenzel Stapinski in die Rolle des Grafen gedrängt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59268

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