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Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich

Title: Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich

Term Paper , 2011 , 19 Pages

Autor:in: Marlon Roth (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Der Begriff "Hilfsschule" trägt das Verb "helfen" in sich. Fraglich ist inwiefern dieser Schulform im Nationalsozialismus wirklich dieses Ziel des Helfens innehatte. Verfolgte man das Ziel Hilfsschüler wieder in Regelschulen einzugliedern beziehungsweise auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten oder hatten Hilfsschulen im Nationalsozialismus andere Funktionen?

Dieser Frage soll sich diese Arbeit im begrenzten Rahmen annähern. Um einen Einstieg in das Thema zu ermöglichen wird in Kapitel 2 zunächst kurz die nationalsozialistische Ideologie skizziert. Darauf gefolgt soll ein Einblick in das Erziehungsbild des Dritten Reiches gegeben werden, um zu erfahren, worauf die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu dieser
Zeit aufbaute. Im dritten Kapitel wird dann zunächst die Entstehungsgeschichte des Sonderschulwesens bis 1933 dargelegt. Wie sich das Sonderschulwesen dann ab der Machtübernahme Hitlers veränderte, wird im Anschluss daran veranschaulicht. Kapitel 4 beschäftigt sich dann mit der Rolle der Hilfsschulen im Nationalsozialismus.

Zum einen mit Blick auf die sogenannte "Rassenhygiene", die ein Fundament der nationalsozialistischen Überzeugungen darstellt. Dabei wird auf die durchgeführten Sterilisationen und die spätere "Euthanasie" verwiesen. Der zweite Teil des vierten Kapitels thematisiert inwiefern die Hilfsschulen zur Brauchbarmachung seiner Schüler beitrug. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Schlussbetrachtung, die die gesammelten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassend erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Nationalsozialismus

2.1 Nationalsozialismus und Ideologie

2.2 Erziehung im Nationalsozialismus

3.0 Zur Entstehung der Hilfsschulen

3.1 Entwicklung bis 1933

3.2 Entwicklung nach der Machtergreifung Hitlers

4.0 Zur Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich

4.1 Die Rolle der Hilfsschulen mit Blick auf Rassenhygiene

4.1.1 Sterilisation

4.1.2 Euthanasie

4.2 Die Rolle der Brauchbarmachung der Hilfsschüler

5.0 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion der Hilfsschulen während der Zeit des Nationalsozialismus. Es soll geklärt werden, inwieweit das ursprüngliche Ziel der pädagogischen Unterstützung verfolgt wurde oder ob die Institutionen primär als Instrumente zur Selektion, Ausgrenzung und rassenhygienischen Umsetzung missbraucht wurden.

  • Ideologische Grundlagen des Nationalsozialismus und deren Einfluss auf die Erziehung.
  • Historische Entwicklung des Sonderschulwesens von den Anfängen bis 1945.
  • Die Instrumentalisierung von Hilfsschulen für rassenhygienische Zwecke (Sterilisation und Euthanasie).
  • Die berufliche "Brauchbarmachung" von Hilfsschülern unter Berücksichtigung kriegswirtschaftlicher Interessen.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Sterilisation

Um zur damaligen Zeit Menschen, die als unwert galten aus der Gesellschaft zu verbannen, wurde zunächst die Zwangssterilisation zur „Verhütung unwerten Lebens“ eingeführt (vgl. Hänsel 2006, S.40). Diese Sterilisationen wurden durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (GzVeN) legitimiert. Dieses Gesetz wurde bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, und zwar am 14. Juli 1933, erlassen. Insgesamt wurden von 1934 bis 1945 schätzungsweise 400.000 Menschen in Deutschland hierdurch unfruchtbar gemacht (Emmerich/ Härtel/ Hühn 1990, S. 103).

Im Januar 1934 trat das Gesetz in Kraft. Grundlage des Gesetzes war eine Vorlage aus dem Jahr 1932. Im Gegensatz zu dieser Gesetzesvorlage wurde die Sterilisation jedoch als eine Zwangssterilisation formuliert. In einem Dokument werden alle Krankheiten, die eine Zwangssterilisation erlauben, aufgelistet. Angeführt vom angeborenen „Schwachsinn“ und angeborenen Missbildungen, werden hier auch Krankheitsbilder wie schwerer Alkoholismus aufgeführt. Diese Krankheitsbilder ließen sich zum großen Teil auch auf das Klientel der Hilfsschulen anwenden. Neben Amtsärzten waren auch Mitarbeiter von Heil-, Kranken-, und Strafanstalten sowie Fürsorgeeinrichtungen dazu befugt gewesen Anträge zur Sterilisation zu stellen. Diese Fürsorgeeinrichtungen wurden auch von Hilfsschülern besucht (vgl Hänsel 2006, S. 40). Zu den verfolgten Schwachsinnigen zählten zum großen Teil Hilfsschüler und ehemalige Hilfsschüler (Brill 2011, S. 227). In Wilmersdorf machten die „angeborenen Schwachsinnigen“ mit 60% den größten Anteil der Verfolgten in NS-Deutschland aus (vgl. Rudnick 1990, S. 95). Da in den Akten vor allem der Amtsarzt als Melder vermerkt war, geht Rudnick (1990) davon aus, dass auch unterschiedliche Einzelpersonen wie Nachbarn und Lehrer für die Meldungen an das Amt verantwortlich waren (vgl. S. 96).

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Funktion der Hilfsschulen im Nationalsozialismus vor und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2.0 Nationalsozialismus: Das Kapitel erläutert die ideologischen Grundlagen des NS-Regimes, insbesondere Rassenhygiene und Sozialdarwinismus, sowie deren Auswirkungen auf das Erziehungsbild.

3.0 Zur Entstehung der Hilfsschulen: Hier wird der historische Werdegang des Sonderschulwesens von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis hin zur Machtübernahme 1933 dargestellt.

4.0 Zur Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich: Dieser Hauptteil analysiert die Hilfsschule als Instrument zur Selektion, die Beteiligung an Sterilisations- und Euthanasieprogrammen sowie die wirtschaftliche Verwertung der Schüler.

5.0 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Hilfsschule primär rassenhygienische und ökonomische Ziele verfolgte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Hilfsschule, Rassenhygiene, Sterilisation, Euthanasie, Sonderpädagogik, Volksgemeinschaft, Selektion, Erziehung, Ideologie, Aussonderung, Zwangssterilisation, Behindertenpolitik, Wirtschaftlichkeit, NS-Diktatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die veränderte Funktion und Rolle der Hilfsschulen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die NS-Ideologie, die Entwicklung des Hilfsschulwesens sowie die Einbindung der Institutionen in rassenhygienische Vernichtungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob die Hilfsschulen tatsächlich pädagogische Unterstützung leisteten oder als Sammelbecken und Selektionsinstrument für "erbkranke" Kinder dienten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt eine historische Analyse und stützt sich dabei auf eine breite Literaturrecherche und Fachliteratur zur Sonderpädagogik und NS-Geschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehungsgeschichte, der rassenhygienischen Funktion, den Zwangssterilisationen, der Rolle bei "Euthanasie"-Aktionen und der beruflichen Brauchbarmachung der Schüler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Hilfsschule, Rassenhygiene, Sterilisation, Selektion und Volksgemeinschaft.

Welche Bedeutung hatten "geistige orthopädische Übungen" in den Hilfsschulen?

Diese dienten der Disziplinierung und Förderung der Selbstbeherrschung der Schüler, wobei der Fokus weniger auf kognitiver Bildung als auf Gehorsam und schneller Nachahmung lag.

Inwiefern beeinflussten kriegswirtschaftliche Faktoren das Schicksal der Hilfsschüler?

Mit zunehmender Kriegsdauer und Aufrüstung stieg der Bedarf an Arbeitskräften, was dazu führte, dass Hilfsschüler vermehrt als Hilfskräfte für einfache Tätigkeiten "brauchbar" gemacht werden sollten.

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Details

Title
Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich
Author
Marlon Roth (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V592968
ISBN (eBook)
9783346208675
ISBN (Book)
9783346208682
Language
German
Tags
hilfsschulen reich rolle drittes hitler euthanasie holocaust schulwesen geschichte behinderung behindert geistig brauchbarmachung krankheit krank menschen hilfsschule sonderschule förderschule
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Quote paper
Marlon Roth (Author), 2011, Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/592968
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