Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich


Hausarbeit, 2011

19 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1.0 Einleitung

2.0 Nationalsozialismus
2.1 Nationalsozialismus und Ideologie
2.2 Erziehung im Nationalsozialismus

3.0 Zur Entstehung der Hilfsschulen
3.1 Entwicklung bis 1933
3.2 Entwicklung nach der Machtergreifung Hitlers

4.0 Zur Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich
4.1 Die Rolle der Hilfsschulen mit Blick auf Rassenhygiene
4.1.1 Sterilisation
4.1.2 Euthanasie
4.2 Die Rolle der Brauchbarmachung der Hilfsschüler

5.0 Fazit

1.0 Einleitung

Bis vor circa 75 Jahren herrschte in Deutschland ein Regime, an dessen Ver-brechen auch heute noch in den Medien immer wieder erinnert wird. Die Nati-onalsozialisten verfolgten Juden, Roma und Sinti. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch Behinderte und psychisch Kranke Opfer der nationalsozialistischen Ideologie wurden. Ein großer Teil dieser Randgruppe waren Kinder, die die Schulform der Hilfsschule besuchten.

Der Begriff „Hilfsschule“ trägt das Verb „helfen“ in sich. Fraglich ist in wie fern dieser Schulform im Nationalsozialismus wirklich dieses Ziel des Helfens in-nehatte. Verfolgte man das Ziel Hilfsschüler wieder in Regelschulen einzuglie-dern bzw. auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten oder hatten Hilfsschulen im Nationalsozialismus andere Funktionen? Dieser Frage soll sich diese Arbeit im begrenzten Rahmen annähern.

Um einen Einstieg in das Thema zu ermöglichen wird in Kapitel 2 zunächst kurz die nationalsozialistische Ideologie skizziert. Darauf gefolgt soll ein Ein-blick in das Erziehungsbild des Dritten Reiches gegeben werden, um zu erfah-ren, worauf die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu dieser Zeit aufbaute. Im dritten Kapitel wird dann zunächst die Entstehungsge-schichte des Sonderschulwesens bis 1933 dargelegt. Wie sich das Sonder-schulwesen dann ab der Machtübernahme Hitlers veränderte, wird im An­schluss daran veranschaulicht. Kapitel 4 beschäftigt sich dann mit der Rolle der Hilfsschulen im Nationalsozialismus. Zum einen mit Blick auf die soge-nannte „Rassenhygiene“, die ein Fundament der nationalsozialistischen Über-zeugungen darstellt. Dabei wird auf die durchgeführten Sterilisationen und die spätere „Euthanasie“ verwiesen. Der zweite Teil des vierten Kapitels themati-siert inwiefern die Hilfsschulen zur Brauchbarmachung seiner Schüler beitrug. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Schlussbetrachtung, die die gesam-melten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassend erläutert.

2.0 Nationalsozialismus

Nachfolgend werden die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus beschrieben, um zu verdeutlichen auf welcher Basis sich die damalige Ge-sellschaft aufbaute. Diese Ideologie war die Grundlage für die damalige Er-ziehung neuer Generationen. Welche Ziele die Erziehung im Dritten Reich verfolgte wird daher im Anschluss daran erläutert.

2.1 Nationalsozialismus und Ideologie

Zusammengesetzt aus den Aspekten „Erbbiologie, Sozialdarwinismus und Rassenanthropologie“ (Ellger-Rüttgardt 2008, S. 242) kann die nationalsozialistische Ideologie keineswegs als eine eigenständige Theorie gesehen werden. Die nationalsozialistische Behindertenpolitik war ein fester Teil der damaligen Gesellschaftspolitik. Beruhend auf der Rassenideologie be-herrschte sie das gesamte politische System Deutschlands. Im Gegensatz zur „Weimarer Wohlfahrtspolitik“ orientierte sich der Nationalsozialismus nun an der „völkischen Gemeinschaft“. Da das Volkswohl nun an erster Stelle stehen sollte, musste sich jedes Individuum dieser Position unterordnen, um die Volksgemeinschaft nachhaltig zu stärken und längerfristig zu erhalten (vgl. ebd.). Die Parteiführung versuchte durch die Einbindung aller Gesellschafts-gruppen und der Gleichschaltung von Rundfunk und Presse sowie gezielter Ausgrenzung und Benachteiligung von sich Widersetzenden, das deutsche Volk zu vereinnahmen (vgl. bpb 2012). „Bezugspunkt fürsorglicher Leistungen und Maßnahmen war jetzt nicht mehr das hilfsbedürftige Individuum, sondern die `Volksgemeinschaft´.“ (Sachße, Tennstedt 1992, S. 11f.) Dahingehend war eine Förderung der Benachteiligten nicht angedacht. Sie galten als die „Min-derwertigen“. Dazu zählten unter anderem Erbkranke, geistig und körperlich Behinderte, aber auch erst später chronisch Erkrankte. Lediglich die „Wertvol-len“ hatten das Recht auf Unterstützung (Ellger-Rüttgardt 2008, S. 243).

Als die Vorbereitungen für den anstehenden Krieg begannen, wurden auch Roma, Sinti und Juden zu den „Minderwertigen“ gefasst und die Ausgrenzung von sogenannten „minderwertigen und fremdrassigen“ Bürgern gewann weiter an Bedeutung für die NS-Ideologie. Ziel war eine Rassenhygiene, die eine ras-senreine, kinderreiche und erbgesunde deutsche Familie gewährleisten sollte. All diese Anstrengungen galten der Stärkung der Volksgemeinschaft. Daher wurden auch Menschen, die als sozial auffällig galten, hinzugezählt, die im Allgemeinen als „Asoziale“ oder „Arbeitsscheue“ diffamiert wurden (vgl. Ell-ger-Rüttgardt 2008, S. 243). Zusammengefasst sollten alle die, die als arbeits-unfähig galten systematisch aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen wer-den (vgl. Jantzen 1990, S. 17). Im weiteren geschichtlichen Verlauf wurde der Ausschluss durch Vernichtung erweitert. 1941 äußerte sich Hitler in einem Ge-spräch hierzu drastisch. Die zuvor genannten Personengruppen galten für ihn als Verbrecher, die auch durch Erziehung oder Gefängnis nicht nutzbar für den Staat gemacht werden konnten. Daher sei die Tötung dieser Menschen ge-rechtfertigt und neben einer lebenslänglichen Unterbringung in Konzentrati-onslagern als einzige Lösung anzusehen (vgl. Sachße, Tennstedt 1992, S. 269). Der Ursprung dieser rassenhygienischen Ansichten war jedoch schon Jahrzehnte zuvor aufgekommen und durch eine große Anzahl von Rassenhy-gienikern und Erbbiologen gefordert worden (vgl. Ellger-Rüttgardt 2008, S. 244).

Schon vor 1933 stand die Idee der Zwangssterilisierung aus eugenischen Gründen im Raum. In Deutschland kam diese Idee erstmalig durch den Medi-zinalrat Näcke im Jahr 1899 auf. 1911 wurde diese Frage im Kongress für Kriminalanthropologie näher behandelt. Immer wieder wurden Gesetzesent-würfe hierzu vorgelegt, die jedoch keine Aufmerksamkeit fanden (vgl. Rudnick 1985, S. 20). 1923 verhinderte der Theologe Dietrich Bonhoeffer durch sein Gutachten einen Gesetzesantrag, der sich mit der eugenischen Sterilisierung beschäftigte (ebd., S. 22). In den folgenden Jahren wuchs jedoch die Anzahl an Befürwortern der Zwangssterilisierung so weit an, dass diese Bewegung genügend Einfluss gewann, dass am 30.07.1934 der Ausschuss des preußi-schen Landesgesundheitsrates einen Gesetzesentwurf zur Sterilisation „Min-derwertiger“ verabschiedete (vgl. ebd., S. 23).

Auch über Euthanasie wurde bereits weit vor der Machtergreifung Hitlers dis-kutiert. Dabei wurde der Begriff Euthanasie in zwei grundverschiedene Kate-gorien eingeteilt. Zum einen der Sterbehilfe, wozu unter anderem schmerzlin-dernde Maßnahmen, Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen sowie Un-terlassung von Behandlung gezählt wurden. Zum anderen aber auch der Ver-nichtung „unwerten“ Lebens, die in der NS-Ideologie zur Verwendung kam (vgl. Rudnick 1985, S. 26). Unter dem Titel „Aktion T4“ wurden diese Überle-gungen dann 1939 in die Realität umgesetzt.

2.2 Erziehung im Nationalsozialismus

Die Erziehung im Dritten Reich bezog sich stark auf die vorherrschenden ras-sischen und ideologischen Glaubensansätze der damals gegenwärtigen NS-Diktatur. Der Ideologie folgend, stand auch in der Erziehung das Volk und nicht das Individuum an erster Stelle. Von höchster Bedeutung war dabei, dass die Kinder den absoluten Glauben an den Führer verfolgten. Fähigkeiten wie Dis-ziplin, uneingeschränkte Dienstbereitschaft und Gehorsam sollten gefördert werden – auch um sie später in Institutionen wie der Hitler-Jugend, dem Bund deutscher Mädel und der NSDAP selbst einzugliedern (Assel 1969, S. 39).

Die Hitler-Jugend folgte einer hierarchisch-bürokratischen Organisationsstruk-tur, die sich an militärischen Ansätzen orientierte (vgl. Kollmeier 2011, S. 63). Ziel war es, einen „persönlichen gefestigten und lebenstüchtigen Kameraden“ (Dietze 1939, S. 58) heranzuziehen. Dieser sollte physisch leistungsfähig, ar-beitstüchtig und für Dienste am Volk leicht motivierbar sein. Daraus resultie-rend sollte sich der Hitlerjunge unreflektiert an die Normen der Jugendorgani-sation binden und seine Bestrebungen, sein Selbstwertgefühl und seine Iden-tität auf Grundlage der Organisation entwickeln (vgl. Kollmeier 2011, S. 62). Für die Mädchen diente der Bund deutscher Mädel (kurz BDM) als eine par-teiorientierte Erziehung. Wo dem Jungen ein präzises Leitbild vorgegeben war, fehlte dies dem Mädchen jedoch weitestgehend. War vor 1933 ein starkes Mädchenbild akzeptiert, sollte es nun dem Ideal einer perfekten Hausfrau ent-sprechen, die musisch gebildet und „zur Mutterschaft bereit“ (ebd.) war.

Den Mittelpunkt der nationalsozialistischen Erziehung bildete die körperliche Ertüchtigung, die vor allem das Militär stärken sollte (Steinhaus 1981, S.70). Hingegen spielten die Entwicklung und Förderung geistiger Potentiale nur eine untergeordnete Rolle. Schulen hatten den Auftrag als Schwerpunkt Fähigkei-ten wie Willenskraft und Disziplin zu fördern, um die Jugend zum Kampf für die Volksgemeinschaft zu befähigen. Man erzog die Kinder zur Opferbereit-schaft für das Reich und zum uneingeschränkten Glauben an den Führer. Durch den systematischen Ausschluss sogenannter „Minderwertiger“ sorgte man für ein Gefühl des Auserwähltseins. Dies diente vor allem der Sicherung der arischen Rasse (ebd., S. 72 f.)

3.0 Zur Entstehung der Hilfsschulen

Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Entstehung der Sonderschulform „Hilfsschule“. Um einen Überblick hierzu erhalten, wird zunächst die Entwick-lung von der Entstehung bis zur Machtergreifung 1933 beschrieben. Danach wird die weitere Entwicklung im Zeitraum des Nationalsozialismus themati-siert, die im Jahr 1945 endete.

3.1 Entwicklung bis 1933

Die sogenannte Hilfsschule entstand aus zwei Ursprüngen. Zum einen aus den Schulen der Irrenanstalten und zum anderen dem Konzept der Nachhilfe-klassen. Zunächst entwickelten sich zum Ende des 18. Jahrhunderts Anstalten für nicht bildungsbeeinträchtigte, sondern körperlich Behinderte. So wurde 1770 eine Taubstummenanstalt und im Jahr 1784 die erste Blindenschule ge-gründet. Die Ursprünge dieser Idee der Behindertenbildung werden in Frank-reich vermutet (vgl. Rudnick 1985, S. 30). Diese „Entdeckung der Bildbarkeit Behinderter“ (Ellger-Rüttgardt/ Tenorth 1998) wurde durch die Erkenntnis der Zeit der Aufklärung möglich, dass das allgemeine Bildungsrecht für jeden gelte (vgl. Ellger-Rüttgardt 2008, S. 22).

Im 19. Jahrhundert erfuhr das Sonderschulwesen eine steigende Institutiona-lisierung. Waren zuvor bereits Bildungsanstalten für Seh- und Hörbehinderte weitestgehend etabliert, so wurden nun auch Wege für Schulen, die sich an geistig behinderte Kinder richteten, geebnet. In den 40er Jahren des 19. Jahr-hunderts lagen bereits „theoretische Entwürfe als auch überzeugende prakti-sche Beispiele“ (Ellger-Rüttgardt 2008, S. 96) vor, die sich mit der Erziehung kognitiv und physisch schwächerer Kinder beschäftigten. 1846 gründete der Staat Sachsen in Hubertusburg die erste staatliche Erziehungseinrichtung für „blödsinnige“ Kinder in Deutschland, jedoch blieb es trotz der vorliegenden Entwürfe zunächst bei dieser einzigen Anstalt. Man vertrat die Auffassung, dass es nicht die Aufgabe des Staates sei, derartige Anstalten zu gründen, vielmehr sei es „vorzugsweise der Privattätigkeit zu überlassen und die Mitwir-kung der Provinzialstände sowie wohltätiger Vereine […] als Beilhilfe […] in Anspruch zu nehmen.“ (Lindmeier/Lindmeier 2002, S. 216). So gab es in den 40er Jahren nur wenige solcher Anstalten. Ab 1850 löste die öffentliche Dis-kussion um die Erziehung und Pflege geistig Benachteiligter eine Welle von Anstaltsgründungen aus. Diese zumeist christlich geführten Anstalten befan-den sich in privater Trägerschaft und verfolgten kein allgemeines Bildungs-recht (vgl. Ellger-Rüttgardt 2008, S. 97). Parallel zu dieser Entwicklung ent-standen Nachhilfeklassen, in denen die schwächsten Schüler einer Schule zu-sammengefasst und besonders gefördert wurden, um sie auf dasselbe Leis-tungsniveau der Regelklassen zu bringen (vgl. Rudnick 1985, S. 31). Dieses Modell konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da eine Anpassung an verschie-dene Lerntempos und Lernvermögen nicht hinreichend gelang. Bis 1911 wur-den all diese Klassen in Hilfsschulen umgewandelt (vgl. ebd., S. 32). Dieses Fehlschlagen des Modells der Nachhilfeklassen lag allerdings im Interesse der Hilfsschullehrer, die eine Separierung von der Volksschule für die Selbststän-digkeit ihres Berufs als essenziell ansahen (vgl. Möckel 1981, S. 28). Die hier-für notwendigen Hilfsschulen entstanden einige Jahrzehnte später im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.

„[Die] Geschichte der Hilfsschulen [begann] in Elberfeld 1879, in Braun­schweig und Leipzig 1881. In diesen Städten sind die ersten ausgebauten, d.h. in aufsteigenden Klassen organisierten Hilfsschulen entstanden. […] Der Name ‚Hilfsschule’ stammt aus Braunschweig. Er wurde ab 1888 gebräuch-lich. “ (Möckel 2007, S. 179).

Zwischen 1883 und 1884 gab es bereits in 32 Städten Hilfsschulklassen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 waren dann bereits ungefähr 43.000 Schüler in 320 Städten Deutschlands in Hilfsschulen beschult worden (vgl. Rudnick 1985, S. 36). 1892 bekannte der preußische Staat die Notwendigkeit der Schaffung von Klassen für „schwachsinnige“ Schüler. Sechs Jahre später wurde dann der Verband der Hilfsschulen gegründet (ebd., S. 37). 1905 wurde ein Erlass zur Hilfsschule in Preußen veröffentlicht, der festlegte, dass Hilfs-schulen von Schülern besucht werden sollten, „die für den Volksunterricht als zweifellos nicht hinreichend begabt“ (Fuchs 1922, S.33) galten. Durch diesen Erlass wurde festgelegt, dass die Hilfsschulen nicht zur Aufgabe hatten, Schü-ler für die Regelschule vorzubereiten (vgl. Rudnick 1985, S. 37).

Die Zeit des Ersten Weltkriegs hatte keine Auswirkungen auf das Sonderschul-wesen. Auch die Diskussionen über die Einheitsschulen wirkten nicht auf das bestehende Sonderschulsystem ein. Die damaligen Hilfsschullehrer bestan-den weiterhin darauf, dass geistig eingeschränkte Schüler auf eigenständigen Schulen unterrichtet werden sollten. Bis zum Jahr 1928 entstanden insgesamt 3966 Hilfsschulen in circa 750 Städten, die von 71.902 Schülern in Anspruch genommen wurden (vgl. Rudnick 1985, S. 38). In diesen Hilfsschulen wurde der Unterricht auf der Theorie Gürtlers, dem „triebmäßigen Erlebnisunterricht“, aufgebaut, die die Andersartigkeit der Schüler hervorhob und die „Eigentätig-keit auf Nachahmung der Lehrtätigkeit einschränkte“ (Rudnick 1985, S.39). Genauso sollten „geistige orthopädische Übungen“ integriert werden, die so-wohl in den bestehenden Unterrichtsinhalt eingeflochten als auch ohne stoffli-chen Zusammenhang durchgeführt wurden. Diese umfassten beispielsweise Übungen zur Förderung der Selbstbeherrschung, wie Stillsitzen oder leises Hinsetzen und Aufstehen. Aber auch Übungen zur Erziehung der Schnelligkeit wurden angewendet, zum Beispiel durch ein auf Anweisung schnelles Öffnen und Schließen der Hände (vgl. ebd., S. 39).

3.2 Entwicklung nach der Machtergreifung Hitlers

Zum Ende der Weimarer Republik 1933 endete die Ausdehnung der Hilfsschu-len. Die staatlichen Ausgaben für den schulischen Bildungsbereich wurden aufgrund der Wirtschaftskrise weitestgehend gekürzt. Dies schlug sich in Schulschließungen und den daraus resultierenden Erhöhungen der Klassen-größen nieder (Ellger-Rüttgardt 2008, S.256).

Nach der Machtergreifung Hitlers wurden zuerst Hilfsschulen ins Visier ge-nommen, denn diese galten schon zu Zeiten der Weimarer Republik als un-rentabel. Im Gegensatz zu den Regelschülern seien „die Minderwertigen“ der Sonderschulen eine Last für das Volk gewesen:

„ Auslese heißt Förderung der Hochwertigen und Zur ü cknahme der Minderwer-tigen. Will man das treiben, so mu ß man vor allem eins bedenken: Es gibt kein Recht f ü r alle. Der Hochwertige hat das Recht, gef ö rdert zu werden, der Min-derwertige hat es nicht. “ (Staemmler 1933, S. 45)

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Details

Titel
Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V592968
ISBN (eBook)
9783346208675
ISBN (Buch)
9783346208682
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hilfsschulen, reich, rolle, drittes, hitler, euthanasie, holocaust, schulwesen, geschichte, behinderung, behindert, geistig, brauchbarmachung, krankheit, krank, menschen, hilfsschule, sonderschule, förderschule
Arbeit zitieren
Marlon Roth (Autor), 2011, Die Rolle der Hilfsschulen im Dritten Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/592968

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