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Pro-Contra Studiengebühren

Title: Pro-Contra Studiengebühren

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tobias Riefe (Author)

Economics - Finance
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Summary Excerpt Details

Das Thema Studiengebühren sorgt nicht nur in Deutschland immer wieder für heftige Diskussionen. Der Fokus wird in dieser Arbeit allerdings auf Deutschland gelegt, um eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema zu ermöglichen.

Die Befürworter des bisherigen steuerfinanzierten Systems plädieren für eine Beibehaltung aus im wesentlichen verteilungspolitischen Überlegungen. So wird insbesondere von Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit gesprochen, die durch Studiengebühren verletzt werden würden. Befürworter von Studiengebühren sehen überwiegend Vorteile hinsichtlich Effizienzsteigerungen und einer besseren Hochschulfinanzierung. Daher konzentrieren sich die ökonomischen Argumentationen Für und Wider Studiengebühren auch im Kern auf die damit einhergehenden Allokations-, Distributions- und Finanzierungseffekte.

Die Diskussion Pro und Contra Studiengebühren muss im Zusammenhang mit der historischen und aktuellen Situation an den deutschen Hochschulen gesehen werden. Mit einem Wechsel in der Bildungspolitik Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre, mit starken Zugangserleichterungen zu allen höheren Bildungseinrichtungen, begann die Zahl der Studenten stark anzuwachsen.1 Im Wintersemester 1975/76 gab es 837.0002 Studenten an deutschen Hochschulen, im Wintersemester 2000/01 betrug die Zahl 1.766.0003. Dies entspricht einem Wachstum von rund 110%. Hingegen fiel der Anstieg an Wissenschaftlerstellen wesentlich geringer aus.4 Dies führt zu negativen Konsequenzen an den Hochschulen, die sich u.a. in verlängerten Studienzeiten und verschlechterten Betreuungsrelationen von Professoren zu Studenten zeigt.5
[...]
______
1 Vgl. Peters, H-R., Wege zum Gleichgewicht auf dem Sektor der Hochschulausbildung, in: WiSt – Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 25. Jg. (1996), Heft 9, S. 456f.
2 Vgl. Peters, H-R., a.a.O., S. 457.
3 Vgl. Deutsches Studentenwerk (Hrsg.), Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2000 – 16. Sozialerhebung, Zusammenfassung, online im Internet: URL: http://www.studentenwerke.de/erheb/index.htm [Stand: 13.10.2001], (im folgenden zitiert als: „DSW, 16. Sozialerhebung - Zusammenfassung“), S. 2.
4 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.), Jahresgutachten 1998 / 1999, (im folgenden zitiert als: „Sachverständigenrat, a.a.O.“), S. 248.
5 Vgl. Sachverständigenrat, a.a.O., S. 248.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

2 Studienfinanzierungsmodelle

2.1 Welche gutstheoretische Eigenschaft besitzt das Gut „Hochschulbildung“?

2.2 Contra Studiengebühren

2.2.1 Allokative Begründung für Steuerfinanzierung

2.2.2 Distributive Begründung für Steuerfinanzierung

2.2.2.1 Längsschnittanalyse auf Basis von Lebenseinkommen

2.2.2.2 Querschnittanalyse auf Basis von Jahreseinkommen

2.2.3 Meritorische Begründung für Steuerfinanzierung

2.2.4 Finanzielle Begründung für Steuerfinanzierung

2.3 Pro Studiengebühren

2.3.1 Argumente gegen Steuerfinanzierung

2.3.1.1 Allokative Begründung gegen Steuerfinanzierung

2.3.1.2 Distributive Begründung gegen Steuerfinanzierung

2.3.1.2.1 Längsschnittanalyse auf Basis von Lebenseinkommen

2.3.1.2.2 Querschnittanalyse auf Basis von Jahreseinkommen

2.3.1.3 Meritorische Begründung gegen Steuerfinanzierung

2.3.1.4 Finanzielle Begründung gegen Steuerfinanzierung

2.3.2 Auswirkungen von Studiengebühren

2.3.2.1 Effizienzwirkung von Studiengebühren

2.3.2.2 Distributive Effekte von Studiengebühren

2.3.2.3 Meritorische Effekte von Studiengebühren

2.3.2.4 Finanzierungseffekte von Studiengebühren

2.4 Alternative Finanzierungsmodelle

3 Ergebnisse der Argumentationen unter Berücksichtigung des australischen Gebührenmodells

4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Argumente für und gegen die Einführung von Studiengebühren in Deutschland. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der gutstheoretischen Einordnung der Hochschulbildung und internationaler Erfahrungen (Australien) zu untersuchen, ob eine Gebührenfinanzierung gegenüber dem bisherigen steuerfinanzierten System hinsichtlich Allokation und Verteilungsgerechtigkeit vorteilhaft ist.

  • Gutstheoretische Klassifizierung von Hochschulbildung (privates, öffentliches oder gemischtes Gut)
  • Ökonomische Begründungen für die Beibehaltung einer Steuerfinanzierung
  • Ökonomische Argumente für die Einführung von Studiengebühren
  • Analyse der Effizienz- und Verteilungswirkungen von Studiengebühren
  • Vergleichende Betrachtung des australischen HECS-Modells

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1 Effizienzwirkung von Studiengebühren

Neben den bereits zu tragenden Opportunitätskosten der entgangenen Einkommen durch die Studenten erhöht eine anteilige direkte Kostenbeteiligung das Kostenbewusstsein der Studenten. Durch die Kosten eines Studiums werden potentielle Nachfrager die möglichen Erfolge eines Studiums besser abwägen und ihre individuellen Begabungen sowie zukünftige Arbeitsmarktchancen stärker berücksichtigen. Um die tatsächlichen Kosten des Studiums aufzuzeigen muss zudem eine fächerspezifische Differenzierung vorgenommen werden. Studiengebühren können ebenso einen Anreiz darstellen, die Studienzeit zu verkürzen. Es wird ein Qualitätswettbewerb der Anbieter entstehen, um möglichst viele Studenten zu gewinnen. Der Wettbewerb wird demnach über attraktive Studienbedingungen und konkurrenzfähige Studiengangprofile geführt. Die Bildungsnachfrager werden nämlich verstärkt eine Erfolgskontrolle der Anbieter durchführen, da sie einen entsprechenden Gegenwert für ihre Investition erhalten wollen.

Studiengebühren können weiterhin eine marktaufspaltende Wirkung haben. Sie sollen die Negativauslese von Studenten begrenzen, d.h. die adverse Selektion von wenig geeigneten aber vermögenden Studenten verhindern. Dies könnte geschehen, indem Studiengebühren in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Studierenden erhoben werden. Zudem können über Studiengebühren, die unabhängig vom Ausbildungserfolg erhoben werden, Trittbrettfahrer, die Hochschulausbildung überwiegend als Konsum- und nicht Investitionsgut sehen, vom Studium ferngehalten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Debatte um Studiengebühren in Deutschland ein und beschreibt den historischen Anstieg der Studentenzahlen sowie die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für die Hochschulen.

2 Studienfinanzierungsmodelle: Hier erfolgt eine theoretische Untersuchung der Hochschulbildung als Gut sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der ökonomischen Pro- und Contra-Argumente für Studiengebühren, ergänzt um alternative Finanzierungsmodelle.

3 Ergebnisse der Argumentationen unter Berücksichtigung des australischen Gebührenmodells: Dieses Kapitel fasst die Diskrepanzen zwischen den Positionen zusammen und nutzt das australische HECS-System als Fallbeispiel, um die Auswirkungen einer Gebührenfinanzierung zu illustrieren.

4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass die ökonomische Argumentation für Studiengebühren stichhaltiger ist als die für das rein steuerfinanzierte System, während die politische Umsetzung primär an der öffentlichen Meinung scheitert.

Schlüsselwörter

Studiengebühren, Hochschulfinanzierung, Steuerfinanzierung, Allokation, Distribution, Mischgut, Marktversagen, Humankapital, Effizienz, Verteilungsgerechtigkeit, HECS, Bildungsökonomie, Studienfinanzierung, Bildungsnachfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Debatte um die Einführung von Studiengebühren in Deutschland und hinterfragt, ob das bestehende steuerfinanzierte System oder eine gebührenfinanzierte Lösung effizienter und gerechter ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Bereiche Gutstheorie, Allokationseffizienz, Verteilungsgerechtigkeit (Distribution) und die praktische Finanzierung von Hochschulen ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die ökonomischen Argumente für und wider Studiengebühren zu strukturieren und zu prüfen, inwieweit Studiengebühren zu einer besseren Ressourcenallokation beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Prinzipien, die durch empirische Erkenntnisse aus existierender Fachliteratur und internationale Fallbeispiele (Australien) gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine gutstheoretische Einordnung der Hochschulbildung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Argumenten für die Beibehaltung einer Steuerfinanzierung gegenüber Argumenten für die Einführung von Studiengebühren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Studiengebühren, Allokation, Distribution, Mischgut, Effizienz und Hochschulfinanzierung.

Wie bewertet der Autor die ökonomische Diskussion im Vergleich zur politischen Meinung?

Der Autor stellt fest, dass während die Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler Studiengebühren aus ökonomischen Gründen befürwortet, die öffentliche Meinung und wahlopportunistische Motive der Parteien eine Einführung politisch erschweren.

Welche Bedeutung hat das australische Modell in der Untersuchung?

Das australische Modell dient als praktisches Beispiel, um die Auswirkungen von einkommensabhängigen Studiengebühren und deren Einfluss auf die Studiennachfrage empirisch einordnen zu können.

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Details

Title
Pro-Contra Studiengebühren
College
University of Paderborn  (Lehrstuhl für Finanzwissenschaft)
Course
Finanzwissenschaftliches Seminar
Grade
1,3
Author
Tobias Riefe (Author)
Publication Year
2001
Pages
21
Catalog Number
V5929
ISBN (eBook)
9783638136440
ISBN (Book)
9783656448501
Language
German
Tags
Studiengebühr Hochschulfinanzierung Effizienzsteigerung Hochschulbildung Allokation Distribution Studium Finanzierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Riefe (Author), 2001, Pro-Contra Studiengebühren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5929
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