„Filme zu »sehen« ist leicht. Da sie Wirklichkeit nachahmen, findet jeder Zugang zu ihrer Oberfläche. Filme zu verstehen ist schwierig. Denn sie erzählen in ihrer eigenen Sprache, die zu entschlüsseln ein geschultes Auge verlangt. Je mehr einer über Filme weiß, desto mehr teilen sie ihm mit. Film ist Kunst- geschaffen von Filmemachern, die die Wirklichkeit in Frage stellen und die Phantasie zu ihrer Veränderung freisetzen. Film ist Technik- ein kompliziertes Instrumentarium, dessen Handhabung die filmische Erzählweise bestimmt.“
Stil einer Kunstgattung oder Ausdrucksform bedeutet, das Hervorheben des Besonderen. Unter dem Begriff „Filmstil“ verstehen wir die Tatsache, dass ein Filmwerk in seiner Erscheinungsform „filmisch“ wirkt und sich dadurch von allen anderen Gattungen als individuelle Ausdrucksform unterscheidet. Hierzu kommt noch, als allgemeines Stilmerkmal, die ästhetische Forderung, dass das Filmwerk durch die individuelle und gleichmäßige Einheitlichkeit von Inhalt und Form und durch das einheitliche Zusammenwirken aller Darstellungsmittel zu einer organischen Gestalt geworden ist. Entscheidende Bedeutung für die Frage nach diesem oder jenem Filmstil haben der Charakter des Filmbildes (Aufnahmedistanzen, Aufnahmewinkel) und der Montagetyp.
In einem deutschen Wörterbuch bezeichnet der Begriff „Stilistik“ (Stilkunde) die Lehre von den Gesetzen des sprachlichen Stils. 3 Der Film hat seine eigene Sprache, d.h. seine eigene Stilistik. Die Realisierung eines Filmprojekts ist ein rationaler Vorgang und solide handwerkliche Grundkenntnisse sind Voraussetzung jeder Filmproduktion. Boris Ejchenbaum hat in seinem Aufsatz „Probleme der Filmstilistik“ die wichtigsten Faktoren aufgezeigt, die für das Studium der Gesetze des Films relevant sind.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Historischer Überblick des Films
- III. Film als Kunst
- Innere Rede des Zuschauers
- Zwischentitel
- Die Musik - ein Bestandteil des Films
- Räumliche und zeitliche Kontinuität
- Der Filmrhythmus
- Film und Theater
- Montage (Komposition des Films)
- Einstellungen
- Zeit im Film
- Das Bild
- Schnitt
- Lichtgestaltung
- V. Schlußbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text von Boris Ejchenbaum „Probleme der Filmstilistik“ befasst sich mit der Entwicklung und den Besonderheiten des Films als Kunstform. Er beleuchtet die Entstehung des Mediums im historischen Kontext, analysiert die spezifischen Ausdrucksmittel des Films und betont die Einzigartigkeit des Films als Kunstform im Vergleich zu anderen künstlerischen Gattungen.
- Historische Entwicklung des Films
- Film als Kunstform und seine spezifischen Ausdrucksmittel
- Die Rolle der Montage und des Schnitts im Film
- Die Bedeutung von Lichtgestaltung und Bildkomposition
- Die Eigenheiten des Films im Vergleich zu anderen Kunstformen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung des Textes führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung des Films als Kunstform und die Herausforderungen seiner Interpretation. Das zweite Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung des Films, beginnend mit den frühen Anfängen bis hin zur Etablierung als eigenständige Kunstform. Das dritte Kapitel widmet sich der Analyse des Films als Kunstform. Es werden verschiedene Aspekte des Films beleuchtet, darunter seine Ausdrucksmittel, seine spezifische Sprache und seine Einzigartigkeit im Vergleich zu anderen Kunstformen.
Schlüsselwörter
Der Text behandelt zentrale Themen wie Filmstilistik, Filmgeschichte, Filmkunst, Montage, Schnitt, Lichtgestaltung, Bildkomposition und die Unterscheidung des Films von anderen Kunstformen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Boris Ejchenbaum unter Filmstil?
Unter Filmstil versteht er die Tatsache, dass ein Filmwerk in seiner Erscheinungsform spezifisch „filmisch“ wirkt und eine Einheit von Inhalt und Form bildet.
Welche Rolle spielt die Montage in der Filmstilistik?
Die Montage ist ein entscheidendes Stilmerkmal; sie bestimmt die Komposition des Films und unterscheidet ihn von anderen Kunstgattungen wie dem Theater.
Was ist die „innere Rede“ des Zuschauers?
Es ist der mentale Prozess, bei dem der Zuschauer die visuellen Bilder des Films in eine eigene gedankliche Erzählung übersetzt, um den Film zu verstehen.
Wie unterscheidet sich Film vom Theater?
Der Film nutzt spezifische technische Mittel wie Aufnahmedistanzen, Winkel und Schnitt, die eine räumliche und zeitliche Kontinuität erzeugen, die im Theater so nicht möglich ist.
Warum sind Zwischentitel in der Filmgeschichte wichtig?
In der Stummfilmzeit dienten Zwischentitel als sprachliche Ergänzung zum Bild und sind ein wesentlicher Bestandteil der frühen Filmstilistik.
- Quote paper
- Magdalena Palarz (Author), 2003, Probleme der Filmstilistik - von Boris Ejchenbaum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59301