In der vorliegenden Abhandlung geht es um die spezifischen Herausforderungen einer Promotion. Im Mittelpunkt steht also nicht ausschließlich das Verfassen einer Dissertation, sondern auch die Vor- und Nachbereitung dieser Phase inklusive inhaltlicher und formaler Aspekte. So wird die Auswahl von Themen und Betreuern ebenso berücksichtigt, wie auch mögliche Schwierigkeiten, die sich währenddessen ergeben können. Da Promotionsprozesse keine geraden Wege sind, auf denen man eine bestimmte Strecke zurücklegt, bevor man das Ziel erreicht, wurde Wert darauf gelegt, auch die Unwägbarkeiten (Motivation und Anspruch der Promovierenden, Probleme mit Gutachtern etc.) nicht zu vernachlässigen. Deshalb behandelt dieser Leitfaden Themen, die von der Auswahl des Forschungsobjekts über mündliche Prüfungen bis zu Tantiemen reichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen
2. Warum promovieren?
3. Betreuung und Begutachtung
4. Organisation des Arbeitsprozesses
5. Thema und Konzeption
6. Literatursuche und Bearbeitung
7. Schreiben
8. Mündliche Prüfung
9. Noch Fragen?
Zielsetzung & Themen
Dieses Buch bietet einen praxisorientierten Leitfaden für Promovierende, insbesondere in den Geisteswissenschaften, mit dem Ziel, die verschiedenen Phasen des Promotionsverfahrens durch persönliche Erfahrungen und strategische Tipps erfolgreich zu meistern.
- Motivation und Selbstmanagement während der Promotionsphase
- Die Auswahl von Betreuungspersonen und der Umgang mit Abhängigkeitsverhältnissen
- Strategien zur Organisation des Arbeitsprozesses und Literaturrecherche
- Methodische Konzeption der Dissertation und thematische Eingrenzung
- Vorbereitung auf die mündliche Prüfung und administrative Aspekte
Auszug aus dem Buch
3. Betreuung und Begutachtung
Zu jeder Promotion gehören mindestens zwei habilitierte Personen; einmal um zu betreuen, und schließlich um zwei Gutachten abzuliefern. Darauf sollte man sich - soweit möglich - beschränken. Denn je weniger Personen in das Verfahren involviert sind, desto weniger können diese später diverse Fristen überziehen. Habilitierten drohen keine Konsequenzen, wenn sie sich nicht an die Vorgaben der Promotionsordnung halten. Und bevor die Dissertation in der Behaglichkeit vieler, vieler Elfenbeinstübchen verstaubt, reduziert man die Chancen, daß derartiges passiert, besser zum eigenen Wohlbefinden.
Die Auswahl der betreuenden Person ist insofern ein Glücksspiel, als sich auch der beste Eindruck irgendwann als falsch erweisen kann. Deshalb sollte man bereits im Vorfeld daran denken, daß man sich nicht auf die Universität beschränken muß, an der das Examen gemacht wurde. Und auch Emeritierte dürfen Dissertationen betreuen. Falls die Möglichkeit besteht, etwas über die Leistungen der in Frage kommenden Personen zu erfahren, sollte man diese Chance nutzen.
Das ist nicht nur eine Frage der Sympathie. Es bedarf nicht nur einer Basis, die einen produktiven inhaltlichen Austausch gewährleistet. Auch die formale Seite bekommt im Verlauf des Verfahrens eine zunehmend wichtigere Bedeutung. Auf jeden Fall schont es die Nerven, wenn man einen großen Bogen um Habilitierte macht, die Begriffe wie „Fakultätssitzung” und „Verfahrenseröffnung” für Fachtermini irgendeiner exotischen Disziplin halten. Denn der eigene Einfluß minimiert sich enorm, sobald die inhaltlichen Aspekte des Promotionsverfahrens in gedruckter Form vorliegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkungen: Einführung in den Leitfaden, der keine klassische Anleitung ist, sondern eine reflektierte Auseinandersetzung mit den realen Problemen und Strukturen eines Promotionsverfahrens.
2. Warum promovieren?: Analyse der persönlichen Motivation und der Notwendigkeit einer realistischen Einschätzung von Zeit und Finanzierung für das Promotionsvorhaben.
3. Betreuung und Begutachtung: Ratschläge zur Auswahl der Betreuer sowie Hinweise zum Umgang mit Abhängigkeiten und den formalen Gefahren während des Begutachtungsprozesses.
4. Organisation des Arbeitsprozesses: Strategien zur Bewältigung des komplexen Arbeitsprozesses durch parallele Tätigkeiten und die Gestaltung eines motivierenden Arbeitsumfelds.
5. Thema und Konzeption: Bedeutung der thematischen Eingrenzung und der Wahl einer passenden methodischen Vorgehensweise, um wissenschaftliche Innovation zu gewährleisten.
6. Literatursuche und Bearbeitung: Effiziente Methoden zur Handhabung großer Literaturmengen, von der Literatursichtung bis zur präzisen Notizführung.
7. Schreiben: Tipps für den Schreibprozess, insbesondere in Bezug auf Stil, sprachliche Präzision und den Verzicht auf unnötige Komplexität.
8. Mündliche Prüfung: Vorbereitung auf die finale Hürde des Verfahrens, inklusive der Bewältigung von Nervosität und organisatorischen Fragen.
9. Noch Fragen?: Klärung administrativer Aspekte wie Fristen, Korrekturlesen, Zulassungsverfahren und der Erhalt von Tantiemen.
Schlüsselwörter
Promotion, Dissertation, Wissenschaftliches Arbeiten, Betreuung, Promotionsverfahren, Zeitmanagement, Literaturrecherche, Methodik, Schreibprozess, mündliche Prüfung, Motivation, Habilitation, Selbstdisziplin, Forschungsfrage, Fachdiskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch im Kern?
Es geht um eine praxisorientierte Hilfestellung für Promovierende, die über das rein akademische Handwerk hinausgeht und sich mit den menschlichen, organisatorischen und strukturellen Herausforderungen einer Promotion auseinandersetzt.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Autor ab?
Die zentralen Themen umfassen die Motivationsfindung, die Auswahl von Betreuern, die Organisation des Arbeitsprozesses, die methodische Konzeption, das wissenschaftliche Schreiben sowie die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Promovierenden eine Orientierungshilfe an die Hand zu geben, um den langwierigen und oft von bürokratischen Hürden begleiteten Weg zur Doktorwürde erfolgreich und bei Erhaltung der eigenen Motivation zu meistern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden empfohlen?
Der Text empfiehlt ein strukturiertes, aber flexibles methodisches Vorgehen, wie beispielsweise das Vorgehen vom Abstrakten zum Konkreten oder eine achronologische Vorgehensweise bei historischen Themen, um den Fokus auf die Kernfragestellung zu behalten.
Was behandelt der Hauptteil des Buches?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologischen und inhaltlichen Phasen der Promotion: von der ersten Entscheidung über die Konzeption bis hin zur abschließenden Disputation oder dem Rigorosum.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Schlüsselbegriffe sind Promotion, Betreuungsverhältnis, Selbstdisziplin, Zeitmanagement, Innovationsklausel, Literaturrecherche und wissenschaftliche Methodik.
Wie sollte man mit einer schwierigen Betreuungssituation umgehen?
Die Autorin empfiehlt, bereits im Vorfeld Vorsicht bei der Wahl walten zu lassen, die Anzahl der involvierten Personen zu minimieren und bei wiederholten, gravierenden Problemen proaktiv über einen Wechsel der Betreuung nachzudenken.
Welche Bedeutung hat das „Schreiben“ als Phase?
Schreiben wird als die „schönste“ Phase bezeichnet, sofern die Vorarbeiten geleistet wurden. Es erfordert jedoch ein hohes Maß an sprachlicher Disziplin, um die Dissertation für ein breites wissenschaftliches Publikum lesbar und verständlich zu halten.
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- Dr. Antje Nicolaides (Author), 2006, Tips für die Promotion Dr. phil. und verwandte Disziplinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59319