Wassermangel, ein weiltweites Konfliktfeld (!)(?)


Hausarbeit, 2005

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Grundlagen
1.1 Der Begriff Wassermangel
1.2 Dimensionen des Wassermangels
1.3 Regionale Wasserknappheit

2. Konfliktpotential
2.1 Krisenregionen
2.1.1 Der Nahe Osten (und andere Wassermangel-Regionen)
2.1.2 Die Industriestaaten
2.2 Konfliktfelder
2.3 Die Betroffenen

3. Lösungsansätze
3.1 Beispiel Libyen (der Fluss von Menschenhand)
3.2 Privatisierung der Wasserversorgung als Chance (?)
3.3 Nachhaltiges Wassermanagement

Zusammenfassung und Ausblick

Einleitung

Ist jeder Mensch auf der Erde ausreichend mit Wasser versorgt, oder stehen in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Mengen zur Verfügung?

Für den ersten Teil der Frage gibt es von mir ein klares nein und für den zweiten Teil ein kräftiges ja. Aber in Hinblick auf die hiermit verbundenen Probleme reicht diese Aussage nicht aus.

Wasser ist nicht vermehrbar. Im Gegensatz zum Thema Luft ist Wasser noch kein großes politisches Thema, d.h. es steht noch nicht in dem Zentrum wie es, angesichts der Tragweite des Problems des Wassermangels in vielen Regionen der Erde, sein sollte. Immer mehr Menschen müssen sich die immer gleiche Menge an Wasser teilen. Dabei steigt der Wasserverbrauch pro Kopf der Weltbevölkerung stetig, noch schneller als die Anzahl der Menschen auf unserem Planeten. 80% der weltweiten Wasserressourcen werden von den Industriestaaten verbraucht, obwohl sie nur 20% der Weltbevölkerung ausmachen. Ebenfalls muss man in diesem Kontext das Augenmerk darauf richten, dass nur 2,5 % des Wassers auf der Erde Süßwasser ist und davon nur eine begrenzte Dosis für den Menschen nutzbar ist ohne den Wasserkreislauf und damit die Lebensgrundlagen zu zerstören.

Die UNO hat in einer Studie festgestellt, dass Wasser nunmehr wertvoller als Gold ist. Folglich wird der Kampf ums Wasser in Mangelregionen, wie z.B. dem Nahen Osten, möglicherweise ansteigen. Im Vergleich zum Thema Energie, sieht die Situation beim Wasser gänzlich anders aus. Dabei droht neben dem Kampf ums Öl der Kampf um Wasser zur größten Gefahr für das Überleben auf unseren Planeten zu werden. Auch die Industriestaaten sind nicht frei von Wassermangel, allerdings in einem anderen Zusammenhang als z.B. die Staaten des Nahen Ostens, und stehen demnächst vor Problemen, die viele heutzutage für undenkbar halten. So könnte es in ferner Zukunft so sein, dass aus Gründen der mangelnden Wirtschaftlichkeit einzelne Regionen nicht mehr mit Trinkwasser versorgt werden.

Es wäre aber auch erdenklich, dass sich die Konflikte entspannen und gerechte Varianten der Wasserverteilung und -zuteilung gefunden werden.

Neben den Problemen in den Krisenregionen des Nahen Ostens und anderen werde ich auch auf Probleme der Wasserversorgung in den Industriestaaten eingehen. Die Probleme sind jeweils in ihrer Ursache differenziert aber die Wirkung auf den Menschen ist letztlich identisch.

Den Forschungsstand zu diesem Thema, speziell zum Konfliktfeld des Nahen Ostens, finde ich außerordentlich umfassend. Bei meinen Recherchen viel mir auf, dass vor allem die Bundeszentrale für politische Bildung aber auch andere Institutionen eine nicht unerhebliche Zahl an Untersuchungen, Berichten und Essays zum download bereithalten. Auch über http://www.scholar.google.com finden sich diverse Berichte, Exzerpte, Essays usw. zu diesem Thema.

Das Jahr 2004 hält zahlreiche Neuerscheinungen bereit, die leider noch nicht vollständig in den Bibliotheken der FU und anderen erhältlich sind.

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich das Thema mithilfe der Leitfrage „Welche Konflikte birgt Wassermangel in den betroffenen Regionen?“ bearbeiten.

Hierfür gliedere ich die Arbeit in drei Punkte.

Den ersten Punkt nenne ich Grundlagen. Er dient der Begriffsdefinition des Wassermangels für seine Nutzung in dieser Arbeit und der Vorstellung der Dimensionen des Wassermangels und der Erklärung des regionalen Wassermangels.

Im zweiten Punkt analysiere ich das Konfliktpotential, welches sich aus der Wasserkrise ergibt. Mein Augenmerk richtet sich hier auf eine Auswahl der Krisenregionen, einiger Konfliktfelder sowie der Situation der betroffenen Menschen.

Der dritte Punkt widmet sich möglichen Wegen aus der Krise. Hier werde ich u.a. einen kritischen Blick auf die Privatisierung der Wasserversorgung werfen und von einem ehrgeizigen, nicht unproblematischen Projekt in Libyen berichten und das nachhaltige Wassermanagement beschreiben.

Sofern ich auf die Berliner Wasserbetriebe verweise, werde ich keine Zitate benutzen, da ich in diesem Unternehmen seit 1995 als kaufmännischer Angestellter tätig bin und durch diese Arbeit über fundierte Kenntnisse bezüglich des Unternehmens und seiner Aktivitäten verfüge.

1. Grundlagen

1.1 Der Begriff Wassermangel

Ich möchte explizit daraufhinweisen, dass es für Wassermangel keine eindeutige Definition in den Lexika gibt, so kann man ihn in verschiedenen Umgebungen benutzen. Zum einen ist er in der Humanmedizin oder Botanik verortet, wo er aber einen anderen Sachverhalt beschreibt, der mit dieser Arbeit in keinem Zusammenhang steht.

Der Duden definiert einen Mangel, im Plural, als Fehler. Im Singular als Fehlen.

Folglich deutet Wassermangel, sinngemäß, und im Rahmen dieser Hausarbeit auf das Fehlen von Wasser hin. Für Wasser einen Fehler zu finden und zu definieren halte ich für unmöglich. Gilt dieser Begriff eindeutig für die allgemein bekannten Regionen der Erde, deren Ausstattung an Wasser mangelhaft ist?

In Ihrem Essay „Politische Antworten auf die globale Wasserkrise: Trends und Konflikte“ sprechen Axel Klaphake und Waltina Scheumann (2001) auch über die Definition des Wassermangels. Hierbei sprechen sie zum einen vom Wassermangel als ein relatives Konzept, das mit sozialen und ökonomischen Bedingungen in Beziehung steht. Man spricht beim Wasser dann von einem knappen Gut, wenn Probleme bezüglich der Bedürfnisbefriedigung nach ihm auftreten. Von absolutem Wassermangel kann nur gesprochen werden, wenn zu wenig Wasser zur Verfügung steht um selbst minimale Bedürfnisse (Trinkwasser, Hygiene) zu befriedigen. Diese Situation ist aber selbst in Trockengebieten nicht gegeben (Klaphake/Scheumann 2001). Zum anderen verweisen sie die gebräuchliche, von hydrologischer Seite entwickelten Indikatoren der Wasserknappheit. Diese orientieren sich entweder an der Relation Bevölkerung zu verfügbaren Wassermengen (demographische Dimension), oder sie setzen die genutzte zur gesamten - aber nicht notwendigerweise verfügbaren - Wassermenge ins Verhältnis (technische Dimension) (Klaphake/Scheumann 2001).

Hier zeigt sich deutlich, dass die Verortung des Problems und die zugehörigen Vokabeln schwer zu besetzen und zu erklären sind.

Mit den hier genannten Informationen ziehe ich den Schluss, dass Wassermangel, im eigentlichen Sinne, nicht abschließend definiert ist. Der Begriff beschreibt aber eindeutig den Sachverhalt einer schlechten Grundausstattung an Wasser für eine Region oder eine Bevölkerungsgruppe.

In diesem Sinne verstehe ich den Begriff Wassermangel und benutze ihn in dieser Arbeit.

1.2 Dimensionen des Wassermangels

Die Dimensionen des Wassermangels lassen sich, wie unter 1.1 bereits angesprochen, einerseits in die technische und demographische Dimension aufteilen. Beide dienen der Erklärung von Kennzahlen zur Einstufung eines Gebietes als Mangelregion und der Ermittlung der Höhe des Wassermangels. Im Gegensatz zur mengenmäßigen Einstufung des Wassermangel anhand der vor genannten Dimensionen gibt es noch drei weitere Dimensionen, die ökologische, die

ökonomische und die soziale Dimensionen. Sie dienen der Erkennung und Verortung des Wassermangels hinsichtlich der Auswirkungen auf die betroffenen Menschen, deren Situation unter 2.3 genauer betrachtet wird.

Speziell die demographische Dimension des Wassermangels halte ich für gut geeignet die technischen Ausmaße des Wassermangels darzustellen. Ich finde, dass hier das Problem und die zugehörigen, mengenmäßigen Verhältnisse anschaulich und leicht verständlich beschrieben werden. Gleichwohl möchte ich andere Dimensionen nicht abwerten, halte ihre Aufführung im Kontext der Fragestellung für wenig zweckdienlich.

Axel Klaphake und Waltina Scheumann (2001) beschreiben die demographische Dimension anhand einer Faustregel wie folgt:

Wenn in einem Land mehr als 1.700 Kubikmeter pro Kopf und Jahr zur Verfügung stehen, liegen Knappheiten selten vor und treten eher lokal auf;

unter 1.000 Kubikmeter/Kopf/Jahr ist eine kritische Grenze erreicht, ab der Gesundheitsbedingungen und wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt sind;

unter 500 Kubikmetern pro Kopf und Jahr erreicht die Wasserknappheit ein lebensbedrohendes Ausmaß.

Bereits 15 Länder liegen unter 500 Kubikmeter pro Kopf und Jahr, 12 Länder liegen zwischen 500 und 1000 Kubikmeter pro Kopf und Jahr und 22 Länder liegen zwischen 1000 und 2000 Kubikmeter pro Jahr (Klaphake/Scheumann 2001).

Vergleicht man diese Werte mit dem Verbrauch eines Berliners, den die Berliner Wasserbetriebe mit ca. 150l pro Kopf und Tag angeben, so sieht man sehr deutlich, dass der Verbrauch eines Berliners mit 54.750l per anno in keinem Verhältnis zu den vor genannten Werten liegt, da die Region Berlin-Brandenburg deutlich über 1.700 Kubikmeter/Kopf/Jahr verfügt.

Als ein weiteres Merkmal der steigenden Wasserkrise möchte ich die zunehmende Verschmutzung von Grund- und Oberflächenwasser nennen (ökologische Dimension).

Die Übernutzung und Verschmutzung der Grundwasservorkommen, sowie die Beeinträchtigung der Nutzung von Binnengewässern durch Schadstoffe und Nährsalze, in vielen Teilen der Welt wird von Experten als ein zentrales Problem der zukünftigen Wasserversorgung betrachtet, was vor allem in Trockengebieten gilt (Klaphake/Scheumann 2001).

Viele der bereits heute betroffenen Länder werden, sofern keine Gegenmaßnahmen getroffen werden, zukünftig noch stärker durch den Mangel an Wasser betroffen sein. Hauptsächlich in der Sahara Region werden etliche Länder im Jahre 2025 unter einer ökonomischen Wasserkrise (ökonomische Dimension) leiden, weil sie über keine finanziellen Ressourcen für die Erschließung ausreichender Wasserressourcen verfügen (Klaphake/Scheumann 2001).

Eine äußerst nachdenkliche Erkenntnis liegt auch in der Tatsache, dass in Industrieländern eine Toilettenspülung soviel Wasser verbraucht, wie ein Mensch durchschnittlich in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Wassermangel, ein weiltweites Konfliktfeld (!)(?)
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
15062 Rechtl. & pol. Grundfragen einer neuen Weltordnung
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V59324
ISBN (eBook)
9783638533003
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wassermangel, Konfliktfeld, Rechtl, Grundfragen, Weltordnung
Arbeit zitieren
Diplom Politologe Tim Pommeränig (Autor), 2005, Wassermangel, ein weiltweites Konfliktfeld (!)(?), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59324

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