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Die Problematik fester Wechselkurse am Beispiel des Dollar-Renminbi-Kurses. Zur Praxis der chinesischen Währungspolitik

Title: Die Problematik fester Wechselkurse am Beispiel des Dollar-Renminbi-Kurses. Zur Praxis der chinesischen Währungspolitik

Bachelor Thesis , 2006 , 42 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Nagl (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

Das Erstarken der Wirtschaftsleistung der Volksrepublik China ist eng verknüpft mit der seit 1994 de facto bestehenden Fixierung der chinesischen Währung Renminbi an den US-Dollar. Sowohl der Exportsektor als auch die Attraktivität des Standortes China für ausländische Investoren profitieren in herausragender Weise von der durch die Fixierung induzierten Stabilität der Währung und der damit verbundenen Planungssicherheit. Die ins Land fließenden Direktinvestitionen beschleunigen den technologischen Aufholprozess, der florierende Außenhandel ist noch immer das wichtigste Standbein der chinesischen Volkswirtschaft. Die Eignung der Währungsanbindung für den staatlich geplanten Aufstieg war vor allem zu Beginn der wirtschaftlichen Öffnung weitgehend unbestritten.

Die steigende Integration Chinas in die Weltwirtschaft und die permanent zu verzeichnenden Zahlungsbilanzüberschüsse legen in den letzten Jahren allerdings zunehmend die Schwächen und Risiken des Festkurssystems offen. Die enormen Dollarreserven setzen den Renminbikurs einem starken Aufwertungsdruck aus. Die zur Vermeidung von Preisanpassungen implementierte Politik der Geldmengensterilisation ist nur mittels repressiver und regulierender Maßnahmen durchsetzbar und mit hohen Kosten verbunden. Aus dem Ausland mehrt sich Kritik an der Praxis der Währungspolitik der chinesischen Zentralbank, da der durch das Währungsregime unterbewertet gehaltene Renminbi vielfach als unlauterer Wettbewerbsvorteil der chinesischen Exportindustrie interpretiert wird.

Auch binnenwirtschaftlich ergeben sich vielfältige Probleme. Mit zunehmender Öffnung wächst die Abhängigkeit Chinas von globalen Wirtschaftsentwicklungen und damit das Risiko, von exogenen Schocks getroffen zu werden. Mit dem Verzicht auf den Wechselkurs als makroökonomische „Stellschraube“ steigt die Gefahr, nicht angemessen auf derartige Störungen reagieren zu können.
Das Spannungsverhältnis zwischen Wechselkurflexibilisierung und dem Beharren auf dem Festkurs bildet den Hintergrund dieser Arbeit, die das chinesische Wirtschaftswunder unter einem monetären Gesichtspunkt beleucht. Die Diskussion umfasst sowohl binnen- als auch außenwirtschaftliche Aspekte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 DIE DOLLARBINDUNG DES RENMINBI ALS BEISPIEL EINES EINSEITIG FIXIERTEN WECHSELKURSES

2.1 Grundlagen der Theorie fester Wechselkurse

2.1.1 Die stabilisierende Wirkung des Festkurses auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Gütermarkt

2.1.2 Zahlungsbilanzausgleich

2.1.3 Zahlungsbilanzfinanzierung

2.1.4 Geldmengensterilisation

2.2 Die Wechselkursanbindung Chinas in der Praxis

2.2.1 Aspekte des Renminbi-„Peg“

2.2.2 Kapitalverkehrskontrollen

2.2.3 Internationale Kritik

3 DER EFFEKT EINER RENMINBI-AUFWERTUNG AUF DIE US LEISTUNGSBILANZ

3.1 Einführung

3.2 Die Rolle Chinas als Exportplattform

3.2.1 Außenhandel und Direktinvestitionen in China – Empirische Befunde

3.2.2 Interpretation der Ergebnisse – Chinas Rolle im ostasiatischen Produktions- und Handelsnetzwerk

3.3 Die zu erwartende Reaktion der amerikanischen Leistungsbilanz auf eine Renminbi-Aufwertung

4 DER EINFLUSS DES FESTKURSES AUF DIE CHINESISCHE BINNENWIRTSCHAFT

4.1 Einführung

4.2 Grenzen der Geldmengensterilisation

4.2.1 Inflationsgefahr

4.2.2 Ineffiziente Ressourcenallokation und der marode Bankensektor

4.2.3 Das Problem der „Conflicted Virtue“

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Problematik des festen Wechselkurssystems Chinas unter Berücksichtigung der Dollaranbindung des Renminbi. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich eine Flexibilisierung des Wechselkurses auf die US-Leistungsbilanz auswirken würde und welche binnenwirtschaftlichen Risiken für China mit der Aufrechterhaltung des Festkurssystems verbunden sind.

  • Theoretische Grundlagen fester Wechselkurssysteme und deren Stabilitätseffekte.
  • Chinas Rolle als Exportplattform innerhalb ostasiatischer Produktionsnetzwerke.
  • Implikationen der Wechselkursbindung für die chinesische Binnenwirtschaft, insbesondere Inflationsrisiken und Bankensektor.
  • Die Problematik der Geldmengensterilisation im Kontext von Kapitalverkehrskontrollen.
  • Kritische Würdigung der internationalen Forderungen nach einer Renminbi-Aufwertung.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Interpretation der Ergebnisse – Chinas Rolle im ostasiatischen Produktions- und Handelsnetzwerk

Gaulier/Lemoine/Ünal-Kesenci interpretieren die Ergebnisse aus Kapitel 3.2.1 als Ausprägung eines sich seit den 1980er Jahren erhöhenden Integrationsgrades des ostasiatischen Wirtschaftsraums, der sich in intensiver zwischenstaatlicher Arbeitsteilung und der Herausbildung eines dichten Produktions- und Handelsnetzwerks äußert. Im Sinne eines „erweiterten“ Heckscher-Ohlin-Modells komparativer Faktorvorteile übernimmt China in diesem Netzwerk zunehmend die zentralen Funktionen der arbeitsintensiven „low-tech“-Endmontage und der Exportplattform in den Westen, vor allem in die USA.

Allgemeiner Ausgangspunkt der Argumentation von Gaulier/Lemoine/Ünal-Kesenci ist die zunehmende technische Differenzierung von Industriegütern und die damit einhergehende ansteigende Komplexität der Güterproduktion. Die Erhöhung der Anzahl der Produktionsstufen und die steigenden technologischen Anforderungen vergrößern die Produktivitätsunterschiede zwischen den einzelnen Stufen des Wertschöpfungsprozesses innerhalb eines Landes erheblich. Da es zudem immer einfacher wird, den Produktionsgang in abgeschlossene, voneinander unabhängige Teilprozesse zu zerlegen, wird es für die einzelnen Länder unter der Annahme eines Spezialisierungsstrebens zunehmend ineffizient, eine „horizontale“ Spezialisierung zu realisieren. Vielmehr ist eine Tendenz zur Konzentration auf einzelne Stufen des Wertschöpfungsprozesses zu beobachten. Durch eine nunmehr „vertikale“ Spezialisierung ist eine intensivere Realisierung der individuellen komparativen Faktor- und Produktivitätsvorteile im Sinne des Heckscher-Ohnlin-Modells möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Transformation Chinas seit 1978 und die Bedeutung des Wechselkurssystems für den Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen.

2 DIE DOLLARBINDUNG DES RENMINBI ALS BEISPIEL EINES EINSEITIG FIXIERTEN WECHSELKURSES: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen fester Wechselkurse und überträgt diese auf die chinesische Praxis, inklusive der Rolle von Kapitalverkehrskontrollen.

3 DER EFFEKT EINER RENMINBI-AUFWERTUNG AUF DIE US LEISTUNGSBILANZ: Hier wird untersucht, ob eine Aufwertung des Renminbi tatsächlich das US-Leistungsbilanzdefizit reduzieren könnte, wobei insbesondere die Rolle Chinas in ostasiatischen Handelsnetzwerken analysiert wird.

4 DER EINFLUSS DES FESTKURSES AUF DIE CHINESISCHE BINNENWIRTSCHAFT: Dieses Kapitel analysiert die internen Kosten des Festkurssystems, insbesondere die Schwierigkeiten der Geldmengensterilisation, Inflationsgefahren und Probleme im maroden Bankensektor.

5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass das Festkurssystem zwar stabilisierend wirkte, aber durch die zunehmende wirtschaftliche Öffnung und globale Integration zunehmend unter Druck gerät.

Schlüsselwörter

Renminbi, Dollarbindung, Festkurs, Leistungsbilanz, Geldmengensterilisation, Kapitalverkehrskontrollen, Außenhandel, Direktinvestitionen, Produktionsnetzwerke, Industrielle Aufholprozesse, Inflation, Bankensektor, China, USA, Wechselkurspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die ökonomische Problematik des festen Wechselkursregimes in China, bei dem der Renminbi an den US-Dollar gekoppelt ist, und die daraus resultierenden externen und internen Auswirkungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Stabilitätseffekte von Festkursen, die Rolle Chinas als Exportplattform in Asien, die Herausforderungen der Geldmengensteuerung sowie die Auswirkungen auf den Bankensektor und das Leistungsbilanzdefizit der USA.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob eine Aufwertung des Renminbi zu einer signifikanten Verbesserung der US-Leistungsbilanz führen würde und welche binnenwirtschaftlichen Probleme Chinas durch die starre Kopplung an den Dollar entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und empirische Analyse, die auf ökonomischen Modellen (wie dem Heckscher-Ohlin-Modell und dem Trilemma der Währungspolitik) sowie auf der Auswertung aktueller Wirtschaftsdaten und Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den theoretischen Rahmen der Geldmengensterilisation, die Einbettung Chinas in ostasiatische Handelsnetzwerke und die Gefahren einer konjunkturellen Überhitzung durch das Festhalten am Wechselkurs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Renminbi-Aufwertung, Kapitalverkehrskontrollen, Leistungsbilanz und Geldmengensterilisation geprägt.

Warum ist das Problem der „Conflicted Virtue“ zentral?

Es beschreibt das Dilemma, dass China als Land mit hohen Ersparnissen durch die Kopplung an den Dollar einen substantiellen Wohlstandsverlust bei einer notwendigen Aufwertung riskiert.

Was sind die „NPLs“ im Zusammenhang mit China?

NPLs stehen für „Non-Performing Loans“ (faule Kredite). Sie belasten den chinesischen Bankensektor massiv, da Investitionen oft durch Kredite an unrentable Projekte finanziert wurden.

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Details

Title
Die Problematik fester Wechselkurse am Beispiel des Dollar-Renminbi-Kurses. Zur Praxis der chinesischen Währungspolitik
College
University of Göttingen  (Institut für Internationale und Monetäre Ökonomik)
Grade
1,3
Author
Michael Nagl (Author)
Publication Year
2006
Pages
42
Catalog Number
V59344
ISBN (eBook)
9783638533102
ISBN (Book)
9783638666626
Language
German
Tags
China Problematik Wechselkurse Beispiel Dollar-Renminbi-Kurses
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Nagl (Author), 2006, Die Problematik fester Wechselkurse am Beispiel des Dollar-Renminbi-Kurses. Zur Praxis der chinesischen Währungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59344
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