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Das 31. Kapitel der Benediktsregel "Der Cellerar des Klosters". Ein exegetischer Kommentar

Titel: Das 31. Kapitel der Benediktsregel "Der Cellerar des Klosters". Ein exegetischer Kommentar

Wissenschaftliche Studie , 2002 , 12 Seiten

Autor:in: Dr. Amos Schmidt (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Cellerarskapitel der Benediktsregel ist ein sprechendes Dokument für eine Einstellung, die den Erfordernissen eines angemessenen Umgangs mit Dingen und Menschen ebenso gerecht wird wie dem Anspruch Gottes an unser Handeln. Es ist diese Einheit von Profanem und Religiösem, die auch den heutigen Leser überzeugen kann.

Zu diesem Kapitel schreibt Athanasius Polag: Das Kapitel 31 ist eines der ganz großen Texte der RB. Es hat eine Wirkung in der Geschichte des benediktinischen Mönchtums entfaltet, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Im Cellerar wurde das Bild eines Bruders in Verantwortung entworfen, das für alle Brüder im Gefüge der Gemeinschaft richtungsweisend war. Über das Kloster hinaus wurde dieser Text für viele Menschen eine Quelle von Lebensweisheit.

Um das Bild, das Benedikt vom Cellerar zeichnet, in vollem Licht aufscheinen zu lassen, wird zunächst in einem ersten Schritt das Cellerarskapitel der Benediktsregel (RB) mit dem entsprechenden der Magisterregel (RM) verglichen. Rein umfangsmäßig enthält das Cellerarskapitel der RM etwa viermal so viel Stoff wie das der RB: 66 Verse stehen 19 gegenüber. Daran anschließend folgt ein ausführlicher Kommentar zu RB 31. Dieses Dokument, so die Schlussbemerkung, ist ein sprechendes Dokument für eine Einstellung, die den Erfordernissen eines angemessenen Umgangs mit Dingen und Menschen ebenso gerecht wird wie dem Anspruch Gottes an unser Handeln. Es ist diese Einheit von Profanem und Religiösem, die auch den heutigen Leser faszinieren kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkung

2. Ein Vergleich mit RM 16

3. RB 31: Text und Kommentar

4. Schlussbemerkung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das 31. Kapitel der Benediktsregel über das Amt des Cellerars fundiert zu erläutern und in seinen historischen sowie spirituellen Kontext einzuordnen, wobei insbesondere die Verantwortung für Mensch und Sache im Vordergrund steht.

  • Vergleichende Analyse zwischen der Benediktsregel (RB) und der Magisterregel (RM)
  • Erarbeitung der geistlichen Qualitäten eines Cellerars nach Benedikt
  • Thematisierung der Einheit von Profanem und Religiösem im klösterlichen Alltag
  • Erläuterung des väterlichen Umgangs mit der Gemeinschaft und Bedürftigen
  • Interpretation des Cellerars als „Diakon“ der Gemeinschaft

Auszug aus dem Buch

3. RB 31: Text und Kommentar

"1. Als Cellerar des Klosters werde aus der Gemeinschaft ein Bruder ausgewählt, der weise ist, reifen Charakters und nüchtern. Er sei nicht maßlos im Essen, nicht überheblich, nicht stürmisch, nicht verletzend, nicht umständlich und nicht verschwenderisch. 2. Vielmehr sei er gottesfürchtig und der ganzen Gemeinschaft wie ein Vater."

Gleich zu Beginn in Vers 1 wird die Sorge Benedikts spürbar, die sich auch im Kapitel über die Dekane zeigt: Es kommt ihm bei den Verantwortungsträgern in seiner Gemeinschaft darauf an, dass sie die für ein Leben als Mönch erforderlichen geistlichen Qualitäten haben. Während das Kapitel über die Dekane die erforderlichen Eigenschaften hauptsächlich aus dem Vergleich mit den alttestamentlichen Obmännern und den neutestamentlichen Diakonen bezieht, beginnt Benedikt hier sofort mit einer ausgedehnten direkten eigenen Aufzählung.

Bei der Aufzählung der für das Amt des Cellerars erforderlichen Eigenschaften fällt auf, dass es allesamt solche Eigenschaften sind, die für den Umgang mit Menschen und Dingen entscheidend sind. Benedikt legt deshalb so großes Gewicht auf diese Eigenschaften, weil es ihm um das Kloster als "Haus Gottes" (RB 53,22; 64,5) geht, was eine Sichtweise verlangt, die sich am Evangelium orientiert. Deshalb verwundert es nicht, dass Benedikt als erstes vom Cellerar verlangt, dass er weise – sapiens sein soll. Die Weisheit, derer es bedarf, um das "Haus Gottes" weise zu verwalten, wendet sich an kein anderes Motiv als jenes, sich von der Botschaft des Evangeliums treffen und bestimmen zu lassen. In diesem Licht gilt es nach Benedikt Verantwortung wahrzunehmen, im Hinblick darauf die eigenen Motive und Verhaltensimpulse zu läutern, damit die Ausrichtung an den Werten und Erfordernissen des Evangeliums nicht durch persönliche Vorlieben, (egoistische) Eigeninteressen, Macht- und Prestigedenken verdeckt oder gar verdunkelt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkung: Einführung in die Bedeutung des 31. Kapitels der Benediktsregel als Quelle der Lebensweisheit und Vorbereitung auf den Vergleich mit der Magisterregel.

2. Ein Vergleich mit RM 16: Analyse der deutlichen Unterschiede zwischen dem autoritären, materiell fokussierten Ansatz der Magisterregel und dem personalen, spirituellen Ansatz Benedikts.

3. RB 31: Text und Kommentar: Detaillierte exegetische Betrachtung der einzelnen Verse, wobei die Qualitäten des Cellerars, sein Verhältnis zum Abt und seine Sorge für die Gemeinschaft im Zentrum stehen.

4. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Würdigung der Einheit von praktischer Güterverwaltung und religiösem Auftrag, die das Kapitel auch für moderne Leser relevant macht.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der weiterführenden wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Benediktsregel, Cellerar, Magisterregel, Klostermanagement, Haus Gottes, Dienst, Verantwortung, Nächstenliebe, Demut, Güterverwaltung, Spiritualität, Gemeinschaft, Abt, Lebensweisheit, christliches Leben

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit bietet einen fundierten Kommentar zum 31. Kapitel der Benediktsregel, welches das Amt und die Aufgaben des Cellerars im Kloster definiert.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Im Zentrum stehen die spirituellen Anforderungen an Führungspersonen, die Verwaltung materieller Güter im "Haus Gottes" und der zwischenmenschliche Umgang innerhalb einer klösterlichen Gemeinschaft.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es, das Benediktinische Verständnis vom Cellerar als eine Person in Verantwortung darzustellen, die Mensch und Sache in Einklang bringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Der Autor nutzt eine historisch-vergleichende Methode, indem er die Benediktsregel explizit mit der älteren Magisterregel (RM) kontrastiert und exegetische Kommentare einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen Kommentar zu den Versen von RB 31, die Eigenschaften des Cellerars, sein Verhältnis zum Abt und seine diakonale Verantwortung für die Gemeinschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Benediktsregel, Cellerar, Verantwortung, Gottesfurcht, Dienst, Güterverwaltung und christliche Gemeinschaft.

Worin unterscheidet sich die Sichtweise Benedikts von der des "Magisters" auf den Cellerar?

Während der "Magister" den Cellerar primär als zu überwachenden, materiellen Verwalter sieht, zeichnet Benedikt ihn als einen vertrauenswürdigen Bruder mit väterlicher Fürsorge und eigener geistlicher Reife.

Warum betont der Autor die Bedeutung des "guten Wortes" in diesem Kapitel?

Das "gute Wort" symbolisiert die christliche Nächstenliebe und Wertschätzung gegenüber dem Bruder, selbst wenn materiellen Bitten aus sachlichen Gründen nicht entsprochen werden kann.

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Details

Titel
Das 31. Kapitel der Benediktsregel "Der Cellerar des Klosters". Ein exegetischer Kommentar
Autor
Dr. Amos Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V593514
ISBN (eBook)
9783346170163
ISBN (Buch)
9783346170170
Sprache
Deutsch
Schlagworte
benediktsregel cellerar kapitel klosters kommentar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Amos Schmidt (Autor:in), 2002, Das 31. Kapitel der Benediktsregel "Der Cellerar des Klosters". Ein exegetischer Kommentar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593514
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Leseprobe aus  12  Seiten
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