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Genozid an den Herero. Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts?

Titel: Genozid an den Herero. Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts?

Hausarbeit , 2016 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Roman Tsitrin (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist kein Geheimnis und dennoch kaum bekannt. Der Völkermord an den Herero und Nama im 20. Jahrhundert. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es sich bei der Niederschlagung des Herero Aufstandes im Jahre 1904 auch tatsächlich um einen Genozid gehandelt hat, oder nicht. Zunächst wird definiert, was ein Völkermord, oder auch Genozid, überhaupt ist und an welchen Merkmalen man einen solchen erkennt. Dann wird die Kriegsführung der Deutschen gegen die Herero genauer beleuchtet. Dabei werden erst die Intention und die Vorbereitung der deutschen Truppen auf den Entscheidungskampf am Waterberg untersucht. Die Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf den militärischen Aspekt und die Durchführung des Genozids an den Herero. Am Ende der Arbeit wird endgültig die Frage beantwortet, ob es sich bei dem Krieg gegen die Herero um den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts handelt, oder es nur kolonialer "Alltag" war.

Die deutsche Kolonialherrschaft führte zu erheblichen sozialen und politischen Veränderungen für die Herero. Durch den Zufluss von immer mehr deutschen Siedlern kam es im Laufe der Zeit zu Auseinandersetzungen mit der einheimischen Bevölkerung. Vor allem durch das Verhalten von manchen Siedlern, welche sich als Herrenmenschen ansahen und die indigene Bevölkerung als Menschen zweiter Klasse behandelten. Zudem konnten sich die Afrikaner rechtlich nicht wehren, da die deutsche Kolonialmacht es ihnen verbat, sich über Weiße zu beschweren, wohingegen die deutschen Gerichte Verbrechen an Afrikanern kaum ahndeten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definition von Völkermord

2. Merkmale des Genozids am Herero Krieg?

3. Ursachen für den Hereroaufstand

4. Ziel der deutschen Kolonialmacht

5. Vorbereitung eines Völkermordes

6. Verfolgung und Vertreibung in die Wüste

7. Durchführung eines Völkermordes

8. Konzentrationslager

9. Opferzahlen der getöteten Herero

10. Erster Genozid des 20. Jahrhunderts?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die militärische Zerschlagung des Herero-Aufstandes im Jahr 1904 als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts zu klassifizieren ist, wobei der Fokus auf der Intention, den militärischen Methoden und der systematischen Vernichtungsstrategie unter Lothar von Trotha liegt.

  • Analyse der Begriffsdefinition von Völkermord und Genozid gemäß UN-Konvention.
  • Untersuchung der Ursachen und der Radikalisierung des Krieges durch Kolonialpropaganda.
  • Detaillierte Betrachtung der militärischen Durchführung der Vertreibung in die Omaheke-Wüste.
  • Bewertung der Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern und der daraus resultierenden Opferzahlen.
  • Diskussion der historischen Verantwortung Deutschlands im Kontext der heutigen Völkerrechtslage.

Auszug aus dem Buch

4. Ziel der deutschen Kolonialmacht

Am 11. August 1904 kam es dann zum Entscheidungskampf der deutschen Schutztruppe gegen die Herero, welcher am Waterberg ausgefochten wurde. Angeführt wurde die Schutztruppe vom damaligen Oberbefehlshaber Lothar von Trotha.

Schon vor Beginn der Schlacht am Waterberg war die Intention Lothar von Trothas eindeutig. Er zielte auf die vollkommene Ausrottung des gesamten Herero Volkes. Dabei war ihm keine Grausamkeit zu schade, so mussten laut seiner eigenen Aussage „die aufständischen Stämme mit Strömen von Blut“ niedergeschlagen und vernichtet werden.

Auch nachdem die Herero militärisch am Waterberg geschlagen worden und die Überlebenden in die Omaheke-Wüste geflüchtet waren gab es keine Gnade. So schrieb von Trotha noch am selben Tag, an dem er seinen Vernichtungsbefehl freigab, dass das Volk der Herero durch die Omaheke-Wüste sterben solle und dass das gesamte Volk der Herero an sich vernichtet werden musste.

Somit war die Absicht der deutschen Kolonialmacht klar, es ging nicht nur um einen militärischen Sieg über die aufständischen Herero, sondern auch um die komplette Auslöschung des gesamten Volks. Eine diplomatische Lösung war damit ausgeschlossen. Dabei war die Verwendung des Wortes „Vernichten“ durchaus ernst gemeint. Es wurde gezielt auf die Dezimierung eines ganzen Volks hingesteuert, dabei war es unwichtig, ob Unschuldige sterben oder nicht, alle Herero mussten laut von Trotha ausgelöscht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik des "Schießbefehls" und Aufstellung der Forschungsfrage zur Einstufung der Ereignisse als Völkermord.

1. Definition von Völkermord: Erläuterung des Genozid-Begriffs anhand der UN-Konvention und dessen rechtlicher Relevanz.

2. Merkmale des Genozids am Herero Krieg?: Vorstellung der Untersuchungskriterien für die Einstufung der deutschen Kriegsführung.

3. Ursachen für den Hereroaufstand: Darstellung der sozialen und politischen Spannungen durch Siedlerverhalten, Landraub und die Auswirkungen der Rinderpest.

4. Ziel der deutschen Kolonialmacht: Analyse der Vernichtungsabsicht von Lothar von Trotha und der offiziellen Strategie der Ausrottung.

5. Vorbereitung eines Völkermordes: Untersuchung der Rolle der Kolonialpropaganda bei der Instrumentalisierung der Schutztruppen.

6. Verfolgung und Vertreibung in die Wüste: Beschreibung der militärischen Kesselstrategie und der erzwungenen Flucht in die Omaheke-Wüste.

7. Durchführung eines Völkermordes: Detaillierte Schilderung der Abschottung der Wüste und der systematischen Vernichtung durch Verdursten und Erschießen.

8. Konzentrationslager: Analyse des Politikwechsels zur Internierung der Überlebenden und der tödlichen Bedingungen in den Lagern.

9. Opferzahlen der getöteten Herero: Zusammenführung der Forschungsergebnisse zur Ermittlung der Opferzahlen und der Dezimierung des Volkes.

10. Erster Genozid des 20. Jahrhunderts?: Abschließende Beantwortung der Leitfrage unter Einbeziehung aller vorangegangenen Analyseergebnisse.

Schlüsselwörter

Herero, Genozid, Völkermord, Lothar von Trotha, Schutztruppe, Deutsch-Südwestafrika, Omaheke-Wüste, Konzentrationslager, Vernichtungsbefehl, Kolonialkrieg, Kolonialpropaganda, Zwangsarbeit, Historische Verantwortung, UN-Genozid-Konvention, Waterberg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Vorgehen der deutschen Schutztruppe gegen die Herero zu Beginn des 20. Jahrhunderts und untersucht, ob diese Ereignisse die Kriterien eines Völkermordes erfüllen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Ursachen des Herero-Aufstandes, die Rolle der deutschen Kolonialpropaganda, die militärische Kriegsführung, die Internierung in Konzentrationslagern sowie die statistische Erfassung der Opferzahlen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu klären, ob es sich bei dem Krieg gegen die Herero um einen systematischen Genozid oder einen üblichen Kolonialkrieg handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung primärer Quellen wie dem "Schießbefehl" von Lothar von Trotha und der Kriegsgeschichtlichen Abteilung sowie auf einschlägiger wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Vorbereitung der Kriegsführung, die militärische Umsetzung der Vernichtungsstrategie durch das Treiben der Herero in die Wüste und die anschließende menschenunwürdige Behandlung in Konzentrationslagern.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Vernichtung", "Schießbefehl", "Omaheke", "Zwangsarbeit" und "UN-Konvention" charakterisiert.

Welche Rolle spielte Lothar von Trotha bei der Vernichtung?

Lothar von Trotha war der Oberbefehlshaber, der mit expliziter Vernichtungsabsicht agierte und durch seinen "Schießbefehl" die systematische Auslöschung des gesamten Volkes der Herero einleitete.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Bundesregierung im Fazit?

Der Autor argumentiert, dass Deutschland aufgrund der historischen Fakten die Verantwortung übernehmen und die Ermordung der Herero offiziell als Genozid anerkennen sollte.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Genozid an den Herero. Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,7
Autor
Roman Tsitrin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V593618
ISBN (eBook)
9783346184375
ISBN (Buch)
9783346184382
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herero Völkermord Genozid Deutsche Kolonialgeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roman Tsitrin (Autor:in), 2016, Genozid an den Herero. Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593618
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Leseprobe aus  17  Seiten
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