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Bourdieus Ungleichheitstheorien und die Schule als Reproduzent sozialer Unterschiede

Titel: Bourdieus Ungleichheitstheorien und die Schule als Reproduzent sozialer Unterschiede

Hausarbeit , 2018 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tabea Taulien (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der Hausarbeit ist es, die Mechanismen zu ermitteln, die zu der ungleichen Verteilung der Schulbesuchsquoten führen. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat im vergangenen Jahrhundert dazu eine Reihe von Theorien aufgestellt, die sich mühelos auf das deutsche Bildungssystem sowie die deutsche Gesellschaft übertragen lassen und auch heute noch Gültigkeit beanspruchen.

Anhand seiner Ausführungen zum Habitus, zu verschiedenen Formen des Kapitals sowie zum sozialen Raum wird im ersten Teil der Hausarbeit erläutert, wie sich Mitglieder verschiedener Schichten voneinander unterscheiden und wie Ungleichheiten in den Denk- und Handlungspraktiken der Akteure zustande kommen. Im zweiten Teil wird das Bildungssystem als zentrale Determinante für den weiteren Lebensweg näher in den Blick genommen. Untersucht wird zunächst, wie die herkunftsbedingten Unterschiede generell Einfluss auf die Bildungsbiographie nehmen, um anschließend die Reproduktion und Legitimation sozialer Unterschiede durch das Schulsystem selbst zu überprüfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ungleichheitstheorien von Pierre Bourdieu

2.1 Der Habitus

2.2 Die Kapitalarten

2.3 Der soziale Raum

3. Das Bildungssystem als Reproduzent sozialer Ungleichheiten

3.1 Einfluss der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg

3.1.1 Kulturkapital und Habitus

3.1.2 Ökonomisches und soziales Kapital

3.2 Reproduktion und Legitimation sozialer Unterschiede durch das Schulsystem

3.2.1 Die Schule als Mittelschichtsinstitution

3.2.2 Das meritokratische Prinzip als Deckmantel für ungleiche Bildungschancen

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage der soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu, durch welche Mechanismen das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheiten reproduziert und legitimiert, anstatt für Chancengleichheit zu sorgen.

  • Habitusbegriff und soziale Herkunft
  • Die drei Formen des Kapitals (ökonomisch, kulturell, sozial)
  • Der soziale Raum und die Lebensstile der Klassen
  • Die Schule als Mittelschichtsinstitution
  • Das meritokratische Prinzip als Legitimationsstrategie

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Habitus

Der Habitus spielt bei Bourdieus Untersuchung gesellschaftlicher Reproduktionsprozesse eine maßgebende Rolle. Es ist wichtig herauszustellen, dass mit dem Ausdruck nicht lediglich Gewohnheiten (franz.: habitude) gemeint sind, sondern verinnerlichte „Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata“ (Bourdieu 1987a, S. 112), die Teil eines Systems „individueller Dispositionen“ (ebd. S. 113) sind. Diese Anlagen einer Person stellen das Produkt einer „Prägungs- und Aneignungsarbeit“ (ebd. S. 107) dar und bilden sich auf Grundlage von vergangenen Erfahrungs- und Lernvorgängen (vgl. Bauer 2011, S. 131). Bourdieu bezeichnet den Habitus aus diesem Grund auch als „einverleibte, zur Natur gewordene und damit als solche vergessene Geschichte“ (1987a, S. 105). Die „Erstkonditionierungen in Gestalt des Habitus“ (ebd. S. 117), also die Formen des Habitus, die sich in frühester Kindheit ausgebildet haben, wirken sich dabei am nachhaltigsten auf Einstellungs- und Wahrnehmungsmuster einer Person aus.

Schon hier zeigt sich eindeutig, dass ein Habitus keine angeborenen Eigenschaften bezeichnet, sondern immer in Wechselwirkung mit der sozialen Herkunft steht. Dabei bestimmt er zum einen aktiv das Handeln und Denken, geht zugleich aber auch aus der Zugehörigkeit zu einer Schicht hervor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Bildung für den sozialen Aufstieg heraus und thematisiert den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg unter Bezugnahme auf PISA-Studien.

2. Die Ungleichheitstheorien von Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konzepte Bourdieus, insbesondere den Habitus, die verschiedenen Kapitalformen und das Modell des sozialen Raums zur Erklärung sozialer Disparitäten.

3. Das Bildungssystem als Reproduzent sozialer Ungleichheiten: Der Hauptteil analysiert, wie herkunftsbedingte Unterschiede den Schulerfolg beeinflussen und wie das Schulsystem durch eine Mittelschichtsorientierung und das meritokratische Prinzip soziale Unterschiede reproduziert.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Mechanismen der Ungleichheit zusammen und diskutiert pädagogische Maßnahmen zur Angleichung der Bildungschancen, wie etwa vorschulische Bildung und Ganztagsschulen.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Habitus, soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Kulturkapital, ökonomisches Kapital, soziales Kapital, sozialer Raum, Chancengleichheit, Schulerfolg, Mittelschichtsinstitution, meritokratisches Prinzip, Reproduktion, soziale Herkunft, Passung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen, durch die das deutsche Bildungssystem trotz des Anspruchs auf Chancengleichheit bestehende soziale Unterschiede zwischen Schülern reproduziert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Habitus-Theorie von Bourdieu, die Analyse von Kapitalressourcen sowie die kritische Betrachtung des Schulsystems als Institution der Mittelschicht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu ermitteln, welche schichtspezifischen Mechanismen dazu führen, dass Kinder aus privilegierten Familien im Bildungssystem erfolgreicher sind als Kinder aus unteren Schichten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Anwendung soziologischer Konzepte von Pierre Bourdieu auf das deutsche Bildungssystem.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Einfluss der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg durch das Zusammenspiel von Habitus und Kapital sowie der Reproduktion von Ungleichheit durch das schulische System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Habitus, Kapitalarten, soziale Reproduktion, Bildungschancen und meritokratisches Prinzip charakterisiert.

Wie unterscheidet Bourdieu zwischen den verschiedenen Kapitalarten?

Bourdieu unterscheidet zwischen ökonomischem (materieller Reichtum), kulturellem (Bildung, Wissen, Titel) und sozialem Kapital (Netzwerke und Zugehörigkeit zu Gruppen).

Was versteht man in diesem Kontext unter einer „Mittelschichtsinstitution“?

Der Begriff beschreibt, dass die Schule Anforderungen und Bildungsstandards setzt, die den Lebensweisen und Kompetenzen der Mittel- und Oberschicht entsprechen, wodurch Schüler anderer Schichten institutionell benachteiligt werden.

Warum greift das meritokratische Prinzip als Rechtfertigung für Ungleichheit?

Es suggeriert eine formale Gleichheit und Leistungsgerechtigkeit, wodurch Misserfolge individualisiert und als persönliches Versagen („dumm“ oder „faul“) stigmatisiert werden, statt die strukturellen Ungleichheiten anzuerkennen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bourdieus Ungleichheitstheorien und die Schule als Reproduzent sozialer Unterschiede
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Sonderpädagogik)
Veranstaltung
Personenkreis und Gegenstandsbereich der Sonderpädagogik Seminar Ethische Aspekte pädagogischen Handelns
Note
1,0
Autor
Tabea Taulien (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V593687
ISBN (eBook)
9783346207692
ISBN (Buch)
9783346207708
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale Ungleichheit Bourdieu Chancengleichheit Chancenungleichheit Chancengerechtigkeit Bildungssystem sozioökonomischer Status Kapital Bildung Bildungschancen Schule Habitus Kulturkapital sozialer Raum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tabea Taulien (Autor:in), 2018, Bourdieus Ungleichheitstheorien und die Schule als Reproduzent sozialer Unterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593687
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Leseprobe aus  21  Seiten
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