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Kulturelle und sexuelle Gewalt in der Pflege

Title: Kulturelle und sexuelle Gewalt in der Pflege

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Pflegewirtin (FH) Anike Bäslack (Author)

Nursing Science - Violence in nursing
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Überfüllte Krankensäle, kurz angebundene Krankenschwestern und -wärter, rabiate Behandlungsmethoden und dahinsiechende schwerkranke Menschen sind seit einigen Jahrzehnten in Deutschland sowie zumindest in anderen westlich industrialisierten Ländern passè. Ungefähr seit den 60er Jahren ist sowohl in der architektonischen und technischen Ausstattung der Krankenhäuser und Alten-/Pflegeheime, als auch in der pflegerischen Versorgung und medizinischen Behandlung eine stete Verbesserung auszumachen.
Doch was passiert hinter den Mauern der renovierten Kliniken und Heimen in gepflegten Ein- bis Dreibettzimmern? Kann das Pflegepersonal den menschlichen Bedürfnissen umfangreich nachkommen ohne ihre eigene Person aus den Augen zu verlieren und seelisch auszubrennen? Gibt es genügend Zeit- und Personalressourcen, um die Anforderungen der ganzheitlichen Pflege und medizinintensiven Behandlung zu bewerkstelligen?
Fälle von Gewalt in der Pflege sind in den letzten Jahren des Öfteren durch Presse und Fernsehen gegangen, jedoch beziehen sie sich hauptsächlich auf medienwirksame Fälle, wie z. B. die Tötung von Bewohner(inne)n eines Pflegeheimes durch eine Pflegekraft. Die Tötung als Form äußerster Gewalt in der Pflege kommt jedoch weder häufig, noch alltäglich vor. Viel mehr gibt es eine hohe Anzahl von Gewalthandlungen oder -situationen, die subtil, indirekt, versteckt und somit unauffällig durch ihre Selbstverständlichkeit im pflegerischen Alltag sind. Seit zwei Jahrzehnten beschäftigen sich einige Wissenschaftler/innen und Initiativen bereits mit diesem heiklen Thema, dennoch ist die Literaturlage als dürftig anzusehen. Die Mehrheit der in der Literatur beschriebenen Fälle bezieht sich auf Gewalthandlungen in der Pflege, die relativ gut erkennbar (schlagen, kneifen, zerren=Hämatome) sowie regelmäßig erlebbar (ausschimpfen, ignorieren, anschreien) sind und somit den Befragten als erste Antwort in den Sinn kommt. Aus diesem Grund möchte ich mich in dieser Hausarbeit zwei speziellen Formen der Gewalt widmen, die auf den ersten Gedanken eigentlich gar keine Themen für den pflegerischen Bereich sind: Die kulturelle Gewalt und die sexuelle Gewalt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung

2.1 Kulturelle Gewalt

2.2 Sexuelle Gewalt

3 Rechtliche Grundlagen

4 Beispiele aus der Pflege

4.1 Kulturelle Gewalt in pflegerischen Einrichtungen

4.2 Sexuelle Gewalt in pflegerischen Einrichtungen

5 Erklärungsversuch

5.1 Ursachen kultureller Gewalt

5.2 Ursachen sexueller Gewalt

6 Prävention und Bewältigung

7 Zusammenfassung

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den subtilen und oft verdeckten Formen von kultureller und sexueller Gewalt innerhalb pflegerischer Einrichtungen auseinander, um für diese Problematik zu sensibilisieren und Lösungsansätze zur Prävention und Bewältigung aufzuzeigen.

  • Dimensionen kultureller Gewalt (Ideologie, Religion, Sprachkultur)
  • Erscheinungsformen sexueller Gewalt in der Pflege
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Schutzdefizite
  • Ursachenforschung in Organisationsstrukturen und Arbeitsklimata
  • Präventionsstrategien und Bedeutung der Selbstpflege

Auszug aus dem Buch

4.2 Sexuelle Gewalt in pflegerischen Einrichtungen

Sexuelle Gewalt ist nach wie vor weitestgehend ein Tabuthema in der Pflege und somit auch in der Gesellschaft, weshalb es für Opfer von sexueller Gewalt oder deren Angehörige kaum Möglichkeiten gibt, unabhängige öffentliche Hilfe und Beratung zu erhalten. Ist es den Anlaufstellen im Laufe der letzten Jahre gelungen, Missstände und Gewalt in der Pflege zu thematisieren, bleiben sexuelle Gewalthandlungen jedoch oft ungenannt, da das gesellschaftlich verankerte tiefe Schamgefühl insbesondere ältere Menschen hindert, über ihre sexuellen Gewalterfahrungen zu sprechen. Ängste und Befürchtungen der Opfer, man werde ihnen keinen Glauben schenken, spielen überdies eine wesentliche Rolle.

Dennoch gibt es ein breites Spektrum dieser Gewaltform, das sich z. B. in einer derben, vulgären und sexistischen Sprache, in pflegerischen Handlungen, die auf die Verletzung des Schamgefühles abzielen bis hin zu direkten körperlichen Gewalthandlungen, äußert. Die vorliegenden öffentlichen Berichte über sexuelle Gewalt in pflegerischen Einrichtungen sind mutigen Opfern, Angehörigen oder Pflegekräften zu verdanken, die ihre Erfahrungen oder Kenntnisse nicht verheimlichen wollten und mit ihrer Offenheit zum einen zur Verurteilung von Täter(inne)n beigetragen und zum anderen einen Anschub zur Öffentlichkeitsarbeit geleistet haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit Gewalt in der Pflege, die über grobe Misshandlungen hinausgeht und subtilere Formen wie kulturelle und sexuelle Übergriffe umfasst.

2 Begriffsklärung: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem kulturelle Gewalt als Legitimationsbasis für andere Gewaltformen und sexuelle Gewalt als schwerwiegendes soziales Fehlverhalten definiert werden.

3 Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel beleuchtet den Schutz der menschlichen Würde und körperlichen Unversehrtheit im Grundgesetz sowie die Schwierigkeiten bei der strafrechtlichen Erfassung sexueller Nötigung in pflegebedürftigen Lebenslagen.

4 Beispiele aus der Pflege: Anhand konkreter Fallbeispiele aus der Literatur werden ideologische, religiöse und sprachliche Aspekte der kulturellen Gewalt sowie verschiedene Formen sexueller Übergriffe illustriert.

5 Erklärungsversuch: Es wird analysiert, wie Organisationsstrukturen, mangelnde Arbeitszufriedenheit und destruktive Gruppendynamiken den Nährboden für Gewalt in der Pflege bilden.

6 Prävention und Bewältigung: Dieses Kapitel diskutiert Ansätze wie Supervision, Teambesprechungen, Selbstpflege und eine bessere Personalausstattung zur Vorbeugung von Gewalt.

7 Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden gebündelt und unterstreichen, dass Gewalt in der Pflege ein vielschichtiges Problem darstellt, das strukturelle Reformen erfordert.

8 Fazit: Die Autorin betont die Dringlichkeit, Gewalt in der Pflege aktiv durch Bewusstseinsbildung und würdigende Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal zu bekämpfen.

Schlüsselwörter

Kulturelle Gewalt, Sexuelle Gewalt, Pflege, Altenpflege, Krankenhaus, Menschenwürde, Patientenrechte, Prävention, Arbeitszufriedenheit, Supervision, Selbstpflege, Pflegepersonal, Tabuisierung, Schutzbefohlene, Gewaltprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Formen kultureller und sexueller Gewalt innerhalb der pflegerischen Versorgung und untersucht deren Entstehung, rechtliche Einordnung sowie Möglichkeiten zur Prävention.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Auswirkungen von ideologisch geprägter Sprache, religiösen Normen, Machtstrukturen in der Pflege sowie die Problematik sexueller Übergriffe auf besonders schutzbedürftige Patientinnen und Patienten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, für die oft subtilen und unauffälligen Formen von Gewalt zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie Arbeitsstrukturen und Führungskultur präventiv verbessert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse und Auswertung bestehender Fachliteratur, Studien und Fallbeispiele, um die Phänomene der Gewalt in der Pflege theoretisch und praktisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Gewalt, beleuchtet rechtliche Grundlagen, präsentiert Fallbeispiele aus pflegerischen Einrichtungen und diskutiert Ursachen, die von Organisationsstrukturen bis hin zu individuellem Burn-out reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind kulturelle Gewalt, sexuelle Gewalt, Pflegeethik, Patientenrechte, Prävention und Supervision.

Wie definiert die Autorin den Begriff der kulturellen Gewalt im Kontext der Pflege?

Sie lehnt sich an den Friedensforscher J. Galtung an und beschreibt kulturelle Gewalt als Aspekte, die direkte oder strukturelle Gewalt legitimieren und in der pflegerischen Praxis durch Sprache, Ideologie oder ein Klima der Unterwürfigkeit wirksam werden.

Warum stellt sexuelle Gewalt in der Pflege ein so schwieriges Thema für die Ursachenforschung dar?

Es handelt sich um ein stark tabuisiertes Feld, das wissenschaftlich schwer zugänglich ist, da Betroffene aufgrund von Scham, Angst vor Glaubwürdigkeitsverlust oder Demenz ihre Erlebnisse oft nicht kommunizieren können.

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Details

Title
Kulturelle und sexuelle Gewalt in der Pflege
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Studiengang Pflege/Pflegemanagement
Grade
1,0
Author
Dipl.-Pflegewirtin (FH) Anike Bäslack (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V59383
ISBN (eBook)
9783638533416
ISBN (Book)
9783638666695
Language
German
Tags
Kulturelle Gewalt Pflege Studiengang Pflege/Pflegemanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Pflegewirtin (FH) Anike Bäslack (Author), 2006, Kulturelle und sexuelle Gewalt in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59383
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