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Bevölkerungspolitik in China. Die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das Bevölkerungswachstum

Title: Bevölkerungspolitik in China. Die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das Bevölkerungswachstum

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Türkan Elmaci (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Volksrepublik China gilt als das bevölkerungsreichste Land der Erde: mit ca. 1,3 Milliarden Menschen stellen die Chinesen 20,52 % der Weltbevölkerung dar. Das heißt, fast jeder fünfte Mensch ist ein Chinese. Diese Entwicklung ist eine Folge des starken Bevölkerungswachstums in China. (s. Abb. 1 und 2) Während in Deutschland seit längerer Zeit der Geburtenrückgang, vor allem im Hinblick auf die Altersversorgung, kritisiert wird, führte die hohe Bevölkerungszahl in der VR China zu massiven Wirtschafts- und Versorgungsproblemen. Daher versuchte man die anwachsende Bevölkerungszahl durch eine gezielte Familienplanungspolitik unter Kontrolle zu bringen. Waren in den frühen 50er Jahren Abtreibungen und Verhütungsmittel verboten, weil Geburtenplanung als imperialistisches Komplott und Mord am chinesischen Volk galt, startete 1954 langsam eine groß angelegte Kampagne zur Geburtenkontrolle. Diese wurde 1958 bereits beendet und erst nach einer großen Hungerkatastrophe begann ab 1963/64 eine zweite Geburtenplanungskampagne, in der Verhütungsmittel kostenlos abgegeben und Abtreibungen liberalisiert wurden. Ab 1971 wurde die dritte Geburtenplanungskampagne schrittweise durchgeführt und beinhaltete die Erhöhung des Heiratsalters und eine Zwei-Kind-Beschränkung sowie Planziffern für den Bevölkerungszuwachs. Ethnische Minderheiten waren von diesen Vorschriften nicht betroffen. 1 Mit Beginn der chinesischen Wirtschaftsreformen sahen die Chinesen die Überbevölkerung nun als Haupthindernis für die Modernisierung des Landes an und so startete Anfang der 80er Jahre eine Massenkampagne, die den Übergang von der Zwei-Kind- zur Ein-Kind-Politik beinhaltete. Die 1979 vom Nationalen Volkskongreß proklamierte Ein-Kind-Familie stellt heute die wichtigste und einschneidenste Methode der chinesischen Familienplanung dar.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das hohe Bevölkerungswachstum in China erfolgreich war. Dazu werden die Ursachen, die Durchsetzungsmethoden und -probleme sowie die Ergebnisse dieser Ein-Kin-Politik untersucht. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Ursachen für das Bevölkerungswachstum

1.1 Wertevorstellung

1.2 Bildungsstand der Eltern

1.3 Kinder als Altersvorsorge

2. Ein-Kind-Politik

2.1 Maßnahmen zur Durchsetzung

2.1.1 Sanktionen

2.1.2 Belohnungen

2.2 Durchsetzungsprobleme

2.3 Folgen der Ein-Kind-Politik

2.3.1 Geschlechterverhältnis

2.3.2 Überalterung

2.3.3 Ein-Kind-Politik versus Menschenrechte

3. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die chinesische Ein-Kind-Politik eine erfolgreiche Maßnahme zur Kontrolle des rasanten Bevölkerungswachstums darstellte und welche sozioökonomischen Auswirkungen sowie ethischen Dilemmata damit einhergingen.

  • Ursachen des Bevölkerungswachstums in China (Werte, Bildung, Altersvorsorge)
  • Struktur und Phasen der Ein-Kind-Politik
  • Durchsetzungsmechanismen durch staatliche Sanktionen und Belohnungen
  • Soziale und demografische Folgen (Geschlechterungleichgewicht, Überalterung)
  • Menschenrechtliche Kritik an der Bevölkerungspolitik

Auszug aus dem Buch

1. Ursachen des Bevölkerungswachstums

Nachdem Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 die Volksepublik China verkündete, stiegen die Geburtenraten nach einem Jahrhundert vieler Hungersnöte wieder an. Unter Maos Herrschaft war ein Bevölkerungswachstum erwünscht, da er der Ansicht war, daß eine starke Bevölkerung auch den Staat stärken würde. Der pro-natalistische Standpunkt Maos und seine Fehleinschätzung der Überbevölkerung wird in seiner folgenden Aussage aus dem Jahre 1949 deutlich : „Wenn das chinesische Volk eine feudale Dynastie stürzte, geschah das jedesmal, weil diese feudale Dynastie das Volk unterdrückt und ausgebeutet hatte, und nicht wegen irgendeiner Überbevölkerung...Es ist eine ausgezeichnete Sache, dass China eine große Bevölkerung hat...Revolution plus Produktion können die Ernährungsprobleme lösen“ 1. Diese Einstellung förderte ein Bevölkerungswachstum in China.

Dies ist aber nur einer der möglichen Gründe für das Ansteigen der Bevölkerungszahlen. Es gibt hier noch weitere Ursachen, die in Betracht kommen, wie in den folgenden Abschnitten deutlich wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der chinesischen Familienplanungspolitik von den 1950er Jahren bis zur Einführung der Ein-Kind-Politik als Reaktion auf wirtschaftliche Versorgungsprobleme.

1. Ursachen für das Bevölkerungswachstum: Dieses Kapitel analysiert Faktoren wie konfuzianische Wertvorstellungen, den Bildungsstand der Eltern und die ökonomische Notwendigkeit von Kindern als Altersvorsorge.

2. Ein-Kind-Politik: Hier werden die verschiedenen Phasen der Kampagne, ihre administrativen Durchsetzungsstrategien und die auftretenden Probleme in der Praxis detailliert beschrieben.

3. Fazit und Ausblick: Das Fazit bilanziert den demografischen Erfolg der Politik, stellt diesen jedoch dem hohen Preis der sozialen Folgen wie dem Geschlechterungleichgewicht und der drohenden Überalterung gegenüber.

Schlüsselwörter

Bevölkerungspolitik, China, Ein-Kind-Politik, Familienplanung, Geburtenkontrolle, Bevölkerungswachstum, Konfuzianismus, Demografie, Geschlechterverhältnis, Altersvorsorge, Überalterung, Menschenrechte, Minderheiten, Fertilitätsrate, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die chinesische Bevölkerungspolitik, insbesondere die Ein-Kind-Politik, und bewertet deren Erfolg im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Ursachen des Wachstums, die Instrumente zur Durchsetzung der Politik sowie die sozialen, ethischen und demografischen Konsequenzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der Ein-Kind-Politik als Antwort auf die Überbevölkerung kritisch zu hinterfragen und die damit verbundenen Probleme zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Sekundärliteratur, statistischen Daten und bevölkerungspolitischen Berichten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wachstumsursachen, die detaillierte Beschreibung der Ein-Kind-Politik sowie die Analyse von Durchsetzungsschwierigkeiten und deren Folgen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Schlagworten gehören Bevölkerungswachstum, Geburtenkontrolle, Geschlechterungleichgewicht und die ethische Debatte um Menschenrechte.

Warum spielt die Altersvorsorge auf dem Land eine so entscheidende Rolle bei der Geburtenrate?

Da es in ländlichen Regionen kaum staatliche Rentensysteme gibt, sind Kinder – insbesondere Söhne – die einzige existentielle Absicherung für die Eltern im Alter.

Wie wirkt sich das Geschlechterverhältnis auf die chinesische Gesellschaft aus?

Durch die Präferenz für Söhne entsteht ein massiver Männerüberschuss, der langfristig zu Problemen wie Menschenhandel, Prostitution und einem Mangel an Partnerinnen führt.

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Details

Title
Bevölkerungspolitik in China. Die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das Bevölkerungswachstum
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Hauptseminar: Familiendemographie
Grade
2,0
Author
Türkan Elmaci (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V59387
ISBN (eBook)
9783638533447
ISBN (Book)
9783656788355
Language
German
Tags
Bevölkerungspolitik China Ein-Kind-Politik Antwort Bevölkerungswachstum Hauptseminar Familiendemographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Türkan Elmaci (Author), 2005, Bevölkerungspolitik in China. Die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das Bevölkerungswachstum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59387
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