Arthur Schopenhauers Erkenntnistheorie. Die Welt als Vorstellung unter Berücksichtigung des Einflusses des Satzes vom zureichenden Grund


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Schopenhauers Erkenntnistheorie
2.2. Der Begriff der Vorstellung bei Schopenhauer
2.3. Subjekt und Objekt
2.4. Der Satz vom zureichenden Grunde
2.4.1. Der Satz vom Grund des Werdens
2.4.2. Der Satz vom Grund des Erkennens
2.4.3. Der Satz vom Grunde des Seins
2.4.4. Der Satz vom Grund des Handelns

3. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Schopenhauers Erkenntnistheorie ist stark gepragt durch die Philosophie Platons und Kants. Nagelbach beispielsweise behauptet, dass „die an dem Studium Kants gewonnene Erkenntnislehre, daft die Welt „meine Vorstellung“ ist, [...] Schopenhauer [...] in seiner weiteren Entwicklung mit der Ideenlehre Platos“1 verbindet. So ist Kants Transzendentalphilosophie, welche sich mit dem Erkenntnisvermogen befasst und dieses analysiert, auch fur Schopenhauer zentral.

Schopenhauer beschaftigt sich mit der Frage, wie die Erkenntnis der auBeren Wirklichkeit moglich sei. Seine Annahme von der Welt ist eine apriorische, der Erfahrung vorgangige, und eine subjektive. Alles geht von Subjekt aus, und ist durch dieses bedingt. Die Welt als Vorstellung ist somit bloBe Erscheinung. Diesen Satz muss „[j]eder als wahr erkennen [.]. Sobald er ihn versteht.“2

Im Folgenden werde ich diese Welt als Vorstellung unter Berucksichtigung des Einflusses des Satzes vom zureichenden Grund naher erlautern. Ich habe mich hierzu zu Beginn der Arbeit auf Schopenhauers Werk Die Welt als Wille und Vorstellung und dann vor allem auf seine, funf Jahre zuvor, erschienene Dissertation Uber die vierfache Wurzel vom zureichenden Grund gestutzt, da „[o]hne Bekanntschaft mit dieser [...] das eigentliche VerstandniB gegenwartiger Schrift ganz und gar nicht moglich“3 ist. Er betont somit bereits in der Vorrede zur ersten Auflage seiner Abhandlung Die Welt als Wille und Vorstellung die Wichtigkeit dieser Schrift zum Verstandnis der weiteren.

Zunachst werde ich also auf Schopenhauers Verstandnis der Welt, genauer gesagt der Welt als Vorstellung eingehen, indem ich ausfuhre, was Schopenhauer genau darunter versteht und was die Bedingungen fur deren Erkenntnis sind. Ich werde zunachst aufklaren, dass durch die Erkenntnistatigkeit die Welt als Vorstellungen erscheint und im Anschluss daran werde ich erlautern wie dies geschieht.

Hierzu werde ich den Satz vom zureichenden Grunde als allgemeine Form der Erkenntnis, dessen Funktion und dessen vier verschiedene Gestalten resp. die vier verschiedenen Klassen von Vorstellungen, naher darlegen.

Letztlich gebe ich im Schlussteil noch ein kurzes Resumee des Erarbeiteten, der Welt als Vorstellung, welche durch den Satz vom Grund beeinflusst ist. Hier erwahne ich zudem am Ende kurz, dass die Welt, nach Schopenhauer nicht nur als diese Welt als Vorstellung gegeben ist, sondern „in zweifacher Hinsicht“4, dass noch ein weiterer Aspekt hinzukommen muss, damit die Welt nicht nur ideale, sondern auch reale Existenz hat.

2. Hauptteil

2.1. Schopenhauers Erkenntnistheorie

Die Erkenntnistheorie im Allgemeinen befasst sich mit dem Ursprung menschlicher Erkenntnis und mit deren Voraussetzungen. Schopenhauer geht es um „Erkenntnis der Bedingungen der Moglichkeit von Erkenntnis“5.

Er bekennt sich in seinem Werk Die Welt als Wille und Vorstellung zu einer idealistischen Grundhaltung, welche besagt, dass Erkenntnis nur innerhalb der subjektiven Vorstellung moglich ist und distanziert sich somit vom Empirismus, welcher von der AuBenwelt ausgeht. Grundlegend in der Erkenntnislehre Schopenhauers, dass die Bedingungen jeglicher Erkenntnis, welche zum einen das Subjekt und zum anderen das unmittelbare Bewusstsein sind. Was dies genau bedeutet wird im Folgenden genauer erklart.

2.2. Der Begriff der Vorstellung bei Schopenhauer

„Die Welt ist meine Vorstellung“6, mit dieser These beginnt Schopenhauer sein Werk. Das Possessivpronomen meine druckt hierbei aus, dass jedem Menschen seine eigene Welt gegeben ist7, da sich jeder seine eigene Vorstellung davon macht und diese in sein Bewusstsein bringt. Mit diesem Satz nimmt Schopenhauer abermals Bezug zu Kant und Platon, namlich indem er ubereinstimmend mit den beiden sagt, dass alle Dinge nur Erscheinungen fur uns sind. Voraussetzung hierfur ist, dass man den Satz versteht und als wahr erkennt.8 Durch diese Erkenntnis, sprich das Bewusstsein von Dingen, welche bereits Vorstellungen sind, kann die Welt dem Menschen erscheinen. Esse est percipi, Sein ist Wahrgenommen werden9, so lauten Barkleys Worte, und nur so kann die Welt, laut Schopenhauer, existieren, wenn sie wahrgenommen wird, also vom Menschen bewusst erkannt wird. Es handelt sich somit also nicht um eine phantasierte Welt, sondern um das was wir jeden Tag sehen, die empirische Realitat, unsere vorgefundene Welt10.

2.3. Subjekt und Objekt

Das Bewusstsein zerfallt in Subjekt und Objekt, dies ist die Grundbedingung der Welt als Vorstellung und deren Erkenntnis. Das was erkennt ist das Subjekt.

Schopenhauer definiert es als „dasjenige was Alles erkennt und von Keinem erkannt wird“11 und bezeichnet es als „Trager der Welt.“12 Es kann sich nie selbst als Erkenntnisobjekt erkennen, sondern hat hierzu immer etwa anderes. Seine Subjektivitat wird durch das Ich ausgedruckt, daher findet jeder Mensch sich selbst als Subjekt13. Dies ist stets das Erkennende, das alles erkennt, auBer sich selbst. Das Subjekt ist die Bedingung der Welt der Erscheinung, da diese nur zusammen mit dem Subjekt existieren kann, welches sich diese vorstellt. Eine Welt ohne Vorstellendes ware somit undenkbar, denn diese erkannte und erkennbare Welt ist durch das Subjekt konstruiert und gestaltet.

Das Erkannte oder Vorgestellte hierbei ist das Objekt. So ergibt sich, dass der Begriff Objekt bei Schopenhauer, ein Synonym ist, fur Vorstellung: „Alle unsere Vorstellungen sind Objekte des Subjekts, und alle Objekte des Subjekts sind unsere Vorstellungen.“14 Wichtig ist, dass das Subjekt und das Objekt sich einander voraussetzten, das eine existiert nur in Beziehung auf das andere, „die Halften sind daher unzertrennlich.“15 Demzufolge existiert diese Welt auch nur in Subjekt-Objekt-Relation, was Schopenhauer zusammenfassend in einem Streitgesprach zwischen Subjekt und Objekt nochmals deutlich macht: „So sind wir denn unzertrennlich verknupft, als nothwendige Theile eines Ganzen, das uns Beide umfaBt und durch uns besteht.“16

[...]


1 Nagelbach, Hans: Das Wesen der Vorstellung bei Schopenhauer. Heidelberg: Carl Winter's Universitatsbuchhandlung, Verlags Archiv Nr. 2016, 1927, S. 30.

2 Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung II. Zurich: Diogenes Verlag AG, 1993, S.10.

3 Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung I. Zurich: Diogenes Verlag AG, 1993, S.9.

4 Gabriel Gottfried: Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Von Descartes zu Wittgenstein. Paderborn: Schoningh, 1993, S.118.

5 GroB Stephan: (1998): Die Welt als Wille und Vorstellung I. URL: http://www.tabularasa- jena.de/artikel/artikel_572/ [Stand:05.11.2011].

6 Schopenhauer 1993 I, S.29.

7 Vgl. Gabriel Gottfried 1993, S.119.

8 Schopenhauer Arthur: 1993, S.10.

9 Vgl. Barkley, George: Eine Abhandlung uber die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis, hrsg. von Alfred Klemmt, Hamburg: Meiner Felix Verlag GmbH, 1964, S.26.

10 Sperling, Volker: Arthur Schopenhauer zur Einfuhrung. Hamburg: Junius-Verlag, 2002, S. 29.

11 Schopenhauer 1993 I, S.31.

12 Ebd.

13 Vgl. Ebd.

14 Schopenhauer, Arthur: Uber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Uber den Willen in der Natur. Zurich: Diogenes Verlag AG, 1972, S.18.

15 Schopenhauer 1993 I, S.32.

16 Schopenhauer Arthur 1993 II, S.27.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Arthur Schopenhauers Erkenntnistheorie. Die Welt als Vorstellung unter Berücksichtigung des Einflusses des Satzes vom zureichenden Grund
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V593916
ISBN (eBook)
9783346169020
ISBN (Buch)
9783346169037
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arthur Schopenhauer, Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, Die Welt als Vorstellung, Der Satz vom Grund, Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde, Mitleidsethik, Die Welt als Wille
Arbeit zitieren
Rebecca Wendel (Autor), 2016, Arthur Schopenhauers Erkenntnistheorie. Die Welt als Vorstellung unter Berücksichtigung des Einflusses des Satzes vom zureichenden Grund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593916

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