In dieser Hausarbeit wird der pädagogische Ansatz Maria Montessoris vorgestellt, beschrieben und kritisch betrachtet. Den Namen Maria Montessori, hat wohl jeder schon einmal gehört. Als eine der bekanntesten Reformpädagoginnen ist ihr Konzept bis heute weltweit bekannt und wird sowohl in Kindergärten als auch in Schulen angewendet. Allein in Deutschland gibt es etwa 600 Montessori Kinderhäuser, 300 Montessori Grundschulen und etwa 100 Montessori Sekundarschulen.
Die Kapitel dieser Hausarbeit sind chronologisch geordnet. Einleitend findet man Montessoris Biografie, die ihre Pädagogik maßgeblich beeinflusste. Danach wird ihre Pädagogik anhand der Bildungseinrichtungen Kindergarten und Grundschule, die ein Kind im Laufe seiner Kindheit durchläuft, dargestellt. Abschließend findet sich die, von mir formulierte Kritik an dem Konzept und der Bezug zur Sozialen Arbeit wird hergestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass in den Kapiteln drei und vier vor allem die ursprüngliche Vorstellung Maria Montessoris von der Umsetzung ihres Konzeptes in den Bildungseinrichtungen dargestellt wird. Auf die moderne, heutige Umsetzung wird im Resümee eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Biographie
3 Das Montessori Konzept
3.1 Leitsatz der Methode
3.2 Das Haus der Kinder
3.3 Die Sensiblen Perioden
4 Die Montessori Pädagogik im Grundschulalter
4.1 Die kosmische Erziehung
4.2 Montessori Grundschulen
4.2.1 Lernen mit Montessori am Beispiel „That awful grammar“
5 Resümee
5.1 Kritik
5.2 Bezug zur Sozialen Arbeit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert den pädagogischen Ansatz von Maria Montessori, wobei der Fokus auf dessen Anwendung im Kindergarten und der Grundschule sowie einer kritischen Reflexion im Kontext der modernen Leistungsgesellschaft und der Sozialen Arbeit liegt.
- Historische und biographische Einordnung von Maria Montessori
- Darstellung der Kernelemente des Montessori-Konzepts (z.B. "Haus der Kinder", "Sensible Perioden")
- Analyse der "Kosmischen Erziehung" und Montessori-Grundschulmodellen
- Kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung und Vereinbarkeit mit modernen Bildungsstandards
- Transfer der Montessori-Prinzipien auf das Berufsfeld der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Lernen mit Montessori am Beispiel „That awful grammar“
Wie bereits im Kinderhaus, in dem Putzmaterialien für die Kinder ansprechend gestaltet sind um die Arbeit für die Kinder spaßiger und ansprechender zu gestalten, legt Montessori auch in der Grundschule Wert auf ansprechende Lehrmethoden. Mit einer von ihr entwickelten Methode zum Grammatik lernen, soll dieser Aspekt im Folgenden anschaulicher dargestellt werden.
Das abstrakte auswendig lernen der deutschen Grammatik gestaltet sich für Kinder oft schwierig, da die Begriffe kompliziert und wenig greifbar sind. Montessori entwickelte eine Lernmethode die sie in einem Ihrer Praxisbücher mit dem Titel „That awful Grammar“ betitelte. Bei dieser Methode werden die Grammatikalischen Begriffe durch bunte Plättchen aus Kunststoff dargestellt. So ist ein Nomen zum Beispiel ein schwarzes Dreieck und ein Verb ein roter Kreis.
Die Methode schafft es so mehrere Sinneskanäle anzusprechen, anders als beim herkömmlichen Grammatik Lernen bei dem die Begriffe zum stumpfen auswendig lernen immer wieder und wieder gelesen und eingeprägt werden müssen. Die Aufgabe des Kindes ist es anfänglich einfache Sätze zu lesen und die passenden Plättchen zu den Worten zu zuordnen. Hierbei wird das Gehör; beim Hören des grammatikalischen Begriffs, das Sehen; der bunten Plättchen, und das Fühlen bzw. Greifen; beim Aufnehmen und gezielten zuordnen des Plättchens angesprochen. Die Kinder zeigen hierbei einen schnellen Lernerfolg und können schnell viel komplexere Texte bearbeiten. Die Übung ist auch umgekehrt anwendbar, indem die Kinder aus vorgegebenen Plättchen einen Satz bilden müssen. Nach Montessoris Idee sollte so ein tiefergehendes Verständnis für Sprache entstehen als durch Sprachanalysen (vgl. Raapke 2001: 116 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das pädagogische Konzept Maria Montessoris vor und erläutert die chronologische Struktur der Arbeit sowie die zentrale Leitfrage zur Umsetzbarkeit des Konzepts in der heutigen Leistungsgesellschaft.
2 Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die wissenschaftliche Entwicklung Maria Montessoris nach, von ihrem Medizinstudium bis zu ihrer Hinwendung zur Pädagogik und der Arbeit mit Kindern.
3 Das Montessori Konzept: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik beschrieben, insbesondere der Leitsatz der Methode, die Bedeutung des "Haus der Kinder" und das Konzept der "Sensiblen Perioden".
4 Die Montessori Pädagogik im Grundschulalter: Dieses Kapitel erläutert die Anwendung der Montessori-Pädagogik im Grundschulalter, wobei die "Kosmische Erziehung" sowie die Struktur von Montessori-Grundschulen und deren Lehrmethoden im Detail betrachtet werden.
5 Resümee: Im Resümee wird das Montessori-Konzept kritisch reflektiert, seine praktische Anwendung im Kindergarten bewertet und ein direkter Bezug zur Sozialen Arbeit hergestellt.
Schlüsselwörter
Maria Montessori, Montessori Pädagogik, Reformpädagogik, Haus der Kinder, Sensible Perioden, Kosmische Erziehung, Freiarbeit, Grundschule, Soziale Arbeit, Lernmaterialien, Kindheit, Selbstständigkeit, Individualität, Pädagogisches Konzept, Bildungseinrichtungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich einer Vorstellung und kritischen Analyse des pädagogischen Ansatzes von Maria Montessori, insbesondere dessen Anwendung im Vor- und Grundschulalter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Biografie Montessoris, ihre zentralen methodischen Konzepte, die Bedeutung der "Kosmischen Erziehung" sowie die praktische Umsetzung des Konzepts in heutigen Bildungseinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob ein Konzept, das auf freier Wahl und dem Verzicht auf Wertung basiert, in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft bestehen kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin stützt ihre Arbeit auf eine fundierte Literaturrecherche sowie auf persönliche Beobachtungen und Interviews während eines Besuchs in einem Montessori-Kinderhaus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil erörtert das "Haus der Kinder", die "Sensiblen Perioden", das Konzept der "Kosmischen Erziehung" sowie spezifische Lernmethoden wie das Beispiel "That awful grammar".
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, kindliche Entwicklung, individuelle Förderung und Reformpädagogik definieren.
Wie bewertet die Autorin die Bedeutung der "Tobe-Ecke" im Montessori-Kindergarten?
Die Autorin stellt kritisch fest, dass die Vernachlässigung der körperlichen Bewegung – etwa durch das Fehlen einer "Tobe-Ecke" – als Schwachpunkt gesehen werden kann, da Bewegung essenziell für die kognitive und motorische Entwicklung ist.
Welches formale Problem bei Montessori-Einrichtungen führt die Autorin an?
Die Autorin weist darauf hin, dass der Begriff "Montessori" rechtlich nicht geschützt ist, weshalb die Qualität der Umsetzung des pädagogischen Konzepts in verschiedenen Einrichtungen stark variieren kann.
- Quote paper
- Teresa Otto (Author), 2018, Aufwachsen mit der Montessori Pädagogik in der Vor- und Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593950