Inhalt der Arbeit ist es, die Nutzergruppen zu identifizieren, welche am ehesten eine Fahrgemeinschaft über eine Mitfahrplattform bilden würden, um gemeinsam zum Unternehmen zu fahren. Darüber hinaus soll herausgefunden werden, wie eine geeignete und motivationsbezogene Ansprache dieser Nutzergruppen erzielt werden kann. Zudem soll für Unternehmen eine Zuordnung der einzelnen Mitarbeiter in bestimmte Gruppen ermöglicht werden.
Die steigende Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen in Deutschland wirken sich negativ auf das Weltklima aus. Der Klimawandel ist die Folge, welcher den Menschen in diesem Jahrzehnt große Sorgen bereitet. Die Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche erhöht sich immer weiter und die daraus resultierende Klimaänderung kann schwere Folgen für den Planeten und die Menschen haben. Grund für die immer höher werdenden Temperaturen sind die Industrialisierung. Es werden immer größere Mengen an Öl, Gas und Kohle verbrannt und Wälder abgeholzt.
Um dem Klimawandel entgegenzuwirken ist es die Aufgabe eines jeden Unternehmens und jeder Privatperson nachhaltiger zu leben. Eine Möglichkeit hierbei bietet die Bildung von Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg mithilfe einer Mitfahrplattform. Es werden weniger Autos benötigt und weniger Ressourcen verbraucht. Doch welche Personengruppen in Deutschland sind bereit dazu über eine Mitfahrplattform Fahrgemeinschaften zum Unternehmen zu bilden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Vorgehen und Aufbau der Arbeit
2 Vorstellung und Bewertung der Klassifizierungsmodelle
2.1 Vergleich verschiedener Klassifizierungsmodelle
2.1.1 SIGMA-Milieu-Modell
2.1.2 Sinus-Milieu-Modell
2.1.3 Der Lymbic-Map Ansatz
2.2 Kritische Würdigung der Klassifizierungsmodelle
2.3 Der SIGMA-Milieu-Ansatz
3 Ermittlung potenzieller Werte für Nutzer von Fahrgemeinschaften
3.1 Definition der Werte
3.2 Differenzierung der Werte
4 Analyse der relevanten Nutzergruppen
4.1 Identifikation der Milieus mit hohem Potenzial
4.2 Ansätze für eine milieugerechte Ansprache
4.3 Leitfaden für die Zuordnung der Mitarbeiter in die Milieus
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, potenzielle Nutzergruppen für innerbetriebliche Fahrgemeinschaften zu identifizieren und geeignete Kommunikationsstrategien zu entwickeln, um diese zur Teilnahme zu motivieren.
- Kritische Analyse und Bewertung verschiedener soziografischer und psychografischer Klassifizierungsmodelle.
- Ableitung wertebasierter Kriterien, die eine nachhaltige Fahrgemeinschaft fördern.
- Segmentierung der SIGMA-Milieus hinsichtlich ihres Potenzials für das Thema Mitfahrplattformen.
- Entwicklung eines praxisorientierten Leitfadens zur Zuordnung von Mitarbeitern zu spezifischen Milieus.
- Ableitung milieugerechter Ansprache- und Motivationsansätze.
Auszug aus dem Buch
2.2 Kritische Würdigung der Klassifizierungsmodelle
Die Klassifizierung der Nutzergruppen für Mitfahrplattformen erfolgt in diesem Lehrprojekt mithilfe der SIGMA Milieus. Das von der Gesellschaft für internationale Marktforschung und Beratung entwickelte Klassifizierungsverfahren fokussiert den Lifestyle und das Konsumverhalten.
Eine erfolgreiche und detaillierte Marktanalyse des Konsumverhaltens und der Marktpräferenzen reicht weit über die klassische Einteilung nach Alter, Geschlecht und Herkunft. Demografische Variablen können einen entscheidenden Teil zur Kundensegmentierung beitragen. Die Erfolgsfaktoren sind allerdings weitreichender. Alltagsgewohnheiten, Umgebungsbedingungen, Bedürfnisse, Motive, Lebensziele und weitere individuelle Aspekte prägen das Konsum- und Auswahlverhalten der Menschen. Wer heute etwas verkaufen möchte, muss die Lebenswelt der Menschen ganzheitlich betrachten.
Die in Tabelle 1 dargestellten Klassifizierungsverfahren bieten Grundlagen zur Analyse des menschlichen Kaufverhaltens. Dabei weisen diese unterschiedlichen Schwerpunkte, Vorteile und Nachteile auf. Die Limbic Map, nach Hans Georg Häusel, stellt ein Motiv- und Emotionsstruktur-Modell auf Basis von Stimulanz, Dominanz und Balance dar. Demografische Variablen werden nicht miteinbezogen.
Das Modell zeichnet sich durch seine geringe Komplexität aus. Trotz dessen erscheint die Einteilung nach der Limbic Map wenig geeignet für das durchgeführte Forschungsprojekt, da der Fokus auf das Konsumverhalten fehlt und die Beschreibung der sieben Gehirntypen nicht ausführlich genug ist, um den Bezug zum Thema Mitfahrplattform herzuleiten. Einzelne Personen können zwar in die Limbic Map eingeordnet werden, allerdings ist eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Ziel- oder Nutzergruppe nicht möglich. Somit ist das Modell für das Forschungsprojekt ungeeignet, da eine konkrete Auswahl an Nutzergruppen erforderlich ist, um eine, für diese Gruppen speziell angepasste, Kommunikationsstrategie zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Relevanz von Fahrgemeinschaften als Maßnahme gegen den Klimawandel und definiert die Forschungsziele sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Vorstellung und Bewertung der Klassifizierungsmodelle: Es werden drei marktrelevante Klassifizierungsansätze vorgestellt, kritisch gewürdigt und hinsichtlich ihrer Eignung für das Forschungsprojekt bewertet.
3 Ermittlung potenzieller Werte für Nutzer von Fahrgemeinschaften: In diesem Kapitel werden wertebasierte Voraussetzungen definiert und differenziert, die für die Etablierung und den dauerhaften Bestand einer Fahrgemeinschaft essenziell sind.
4 Analyse der relevanten Nutzergruppen: Basierend auf den definierten Werten und Milieus werden die Zielgruppen analysiert, Ansprachestrategien abgeleitet und ein konkreter Leitfaden für die betriebliche Praxis erarbeitet.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse und schlussfolgert, dass eine milieugerechte Ansprache die Erfolgswahrscheinlichkeit für Fahrgemeinschaften signifikant erhöht.
Schlüsselwörter
Fahrgemeinschaften, SIGMA-Milieus, Marktforschung, Zielgruppenidentifikation, Lebensstil, Konsumverhalten, Werteorientierung, Nachhaltigkeit, Mitarbeiteransprache, Limbic Map, Sinus-Milieus, Kundensegmentierung, Mitfahrplattform, Mobilität, Sozialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifizierung geeigneter Zielgruppen innerhalb eines Unternehmens, um durch gezielte Ansprache die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Konsumententypologien (SIGMA-Milieus), die Bestimmung relevanter Werte wie Nachhaltigkeit und Flexibilität sowie die Entwicklung einer methodischen Ansprachestrategie für Mitarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, herauszufinden, welche Mitarbeitergruppen aufgrund ihrer Werte am ehesten zu Fahrgemeinschaften neigen und wie man diese Gruppen individuell motivieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse soziografischer Klassifizierungsmodelle, kombiniert diese mit einer wertebasierten Nutzwertbetrachtung und entwickelt daraus einen Leitfaden zur Milieu-Zuordnung im betrieblichen Umfeld.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Evaluation von Segmentierungsmodellen, die Definition essenzieller Werte für Fahrgemeinschaften und eine detaillierte Milieu-Analyse inklusive eines praktischen Leitfadens für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff "Fahrgemeinschaften" sind Begriffe wie SIGMA-Milieus, Werteorientierung, Mobilität und Zielgruppensegmentierung prägend.
Warum ist das "Limbic Map"-Modell für dieses Projekt weniger geeignet?
Laut der Arbeit ist das Modell zu stark auf abstrakte Motivstrukturen fokussiert und lässt demografische sowie für das Mobilitätsverhalten relevante Lebenswelt-Faktoren außer Acht, was eine präzise Zuordnung von Zielgruppen erschwert.
Welche Rolle spielen die "SIGMA-Milieus" in der betrieblichen Umsetzung?
Sie dienen als Analyseraster, um Mitarbeiter nicht nur nach Gehalt oder Abteilung, sondern nach ihrem Lebensstil, ihren Werten und ihrem Konsumverhalten einzuteilen, was eine passgenauere Kommunikation ermöglicht.
Wie soll der vorgeschlagene Leitfaden in der Praxis funktionieren?
Der Leitfaden nutzt drei Schritte: Die Analyse der Arbeitszeitmodelle, die Angebotsauswahl bei Firmenfesten und die Auswertung von Mitarbeiterumfragen, um die Wertorientierung und den sozialen Status der Mitarbeiter indirekt zu identifizieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Identifikation und Analyse verschiedener Nutzergruppen von Mitfahrplattformen in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594020