Humor in der Psychotherapie und Beratung. Verwendung als Ressource und Intervention in Verbindung mit dem Biopsychosozialen Modell


Hausarbeit, 2019

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Humor
1.1 Humorverständnis
1.2 Die Humorstile im Humor Styles Questionnaire

2 Humor als Ressource
2.1 Humor auf der sozialen, emotionalen und kognitiven Ebene
2.2 Humor und Stressbewältigung
2.2.1 Humor im Stressprozess
2.2.2 Humor und Coping
2.3 Humor als Resilienzfaktor
2.3.1 Positive Emotionen
2.3.2 Die sieben Säulen der Resilienz

3 Humor als Intervention
3.1 Therapeutischer Humor
3.2 Effekte und Funktionen von Humoranwendungen in Therapie und Beratung
3.3 Empfehlungen für die therapeutische Anwendung von Humor
3.4 Einschränkungen in der Anwendung von Humor

4 Fazit: Humor vor dem Hintergrund des Biopsychosozialen Modells

Literaturverzeichnis

Hinweis: Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind jedoch immer alle Geschlechter gemeint, sofern nicht explizit auf Geschlechtsunterschiede eingegangen wird.

Darüber hinaus seien mit dem Begriff „Therapie“ auch der Beratungskontext angesprochen sowie mit der Bezeichnung „Klient“ auch Patienten.

1 Humor

Ein Passant fragt: "Wo geht's denn hier zum Bahnhof?" Es antworten ihm ein:

- Pädagoge: "Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, dass es besser für dich ist, wenn du es selbst herausfindest."
- Sozialpädagoge: "Ich weiß es auch nicht, aber ich finde es total gut, dass wir beide so offen darüber reden können."
- Sozialarbeiter: "Keine Ahnung, aber ich fahre Sie schnell hin."
- Gesprächspsychotherapeut: "Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend."
- Psychoanalytiker: "Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer was Langes rein und raus fährt?"
- Tiefenpsychologe: "Sie wollen verreisen?"
- Verhaltenstherapeut: "Heben Sie zuerst den rechten Fuß und schieben Sie ihn vor. Setzen Sie ihn auf. Sehr gut. Super!"
- Gestalttherapeut: "Du, lass es voll zu, dass du zum Bahnhof willst."
- Familientherapeut: "Was glauben Sie, denkt Ihre Schwester, was Ihre Eltern fühlen, wenn die hören, dass Sie zum Bahnhof wollen?"
- Psychodramatherapeut: "Zum Bahnhof. Fein. Das spielen wir mal durch. Geben Sie mir Ihren Hut, ich gebe Ihnen meine Jacke und dann..."
- Hypnotherapeut: "Schließen Sie die Augen. Entspannen Sie sich. Fragen Sie ihr Unterbewusstsein, ob es Ihnen bei der Suche behilflich sein will."
- Provokativtherapeut: "Ich wette, da werden Sie nie drauf kommen!"
- Lösungsorientierter Therapeut: "Gab es schon mal die Ausnahme, dass Sie den Bahnhof gefunden hatten? Was haben Sie da anders gemacht?"
- Neurologe: "Sie haben also die Orientierung verloren. Passiert Ihnen das öfter?"
- Psychiater: "Bahnhof? Zugfahren? Welche Klasse?"
- Mediator: "Welche Lösungswege haben Sie sich schon überlegt? Schreiben Sie bitte alles hier auf diese Kärtchen."
- Kreativitätstherapeut: "Hüpfen Sie so lange auf einem Bein, bis ihr Kopf eine Idee freigibt."
- Rational Emotiver Therapeut: "Nennen Sie mir einen vernünftigen Grund, warum sie zum Bahnhof wollen."

(Quelle unbekannt)

Kann man als Fachperson über diesen Witz lachen, ist bereits ein Grundstein dafür gelegt, Humor, Lachen und Komisches in die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen. Humor ist nämlich weit mehr als das bloße Erzählen von Witzen. Er kann zur Salutogenese von Individuen beitragen (Lohmeier, 2018). Darüber hinaus kann er in Psychotherapie wie auch in der Beratung ein wichtiges Werkzeug in der Arbeit mit Klienten sein und ebenso als Ressource und Kraftquelle im Klienten selbst wirken. Dies möchte ich in der vorliegenden Arbeit näher beleuchten.

1.1 Humorverständnis

Die Bedeutung des Wortes Humor ist schwer zu fassen, da sie davon abhängt, in welchem Kontext der Begriff verwendet wird. Auch in der Humorforschung wird bisher keine einheitliche Definition von Humor genutzt (Ruch, 2012).

Humor kann im psychologischen Sinne einerseits als Verhaltensdisposition betrachtet werden und sich beispielhaft auf den Ausdruck von Lachen oder das Erzählen von Witzen beziehen. Er kann jedoch ebenso als Stimmung oder auch als Temperament verstanden werden (Ruch, 2012). Schönhusen (2015, zitiert nach Lohmeier, 2018, S. 30) definiert Humor als „eine besondere Fähigkeit, einen Gemütszustand, eine Lebenseinstellung, die jedem Menschen auf eine etwas andere Art eigen ist.“. Humor ist demnach nicht nur als recht stabile Persönlichkeitseigenschaft im Sinne eines Traits zu verstehen, sondern ebenso als State-Variable sowie darüber hinaus als veränderbare Eigenschaft einer Person (Ruch, 2012). Martin et al. (2003) definieren Humor gleichwohl als vielseitiges Konstrukt. Sie führen die oben genannten Dimensionen ergänzt durch weitere Aspekte auf. Dabei wird Humor als kognitive Fähigkeit, eine Art ästhetische Resonanz, ein gewohnheitsmäßiges Verhaltensmuster, eine gefühlsmäßige Temperamenteigenschaft, eine Einstellung, aber auch als eine Coping-Strategie beschrieben. Wie im Weiteren aufgeführt geht Humor mit salutonogenen Effekten einher.

Humor ist weiterhin „eine aktive Äußerung in der zwischenmenschlichen Kommunikation“ (Schönhusen, 2015, zitiert nach Lohmeier, 2018, S. 30). Er erfüllt also eine soziale Funktion als „wichtiges Regulativ in der Beziehungsgestaltung von Menschen“ (Lohmeier, 2018, S. 35), das gerade in der Interaktion von Klient und Therapeut eine bedeutende Funktion einnimmt.

Humor wird m. E. von vielen Menschen als ein recht positiv konnotierter Begriff verstanden, doch bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass so manche Anwendung von Humor auch in einem negativen, dysfunktionalen Kontext stehen kann. Salameh (2007, S. 230) bezeichnet diese als „Entstellungen des Humors“ z.B. in Form von Sarkasmus oder als Ventil für Wut, zur Verleugnung der Realität, als Mittel um Demütigungen und emotionale Grausamkeiten in die Welt zu setzen. Martin, Puhlik-Doris, Larsen, Gray und Weir (2003) haben innerhalb der Entwicklung des Humor Styles Questionnaires ein Humorkonstrukt erschaffen, welches sowohl positive als auch negative Aspekte von Humor integriert. Dieses soll im Folgenden näher beschrieben werden.

1.2 Die Humorstile im Humor Styles Questionnaire

Martin et al. (2003) unterscheiden vier Humorstile, die beschreiben, auf welche Art Individuen tendenziell ihren Humor einsetzen: den verbindenden (affiliative humor), den selbststärkenden (self-enhancing humor), den aggressiven (aggressive humor) sowie den selbstentwertenden (self-defeating humor). Diese unterscheiden sich zum einen darin, ob sie intrapsychisch das Selbst oder interpsychisch die Beziehung zu anderen Menschen stärken. Zum anderen zielen sie darauf ab, eine Unterscheidung zwischen positivem und negativem Humorverhalten zu ermöglichen. Positiv meint hier einen freundlichen sowie wohlwollenden Humor, ich bezeichne ihn im Folgenden auch als adaptiven Humor. Negativ hingegen umfasst verletzende und schädliche Humorgewohnheiten, die in den weiteren Ausführungen auch mit dem Begriff „maladaptiv“ umschrieben werden.

Verbindender Humor

Dieser Humorstil beschreibt die Tendenz, mit anderen zu scherzen und zu lachen, sie zu amüsieren. Dies kann auch beinhalten, über sich selbst zu schmunzeln, allerdings vor dem Hintergrund eines liebevollen Blicks auf die eigene Person. Jene Form des Humors scheint unter anderem mit psychischem Wohlbefinden, Heiterkeit, Selbstachtung und emotionaler Stabilität einherzugehen.

Selbststärkender Humor

Menschen, die zum selbststärkenden Humorstil neigen, nutzen Humor, um eine andere Perspektive einzunehmen und allgemein humorvoller auf das Leben zu blicken. Humor wird hier als Copingmechanismus und zur Regulierung von Emotionen eingesetzt. Es zeigt sich eine Verbindung mit psychischem Wohlbefinden, Heiterkeit, Selbstachtung und emotionaler Stabilität, aber auch mit Optimismus und Zufriedenheit.

Aggressiver Humor

Aggressiver Humor äußert sich in der Nutzung von Sarkasmus sowie Sticheleien. Er wird eingesetzt, um andere zu manipulieren oder um an ihnen Kritik zu üben. Dieser Humorstil nimmt keine Rücksicht auf die Empfindungen anderer. Es fanden sich positive Zusammenhänge mit Neurotizismus sowie negative mit Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit.

Selbstentwertender Humor

Jener Humorstil zielt darauf ab, die Beziehung zu anderen zu stärken. Allerdings geschieht dies auf Kosten der eigenen Person. Der Anwender macht sich selbst zur Zielscheibe der Witze. Darüber hinaus wird der Humor zur Verleugnung eigener negativer Gefühle genutzt. Auch hier zeigten sich positive Zusammenhänge mit Neurotizismus und negative mit Gewissenhaftigkeit sowie Verträglichkeit. Außerdem scheint diese Art von Humor unter anderem mit Depressionen, Ängstlichkeit, einer schlechten Stimmung, geringerem psychischem Wohlbefinden und weniger Zufriedenheit mit sozialen Beziehungen einher zu gehen.

Ob der gezeigte Humor eher einem adaptiven oder maladaptiven Stil zugeordnet wird, ist in manchen Fällen eine Frage der Ausprägung und der Intention. Liebevolle Neckereien anderer beispielsweise sind eher Bestandteil des verbindenden, als des aggressiven Humorstils. Auch das Scherzen einer Gruppe über Eigenschaften von Out-Groups kann bis zu einem gewissen Grad tendenziell als affiliativ betrachtet werden.

2 Humor als Ressource

Auf Klientenseite kann Humor eine Ressource sein, die die betreffende Person befähigt, Belastungen positiv zu bewältigen. Dabei wirkt Humor auf der sozialen, emotionalen, kognitiven und auf der Verhaltensebene.

2.1 Humor auf der sozialen, emotionalen und kognitiven Ebene

Humor kann zur Konfliktbewältigung und zum Ausbau sozialer Beziehungen genutzt werden (Härtl-Kasulke & Revers, 2018). Dies geschieht, in dem Humor einen spielerischen Umgang mit bestimmten Themen ermöglicht (Martin, 2007). So können zum Beispiel soziale Tabus über einen humorvollen Zugang kompensiert werden. Es ist immer möglich, Äußerungen mit der Begründung „War nur ein Scherz.“ zurück zu ziehen. Humor ist indirekter, als ernsthafte Äußerungen und schützt so vor Bloßstellungen der eigenen Person oder anderer. Humor ermöglicht es damit, eine abweichende Sichtweise spannungsgeladener Themen zu eröffnen, bei der gleichzeitig gegenseitiger Respekt vermittelt wird. Auf diese Weise gelingt es, Bedürfnisse, Einstellungen und Gefühle zu kommunizieren. Durch die heitere Stimmung und Lachen entstehen wechselseitig positive Gefühle und das Empfinden von Zusammenhalt. Humor dient damit nicht nur der Kommunikation, sondern auch der Beeinflussung anderer (Martin, 2007).

Auf emotionaler Ebene hilft ein humorvoller Umgang mit einem Problem dabei, weniger Bedrohung zu empfinden und ein Gefühl der Kontrolle zu erlangen. Bezüglich der Handhabung sozialer Tabus führt er zum Abbau von Spannungen sowie Ängsten, die mit den jeweiligen Themen bzw. ihrer Tabuisierung verbunden sind (Martin, 2007). Doch auch lautes Lachen allein ist bereits ein expressiver Ausdruck von Gefühlen. Wenn eine Person wohlwollend über sich selbst lacht, zeigt sie innere Stärke (Härtl-Kasulke & Revers, 2018).

Witze oder Wortspiele zu verstehen, ist eine intellektuelle Aufgabe (Härtl-Kasulke & Revers, 2018). Eine Information muss vom Individuum aufgenommen und vor dem Hintergrund der jeweiligen Erfahrungen als humorvoll oder witzig interpretiert werden. Humor baut auf Inkongruenzen, Unerwartetem, Verrücktem oder Ungewöhnlichem auf. Diese Stilmittel zu erkennen, ist eine kognitive Fähigkeit. Andere kognitive Fähigkeiten wie Kreativität und ein besseres Erinnerungsvermögen scheinen ebenfalls mit Humor assoziiert zu sein (Martin, 2007).

2.2 Humor und Stressbewältigung

Sinn für Humor moderiert den Zusammenhang zwischen Stress und negativer Stimmung (Martin, 2007). Er wirkt zum einen auf Bewertungsprozesse im Stressgeschehen, zum anderen beeinflusst er den Rückgriff auf bestimmte Bewältigungsstrategien.

2.2.1 Humor im Stressprozess

Das transaktionale Stressmodell beschreibt Stress als Prozess, der auf der individuellen Bewertung einer Situation beruht. Wird ein Reiz im Verlauf der primären Bewertung als stressend eingeschätzt, kann er in diesem Zusammenhang als Bedrohung, Schaden- Verlust oder Herausforderung interpretiert werden (Lazarus & Folkman, 1984, zitiert nach Reif & Spieß, 2018). Die ersten beiden Einschätzungen sind mit negativen Affekten verbunden, die Herausforderung hingegen impliziert einen möglichen erfolgreichen Ausgang, persönliches Wachstum und damit auch positivere Affekte. Außerdem werden in der sekundären Bewertung die eigenen Bewältigungsfähigkeiten und -möglichkeiten eingeschätzt, also interne und externe Ressourcen (Kaluza, 2011). Es gibt Hinweise darauf, dass Menschen, die viel Humor nutzen, Stresssituationen eher im Sinne einer Herausforderung interpretieren. Darüber hinaus wird die eigene Leistung realistischer eingeschätzt und erhöht die soziale Unterstützung (Martin, 2007), was im Hinblick auf sekundäre Bewertungsprozesse von Vorteil sein kann.

2.2.2 Humor und Coping

Doch auch wenn es zur Bewältigungsreaktion selbst kommt, kann Humor ein protektiver Faktor sein. Im transaktionalen Stressmodell werden ursachenorientiertes, emotionsbezogenes und kognitives Coping unterschieden (Reif & Spieß, 2018). Humor kann auf all diesen Copingebenen greifen.

Ursachenorientierte Bewältigung

Reif, Spieß & Stadler (2018) beschreiben für ursachenorientiertes Coping drei Hauptbereiche: Die Suche nach Informationen, die Nutzung instrumenteller sozialer Unterstützung sowie problemorientiertes Handeln. Humor lässt sich als eine Form sozialer Kompetenz verstehen (Martin, 2007), die letztlich die soziale Unterstützung erhöht, jedoch auch bei der Suche nach Informationen dienlich sein kann. Zumindest, wenn die Informationen durch soziale Interaktionen in Erfahrung gebracht werden sollen. Allgemein scheint Humor mit aktiver Problemkonfrontation zusammenzuhängen (Martin, 2007).

Emotionsbezogene Bewältigung

Emotionsbezogenes Coping setzt bei der gefühlsmäßigen Reaktion auf Stress an (Reif et al., 2018). Wie oben bereits beschrieben, lässt sich Humor nutzen, um sich von Bedeutungen zu distanzieren. Dies kann nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch emotionaler Ebene geschehen. Humor kann z.B. als Ventil für unangenehme Gefühle, als Ablenkung oder zur Leugnung der Realität eingesetzt werden (Martin, 2007).

Kognitive Bewältigung

Beim kognitiven Coping ändert sich die subjektive Neuinterpretation einer Situation, obwohl sich objektiv nichts verändert hat (Reif et al., 2018). Auch hier spielt die Funktion der Distanzierung eine Rolle. Darüber hinaus kann es mit Humor gelingen, die Situation auf positive Weise umzudeuten sowie den gedanklichen Bezugsrahmen zu ändern (Martin, 2007).

Nicht alle Humorformen gehen mit effizientem Coping einher (Martin, 2007). Allerdings scheinen hohe Humorwerte mit einem flexibleren Einsatz unterschiedlicher Copingstrategien assoziiert zu sein, was insgesamt günstig für die erfolgreiche Bewältigung von Stress ist (Martin, 2007; Kaluza, 2011).

2.3 Humor als Resilienzfaktor

Resilienz meint „Widerstandsfähigkeit, Belastbarkeit oder Flexibilität [...] also die Toleranz eines Systems gegenüber von innen oder von außen kommenden Störungen“ (Wellensiek, 2017). Es scheint einen Zusammenhang zwischen heiterer Stimmung und Resilienz zu geben (Wild, 2012). Heitere Stimmung lässt sich durch Humor herbeiführen, da er Kognitionen auf gesunde Weise anregt sowie den Umgang mit Gefühlen auf konstruktive Art beeinflussen kann. Humor trägt weiterhin zur Resilienz bei, indem er das Individuum auf physiologischer Ebene positiv beeinflusst bzw. stärkt, die Kommunikation fördert und die Motivation erhöht (Lohmeier, 2018). Auch funktionales Coping, zu dem Humor, wie oben beschrieben, beitragen kann, steht mit dem Resilienzbegriff im Zusammenhang (Wellensiek, 2017).

2.3.1 Positive Emotionen

Coping und positive Emotionen verstärken sich wechselseitig. Positive Bewältigung führt zu mehr angenehmen Gefühlen, die wiederum eine erfolgreiche Bewältigung fördern. Positive Emotionen öffnen uns, wodurch mehr potentielle Lösungen erschlossen werden. Darüber hinaus werden insgesamt mehr funktionale Bewältigungsstrategien genutzt (Fredrickson, 2011). Im Vergleich zu rein positiven Erfahrungen führen positive Eindrücke gepaart mit Witz dazu, dass nicht nur positive Affekte generiert, sondern zusätzlich negative Stimmungen abgeschwächt werden (Strick et al., 2008 zitiert nach Wild, 2012). Auch Lachen selbst, als etwaiges Nebenprodukt von Humor, setzt ein positives Gefühl frei, welches bisher noch keine fachliche Bezeichnung hat, aber das laut Martin (2007) sehr eng verwandt mit Freude ist. Positive Emotionen tragen ihrerseits zum Aufbau und zur Stärkung von Resilienz bei, da ohne sie die oben genannte Toleranz von Störungen nicht möglich wäre (Fredrickson, 2011).

2.3.2 Die sieben Säulen der Resilienz

Das Resilienzmodell von Reivich & Shatté (2003, zitiert nach Härtl-Kasulke & Revers, 2018) umfasst sieben Säulen, welche ich mit Humor in Verbindung setzen möchte. Die Säulen überlappen teilweise und bedingen sich mitunter gegenseitig. Sie stehen für innere Haltungen, die oft nicht bewusst sind, jedoch gezielt trainiert und ausgebaut werden können, um in herausfordernden Situationen oder Krisen darauf zurück greifen zu können.

Säule 1: Selbstwirksamkeit und Optimismus

Selbstverstärkender Humor ist mit Optimismus assoziiert (Martin, 2003). Er ermöglicht es, das Gute in unangenehmen Situationen zu entdecken, die leichtere Seite einer schweren Lage zu betonen. Außerdem werden die eigenen Leistungsmöglichkeiten realistischer eingeschätzt (Martin, 2007). Dies kann die Selbstwirksamkeitserwartung positiv beeinflussen.

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Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Humor in der Psychotherapie und Beratung. Verwendung als Ressource und Intervention in Verbindung mit dem Biopsychosozialen Modell
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale  (MEU Magdeburg)
Veranstaltung
Biopsychosoziales Model
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V594042
ISBN (eBook)
9783346190604
ISBN (Buch)
9783346190611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beratung, biopsychosozialen, humor, intervention, modell, psychotherapie, ressource, verbindung, verwendung
Arbeit zitieren
Anna-Marie Vitzthum (Autor), 2019, Humor in der Psychotherapie und Beratung. Verwendung als Ressource und Intervention in Verbindung mit dem Biopsychosozialen Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594042

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