Fragestellungen der neueren Militärgeschichte zu ausgewählten Schlachten des 30-jährigen Krieges in Süddeutschland


Masterarbeit, 2018

89 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zur Entwicklung der Militärgeschichte von 1945 bis heute
1.2 Was ist neuere Militärgeschichte?

2. Militärgeschichte als Operationsgeschichte
2.1 Die Militärtaktik im 30-jährigen Krieg
2.1.1 Die Kampftaktik der kaiserlichen Armeen:
2.1.2 Die Kampftaktik der schwedischen Armee
2.2. Die Schlacht bei Rain am Lech 1632 - der Durchbruch in den Süden Bayerns
2.3 Schlacht an der Alten Veste 1632 - das Ende der schwedischen Hegemonie
2.3.1 Ereignisse im Vorfeld des Aufeinandertreffens
2.3.2 Der Schlachtverlauf
2.4 Die Schlacht bei Nördlingen am 5. und 6. September 1643 - die Wende im Süden
2.5 Die Doppelschlacht bei Rheinfelden im Breisgau von 1638
2.5.1 Situation vor der Schlacht
2.5.2 Die erste Schlacht
2.5.3 Die zweite Schlacht
2.5.4 Wertung und Bedeutung der Schlacht
2.6 Die Schlacht bei Freiburg im Breisgau (1644)
2.6.1 Die Vorbereitungen
2.6.2 Die Schlacht
2.7 Die Schlacht bei Alerheim am 3. August 1645
2.7.1 Der Kriegsverlauf vor der Alerheimer Schlacht:
2.7.2 Der Schlachtverlauf von Alerheim

3. Militärgeschichte als Alltags-und Kulturgeschichte
3.1. Auswirkungen des Krieges auf die Rainer Bevölkerung
3.2. Welche Folgen hatte die Schlacht bei Zirndorf für die Zivilbevölkerung vor Ort?
3.3. Die Folgen der Nördlinger Schlacht von 1634 für Stadt und Bevölkerung
3.4. Bevölkerung in Not - die Situation im belagerten Freiburg
3.5 Das Schicksal der Alerheimer

4. Ergebnisse

Literatur- und Quellenverzeichnis:

1. Einleitung

Die vorliegende Untersuchung über Fragestellungen der neueren Militärgeschichte zu ausgewählten Schlachten des 30-jährigen Krieges in Süddeutschland beginnt mit einem kurzen Abriss zur Geschichte und Entwicklung der Militärgeschichte (von der traditionellen zur neueren), gefolgt von einem Überblick zum aktuellen Forschungsstand sowie der in dieser Arbeit verwendeten Quellen und Literatur.

Weil in diesem Beitrag die Fragestellungen vor allem der neueren Militärgeschichte im Vordergrund stehen, wird diese vertiefend erläutert. Darauf werden zunächst die militärischen, insbesondere taktischen, Ereignisse, d. h. in erster Linie die Operationsgeschichte, genau beschrieben. In einer zweiten Analyse werden dann die unterschiedlichen sozial- bzw. kulturgeschichtlichen Fragestellungen zu den ausgewählten Schlachten näher beleuchtet und schließlich in einem Fazit zusammengefasst.

Der deutsche Schlachtenbegriff erfährt eine inhaltliche Verengung und einen Wandel. Die Schlacht im Deutschen entspringt dem althochdeutschen slahta für Tötung und dem mittelhochdeutschen Verb slahten für schlachten und schlagen. Erst im frühen Neuhochdeutschen erfolgt ein Bedeutungswandel in Richtung kriegerischen Zusammentreffens zweier Heere.1 „Die Vorstellung des blutigen, tödlichen, die früher mit dem Worte verbunden war, verschwindet“.2 Den Unterschied auf den Punkt bringt Friedrich Schiller in der Jungfrau von Orleans: Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen!“3

Im Lateinischen finden sich für Schlacht pugna (z. B. pugna equestris – Reiterschlacht) und proelium (proelium navale – Seeschlacht, proelium equestre – Reiterkampf), aber auch stets weitere Bedeutungen auf der individuellen Ebene wie „Faustkampf, Schlägerei; Zweikapf“4 für pugna sowie „Zweikampf [...] Streit, Konflikt“5 für proelium.6

Im Unterschied zum weiten lateinischen Begriffsinhalt ist in dieser Arbeit unter Schlacht nur das kriegerische Zusammentreffen zweier Landheere gemeint, also keine Scharmützel kleiner Patrouillen, Einzelpersonen oder einer Vorhut. Der Schlachtenbegriff definiert sich somit quantitativ (Größe) und qualitativ (kriegerische Auseinandersetzung). Wer einer Schlacht ausweicht, befindet sich eben nicht in der Schlacht, sondern womöglich in einer Vorbereitungsphase.

Die Militärgeschichtsforschung wurde seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Bundesrepublik Deutschland nicht betrieben. Dies lag daran, dass in den 70er Jahren vor allem sozialgeschichtliche Fragestellungen zu dieser Thematik im Vordergrund standen. Fragen zu den militärischen Abläufen und zu den militärischen Strategien wurden vor allem in der westdeutschen Literatur weitestgehend vernachlässigt. Beendet wurde dieses Nischendasein erst während der 1990er Jahre, als unter dem Einfluss der „kulturalistischen Wende“ und im Zuge der Hinwendung zu (u. a.) mikro-, alltags- und geschlechtergeschichtlichen Fragestellungen eine „Neue Militärgeschichte“ etabliert werden konnte. Daraus stellen die Arbeiten von Thomas Kühne und Benjamin Ziemann sowie die beiden Bände von Jutta Nowosadtko und Bernhard Kroener die wichtigsten Quellen vor allem für den Einführungsteil dieser Arbeit dar.7

Helmut Mahr rekapitulierte den Gegenstand „Wallensteins Lager und die Schlacht an der Alten Veste“ auf das ausführlichste. Sein Werk ragte unter den vielen besonders hervor, da es für diese Arbeit besonders hinsichtlich des militärgeschichtlichen Ablaufes der Schlacht bei Zirndorf interessant war.

Er hob sich besonders von den Vertretern der früheren Kriegs- und Wehrgeschichte wohltuend ab, die, wie z. B. der ehemalige Major Wilhelm Pickel, noch pathetisch im Militärjargon vom „flammenden Feuergeist Gustav Adolfs“ sprach.8

Eine weitere wichtige Quelle stellte die Monographie von Peter H. Wilson „Der Dreißigjährige Krieg“ dar. Da der erste Teil dieser Arbeit im Wesentlichen eine detaillierte Schilderung des Schlachtengeschehens ist, war sein Buch ein Grundlagentext. Er beschreibt im Hauptteil seines Buches, der sich der eigentlichen Geschichte des Krieges widmet und durch die politischen Entscheidungsprozesse eingerahmt wird, detailliert Feldzüge und Schlachten. Vor allem in der dramatischen Schilderung der Schlachten liegt eine der Stärken Wilsons, denn sein besonderes Augenmerk gilt den militärischen Ereignisabläufen und den Details der Kriegführung. So finden sich ausführliche Darstellungen der zahlreichen Feldzüge und Schlachten des Krieges, die durch Schlachtpläne und konkretes Zahlenmaterial (zum Beispiel Armeestärke, Verlustzahlen etc.) gut veranschaulicht werden.

Ausführlich wird auch der Krieg nach 1635 berücksichtigt, was bisher nicht in allen deutschen Darstellungen der Fall war. Im Gegensatz zur älteren Forschung, die die Kriegsphase nach 1635 nur summarisch abhandelte, schildert er sie ebenso umfangreich und sorgfältig wie die ersten Kriegsphasen.9

Im folgenden Beitrag möchte ich deshalb zunächst den Forschungsstand der modernen Militärgeschichte näher erläutern und insbesondere den Fragen der neueren Militärgeschichte nachgehen, die diese nicht nur als Operations-, sondern auch unter dem Blickwinkel einer Kultur-, Sozial- und Kunstgeschichte betrachtet.

Beginnen wir zunächst mit der (neueren) Militärgeschichte.

1.1 Zur Entwicklung der Militärgeschichte von 1945 bis heute

Die Ursprünge der neueren Militärgeschichte gehen bis zu den Arbeiten von Hans Delbrück ins 19. Jahrhundert zurück, der in der Forschung quasi als der Gründer der neueren Militärgeschichte anerkannt ist.10

Das Wesen der Militärgeschichte könnte man als die Integration der traditionellen politischen und institutionellen Aspekte des Krieges und der bewaffneten Macht mit moderner Sozialgeschichte und Mentalitätsforschung, Kulturanthropologie, Geschlechter­forschung und weiteren theoretischen Ansätzen zusammenfassen.11

Auf die Militärgeschichte trifft in ungewöhnlich hohem Maße zu, was grundsätzlich für alle Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft gilt: Sie ist bis heute hochgradig abhängig von den gesellschaftlichen und politischen Konjunkturen der Gegenwart, über deren Vergangenheit sie aufklären will. Das gilt nicht nur für ihre Arbeitsgrundlage (Welche Quellen sind zugänglich?), sondern auch für ihre Selbstorganisation als Disziplin (Wer betreibt Militärgeschichte?) und nicht zuletzt für ihr Selbstverständnis (Was ist Militärgeschichte?). Insbesondere war nach Ansicht des Historikers Jörg Echternkamp die Militärgeschichtsschreibung stets durch den zeitgenössischen Stellenwert von Krieg und Frieden geprägt. Das Ende des Kalten Krieges, die Rückkehr des Krieges nach Europa (z. B. der Situation im ehemaligen Jugoslawien) und der sicherheitspolitische Paradigmenwechsel in der Bundesrepublik Deutschland haben auch hierzulande die Themen „Militär“ und „Krieg“ wieder auf die tagespolitische Agenda gesetzt und damit das Interesse an ihrer historischen Tiefendimension deutlich gesteigert.12

In der Bundesrepublik zeichnete sich eine Entwicklungslinie ab, die sich als „Wandel durch Annäherung“ beschreiben und sich in drei Phasen unterteilen lässt. Nach der ersten, bis in die späten 1960er-Jahre reichenden Phase der Institutionalisierung der Militärgeschichte folgte eine zweite des allmählichen Perspektivenwechsels in den 1970er- und 1980er-Jahren.

Mit der „Fischer-Kontroverse“ - der hitzigen Debatte über die Großmachtpolitik des Kaiserreichs als Ursache des Ersten Weltkrieges - wurde der Zusammenhang von Militär, Politik und Gesellschaft nun auch in der historischen Zunft ein Thema, die die Historiker vor allem unter dem Rubrum des (preußisch-deutschen) „Militarismus“ diskutierten. Dies hatte Rückwirkungen auf die institutionalisierte Militärgeschichte, wie das 1979 vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt begonnene Reihenwerk „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“ zeigt. Diese zehnbändige Reihe behandelt die Geschichte des Kriegs von Beginn an auch als eine Geschichte der deutschen Gesellschaft während des Kriegs.

Neben den operationsgeschichtlich orientierten Beiträgen wurden nun auch soziale, wirtschaftliche und ideologische Aspekte berücksichtigt.

Impulse für eine „zivilisierte“ Geschichte des Krieges und der Soldaten lieferte auch die „Alltagsgeschichte“. Der Blick „von unten“, den seit den 1980er-Jahren kleinräumige Studien auf die Gesellschaft freigaben, zeigte nicht zuletzt Kommunen und Regionen im Krieg. Die Militärgeschichte des „kleinen Mannes“ zielte auf die einfachen Menschen als Akteure und Leidtragende militärischer Großkonflikte.13 Schließlich nahm sich die „Friedensforschung“ des Problems militärischer Konflikte gleichsam unter umgekehrten Vorzeichen an. Ein bis heute fortwirkender Umbruch - die dritte Phase - begann in der Bundesrepublik erst in den 1990er-Jahren. Dafür sorgte indes weniger eine thematische als eine theoretisch-methodische Neuorientierung, die Anregungen aus der Sozial- und Kulturgeschichte aufnahm. Ihre Vertreter sprachen daher früh von einer „Militärgeschichte in der Erweiterung“.

Mit den Impulsen der verschiedenen sozial- und kulturgeschichtlichen Ansätzen fanden Krieg und Militär im gesellschaftlichen Zusammenhang nun endgültig das Interesse eines größeren Kreises von Historikern und – auch das war neu - von Historikerinnen.

Aus der Distanz von über zwanzig Jahren lässt sich die noch vorsichtig formulierte Einschätzung des Historikers Gerd Krumeich bekräftigen, dass man hier von einem Paradigmenwechsel sprechen könne.14

Die Gründe für eine Renaissance der Militärgeschichte sind nicht nur in den historiographischen Entwicklungen zu sehen. Als solche wurde bereits die Hinwendung zu sozial-, kultur-, geschlechter– und mentalitätsgeschichtlichen Ansätzen genannt. Sie waren die Voraussetzung für eine neue Militärgeschichte, die mit konzeptionellen Entwicklungen der Geschichtswissenschaft mithalten konnte.15

Nach Rainer Wohlfeils erster, präziser und mittlerweile weithin anerkannten Definition zur Militärgeschichte von 1967 handelt es sich im phänomenologischen Sinn zunächst um die Geschichte der bewaffneten Macht und der Beschreibung ihrer Strukturen und Wirkungen:

„Militärgeschichte ist also die Geschichte der bewaffneten Macht eines Staates, die in der Breite ihrer historischen Erscheinung behandelt wird. Sie fragt nach der bewaffneten Macht als Instrument und Mittel der Politik und befasst sich mit dem Problem ihrer Führung, in Frieden und Krieg. Im Krieg sieht sie jedoch nicht nur eine rein militärische Angelegenheit, sondern stellt ihn hinein in die allgemeine Geschichte, sodass der Krieg als historisches Phänomen gefasst, erfasst, erschlossen und durchdrungen wird. Die Militärgeschichte untersucht weiterhin das Militär nicht nur als Institution, sondern auch als Faktor des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gesamten öffentlichen Wesens. Nicht zuletzt beschäftigt sie sich mit der bewaffneten Macht als politischer Kraft.

Im Mittelpunkt der Militärgeschichte aber steht - analog zum Ziel der allgemeinen historischen Wissenschaft, den Menschen und seinen Wirkungskreis zu erfassen - der Soldat in allen seinen Lebensbereichen.“16

Die Militärgeschichte fragt also in anderen Worten, „nach dem Militär als Mittel der Politik in der Hand der Staatsgewalt und nach der bewaffneten Macht als Faktor und politischer Kraft in Rahmen des Staates“ und der Gesellschaft.17

Das heißt nach Ansicht des Militärhistorikers Wilhelm Deist nichts anderes, als dass die bewaffnete Macht im bezeichneten Rahmen und im Unterschied zur veralteten „Kriegsgeschichte“ des vergangenen Jahrhunderts im Frieden und im Krieg zu untersuchen war. Die Militärgeschichte stellte damit in den Augen ihrer Vertreter einen unverzichtbaren Gegenstand der Allgemeinen Geschichtswissenschaft dar, und dies galt vor allem und in erster Linie für die Geschichte der Neuzeit.“18

Koch skizziert damit die Entwicklung der historischen Teildisziplin, die in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als "Militärgeschichte" bezeichnet wird, und wendet sich gleichzeitig ausdrücklich gegen von anderen Historikern gemachten Vorschlag, Militärgeschichte als „historische Soziologie von Gewaltverhältnissen“ zu verstehen.

Er vertritt die Auffassung, dass der Gegenstand der Militärgeschichte auch weiterhin das Militär sein müsse, dem man sich mit einem klar umrissenen Erkenntnisinteresse zu nähern habe.19 Eine derartige Definition gibt uns aber keinen Hinweis darauf, wie diese Wirkungen und Strukturen zu beschreiben sind und was das Militär auf dieser analytischer Ebene von anderen sozialen Großverbänden wie etwa den Kirchen unterscheidet, die ja auch als zentralen Forschungsgegenstand den Gläubigen untersucht. Nach der klassischen Militärtheorie dagegen ist der Krieg der spezifische Kern der militärischen Organisation, d. h. Militärgeschichte ist hier die Geschichte der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Kriegen. Das ist im Grunde ein politischer Prozess, an den sich aber soziale Bedingungen und Folgen anlagern.20

1.2 Was ist neuere Militärgeschichte?

Seit dem Beginn der 1990er Jahre hat die Erforschung der Militärgeschichte im geeinten Deutschland einen erstaunlichen und nicht erwarteten Aufschwung genommen, über dessen tiefer liegende Ursachen gegenwärtig nur Vermutungen angestellt werden können.

Bis zu diesem Zeitpunkt führte sie, vor allem an den Universitäten, ein Schattendasein, ist aber seit den neunziger Jahren als Teildisziplin in den Geschichtswissenschaften anerkannt.

Eine Generation jüngerer Forscher, denen die Distanz ihrer akademischen Lehrer zur älteren Kriegsgeschichte fremd geworden ist, nutzt seither, versehen mit einem neuen, attraktiven methodischen Rüstzeug, die seit Jahrzehnten leer gebliebenen thematischen Nischen der Militärgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit.21

Für ihre Mehrheit besitzt der Gegenstandsbereich der Militärgeschichte zwei Hauptkomponenten: Krieg und Militär. Nach Ansicht des Historikers Jörg Echternkamp beschäftigen sich die meisten Militärhistoriker nach den grundlegenden Standards ihrer Zunft vorwiegend mit drei Themen:

Erstens mit militärischen Konflikten einschließlich ihrer Voraussetzungen und Folgen, zweitens mit dem Militär als einer sozialen Gruppe und Großorganisation, und drittens mit den Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen Krieg und Militär auf der einen Seite und der jeweiligen im weitesten Sinn gesellschaftlichen Verfasstheit auf der anderen.22

Auch der Militärhistoriker Bernhard Kroener sieht in dem Begriff einer „Militärgeschichte in der Erweiterung“ eine Schlüsselfunktion, denn das Militär ist in diesem Sinne kein neben der Gesellschaft existierender bzw. ihr antagonistisch entgegengesetzter Kosmos, sondern „ein selbstverständlicher Teil der lebensweltlichen Realität frühmoderner Gesellschaften“.23

Erst die neue Militärgeschichte hat mit Erfolg den Nachweis erbringen können, dass die Soldaten eben nicht einer in sich geschlossenen Lebenswelt angehörten, sondern wie ihre Zeitgenossen im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit mehreren, sei es konkurrierenden, sei es sich überschneidenden oder sich ergänzenden Lebenswelten gleichzeitig angehörten.

Er erkennt für die Militärgeschichte eine positive Perspektive hinsichtlich der Forschungen in der Frühen Neuzeit, indem er konstatiert, das Kriege auch hier bereits umfassende soziale Auswirkungen hatten, welche die Analyse des Militärs in und eben nicht neben der Gesellschaft erfordern. Das Verhältnis von Militär und Gesellschaft spiegelt sich besonders eindrucksvoll dort wider, wo Militär und die ursprünglich einheimische Gesellschaft auf engstem Raum zusammenleben und ihr Auskommen finden mussten. Aussagen über die gemeinschaftlichen Lebensverhältnisse der militärischen Gesellschaft aus dem unterschiedlichsten Aktenmaterial der frühneuzeitlichen Verwaltung zu destillieren, verlangt eine spezifische Kenntnis über den sozialen Ort des Soldaten in seiner Zeit, die sich dem Historiker nicht ohne weiteres erschließt.

Hierzu das unverzichtbare methodische Rüstzeug zu liefern, stellt nach Kroeners Ansicht, eine der zentralen Aufgaben der modernen Militärgeschichte dar.24

2. Militärgeschichte als Operationsgeschichte

Operationsgeschichte im engeren Sinn steht für die Geschichte der Planung und Durchführung großer militärischer Unternehmungen unterhalb der strategischen, jedoch über der taktischen Ebene und im weiteren Sinn aber auch für die Geschichte der militärischen „Führungskunst“ im Krieg ganz allgemein. Nach Ansicht des Historikers Bernd Wegner benötigt jeder, der Operationsgeschichte betreiben will, gewisse Grundkenntnisse des militärischen Gefüges und seiner Funktionsprinzipien, die über das Grundwissen des Allgemeinhistorikers hinausgehen. Sich diese anzueignen bedarf einiger Anstrengungen, der für gewöhnlich nur der unterzieht, der eine gesellschaftliche Anerkennung seiner Arbeit erwarten kann, von ihrem Nutzen überzeugt ist oder aber eine wie auch immer geartete Affinität zur Institution „Militär“ aufweist. Eine Ausblendung der Operationsgeschichte bedeutet aus seiner Sicht eine gefährliche Verkürzung der historischen Analyse von Kriegen und stellt damit ein gravierendes historiographisches Defizit dar.25

Wegner hält in erster Linie folgende Gründe dafür verantwortlich, dass sich heute kaum noch nennenswertes Interesse an einer denkbar kritischen Variante regen würde:

1. Die lange Tradition der Operationsgeschichte, welche die praktischen Bedürfnissen künftiger Kriegführung wenig tangiert,
2. die lange marginale Rolle der akademischen Kriegsgeschichtsschreibung,
3. die (Selbst)Instrumentalisierung von Operationsgeschichte seit dem Ersten Weltkrieg bis hin zur Nazifizierung im Rahmen von „Wehrwissenschaft“ und
4. schließlich ihre „wissenschaftstheoretische Verödung“.

Damit habe sich seiner Ansicht nach die Geschichtswissenschaft eines Zugangs, wie z. B. zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges, beraubt. Ohne diesen Zugang seien viele Aspekte, von der Innenpolitik bis zum Genozid, nicht hinreichend zu erklären.

Die (scheinbar) nahe liegende Antwort, eine wie auch immer geartete Operationsgeschichte könne der Militärgeschichte zu mehr Konturen verhelfen, wäre zu einfach und griffe sicherlich auch zu kurz.26

Die Forderung nach einer „neuen“ Operationsgeschichte - in Abgrenzung zu einer „aus militärischen Erwägungen geborenen und nach militärischen Grundsätzen praktizierten ‚Kriegsgeschichte’“- bedarf einer „methodischen und methodologischen Neuorientierung“.27 Das Kernproblem scheint für Wegner darin zu liegen, dass eine Konzentration der Analyse auf eine „reine“ Operationsgeschichte tendenziell unhistorisch und per se apologetisch sei. Das heißt, für Wegner ist bereits die Beschreibung einer Kampfhandlung kein wertfreier wissenschaftlicher Akt, sondern eine zustimmende Handlung. Hieraus erwächst die Forderung, die Operationsgeschichte dürfe sich nicht isolieren, sondern müsse integraler Bestandteil einer übergeordneten, multiperspektivischen und integralen Militärgeschichtsschreibung sein. Der Spannungsbogen verläuft also zwischen einer Militärgeschichte ohne das integrale Ereignis Schlacht einerseits und einer übertriebenen und zu einseitigen Fokussierung auf die Schlacht als „Höhepunkt“ und damit eine Nähe zu apologetischen Fragestellungen andererseits. Hier verweben sich methodische und methodologische Aspekte. Auf keinen Fall dürfe die Beschäftigung mit Operationsgeschichte dazu führen, dass die methodischen Grundsätze und Anforderungen der Geschichtswissenschaft verloren gehen. Für Wegner hat die Operationsgeschichte nur als integraler Bestandteil einer Gesamtgeschichte des Krieges eine Daseinsberechtigung.28 Damit plädiert Wegner für ein Spezialisierungsverbot in der Geschichtswissenschaft: Operationsgeschichte darf nur dann betrieben werden, wenn übergeordnete Perspektiven zum Zuge kommen. Auch Stig Förster fordert, dass sich Militärgeschichte in den großen Bereich einer Gesamtgeschichte, einer Gesellschaftsgeschichte im weitesten Sinne einordnen müsse.29

Gleichwohl räumt er aber ein, dass für die Erkenntnis der historischen Realität des Krieges detaillierte Kenntnisse auch über die Ereignisse auf dem Schlachtfeld – und damit der Operationsgeschichte - notwendig seien.30

Die Beschäftigung mit dem Krieg als unterschwelligem Fixpunkt, als Gelenk zwischen den Feldern von „Armee, Staat und Gesellschaft“ sowie der „Operationsgeschichte“ mit all ihren methodischen Facetten bietet in den Augen Försters den Ansatzpunkt für eine „genuine Militärgeschichte im modernen Sinne.“31

Letztlich kommt es also darauf an, sich dem Phänomen des Krieges unter den Vorzeichen einer Gesamt- oder auch Gesellschaftsgeschichte zu nähern. Eine „moderne“ Operationsgeschichte wird dann einen Platz in ihr finden, wenn sie als Subdisziplin der Militärgeschichte Erkenntnisse zu übergeordneten Fragestellungen zu liefern imstande ist.

Auch nach Ansicht des Militärhistorikers Daniel Hohrath liegt hier ein entscheidender Punkt für die Selbstdefinition des Faches Militärgeschichte. Seiner Ansicht nach handelt es sich bei der Operationsgeschichte als Geschichte der Kriegführung oder der kriegerischen Ereignisse und Aktionen schon deshalb um einen Dreh-und Angelpunkt für die Militärgeschichte, weil dieser Bereich von allen benachbarten Teildisziplinen, die sich mit dem Krieg oder dem Militär beschäftigen können, am weitesten entfernt liegt.

Anders formuliert, für ihre Probleme liegen dort keine passenden modernen Theorieangebote und methodischen Werkzeugkästen bereit, wie dies etwa für eine Sozialgeschichte des Militärs als gesellschaftliche Gruppe und viele andere Bereiche gilt. Militärgeschichte als integrierte Teildisziplin wird sich also gerade da bewähren müssen, wo marschiert und desertiert, gelagert und gehungert, geplant und befohlen, getötet und gestorben wurde!32

Im Folgenden möchte ich nun operationsgeschichtlich auf sechs Schlachten, begrenzt auf den süddeutschen Raum, näher eingehen.

In diesem Zusammenhang soll vorher auf die Taktiken der kaiserlichen Truppen bzw. des schwedischen Heers des Dreißigjährigen Krieges eingegangen werden, um die folgenden Schlachtverläufe besser verständlich machen zu können.

2.1 Die Militärtaktik im 30-jährigen Krieg

Mit dem Ende der Ritterheere durch die Spießerhaufen der Landsknechte33 begann eine neue Kampftechnik in Europa. Die geschlossene Infanterie bewies ihre Überlegenheit gegenüber der alten Taktik und wurde zur wichtigsten Waffe. Man stellte große Gewalthaufen, im Spanischen „tercios“ (Drittel) genannt, die sich aus mehreren, meist drei Gevierthaufen zusammensetzten und aus Pikenieren (Pike (Spieße) tragende Soldaten) bestanden. Diese Spießträger wurden von den Kurzwaffenträgern, überwiegend Hellebardieren, geschützt, die sie umringten. Trafen diese Haufen aufeinander, so versuchte man, durch Druck den Gegner niederzudrücken. Die endgültige Entscheidung fiel schließlich im Nahkampf, wenn die Kurzwaffenträger in die feindliche Aufstellung eingedrungen waren. Diese grundlegende Kampfesweise behielten viele Armeen bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bei, da eine breitere und flachere Formation viel unbeweglicher und schwerer zu führen gewesen wäre. Allerdings reduzierte man die Größe der einzelnen Haufen und erhöhte ihre Zahl. Ein Tercio bestand zu Beginn des 17. Jahrhunderts etwa aus 2.500 Mann. Die Reiterei positionierte man entweder zwischen den einzelnen Haufen oder am Rand der gesamten Aufstellung. Ebenso trug die rasante Entwicklung und Verbesserung der Feuerwaffen während des 16. Jahrhunderts dazu bei, dass die Schützen vermehrt Arkebusen (Hakenbüchsen, waren mit Haken zum Aufstützen montiert) und die etwas längeren Musketen nutzten und damit Bogen und Armbrust ersetzten. Die neuen Feuerwaffenträger wurden jetzt als Schützenhecken um die Gewalthaufen herum platziert. Sie sollten diese vor der heranpreschenden gegnerischen Reiterei schützen, konnten sich im Notfall aber auch selbst in den Haufen zurückziehen, denn im Nahkampf spielten die Schützen vorerst noch keine große Rolle. Auch bei der Reiterei ergab sich eine grundlegende Änderung hin zur Herausbildung der Kavallerie als taktische Einheit. Besonders die leichte Reiterei wurde immer wichtiger, sollte sie dem Gegner doch durch Überfälle und Verfolgung auf den Märschen erheblichen Schaden zufügen. Eine wesentliche Neuerung in der Kavallerie war die Einführung der Pistole, die neben dem Stoßdegen zur Hauptwaffe wurde. Erst die Erfindung des Radschlosses ermöglichte es, eine Waffe zu entwickeln, die mit einer Hand geführt werden konnte. Ihre Nachteile, wie z. B. die schlechte Zündung, eine kurze Schussweite und hohe Trefferungenauigkeit, wurden durch die Vorteile aufgewogen. So war eine Pistole einfacher zu handhaben als eine Lanze und erforderte eine nicht so lange Ausbildungszeiten von Pferd und Reiter. Sie hatte ein geringeres Gewicht, war für den Einsatz im Nahkampf perfekt geeignet und man konnte mehrere mitführen. Um die Reiter bestmöglich zu schützen, wurden sie mit den sogenannten Dreiviertelharnischen ausgestattet. Die Disziplinierung der Reiterei und der Infanterie stellte in der Kampftaktik des 16. Jahrhunderts eine bedeutende Neuerung dar, die auch weitreichende Auswirkungen auf den Dreißigjährigen Krieg hatte. Den Angriffen der Kavallerie konnte sich ein Gevierthaufen letztlich nur durch die Schützenhecke erwehren, da diese mit ihren Musketen weit größere Reichweiten erzielen konnte als die Pistolenreiter. Ein gut geführter Reiterangriff konnte dessen ungeachtet den Vormarsch eines Gewalthaufens hemmen oder sogar stoppen und ihn somit seines Vorteils berauben. Neben der schweren Reiterei bildete sich auch eine Art berittene Infanterie, die Dragoner, heraus. Da sie weit beweglicher als die schwer gepanzerten Reiter waren, setzten sie sich immer weiter durch. Da man größere Feldschlachten weitgehend vermeiden wollte, sollten kleinere Scharmützel und Überfälle den Feind zermürben und ihm so Schaden zufügen. Dafür gewannen die leichte Reiterei und die neuen Feuerwaffen an Bedeutung. Die Zahl der Schützen nahm stetig zu und ihre Waffen wurden immer besser. Waren zu Beginn des 16. Jahrhunderts etwa 10 % des Fußvolkes Schützen, so gab es um 1570 bereits 50 % oder z.T. noch mehr.

Ein geübter Musketier benötigte für einen Schuss etwa eine Minute, war in dieser Zeit aber relativ lange ungeschützt. Deshalb feuerte immer ein Teil, um diejenigen zu decken, die nachladen mussten. Im Falle eines plötzlichen Reiterangriffs drängten sich die Schützen in die Reihen der Pikenträger. Dies war allerdings ein schwieriges taktisches Manöver, da die Gefahr bestand, den eigenen Haufen zu sprengen und so seinen Vorteil zu verlieren.34

2.1.1 Die Kampftaktik der kaiserlichen Armeen:

Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges kämpften die bayerisch-kaiserlichen Truppen der katholischen Liga zumeist noch in der so genannten spanischen Fechtweise. Diese bestand aus großen Tercios mit Fußvolk, deren Kern aus Pikenieren bestand, die von einer Hecke von Musketieren umgeben waren. Die Zahl der Musketiere innerhalb der Infanterieregimenter nahm zu und verdoppelte sich 1622 im Verhältnis zu den Pikenieren. Bei der Kavallerie wurden die unterschiedlichen Gattungen je nach Bedarf eingesetzt und man kann diese in vier Gruppen einteilen:

1. Die schwer gepanzerten Kürassiere im Nahkampf mit Pistole und Degen,
2. Arkebusiere für das Schützengefecht zu Pferd,
3. Dragoner zum Feuergefecht zu Fuß im losen Kampf und
4. Kroaten, kleine Gruppen überwiegend kroatischer Söldner, meist für die Guerillataktik.

Die Zahl der Kürassiere war rückläufig, da der Trend immer mehr zu schnellen, beweglichen Einheiten tendierte. Die Reiterei sollte das feindliche Fußvolk durch kleinere Angriffe zermürben, wobei hier vor allem die Fahnenträger und Offiziere bevorzugte Ziele waren. Gegen Kriegsende führte besonders der Mangel an verfügbaren Söldnern dazu, dass die bayerischen Einheiten zunehmend defensiv agierten und diese Taktik auch bis 1648 beibehalten mußten.35

2.1.2 Die Kampftaktik der schwedischen Armee

Der schwedische König Gustav II. Adolf übernahm die niederländische Taktik und Gefechtsaufstellung der oranischen Heeresreform in wesentlichen Punkten entwickelte sie aber weiter. Das bedeutete den Einsatz von kleineren, beweglicheren und verschiebbaren Einheiten, einen höheren Anteil an Schützen und zusätzlichen Schutz durch kleinere Reiterformationen. Seine zuerst nur aus Schweden gebildete Armee hatte in Feldzügen in Polen und Rußland ihre Schlagkraft bewiesen. Sie belasteten das kleine Land Schweden jedoch immens. Einer Million Einwohnern stand 1611 ein Heer von 70.000 Mann gegenüber. Die Die katholische Liga dagegen zählte 1620 keine 32.000 Soldaten. Im Verlauf des Krieges warb Schweden, wie alle anderen Krieg führenden Länder auch, vermehrt Ausländer und Kriegsgefangene an. Die Probleme der verschiedenen Sprachen löste man gewöhnlich dadurch, dass man die Nationalitäten innerhalb eines Regimentes zusammenfasste. Ähnlich wie bei den Niederländern war die Antrittsaufstellung der Schweden eine flache, nur sechs Mann tiefe Linienformation. Anfangs wählte man eine Keilform, was sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts jedoch änderte. Die Kampfweise während des langen Krieges machte Anpassungen nötig. So wurde nicht nur die Aufstellung erheblich vereinfacht, sondern auch die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt, nämlich die Landschaft, die Wetterverhältnisse, die Anzahl verfügbarer Männer, ihre Bewaffnung, die Ausrüstung des Gegners usw. Auch der Schwedenkönig platzierte die Pikeniere im Zentrum und die Feuerwaffenträger jeweils an den beiden Außenseiten. Deren bevorzugte Waffe war die erheblich verbesserte und vor allem leichter gewordene Muskete, denn ohne die früher noch benötigte Musketengabel konnte nun wesentlich schneller gefeuert werden. Im Falle eines drohenden Angriffes zogen sich die Musketiere hinter oder zwischen die Pikeniere zurück. Die Offiziere postierten sich zuerst vor der Front, und traten dann bei der Annäherung an den Feind ins das zweite Glied zurück. Die Befehle wurden mittels Spielmännern mit Trommeln und Blasinstrumenten weitergegeben. Feuergefechte standen zunehmend im Mittelpunkt der Schlachten und wurden in Form der so genannten Caracole (=Schnecke) geführt. Die Musketiere, zwischen denen eine Gasse blieb, wurden in mehrere Gruppen eingeteilt. Nachdem das erste Glied gefeuert hatte, zog es sich durch die Gasse nach hinten zurück, um dort wieder zu laden und anschließend erneut vorzurücken. Dazu war, wie bei allen Manövern, die Disziplin der Männer eine überlebenswichtige Grundvoraussetzung.

Die große Beweglichkeit war der entscheidende taktische Vorteil Gustav II. Adolfs. Sie ermöglichte es ihm, auf plötzliche Veränderungen, wie beispielsweise in Bedrängnis geratene feindliche Infanterie, schnell reagieren zu können und dieses auch auszunutzen, indem man mehrere kleine Einheiten an einer Stelle abzog und rasch woanders einsetzte. Nicht nur in der Infanterie vermehrte Gustav II. Adolf die Anzahl der Feuerwaffen, sondern auch in der Artillerie.

Er führte einen neuen Geschütztyp ein, der sehr leicht und außen mit Leder überzogen war. Neu an dieser Geschützform waren ihr geringes Gewicht und damit ihre leichte Beweglichkeit. Eine Artilleriestellung konnte aufgrund des enormen Gewichts der bisher verwendeten Geschütze nur sehr schwer verlegt werden. Die leichten Lederkanonen konnten dagegen von wenigen Soldaten bedient und bewegt werden. Da man so den vorrückenden Gegner immer wieder neu ins Visier nehmen konnte, wurde die eigene Infanterie besser unterstützt. Der Schwedenkönig reformierte auch die Kavallerie. Er arrangierte die Reiterei in nur noch drei Gliedern, ließ mit der blanken Waffe im Galopp angreifen und nur die ersten beiden Glieder aus der Nähe eine Salve auf den Feind abfeuern. Er schaffte die bis dahin geübte Schnecke ab, bei der das erste Glied feuerte, danach seitwärts abschwenkte und Platz für das nächste Glied machte, das dann seinen Feuerstoß abgab. Diesem Beispiel folgte nach der Schlacht von Lützen im Jahr 1632 auch der kaiserliche General Albrecht von Wallenstein.

Durch die konsequente Weiterentwicklung der niederländischen Taktik sowie die Verbesserung der Feuerwaffen in der Infanterie und Artillerie gelang es den Schweden, die „niederländische Ordnung“ nicht nur zur Grundlage ihrer Taktik, sondern auch ihrer Strategie zu machen. Die alte „spanische Fechtweise“ hatte sich überlebt und die neue niederländisch-schwedische Taktik in Linienformation sollte in abgewandelter Form die nächsten Jahrhunderte überdauern.36

2.2. Die Schlacht bei Rain am Lech 1632 - der Durchbruch in den Süden Bayerns

Bereits der Dichter und Historiker Friedrich von Schiller (1759-1805) beschrieb in seiner Geschichte des Dreißigjährigen Krieges jenes Treffen zwischen Tilly und Gustav Adolf einige Meilen oberhalb der Lechmündung ziemlich detailliert. Die umfangreichste und gründlichste Schilderung der kriegerischen Ereignisse bei Rain am 14. und 15. April 1632 enthält laut Mann ein nicht datierbarer und unveröffentlichter Aufsatz von Albert Beierlein.37

Die strategiegeschichtliche Bedeutung des Kampfes am Lech hat Sir Basil Henry Liddell Hart, ein englischer Militärschriftsteller aus dem 20. Jahrhundert, in seiner Abhandlung über Gustav Adolf herausgearbeitet.38

Diese Würdigung in der Literatur über die Schlacht bei Rain unterstreicht nach Ansicht des Historikers Harald Mann deren militärhistorische und politische Bedeutung.39

Tilly war zu schwach, um seinen vorangegangenen Sieg vom 9. März 1632 bei Bamberg auszunutzen, während Gustav Adolf handeln musste, um den Schwung des Erfolges aufrechtzuerhalten. Der schwedische König sammelte General Horn und andere Einheiten ein und zog von Mainz nach Nürnberg, wo er zwei Wochen später, am 31. 3., als der rächende "Löwe aus Mitternacht" mit Jubel begrüßt wurde. Innerhalb nur einer Woche hatte Gustav Adolf Donauwörth erobert, dessen Erfolg allerdings durch ein wahlloses Gemetzel an kapitulierenden katholischen Soldaten und gastfreundlichen protestantischen Bürgern getrübt wurde. Weitere Verstärkungen bescherten ihm 37.000 Mann und 72 Kanonen, was aus seiner Sicht ausreichen sollte, um Bayern anzugreifen. Der schwedische Anführer stand vor dem Dilemma, mit dem alle Invasoren konfrontiert sind. Die Donau teilte das Kurfürstentum Bayern in zwei Abschnitte, und es gab nur ein paar Brücken bei Ingolstadt, Kelheim, Regensburg und schließlich weiter östlich bei Straubing und Passau.

Er konnte nicht gleichzeitig den Norden und den Süden angreifen, da er es nicht riskieren konnte, seine Armee zu teilen, und beschloss deshalb, in die Südhälfte einzufallen, da dort die reiche Residenzstadt München lag.

Dafür musste er den Lech überqueren, der von den oberbayerischen Bergen hinunter zur schwäbischen Grenze floss, um bei Donauwörth und Ingolstadt in die Donau zu münden.40

Die führenden Feldherren der Liga erkannten, dass Gustav Adolf, nach dem Fall der kurbayerischen Provinzstadt Donauwörth, in das Herz des Landes vorstoßen und damit die Haupt-und Residenzstadt München treffen wollte. Dafür musste der Schwedenkönig unbedingt den Lech überschreiten. Um das zu verhindern, konzentrierte Kurfürst Maximilian I. von Bayern seine Streitkräfte in aller Eile am östlichen Lechufer in einem stark verschanzten Lager eine Wegstunde südlich von der bayerischen Grenzfestung Rain. Zeitgleich traf Tilly mit den bayerischen Hauptstreitkräften von Ingolstadt aus in der für die Beherrschung des Lechübergangs schon länger vorbereiteten Bastion bei Rain ein.

Ebenso folgten die letzten kaiserlichen Reserven unter Führung des Generals von Aldringen dazu, die rasch noch zusammengerafft worden waren.

Somit standen Tilly am 9. April 27.000 ligistische Soldaten, unter ihnen mehr als 16.000 Bayern und 3.000 Österreicher, zur Verteidigung des Lechübergangs am östlichen Lechufer südlich von Rain zur Verfügung.41

Als Gustav Adolf von Donauwörth aus an den Lech heranrückte, nahm eine weitere entscheidende militärische Konfrontation zwischen dem evangelischen und dem katholischen Lager ihren Lauf, die als „Schlacht bei Rain“ in die Geschichte einging.42

Das schwedische Heer kam westlich des Lechs bei Oberndorf zum Halten, denn gegenüber am Ostufer, zwischen Unterpeiching und Oberpeiching, hatten sich ligistische Vorposten längs des Flusslaufes in einem Lager eingegraben.

Der Hauptteil der bayerisch-kaiserlichen Truppen aber stand weiter oben in der stark befestigten Stellung auf der flachen Anhöhe ebenfalls zwischen Unter- und Oberpeiching.

Das katholische Lager war durch die Festung Rain in der rechten Flanke und durch das von ligistischen Heeresabteilungen besetzte Augsburg in der linken Flanke gut geschützt. Es war das klar erklärte Ziel Maximilians von Bayern, das weitere Vordringen der Schweden in seinen Hoheitsbereich unter allen Umständen zu verhindern.

Maximilian, Tilly und General Johann von Aldringen, die führenden Strategen der katholischen Partei im Kampf um das Ostufer des Lechs, warteten dringend auf die kaiserliche Truppenverstärkung für die bevorstehende Schlacht, denn sie wussten, dass ihnen die Schweden zahlenmäßig weit überlegen waren.43

Die Hauptbrücke bei Augsburg wurde noch von 5.000 bayerischen Soldaten gehalten, während andere den zweiten Übergang bei Rain sicherten. Tilly und der General Graf von Aldringen hatten sich samt 21.000 Mann und 20 Geschützen auf dem festen Untergrund südlich von Rain verschanzt. Der Fluss vor ihnen teilte sich in eine Reihe paralleler, schnell fließender Wasserläufe auf, die jeweils 60 bis 80 Meter breit waren. Diese waren, durch schwere Frühjahresregenfälle und schmelzenden Schnee von den Bergen, bis zu einer Tiefe von etwa vier Metern angeschwollen, während der größte Teil des bayerischen Ufers aus halb überschwemmtem Wald und Sumpfland bestand. Die Überquerung dieses Hindernisses sollte eine der größten taktischen Leistungen in der militärischen Laufbahn Gustav Adolfs sein. Seine Kundschafter meldeten ihm, dass die einzige gangbare Route fünf Kilometer südlich von Rain lag, wo es eine Insel gab, die durch einen tiefen Flussarm vom westlichen Ufer getrennt war und von der aus man zur östlichen Seite übersetzen konnte.

Am 14. April nahm Gustav Adolf auf dem offenen Gelände direkt gegenüber von Tillys Lager Aufstellung und begann mit einem Artilleriebeschuss, der seinem Kontrahenten zeigen sollte, dass er den Fluss hier überqueren würde. Währenddessen stießen andere Truppen in den Wald gegenüber der Insel vor und bauten eine Brücke über den Flussarm. Verdeckt von einem Rauchvorhang aus brennendem und mit Schießpulver vermischt nassem Stroh, ruderten 334 Finnen, angespornt vom Versprechen eines fünf Monate langen Extrasolds, hinüber zum bayerischen Ufer. Anschließend wurden vorgefertigte Brückenteile zu Wasser gebracht und befestigt, um dem Rest des Heeres, gedeckt vom Feuer zusätzlicher Batterien, die in dem Wald am westlichen Ufer und auf der Insel verborgen waren, die Überquerung zu ermöglichen. Sobald Tilly davon erfuhr, schickte er Truppen dorthin, und südlich des kaiserlichen Lagerplatzes entwickelte sich ein heftiger Kampf. Tilly wusste aber nicht, dass 2.000 schwedische Elitereiter den Lech zwei Kilometer weiter südlich durchquert hatten und just in dem Moment eintrafen, als die Kämpfe um vier Uhr nachmittags ihren Höhepunkt erreicht hatten. Der Stellvertreter Tillys, Johann von Aldringen, wurde durch eine kleine Kanonenkugel, die ihn streifte, vorübergehend geblendet .

Für Tilly, den Oberbefehlshaber der katholischen Truppen, war es die letzte Schlacht, da eine zwei- bis dreipfündige Kugel seinen rechten Oberschenkel zerschmetterte, woraufhin er das Bewusstsein verlor und zwei Wochen später starb. Der tapfere, aber unerfahrene bayerische Kurfürst Maximilian übernahm das Kommando, der daraufhin den Rückzug befahl. Beide Seiten hatten etwa 2.000 Mann verloren und der Rückzug führte dazu, dass weitere 1.000 bayerische und kaiserliche Soldaten gefangen genommen wurden. Die Niederlage demoralisierte die Augsburger Garnison, die nach zehn Tagen unter Gewährung kriegerischer Ehren abrückte.44

Ein Augenzeugenbericht des schottischen Obristen Robert Monro dazu: „General Tilly hatte sich zu diesem Zeitpunkt mit seiner Armee bei Rain am Lech verschanzt, um S.M. (Seiner Majestät: gemeint war Gustav Adolf, Anm. d. Verf.) und seinem starken Heer den Einmarsch nach Bayern zu verwehren.

Die schwedische Armee lag auf der anderen Seite des Flusses, Tillys Heer gerade gegenüber, als S.M. mit Hilfe einer Brücke übersetzte, die aus Booten und Planken gebaut worden war, nachdem der König 72 Geschütze, große und kleine, am Flußufer hatte auffahren lassen.

Die feuerten unaufhörlich in die Reihen der Armee Tillys, die auf der anderen Seite in Schlachtordnung aufmarschiert war, um den Übergang der Truppen S.M. zu verhindern. Aber unsere Aufklärer waren so schnell und tüchtig, daß sie durch ihr fleißiges Ausspähen an einer Stelle eine Möglichkeit für den Übergang fanden, wo schon viele des Feindes durch unsere Kanonen niedergemäht waren.

Jene, die nicht durch die Kugeln verwundet waren, wurden durch abgeschossene Bäume und Äste sehr behindert, denn sie standen in einem dichten Wald. Das Schießen hielt den ganzen Tag des 5. April 1632 an, der für General Tilly ein Unglückstag werden sollte, denn er wurde von einer Kanonenkugel ins Bein getroffen, was für einen alten Mann von 72 Jahren ein schrecklicher Schlag ist. Man trug ihn von dort nach Ingolstadt, aber er starb innerhalb von drei Tagen, furchtbar gepeinigt vom Schmerz seiner Wunde. Als Tilly weg war, hielt die Armee dennoch aus, obwohl sie durch ihre schweren Verluste schon ganz entmutigt war. Der Herzog von Bayern sah aber ein, daß S.M. den Übergang erzwingen würde, und so hielt er es für das Beste, sich rechtzeitig zurückzuziehen. Völlig aus der Fassung gebracht, floh die Armee nach Neuburg und Ingolstadt, nachdem Aldringen, damals noch Oberst, in den Kopf geschossen worden war und über 1.000 Mann tot auf dem Platz lagen, auf dem sie gestanden hatten.

S.M. überquerte mit der Armee den Fluß und kommandierte unverzüglich Truppen ab, die Fliehenden zu verfolgen, wobei sie den Befehl erhielten, alle dort niederzuhauen, wo man sie anträfe.“45

In einer Abschrift eines Briefes des Generalwachtmeisters Joachim Christian Wahl an den Hofratskanzler in Bayern, Dr. Johann Christoph Abegg, versuchte er diesen von der herannahenden Gefahr zu warnen:

„Woledl hochgelehrter, mein insonnders hochgeehrter herr canzler.

Nachdeme sich der feindt ÿber den Lech alhier mit einer zimblichen grosßen armee sehen lasßen, also bitt ich mein herr canzler wolle ernstlich daran sein, damit die umb München herumb stehende peüme alsobalden und in höchster eil mögen nidergehauen werden. Unnd weiln auch irer churfürstlichen durchlaucht gnedigister bevelch ist, im notfahl die herausßn stehende heüser abzuetragen oder zuverprennen. So bitte ich gleichsfals mein herr canzler daran sein wölle, damit von denen ausßerhalb der statt stehenden heüsern die ziegl alsobalden abgetragen werden, das ufm nottfahl dieselb desto ehender vollendts abzuebrechen oder zuverprennen sein.

Verbleibe sonsten des herrn canzlers dienstwilliger J(oachim) C(hristian) Wahl.

Datum vor Rhain, den 6. octobris 1632.

Post Scriptum: Ich will die sachen alhier nun etwas zue recht machen und alßdan selbst wider dahin khommen.“46

Er schilderte darin eindringlich die zu ergreifenden Vorsichtsmaßnahmen in der Umgebung von München wegen des heranziehenden schwedischen Heeres nach der verlorenen Schlacht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Karte zur Schlacht bei Rain am Lech.47

2.3 Schlacht an der Alten Veste 1632 - das Ende der schwedischen Hegemonie

2.3.1 Ereignisse im Vorfeld des Aufeinandertreffens

Im Mai 1632 eroberte Wallenstein mit einem neu aufgestellten Heer Prag ein und verdrängte die Sachsen aus Böhmen. Gustav Adolf befand sich zu dieser Zeit auf dem Feldzug gegen Bayern in Memmingen und da er eine Bedrohung seines sächsischen Verbündeten durch Wallenstein befürchtete, beschloss er, diesen durch einen Vormarsch nach Norden auf sich zu ziehen. Er konnte dabei aber die Vereinigung Wallensteins mit den bayerischen Truppen nicht verhindern. Gustav Adolf traf Mitte Juni mit rund 20.000 Mann in Nürnberg ein, die aber nicht ausreichten, um der vereinigten kaiserlich-ligistischen Armee gegenübertreten zu können.

Er forderte eine weitere Verstärkung von 25.000 Männer an, die auch in den nächsten Wochen eintrafen. In der Nähe von Nürnberg legte Gustav Adolf ein befestigtes Lager an und die Wallanlagen um die Stadt wurden verstärkt . Wallenstein zog tatsächlich Anfang Juli heran, ging aber ebenfalls einer offenen Feldschlacht aus dem Weg. Dafür bezog er im Zirndorfer Raum südlich von Fürth eine Verteidigungsstellung, die aus einer 16 km langen Verschanzung um einen Höhenzug herum bestand. Die Armeen versuchten einander zu lähmen, indem sie die Gegend leerfraßen und den Gegner nach Kräften beim Fouragieren (d. h. bei der Nachschubversorgung aus der unmittelbaren Umgebung) störten. Der sogenannte „Krieg um das Heu“, hatte verheerende Folgen, auf die ich in einem späteren Kapitel bezüglich der Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft eingehen möchte. Nach ein paar Wochen waren alle Vorräte und die Ressourcen des umliegenden Landes aufgebraucht. In der Folge kam es zu Plünderungen und Exzessen, die Disziplin verfiel, Krankheiten und Todesfälle häuften sich.48

Im Bericht eines Zeitgenossen vom 17. Juli 1632 heißt es:

„Damals war in dem Lager große Not, weil es mit dem Proviant für das Volk und Fütterung für die Pferde gar genau herging, also daß daher viel Volk erkrankte und wegstarb.

So verdorben und starben auch viel Pferde und ander Vieh und verursachten die toten Aas, weil es heißes Wetter war, einen großen übermäßigen Gestank. So hatte auch das Volk zu Fürth Mangel an Wasser. Dann Sie nur einen einzigen Brunnen allda fanden, selbiger ward von den durstigen Soldaten ganz ausgeschöpft.

Wie er nun also vom Wasser leergemacht war, sah man, daß der Feind zuvor tote Hund, Katzen und anderes Aas hineingeworfen hatte, daher dann viele erkrankten.

Im friedländischen Lager ging es auch nicht besser, ja wohl noch ärger, denn in demselbigen kamen zum Hunger und Kummer eine solche unsägliche Menge Fliegen und anderes Ungeziefer, daß kein Mensch davor sicher war.“49

2.3.2 Der Schlachtverlauf

Wallenstein entschied sich Sachsen zu bestrafen, und befahl seinem General Holk, mit 10.000 Mann aus Forchheim ins Vogtland einzufallen, das die Südwestspitze von Johann Georgs Territorium bildete. Als Holk dort mit dem systematischen Plündern begann, um den Kurfürsten einzuschüchtern, stieg der Druck auf Gustav Adolf, aus Nürnberg auszubrechen.

Die von dem schwedischen Reichskanzler Oxenstierna entsandten Verstärkungen trafen am 27. August ein und mit ihnen verfügte Gustav Adolf über die größte Armee, die er je befehligt hatte: 28.000 Fußsoldaten, 17.000 Reiter und 175 Feldgeschütze. Krankheiten und Holks Verluste hatten Wallensteins Streitmacht auf 31.000 Mann Infanterie und 12.000 Mann Reiterei verkleinert. Dennoch sprach nichts für Gustav Adolf, da Wallenstein sich auf erhöhtem Gelände oberhalb der Rednitz, mehr als sechs Kilometer von Gustav Adolfs Lager entfernt, gut verschanzt hatte. Erschwerend für die Schweden kam hinzu, dass der Fluss Angriffe aus dem Osten verhinderte, während die offeneren Seiten im Süden und Westen am weitesten von Gustav Adolf entfernt lagen und für ihn schwer erreichbar waren. Um seine Flanke nicht entblößen zu müssen, blieb somit nur der Norden, der von ligistischen Einheiten unter Aldringen gehalten wurde. Diese war die allerdings die stärkste und höchste Seite. Die Verschanzungen waren durch Baumverhaue gesichert, ähnlich den Stacheldrahtverhauen des Ersten Weltkriegs, d.h. Bäume wurden gefällt und so behauen, dass lauter zugespitzte Äste auf den Feind zeigten .

Die Burgruine, die der Stellung den Namen gab, die Alte Veste, bot zusätzlichen Rückhalt. Eine Überraschung war unmöglich. Gustav Adolfs Absichten waren klar, sobald er Fürth eingenommen hatte, um in der Nacht vom 1. auf den 2. September die Rednitz zu überqueren. Einiges spricht dafür, dass Gustav Adolf nur angriff, weil er Wallenstein auf dem Rückzug wähnte, aber möglicherweise wurde diese Version auch verbreitet, um das Debakel zu entschuldigen.

Diese These wird auch bei Mahr unterstützt: Und nachdem S.M. Nachricht erhalten hatte, der Feind sei überhaupt abgezogen und habe nur eine Nachhut auf dem Berg [die Alte Veste: Anm. d. Verf.] zurückgelassen, seinen Abmarsch zu decken, marschierten wir an die Alte Veste heran und stellten uns davor in Schlachtordnung auf, Reiterei, Infanterie und Artillerie. Um 7 Uhr morgens beschloß der König aufgrund einer weiteren ungewissen Information, den Berg ernsthaft anzugreifen.“50

Gustav Adolf beschloss also am 12. August einen Sturmangriff auf Wallensteins Lager. Obwohl er wusste, „… daß es viel Volks kosten und doch schwer fallen würde, dem Feind wegen seiner starken Besatzung und des verhauenen Gehölzes, dazu des guten Vorteils wegen der Höhen, darauf er das Lager gehabt, etwas anzuhaben und die Soldaten auch wenig Lust dazu hatten…“51

Gustav Adolf beschloss also am 12. August einen Sturmangriff auf Wallensteins Lager. Obwohl er wußte, „…daß es viel Volks kosten und doch schwer fallen würde, dem Feind wegen seiner starken Besatzung und des verhauenen Gehölzes, dazu des guten Vorteils wegen der Höhen, darauf er das Lager gehabt, etwas anzuhaben und die Soldaten auch wenig Lust dazu hatten…“52

Am schlimmsten tobte der Kampf um die „Alte Veste“, eine Burgruine in beherrschender Stellung, die besonders stark verschanzt war. In dem unübersichtlichen von Gestrüpp überwucherten und vielfach von natürlichen und künstlichen Hindernissen durchzogenen Gelände konnten sich jedoch weder seine Reiterei noch die gefürchtete Feldartillerie richtig entfalten.53

Ein sehr detaillierter Augenzeugenbericht des auf schwedischer Seite kämpfenden Oberst Monro schildert eindringlich den Schachtablauf:

„Nachdem die Armee in Schlachtordnung aufgestellt war und die Stabsoffiziere beim König ihre Position eingenommen hatten, begann alsbald die Schlacht. General Banér wurde in den Arm geschossen und ging zurück, auch Generalmajor Rostein wurde getroffen und ging sofort nach hinten. S.M. befahl starken Kampfgruppen von Musketieren, die aus allen Brigaden abkommandiert worden waren, unter der Führung eines Oberst, eines Oberstleutnants und einer Anzahl befähigter Offiziere niederer Ränge gegen den Berg vorzurücken, um einen Einbruch in die Stellungen des Feindes zu erzielen, die jedoch hartnäckig verteidigt wurden. Der Kampf wurde auf beiden Seiten mit größter Härte geführt, und es kam vor, daß, kaum waren die Sturmtruppen vorgegangen, schon die Verstärkungen eingesetzt werden mußten, ihnen beizustehen. Der Tod war so häufig unter den Offizieren und Mannschaften, daß diejenigen, die verwundet wurden, froh waren, mit dem Leben davongekommen zu sein, denn sie sahen unsere Lage für verzweifelt an, da wir unsere Leute verloren, ohne gegen den Feind voranzukommen, der durch seine Verschanzungen gedeckt war, während wir, Offiziere und Soldaten, wie die Zielscheiben vor ihm standen, auf die man nur zu feuern brauchte, zudem ohne Schutz, außer dem des Schattens einiger großer Bäume in dem Wald. So verloren wir die besten Offiziere und Mannschaften, und man konnte bei diesem Sturm kaum den Kopf heben. Die Angriffe wiederholten sich auf diese Weise den ganzen Tag, so daß der Berg in Feuer und Rauch gehüllt war, mit einem fortwährenden Donnerrollen aus Geschützen und Musketen, so laut, daß es jedem Neuling Angst einjagte. Da wir unsere besten Leute verloren, wurden wir am Ende so schwach, daß die Infanteriebrigaden kaum noch Pikeniere hatten, die Fahnen zu schützen, denn die Musketiere waren durch die scharfen Angriffe erschöpft und aufgerieben. Das galt aber nicht nur für die Infanterie, die den Berg angriff, sondern auch für die Truppen außerhalb des Waldes an den Flügeln, wo die Kavallerieverbände beider Seiten sich heftig angriffen, unterstützt durch Dragoner und Musketiere, die als Verstärkung in den Kampf eingriffen.“54 Unter Musketieren versteht man Fußsoldaten, die mit einer Muskete bewaffnet waren. Musketen sind Gewehre, die von vorne, vom Gewehrlauf her geladen werden.

Auch bei dem Chronisten Johann Philipp Abelin, der in einem schwedischen Bericht in den ersten beiden Bänden des Theatrum Europaeum über diese Schlacht schrieb, wird der Angriff genau beschrieben:

“ Dann sind auf Befehl des Königs sobald in sechzig Stück Geschütz vor das friedländische Lager geführt worden, und ein so grimmiger Angriff geschehen, daß es nicht genugsam mag beschrieben werden. Der Herzog von Friedland hat bei solchen Dingen sein Volk zurückgehalten und sich allein mit dem Geschütz defendiert. Es ist ein solches Schießen, Donnern und Krachen von Stücken und Musketen gewesen, daß, wenn das friedländische Lager nicht in allzu großem Vorteil auf den Höhen gelegen, alles ineinander hätte brechen müssen. Der ganze Berg war voller Feuer und Rauch, also daß man davor endlich das Lager nicht mehr sehen hat können. Dieser Angriff wurde vom schwedischen Fußvolk regimentsweise durchgeführt und währte in zehn Stunden lang, bis endlich die Nacht eingefallen und der Schiedsmann geworden war.

Die Schwedischen konnten die Friedländischen und Bayerischen nicht aus ihrem Vorteil, hingegen sie die Schwedischen nicht aus dem Feld bringen. Die Reiterei hatte wegen des Gehölzes keinen Platz zum Fechten. Als das cronbergische Regiment (mit der besten Reiterei auf des Feindes Seite) trotzdem einen Angriff versuchte, haben die finnländischen Reiter es so empfangen, daß es ganz geschlagen wurde und der Obrist Cronberger zu Tode kam. Worüber die Finnen so nahe unter die friedländischen Stellungen kamen, daß sie sich mit einer Redute verschanzen konnten. So gewann auch Herzog Bernhard von Weimar einen Posten an der Höhe, gegenüber dem alten Berg. Er konnte keine Stücke heraufbringen, sonst hätte er von da aus das ganze friedländische Lager in Konfusion bringen können.“55

Durch den einsetzenden Nieselregen, der den Boden bereits rutschig gemacht hatte, erwies sich als unmöglich, die Regimentsgeschütze hinaufzuschaffen, v.a. als der Regen im Tagesverlauf immer heftiger wurde. Der Sturmangriff wurde bis in die Nacht hinein mehrmals wiederholt, mit dem Ergebnis nur ein paar kaiserliche Vorwerke auf der westlichen Seite zu erobern. Nach dem Verlust von 1.000 Tote und 1.400 Schwerverwundete, gab Gustav Adolf schließlich auf und zog sich, gedeckt von seiner Reiterei, zurück.

Auch ein erneuter Angriff am folgenden Tag brachte keinen durchschlagenden Erfolg mehr, so dass Gustav Adolf Verhandlungen anbot, die Wallenstein aber zurückwies.56

Sein General Banér war so schwer verwundet, dass er für den Rest des Jahres dienstunfähig war. Noch schlimmer war, dass die allgemeine Demoralisierung 11.000 Männer zur Desertion veranlasste. Insgesamt starben in Gustav Adolfs Lager während der andauernden Pattsituation mindestens 29.000 Menschen, und aufgrund der Verluste an Pferden hatte er am Ende nur noch 4.000 Reiter.

Woran lag nun Gustav Adolfs erste militärische Niederlage nach seinem bisherigen Siegeszug durch ganz Deutschland?

Der König hatte sich gegen den Rat seiner militärischen Berater für den Kampf entschieden und mußte nun auch dafür Kritik einstecken. Nach Ansicht seines schottischen Oberst Monro hatte er seine Leute ohne Aussicht auf Erfolg sinnlos geopfert. Er stellte in der Analyse der Ereignisse während der Schlacht in seinem Buch die Fehler heraus und gab seinem König die alleinige Schuld für das Desaster, da er die Aufklärung im Vorfeld der Schlacht grob vernachlässigt und sich auf den falschen Bericht eines unzuverlässigen Kundschafters verlassen habe.

[...]


1 Vgl. Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, (CD-ROM-Version) Berlin 2002, elektronisches Stichwort „Schlacht“.

2 Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (Erstbearbeitung1894) auf CD-ROM (Der Digitale Grimm, Version 05-04, 2004, Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main), Stichwort „Schlacht“, Band 15, Spalte 231, 21.

3 Schiller: Jungfrau von Orleans im 1. Akt, 9. Auftritt (Erstdruck Berlin 1801) (elektronische Literaturplattform zeno, hier: http://www.zeno.org/nid/20005606888 vom 2.04.2018, dort angegebene Quelle: Friedrich Schiller: Sämtliche Werke, Band 2, 3. Auflage, München 1962.

4 Langenscheidt: Großes Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch. Berlin und München 2001, S. 1025.

5 Ebd., S. 1004.

6 Zum gesamten Absatz vgl. Georges, Karl Ernst: Lateinisch-deutsches Handwörterbuch (LDHW): Lateinisch-Deutsch / Deutsch-Lateinisch, 8. Auflage, 1913–1918 (CD-ROM-Ausgabe 2004, Directmedia Publishing, Berlin, http://www.digitale-bibliothek.de/band69.htm), elektronisches Registerstichwort „pugna“, LDHW Bd. 2, S. 2071-2072 laut Faksimile.

7 Kühne /Ziemann (Hrsg.): Was ist Militärgeschichte? Paderborn 2000; Nowosadtko: Krieg, Gewalt und Ordnung - Einführung in die neue Militärgeschichte, Tübingen 2002; Kroener: Kriegswesen, Herrschaft und Gesellschaft 1300-1800, München 2013.

8 Pickel: Gustav Adolf und Wallenstein in der Schlacht an der Alten Veste bei Nürnberg 1632: der Angriff auf eine befestigte Feldstellung im 30 jährigen Krieg. Eine Studie über Führerpersönlichkeiten, Nürnberg 1926.

9 Wilson: Der Dreißigjährige Krieg. Eine europäische Tragödie, Darmstadt 2017.

10 Lange: Hans Delbrück und der „Strategiestreit“. Kriegführung und Kriegsgeschichte in der Kontroverse 1879-1914, Freiburg 1995, S. 40-48.

11 Showalter: Militärgeschichte als Operationsgeschichte: Deutsche und amerikanische Paradigmen, in: Kühne/Ziemann: Was ist Militärgeschichte? Paderborn 2000, S. 116.

12 Echternkamp: Militärgeschichte, in: Docupedia-Zeitgeschichte (http://zeitgeschichte-digital.de/Doks vom 12.7.2013), S. 2.

13 Wette (Hg.): Der Krieg des kleinen Mannes - Eine Militärgeschichte von unten. München 1995. S. 9 - 47.

14 Krumeich, Militärgeschichte für eine zivile Gesellschaft,, in: Christoph Cornelißen (Hg.), Geschichtswissenschaften. Eine Einführung, Frankfurt a.M. 2000, S. 178 - 193.

15 Koch, Martin: Krieg – Geschichte - Militärgeschichte (Zweiter Teil), in: Newsletter des Arbeitskreises Militärgeschichte 8 (1998), S. 7.

16 Wohlfeil, Rainer: Wehr- Kriegs- oder Militärgeschichte, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 1 (1967), Heft 1, S. 28.

17 Deist, „Militärgeschichte“, mit Bezug auf Rainer Wohlfeil: “Wehr, Kriegs- oder Militärgeschichte?“, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen , Bd.1 (1967), S. 21 - 29, hier S. 25.

18 Vgl. Hoch, in: Newsletter des Arbeitskreises Militärgeschichte 8 (1998), S. 8.

19 Wohlfeil, in: Kroll / Krüger: Militär und ländliche Gesellschaft in der frühen Neuzeit. Hamburg 2000, S. 12.

20 Kühne / Ziemann: Was ist Militärgeschichte? Paderborn 2000, S. 36.

21 Kroener: Kriegswesen, Herrschaft und Gesellschaft 1300-1800. München 2013, S. 94.

22 Echternkamp, (2013), S. 3.

23 Kroener: Kriegswesen, Herrschaft und Gesellschaft, S. 74.

24 Kroener: Aspekte einer neuen Militärgeschichte der Frühen Neuzeit, in: Kühne/Ziemann: Was ist Militärgeschichte? Paderborn 2000, S. 289.

25 Wegner: Wozu Operationsgeschichte? In: Kühne/Ziemann, Was ist Militärgeschichte? , S. 108.

26 Methodische Hinweise zur Operationsgeschichte bei Nowosadtko: Krieg, Gewalt, Ordnung , S. 138-150, Förster: Operationsgeschichte heute. Eine Einführung, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 61 (2002, 2), S. 309-313, Wegner: Wozu Operationsgeschichte? In: Was ist Militärgeschichte? , S. 105-113, Showalter: Militärgeschichte als Operationsgeschichte: Deutsche und amerikanische Paradigmen. In: Was ist Militärgeschichte? S. 115-126.

27 Ebd., S. 112.

28 Ebd., S. 113.

29 Förster: „Vom Kriege“. Überlegungen zu einer modernen Militärgeschichte. In: Was ist Militärgeschichte? S. 280.

30 Ebd., S. 280.

31 Ebd., S. 266.

32 Hohrath: Rezension zu: Kühne, T./ Ziemann, B. (Hg.): Was ist Militärgeschichte? Paderborn 2000, in: H-Soz-Kult, 15.02.2001,www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-1357. Zugriff am 15.2.18.

33 Landsknecht oder Lanzknecht? Ein Knecht eines Landes oder ein Knecht mit Lanze? Die Gebrüder Grimm plädieren für die erste Variante, verschweigen jedoch nicht die Verballhornung „Lanzknecht“. 26 literarischhistorische Quellen belegen den Landsknecht und ähnliche Schreibvarianten, 6 Quellen belegen den Lanzknecht. Vgl. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (Erstbearbeitung 1877) auf CD-ROM (Der Digitale Grimm, Version 05-04, 2004, Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main). Elektronisches Stichwort „Landsknecht“ Band 12, Spalte 137, 16.

34 Vgl. zum gesamten Abschnitt Schönbauer: Die Militärtaktik im Dreißigjährigen Krieg, in: Eickhoff/Schopper (Hg.): 1636 - Ihre letzte Schlacht - Leben im 30-jährigen Krieg, Ausstellungskatalog Brandenburgisches Landesamt, Zossen 2012, S. 71.

35 Ebd., S. 74.

36 Ebd., S. 76.

37 Beierlein: Die Schlacht bei Rain am Lech, 14. und 15. April 1632. In: Walter von Reichenau (Hg.): Schlachtfelder zwischen Alpen und Main, München 1938, S. 43-50.

38 Hart: Gustav Adolf, in: Große Heerführer. Düsseldorf, Wien 1968.

39 Mann: Die Stadt Rain und der Dreißigjährige Krieg. Rain 2007, S. 47 - 48.

40 Wilson: Der Dreißigjährige Krieg, Darmstadt 2017, S. 597.

41 Die nationalen, ethnischen oder regionalen Bezeichnungen der Heere beziehen sich oft nur auf das Kommando der jeweiligen Kampfeinheit, nicht dagegen auf alle Mitglieder eines Heeres.

42 Ebd. S. 43-44.

43 Ebd. S. 48-49.

44 Wilson: Der dreißigjährige Krieg, Darmstadt 2017, S. 598-599.

45 Mahr, Helmut: Oberst Robert Monro. Kriegserlebnisse eines schottischen Söldnerführers in Deutschland 1626-1633, Neustadt an der Aisch 1995, S. 95.

46 Bayerisches Hauptstaatsarchiv: Dreißigjähriger Krieg, Akten 309, fol.54r.

47 Karte zur Schlacht bei Rain am Lech, in: Wilson, S. 598.

48 Bedürftig: Der 30 jährige Krieg-ein Lexikon, Darmstadt 2006, S. 57.

49 Milger, Peter: Gegen Land und Leute - Der Dreißigjährige Krieg. München 1998, S. 242.

50 Zitiert nach Monro, in: Mahr, S. 109.

51 Milger, S. 244.

52 Milger, S. 244.

53 Bedürftig, S. 57.

54 Mahr, S.109.

55 Milger, S. 244.

56 Bedürftig, S. 57.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten

Details

Titel
Fragestellungen der neueren Militärgeschichte zu ausgewählten Schlachten des 30-jährigen Krieges in Süddeutschland
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Universität)
Veranstaltung
Landesgeschichte
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
89
Katalognummer
V594214
ISBN (eBook)
9783346179517
ISBN (Buch)
9783346179524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
30-jähriger Krieg, Schlachten, Militärgeschichte Frühe Neuzeit
Arbeit zitieren
Oliver Gerstacker (Autor), 2018, Fragestellungen der neueren Militärgeschichte zu ausgewählten Schlachten des 30-jährigen Krieges in Süddeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594214

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Fragestellungen der neueren Militärgeschichte zu ausgewählten Schlachten des 30-jährigen Krieges in Süddeutschland



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden