Seit der Entwicklung des APRANET, dem ersten Vorgänger des Internet wie wir es heute kennen, sind mehr als 35 Jahre vergangen. Das Netz, das inzwischen World Wide Web heißt, hat in dieser Zeit seine Möglichkeiten immer weiterentwickelt, aber auch Gefahren aufgezeigt. In den 90er Jahren boomte der Onlinemarkt und ein eigener Wirtschaftsbereich, die New Economy entstand. In der Gegenwart ist der Schritt in das weltweite Netz für viele Unternehmen immer noch eine große Chance. Spätestens seitdem die Dot.com-Blase geplatzt ist und viele Unternehmen der New Economy Insolvenz anmelden mussten, sollte der Neueintritt in den Markt allerdings gut überlegt sein. Ehemalige Start-Ups profitieren heute von großen Nutzerzahlen und Vorteilen des frühen Markteintritts. Diese Unternehmen bauen gezielte Markteintrittsbarrieren auf, um Konkurrenten den Zutritt zum Markt zu erschweren. Bei diesen von Unternehmen erzeugten Markteintrittsbarrieren spricht man von strategischen Markteintrittsbarrieren. Neben dieser Markteintrittsschranke gibt es auch institutionelle und strukturelle Barrieren, die den Markteintritt von neuen Konkurrenten abwehren sollen. Diese Arbeit soll die verschiedenen Arten von Markteintrittsbarrieren im Onlinemarkt erläutern und anhand von Beispielen ihre Wirkung auf den Markt verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Markteintritt
3 Markteintrittsbarrieren
3.1 Strukturelle Markteintrittsbarrieren
3.1.1 Economies of Scale
3.1.2 Economies of Networks
3.1.3 Kostenstruktur
3.1.4 Erlösmodelle
3.1.5 Konzentration auf der Nachfragerseite
3.2 Strategische Markteintrittsbarrieren
3.2.1 Konzentration auf der Anbieterseite
3.2.2 Preisdifferenzierung
3.2.3 Preisdifferenzierung auf dem Werbemarkt
3.3 Institutionelle Markteintrittsbarrieren
3.3.1 Rechtliche Aspekte auf dem Onlinemarkt
4 Beispiele
4.1 Ebay
4.2 Messengermarkt
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die verschiedenen Markteintrittsbarrieren im Onlinemarkt, um zu erläutern, unter welchen Bedingungen Unternehmen in den digitalen Markt eintreten können und wie etablierte Anbieter ihren Marktstatus absichern.
- Analyse struktureller Markteintrittsbarrieren (u.a. Netzwerkeffekte und Kostenstrukturen)
- Untersuchung strategischer Barrieren wie vertikale Akquisitionen und Preisdifferenzierung
- Betrachtung institutioneller und rechtlicher Rahmenbedingungen
- Fallstudien zur Marktmacht von Pionieren (Ebay, Messengermarkt)
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Economies of Networks
Die Economies of Networks sind eine Besonderheit des Onlinemarktes und beschreiben einen positiven externen Effekt, der sich durch steigende Nutzerzahlen ergibt.
Einige Onlineangebote setzen sich erst auf dem Markt durch, nachdem eine bestimmte Nutzerzahl erreicht worden ist. Nach dem Erreichen dieser kritischen Grenze lassen sich oft sprunghaft ansteigende Userzahlen beobachten (siehe 4.2 Messengermarkt). Dieser Effekt ergibt sich durch den Zusatznutzen für jeden einzelnen User, der durch eine große Anzahl von Besuchern entsteht. So kann die Seriosität des Angebots bekräftig werden. Bei einigen Angeboten ergibt sich der Nutzwert erst bei einer großen Nutzergemeinschaft (siehe 4.1 Ebay).
Die Economies of Networks sind eine wirkungsvolle Markteintrittsbarriere, da die Unternehmen im Markt eine „Quasi-Monopolstellung“ einnehmen. Der Zusatznutzen für den Konsumenten ist oft so hoch, dass eine Änderung der Präferenzen fast ausgeschlossen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Markteintrittsbarrieren ein und verdeutlicht die historische Entwicklung des Internetmarktes von der Boomphase bis zur heutigen Wettbewerbssituation.
2 Markteintritt: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle Marktdynamik, das Nutzerwachstum und die Notwendigkeit, neue Zielgruppen für das Medium Internet zu erschließen.
3 Markteintrittsbarrieren: Hier werden die drei Hauptkategorien von Markteintrittsbarrieren – strukturelle, strategische und institutionelle – detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Onlinemarkt bewertet.
4 Beispiele: Anhand der Fallbeispiele Ebay und des Messengermarktes wird die praktische Relevanz der zuvor erläuterten Markteintrittsbarrieren konkret verdeutlicht.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Hürden für Neueinsteiger trotz des Wachstums des Marktes gestiegen sind und Erfolg heute vor allem von einer gesicherten Finanzierung und innovativen Konzepten abhängt.
Schlüsselwörter
Markteintrittsbarrieren, Onlinemarkt, Medienökonomie, Economies of Scale, Economies of Networks, Strategische Barrieren, Institutionelle Barrieren, Internetnutzer, Werbemarkt, E-Commerce, Payed-Content, First Mover, Wettbewerb, Internetprovider, Marktmacht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Hürden ein Unternehmen beim Eintritt in den Onlinemarkt bewältigen muss und wie etablierte Marktakteure ihren Vorsprung verteidigen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt strukturelle, strategische und institutionelle Barrieren sowie deren Anwendung auf reale Marktbeispiele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise von Eintrittsbarrieren im digitalen Raum zu erläutern und aufzuzeigen, warum ein Markteintritt für neue Wettbewerber heute oft schwierig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse medienökonomischer Konzepte, die durch aktuelle Fallbeispiele (Ebay, Messengermarkt) illustriert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die ökonomischen Grundlagen wie Skaleneffekte, Kostenstrukturen, Erlösmodelle, Preisstrategien und rechtliche Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Besonders prägend sind Begriffe wie "Economies of Networks", "First Mover" und "vertikale Akquisition".
Warum sind Economies of Networks so schwer zu überwinden?
Da der Nutzen für den einzelnen Anwender mit der Zahl der anderen Nutzer steigt, entsteht eine starke Bindung an etablierte Systeme, die einen Wechsel zu einem neuen Anbieter kaum attraktiv macht.
Welche Rolle spielen Internetprovider bei der Markteintrittsbarriere?
Provider fungieren als Torwächter, da sie durch ihre Browser und Startportale den ersten Kontakt zum Nutzer kontrollieren und das Surfverhalten maßgeblich beeinflussen können.
Hat sich der Markteintritt seit der Dotcom-Blase verändert?
Ja, während in der Boomphase ein leichter Einstieg möglich war, erfordert ein Markteintritt heute aufgrund hoher Anforderungen und Etablierung bestehender Anbieter eine fundierte Finanzierung und klare innovative Ansätze.
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- Florian Fiedler (Author), Philipp Klages (Author), 2005, Markteintrittsbarrieren Online, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59435