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Albert Camus' Konzept des Absurden und seine Bedeutung für l'Envers et l'endroit

Title: Albert Camus' Konzept des Absurden und seine Bedeutung für l'Envers et l'endroit

Term Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Roghmann (Author)

French Studies - Literature
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In der kurzen Rede, welche Albert Camus am 10.12.1957 anläßlich der Entgegennahme des Nobelpreises hielt,nannte er zwei zentrale Begriffe, denen sich seine bis dahin entstandenen Werke gemäß ihrer Grundhaltung zuordnen lassen:La négation und le positif. Ersterer steht in einem engen Zusammenhang mit Camus’ philosophischem Konzept des Absurden, welches den ersten Teil seines Schaffens bestimmt und Hauptgegenstand dieser Arbeit ist. Findet die Theorie des Absurden in dem Roman L’étranger sowie in den Dramen Caligula und Le malentendu bereits konkrete Anwendung, so wird sie in dem Essay Le mythe de Sisyphe ausführlich dargelegt und hergeleitet. Letzterer stellt also einen Schlüssel zu ihrem Verständnis dar, aber auch zu jenem der übrigen drei Werke. Er erschien am 16.10.1942 in einer Auflage von 2750 Exemplaren beim Verlag Gallimard in Paris, d.h. unter deutscher Besatzung. Deswegen mußte das Kapitel über den jüdischen Autor Kafka in der Erstveröffentlichung weggelassen werden. Verfaßt wurde das Werk von 1938 bis 1941, der Gedanke, einen Essay über das Absurde zu schreiben, geht jedoch schon auf 1936 zurück. Die geistige Auseinandersetzung mit dem Thema muß also noch früher begonnen haben. Welche Rolle spielt das Absurde eigentlich in Camus’ frühem Schaffen? Spielt es überhaupt eine Rolle? Immerhin tauchen Werke wie die Essaybände Noces oder L’envers et l’endroit nicht in dem oben zitierten Kanon „absurder“ Werke auf. Berücksichtigen wir aber, daß L’envers et l’endroit 1935/36 verfaßt wurde und eine frühe Fassung dieser Sammlung bereits 1934 vorlag,so wird deutlich, daß die Arbeit an dem Werk spätestens seit 1936 zeitlich mit Überlegungen zum Absurden zusammenfiel, daß eine Einflußnahme letzterer auf die Essaysammlung daher durchaus denkbar ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Das Absurde

Der Umgang mit dem Absurden

Hintergründe und Streitpunkte zu Le mythe de Sisyphe

Das „absurde“ Werk

Das Absurde in L’envers et l’endroit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das philosophische Konzept des Absurden bei Albert Camus und analysiert, inwiefern dieses theoretische Modell bereits in seinem frühen Essayband L’envers et l’endroit literarisch umgesetzt wurde. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der abstrakten Philosophie des Absurden und den konkreten, oft lyrischen Erzählungen aufzuzeigen.

  • Das philosophische Konzept des Absurden als Ausgangspunkt
  • Methoden des Umgangs mit dem Absurden (Revolte vs. Flucht)
  • Die Rolle der Literatur als Medium für philosophische Gedanken
  • Analyse der Gegensätze in L’envers et l’endroit
  • Das Verhältnis von Mensch, Welt und Tod

Auszug aus dem Buch

Das Absurde in L’envers et l’endroit

Auch ohne sofort seine tiefere Bedeutung zu erfassen, kann man dem Titel der Essaysammlung entnehmen, daß es im Werk um Gegensätze geht. Es sind Gegensätze, die Camus schon in jungen Jahren selbst erfahren hat: Ein Hin- und Hergerissensein zwischen überschäumendem Glück und großer Verzweiflung, ein Zwiespalt gegenüber dem Leben. Häufig gebrauchte Camus hierfür die Symbole Licht und Schatten. Zwar wird der Begriff des Absurden nicht direkt genannt, zumindest nicht in der spezifischen Bedeutung, die er in Le mythe de Sisyphe erhalten hat, dennoch gelangen die Protagonisten der einzelnen Essays – oftmals der Erzähler selbst – zu einem Bewußtsein, das der späteren Definition des Absurden durchaus entspricht bzw. nahekommt. Immer konfrontiert sie ihr Schicksal mit erbarmungslosen, irrationalen Situationen, in denen sie die Unlösbarkeit bestehender Widersprüche erkennen.

In L’ironie sind es Alter und Krankheit, welche die Betroffenen zur Erkenntnis des Todes führen. Das erste Stimmungsbild stellt eine alte, kranke Frau dar, die aufgrund einer Lähmung an den Sessel gebunden ist und am Umweltgeschehen nicht teilnehmen kann. Ein junger Mann, welcher ihre Familienangehörigen zum Abendessen besucht, unterbricht die Einsamkeit, indem er sich mit ihr unterhält. Als er sie verläßt, um mit den anderen ins Kino zu gehen, endet ihre kurze Teilhabe am Leben wieder, und das schmerzhafte Bewußtsein ihrer Isolation entsteht von neuem. Et livrée tout entière à la pensée de sa mort, elle ne savait pas exactement ce qui l’effrayait, mais sentait qu’elle ne voulait pas être seule. Dieu ne lui servait de rien, qu’à l’ôter aux hommes et à la rendre seule. Elle ne voulait pas quitter les hommes.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung stellt Camus’ Nobelpreisrede und die Bedeutung von „Le mythe de Sisyphe“ als Schlüsselwerk dar, um die Relevanz des Absurden für das frühe Werk „L’envers et l’endroit“ zu begründen.

Das Absurde: Dieses Kapitel erläutert das philosophische Kernkonzept von Camus, das als unüberwindbarer Gegensatz zwischen dem menschlichen Sinnverlangen und der irrationalen Welt definiert wird.

Der Umgang mit dem Absurden: Hier werden die möglichen Reaktionen auf das Absurde – wie Suizid, Hoffnung oder Revolte – diskutiert, wobei sich Camus klar für die bewusste Aufrechterhaltung des Zwiespalts durch die Revolte entscheidet.

Hintergründe und Streitpunkte zu Le mythe de Sisyphe: Das Kapitel beleuchtet den zeitgeschichtlichen und biographischen Kontext sowie die Kritik an der individualistischen Sichtweise des Werks im Vergleich zum späteren Werk „L’homme révolté“.

Das „absurde“ Werk: Hier werden Kriterien für eine „absurde“ Literatur festgelegt, die nicht trösten, sondern die Wirklichkeit ungeschönt veranschaulichen soll.

Das Absurde in L’envers et l’endroit: Der Schlussteil zeigt, wie die Protagonisten der Essays in Situationen der Einsamkeit und Sterblichkeit die Absurdität erfahren und wie Camus dies in einer Synthese aus „envers“ und „endroit“ zu einer Bejahung des Lebens führt.

Schlüsselwörter

Albert Camus, das Absurde, Le mythe de Sisyphe, L’envers et l’endroit, Existenzphilosophie, Revolte, Sinnverlust, Tod, Irrationalität, Vernunft, Lebensbejahung, Phänomenologie, Sisyphos, Existentialismus, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Camus’ philosophisches Konzept des Absurden und seine literarische Anwendung in den frühen Essays.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Absurde, der Umgang mit der eigenen Endlichkeit, der Gegensatz zwischen Sinnsuche und Weltfremdheit sowie die Rolle des Künstlers.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll nachgewiesen werden, inwiefern die frühen Erzählungen bereits die philosophischen Grundsätze enthalten, die Camus später in „Le mythe de Sisyphe“ systematisierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literatur- und Werkanalyse sowie den Vergleich mit philosophischen Schriften des Autors.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung des Absurden, eine Auseinandersetzung mit der Kritik am Werk und eine spezifische Analyse der Essaysammlung „L’envers et l’endroit“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff des Absurden sind Begriffe wie Revolte, Existenz, Endlichkeit und die Dialektik von Licht und Schatten entscheidend.

Inwiefern beeinflussten persönliche Erfahrungen das Werk von Camus?

Camus verarbeitete biographische Erfahrungen wie Armut in Algerien, die Krankheit seiner Mutter und seine eigene tödliche Erkrankung in seinen Texten.

Warum wird Sisyphos als Symbol für das Glück gewählt?

Sisyphos wird zum Symbol, weil er trotz der Sinnlosigkeit seiner Strafe sein Schicksal bewusst annimmt und darin seine Autonomie und Würde findet.

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Details

Title
Albert Camus' Konzept des Absurden und seine Bedeutung für l'Envers et l'endroit
College
University of Potsdam  (Institut für Romanistik)
Course
Camus und Algerien
Grade
1,0
Author
Thomas Roghmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V59440
ISBN (eBook)
9783638533799
ISBN (Book)
9783656797807
Language
German
Tags
Albert Camus Konzept Absurden Bedeutung Envers Camus Algerien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Roghmann (Author), 2002, Albert Camus' Konzept des Absurden und seine Bedeutung für l'Envers et l'endroit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59440
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