Unternehmensfinanzierung durch Blockchain-Technologie


Seminararbeit, 2018

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Allgemeine Einführung
1.2 Zielsetzung der Arbeit

2. Theorie zum Blockchainuniversum
2.1 Was ist die Blockchain?
2.2 Wie funktioniert die Blockchain
2.3 Erklärung von Kryptowährungen am Beispiel „Bitcoin“
2.3.1 Verwendung von Bitcoin

3. Finanzierung durch Blockchaintechnologie
3.1 Begriffserklärungen
3.1.1 Unterschied zwischen Token und Coins
3.1.2 Unterschiedliche Tokenarten
3.2 Initial Coin Offering (ICO)
3.2.1 Ablauf eines ICO
3.2.2 Vorteile und Risiken eines ICO (für Emittenten)
3.2.3 ICO-Analyse
3.3 Security Token Offering (STO)
3.3.1 Vor- und Nachteile eines STO
3.3.2 Anwendungsmöglichkeit von STOs

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bitcoinkurs in Euro von August 2016-August 2019

1. Einleitung

1.1 Allgemeine Einführung

„The biggest opportunity set we can think of over the next decade” – Bob Greifeld (CEO NASDAQ OMX Group)

Bei diesem Zitat spricht der CEO von Nasdaq, Bob Greifeld, von der Blockchain und den dadurch entstehenden Möglichkeiten.

Spätestens seitdem im November 2017 der Bitcoin-Kurs auf über 20.000 US Dollar gestiegen ist, und das Thema in der Tagesschau behandelt wurde, ist die digitale Währung für die meisten Menschen ein Begriff, laut einer Studie haben 88% der Verbraucher schon einmal von digitalen Zahlungsmitteln gehört.1 Tatsächliche Besitzer von Bitcoins sind dagegen nur 9% der befragten Verbraucher. Daraus kann man schließen, dass die digitale Währung zwar in die Köpfe der Menschen vorgedrungen ist, jedoch die Nutzung davon noch nicht alltagstauglich, beziehungsweise den meisten Menschen einfach noch nicht bekannt ist.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Diese Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, ob und wie Unternehmen Kapital über die Blockchain beschaffen können. Dazu werden einige Erklärungen nötig sein, um das neue und komplexe Thema verstehen zu können. Deshalb wird in dem Zusammenhang auch andere, nicht direkt mit der Unternehmensfinanzierung zusammenhängende, Themen behandelt, wie zum Beispiel Kryptowährungen und die technische Funktionsweise der Blockchain. Es soll ein aktuelles, technologisches Thema behandelt werden, was in den nächsten Jahren durchaus die Möglichkeit hat, einige wirtschaftliche Zusammenhänge zu verändern.

2.1 Was ist die Blockchain?

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, über die einzelne Transaktionen getätigt werden können. Diese werden in einer Liste von Datensätzen kontinuierlich festgehalten. Diese Verkettung von digitalen Informationen wird bei jeder Transaktion mit übertragen, wodurch die Korrektheit der vorherigen Transaktionen gewährleistet ist. Die Transaktionen werden in Form von „Blöcken“ aneinandergekettet wodurch der Name „Blockchain“ entsteht. Durch diese Verkettung und die damit einhergehende Korrektheit der Daten, ist die Blockchain eine sehr sichere Möglichkeit Daten zu übertragen. Es können zum ersten Mal Informationen, Verträge und andere Werte direkt übertragen werden, ohne die Notwendigkeit eines Mittelsmannes, wie zum Beispiel Banken, Notare oder Behörden. Diese Zwischenhändler waren bisher von Nöten, um den Vertragsparteien das nötige Vertrauen zu geben. Das Einsparpotential an Transaktionskosten und Zeit durch diese revolutionäre Technologie ist enorm.2, 3

2.2 Wie funktioniert die Blockchain?

Im Folgenden werden die technischen Grundlagen der Blockchain erläutert, um einen groben Überblick zu erhalten wie das System funktioniert.

1. Transaktion

Der Grundstein für eine Blockchain ist eine Transaktion. Das könnte beispielsweise ein Immobilienkauf oder eine Geldüberweisung sein. Hierfür werden digitale Geldbörsen, sogenannte Wallets, benötigt. Durch die kryptografische Verschlüsselung (Public-Key-Verschlüsselung) sind die beiden Vertragsparteien eindeutig identifiziert.

2. Signierung

Jetzt werden die Daten der Transaktion in einen Datenblock umgewandelt, sowie mit einem öffentlichen Schlüssel signiert. Der Empfänger hat den einmaligen, passenden Schlüssel, mit dem er nachweisen kann, dass ihm der Geldbetrag zusteht, beziehungsweise nachweisen kann, dass die gekaufte Immobilie ihm gehört. Zeitgleich wird der „Hashwert“ erzeugt. Hierbei handelt es sich um eine Prüfsumme des Dokuments, die die Fälschung nahezu unmöglich macht. Sobald ein Buchstabe in dem Dokument verändert wird, hat das eine Änderung im 64- stelligen Hashwert.

3. Verteilung

Der signierte Datenblock wird im Blockchain Netzwerk verteilt. Die Teilnehmer des Netzwerks überprüfen den Datenblock, die Wallets und den Hashwert auf Richtigkeit.

4. Mining

Ist die Richtigkeit gewährleistet, wird der Datenblock, zusammen mit vielen anderen Datenblöcken, an die bisherige Blockchain angeschlossen. Danach werden noch die Hashwerte der neuen Blockchain, also von allen Transaktionen, berechnet. Das heißt, bei jeder Einzelnen neuen Datei, wird die Gesamtheit alles Dateien neu geprüft. Diese Arbeit wird von „Minern“ durchgeführt, welche als Gegenleistung mit „Kryptocoins“ bezahlt werden, die bei dem Prozess erzeugt werden.

5. Ergebnis

Schließlich wird noch die gesamte Blockchain auf jedem einzelnen Rechner im Netzwerk gespeichert, was die Sicherheit nochmals erhöht. Alles in Allem ist der Prozess der Entstehung einer Blockchain durch mehrmalige Absicherung enorm sicher, weil die nachträgliche Veränderung einzelner Informationen nicht möglich ist, ohne dass diese auffällt. 4

2.3 Erklärung von Kryptowährungen am Beispiel „Bitcoin“

„Kryptowährungen sind digitale Währungen. Sie können getauscht und gehandelt werden, wie jede herkömmliche oder Papierwährung, befinden sich jedoch außerhalb der Kontrolle finanzieller Institutionen und Regierungen. Es gibt unzählige Kryptowährungen mit einzigartigen Merkmalen und Anwendungsbereichen. Nur wenige davon haben bisher eine entsprechend hohe Marktkapitalisierung, darunter Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum, Litecoin, Ripple und Dash.“ 5

Der Bitcoin wird hier als Veranschaulichung genutzt, da sie die älteste und populärste aller Kryptowährungen ist. Im Jahr 2008 wurde das Konzept des Bitcoins öffentlich in einem Whitepaper vorgestellt. Es wird das Grundproblem des modernen Währungssystems behandelt, welches laut dem/den Entwickler/n „Satoshi Nakamoto“, das notwendige Vertrauen in das System ist. Damit das Währungssystem funktionieren kann, muss zum einen darauf vertraut werden, dass die Geschäftsbanken die eingelegten Ersparnisse ordnungsgemäß aufbewahren. Zudem wird das Vertrauen in die Zentralbanken und die richtige Regulierung vorausgesetzt. Außerdem muss der Bürger dem Staat dahingehend vertrauen, dass er die Geldmittel der Bürger korrekt einsetzt. 6

Die Währung Bitcoin hingegen, ist ein dezentrales Buchungssystem, bei dem keine zentrale Abwicklungsstelle mehr nötig ist. Die Überweisungen werden über das Bitcoin-Netzwerk von Benutzer zu Benutzer (Peer to Peer) abgewickelt, und sind über das bereits erläuterte kryptografische System abgesichert. Der Quellcode des Bitcoins ist öffentlich für jeden einsehbar, somit handelt es sich um eine sogenannte „Open-Source-Technologie“. Um einer Inflation vorzubeugen, in der mehr oder weniger (un-)kontrolliert Geldmengen erschaffen werden, ist die Menge an BTC auf 21.000.000 Stück begrenzt. Das wurde von vornherein bei der Programmierung berücksichtigt. Zusätzlich ist die Geschwindigkeit des Erstellungsprozesses eines neuen BTC nach oben hin abnehmend. Durch die immer komplizierter werdenden Rechenprozesse beim Mining, dauert dieser Prozess immer länger. Ein weiterer Faktor, der eine Inflation vorbeugen soll, ist das sogenannte „Bitcoin-Halving“. Die Belohnung für den erfolgreichen Rechenprozess ist im Quellcode festgelegt, und halbiert sich circa alle vier Jahre. Bis zum Jahr 2012 betrug diese 50 Bitcoins, bis 2016 25 Bitcoins. Die nächste Halbierung, auf 6,5 Bitcoins, wird voraussichtlich im Jahr 2020 stattfinden. 7, 8, 9

2.3.1 Verwendung von Bitcoin

Zum einen können Bitcoins als Zahlungsmittel verwendet werden. Hierbei kann man, wie bei herkömmlichen Währungen, Waren oder Dienstleistungen im Internet oder Offline erwerben. Seit einiger Zeit bieten diverse Firmen die Option an, die Zahlung über Bitcoin zu tätigen. In Japan werden Kryptowährungen von der Regierung unterstützt, und aktiv gefördert. So wird der Bitcoin seit 2016 als offizielles Zahlungsmittel anerkannt, und hat seinen Weg in den Alltag gefunden.

In einem Technikkaufhaus kann man mit der Kryptowährung an der Kasse bezahlen. Hierfür wird der Kunde auch noch belohnt, da er mehr Bonuspunkte auf die Zahlung erhält, als durch Bezahlung in Yen. Des Weiteren akzeptiert eine japanische Fluglinie mittlerweile Bitcoin als Zahlungsmittel, um den Kunden das Einkaufserlebnis bequemer zu gestalten.10 Was gegen die Nutzung des Bitcoins als Zahlungsmittel spricht ist die hohe Volatilität der Währung. Wie man in Abbildung 1 sehen kann, ist der Kurs innerhalb der letzten drei Jahre enorm gestiegen, um dann wieder deutlich zu fallen. Das macht es schwer, Preise für Waren festzulegen, da diese regelmäßig angepasst werden müssen. Die Internet- Vertriebsplattform „Steam“ akzeptierte Bitcoin als Zahlungsmittel bis Ende 2017, um dann aufgrund von „…enorm hohen Transaktionsgebühren und Kursschwankungen, die eine reibungslose Bezahlung nahezu unmöglich machen.“11 12 Einer Studie von Chainanalysis zufolge ist die Menge an Bitcoin-Zahlungen von Januar 2018 bis September 2018 um nahezu 80 Prozent gefallen. Es wurden 17 Zahlungsdienstleister von Bitcoin befragt. 13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bitcoinkurs in Euro von August 2016-August 2019

[...]


1 Vgl. https://blog.wiwo.de/look-at-it/2018/05/08/kryptowaehrungen-bekanntheit-von-bitcoin-co-steigt- vertrauen-sinkt/, Zugriff am 29.08.2019

2 Vgl. https://www.trend.at/wirtschaft/blockchain-tech-revolution-8316167, Zugriff am 03.05.2019

3 Vgl. https://www.lead-digital.de/blockchain-im-praktischen-einsatz/, Zugriff am 03.05.2019

4 Vgl. https://www.trend.at/wirtschaft/blockchain-tech-revolution-8316167, Zugriff am 12.07.2019

5 https://www.ig.com/de/kryptowaehrungshandel/was-sind-kryptowaehrungen#information-banner- dismiss, Zugriff am 08.08.2019.

6 Vgl. Clement, R / Schreiber, D: Internet-Ökonomie: Grundlagen und Fallbeispiele der vernetzten Wirtschaft, 3. Auflage, Bonn, 2016, S. 329

7 Vgl. http://www.bitcoinsonline.de/funktioniert-geldmengenbegrenzung-bitcoin, Zugriff am 12.08.2019

8 Vgl. https://www.btc-echo.de/bitcoin-block-halving-faq/, Zugriff am 12.08.2019

9 Vgl. https://www.bitcoinblockhalf.com/, Zugriff am 12.08.2019

10 Vgl.https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/zockergeld-und- zahlungsmittel-bitcoin-boomland-japan/19932084-4.html, Zugriff am 14.08.2019

11 Vgl. https://www.finanzen.net/devisen/bitcoin-euro/chart, Zugriff am 13.08.2019 (Abbildung 1)

12 https://www.computerbild.de/artikel/cbs-News-PC-Steam-Spiele-Plattform-streicht-Bitcoin- 15503407.html, Zugriff am 14.08.2019

13 Vgl. https://de.cointelegraph.com/news/report-bitcoin-use-in-payments-collapsed-this-year, Zugriff am 14.08.2019

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unternehmensfinanzierung durch Blockchain-Technologie
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V594716
ISBN (eBook)
9783346170798
ISBN (Buch)
9783346170804
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blockchain, Bitcoin, Krypto, Unternehmensfinanzierung
Arbeit zitieren
Sebastian Brunner (Autor), 2018, Unternehmensfinanzierung durch Blockchain-Technologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594716

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