Bewerbungstraining in der zweijährigen Berufsfachschule. Eine Unterrichtsstunde

Förderung der regionalen Mobilität im Rahmen der Ausbildungsplatzsuche und Erweiterung der Humankompetenz sowie Festigung geographischer Kenntnisse


Unterrichtsentwurf, 2005

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe


1. Angaben zur Lerngruppe

1.1 Lerngruppenzusammensetzung

Die Klasse 04HH5 ist eine Unterstufenklasse der zweijährigen Berufsfachschule. Das Ziel dieses Bildungsganges ist der Erwerb umfassender Handlungskompetenzen für den Einstieg in eine qualifizierte Ausbildung im Berufsfeld „Wirtschaft und Verwaltung“. Ein typisches Merkmal dieses Bildungsganges ist die homogene Altersstruktur. Die Klassengemeinschaft setzt sich aus 10 Schülerinnen und 10 Schülern im Alter von 17 bis 19 Jahren zusammen und vereint folgende Nationalitäten: Deutschland (17 SchülerInnen), Polen (1 Schülerin), Belgien (1 Schülerin) und Korea (1 Schüler). Als wesentliches Kennzeichen dieser Lerngruppe sind die hohen Fehlzeiten der Schüler[1] anzuführen. Diese Tatsache wird insbesondere dadurch begünstigt, dass das Fach IWBW in diesem Schulhalbjahr von der 7 bis zur 10 Stunde unterrichtet wird. So ist es schon mal vorgekommen, dass lediglich zwei Schüler zum Unterricht erschienen sind.

1.2 Besonderheiten der Lerngruppe

Obwohl, bedingt durch die Eingangsvoraussetzungen des Bildungsganges alle Schüler die Fachoberschulreife besitzen, ist das Leistungsniveau und die Schüleraktivität, wie die folgende Übersicht zeigt, als sehr heterogen einzustufen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es können vier Leistungsträger und vier äußerst schwache Schüler wahrgenommen werden. Die Defizite der schwächeren Schüler liegen nicht nur im sprachlichen Bereich, sondern auch im schriftlichen Bereich. Im Rahmen der Erstellung einer Bewerbungsmappe konnte festgestellt werden, dass es den Schülern schwer fällt, zusammenhängende Sätze zu formulieren und Thesen argumentativ zu vertreten. Insbesondere das Bewerbungsanschreiben inhaltlich zu füllen, bereitet fast allen Schülern große Schwierigkeiten. Zudem kann festgestellt werden, dass einige Schüler Problemen haben, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und somit dem Unterrichtsgeschehen teilweise nicht folgen können.

Das Lernklima kann als positiv bezeichnet werden, was auch darauf zurückzuführen ist, dass sich die meisten Schüler untereinander gut verstehen. Dennoch sind in der Klasse bevorzugte Gruppenbildungen wahrzunehmen.

Die Klasse ist mir seit dem 01. Februar 2005 durch Hospitationen in dem Fach Informationswirtschaft mit zwei Stunden in der Woche bekannt. An unserer Schule ist das Fach Informationswirtschaft in Bürowirtschaft, Datenverarbeitung und Textverarbeitung unterteilt. Seit Mitte März unterrichte ich in der Klasse regelmäßig zwei Stunden in der Woche die Unterrichtsreihe „Bewerbungstraining“. Meine Unterrichtserfahrungen in dieser Klasse sind positiv. Der Unterricht findet immer im Computerraum statt und jeder Schüler hat einen eigenen Arbeitsplatz. Da die Schüler den größten Teil des Unterrichts dem Computer zugewandt sind, hatte ich zu Beginn der Unterrichtsreihe ein Distanzgefühl. Dieses konnte ich durch ständiges „Umhergehen“ und persönliche Ansprache einzelner Schüler erfolgreich überwinden.

Im Rahmen des Schulfestes hatte ich die Gelegenheit, drei Schüler außerhalb des Unterrichts besser kennen zu lernen. Diese Schüler hatten sich bereit erklärt, an einem von mir eingeführten Projekt zur Potenzialermittlung im Rahmen eines Assessment-Verfahrens, teilzunehmen.

1.3 Ausprägungen der Kompetenzbereiche in der Lerngruppe

Zur Fachkompetenz

Die Schüler sind in der Lage, eine Bewerbungsmappe vom Deckblatt bis zu den Anlagen zusammenzustellen. Formale Anforderungen wie z. B. die Anordnung von Anschrift und Textfeld im Brief beachten die Schüler sehr sorgfältig. Dagegen fällt es ihnen sehr schwer, Texte mit den entsprechenden Bausteinen eigenständig zu formulieren. Nur sehr wenige Schüler zeigen sich kompetent bei der Bewerbung auf eine konkrete Stellenannonce, indem Sie die wesentlichen Anforderungen dieser Stellenbeschreibungen entnehmen können und diese mit ihren Fähigkeiten in Verbindung stellen.

Zur Lern- und Methodenkompetenz

Während die Lernfähigkeit der Lerngruppe insgesamt in einem durchschnittlichen Bereich einzustufen ist, kann die Lernbereitschaft als förderungsbedürftig bezeichnet werden. So müssen einige Schüler ermahnt werden, bevor sie sich mit der Aufgabenstellung beschäftigen. Einige Schüler haben offensichtlich ein Motivationsproblem. Häufig werden die Aufgabenstellungen nur sehr schnell und oberflächlich behandelt, damit mehr Zeit für Internetrecherchen bleibt. Deshalb hat es sich bewährt, die Schüler in diesen Fällen stärker zu leiten und die Unterrichtsinhalte klar vorzustrukturieren. Das Präsentieren von Ergebnissen bereitet den Schülern keine größeren Schwierigkeiten und macht ihnen offensichtlich viel Spaß. Insbesondere die Gestaltung der Präsentationsmedien kann auch die stilleren Schüler zur aktiven Beteiligung am Unterrichtsgeschehen motivieren.

Zur Sozialkompetenz

Obwohl in der Klasse eine Gruppenbildung festgestellt werden kann, ist ein Ausschließen einzelner Klassenmitglieder nicht zu beobachten. Die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfestellung ist vorhanden. Insgesamt ist die Lerngruppe offen für Kritik ihrer Ergebnisse, so dass Verbesserungsvorschläge akzeptiert und umgesetzt werden.

2. Didaktische Schwerpunkte

2.1 Vorgaben der Richtlinien / Legitimation des Themas

Das heutige Thema wird durch den Lehrplan für die zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung (Höhere Handelsschule) legitimiert. In diesem finden sich die Lerninhalte der heutigen Stunde im Themenbereich „Planen, Realisieren und Kontrollieren von Standardgeschäftsprozessen unter Nutzung der modernen Informations- und Kommunikationstechniken“ der Jahrgangsstufe 11 des Faches Informationswirtschaft wieder. Personalwirtschaftliche Grundelemente sind an das Ende der Jahrgangsstufe 11 gelegt worden, um die Schülerinnen und Schüler für anstehende Bewerbungsverfahren für eine Ausbildungsstelle zu qualifizieren.[2] Die didaktische Jahresplanung des Robert-Schuman-Berufskollegs sieht die Behandlung der Unterrichtsreihe „Bewerbungstraining“ in der Unterstufe im Fach IWBW vor.

2.2 Einbettung des Themas in den unterrichtlichen Kontext

In der nachfolgenden Übersicht wird die heutige Unterrichtstunde im Zusammenhang mit der Unterrichtsreihe dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der heutigen Stunde, recherchieren die Schüler im Internet für vier Ausbildungsberufe, Orte an denen noch Ausbildungsplätze frei sind. In der vorhergehenden Stunde wurde mit den Schülern der Future-Check-Beratungstest[3] durchgeführt und ermittelt, welche Berufssparte, mit welchen Ausbildungsberufen für sie in Frage kommen könnte. Nach den Testergebnissen wurden die vier häufigsten Ausbildungsberufe ausgewählt und die Gruppen für die heutige Stunde entsprechend gebildet.

[...]


[1] Der Begriff Schüler wird im folgenden geschlechtsneutral verwendet – bezieht sich also auf alle männlichen und weiblichen Personen.

[2] Vgl. KMK (2004), S. 4.

[3] Die Testauswertung ist mit der Datenbank der Bundesagentur für Arbeit verbunden, in der derzeit 668 Berufe ausführlich beschrieben werden.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Bewerbungstraining in der zweijährigen Berufsfachschule. Eine Unterrichtsstunde
Untertitel
Förderung der regionalen Mobilität im Rahmen der Ausbildungsplatzsuche und Erweiterung der Humankompetenz sowie Festigung geographischer Kenntnisse
Veranstaltung
STUDIENSEMINAR für Lehrämter an Schulen
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V59476
ISBN (eBook)
9783638534024
ISBN (Buch)
9783656805007
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtstunde, Bewerbungstraining, Berufsfachschule, Förderung, Mobilität, Rahmen, Ausbildungsplatzsuche, Hilfe, Internets, Berücksichtigung, Erweiterung, Humankompetenz, Festigung, Kenntnisse, STUDIENSEMINAR, Lehrämter, Schulen
Arbeit zitieren
Diana Ivanjic (Autor:in), 2005, Bewerbungstraining in der zweijährigen Berufsfachschule. Eine Unterrichtsstunde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59476

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