Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) als Coaching-Methode. Konkret wird folgende Fragestellung untersucht: Wie unterstützt das ZRM Individuen dabei selbstbestimmte Ziele zu entwickeln und umzusetzen?
Dafür werden zunächst die theoretischen Grundlagen des ZRMs vorgestellt. Es zeigt sich, dass das ZRM einerseits auf einer erweiterten Variante des Rubikonmodells und andererseits auf der Persönlichkeits-System-Interaktionen- (PSI) Theorie basiert. Im Anschluss daran wird anhand der fünf Phasen des ZRMs der Ablauf der Coaching-Methode illustriert. Es kann konstatiert werden, dass das ZRM darauf abzielt, den Coaching-Teilnehmern Hilfestellung zu liefern, sich ihrer (un)bewussten Bedürfnisse bewusst zu werden. Das ZRM unterstützt diesen Prozess durch den Einsatz geeigneter Methoden (z.B. Ideenkorb, Ressourcenpool). Eine zentrale Rolle im ZRM spielt die sogenannte „Überquerung des Rubikons“. Hierbei geht es darum, das bewusst gewordene Bedürfnis (Motiv beziehungsweise linkes Rubikonufer) im nächsten Schritt zur Intention (rechtes Rubikonufer) zu transformieren. Sobald der Rubikon erfolgreich überquert wurde, verfolgt das ZRM das Ziel den Coaching-Teilnehmern dabei zu helfen, die erarbeiteten Ziele im Alltag umzusetzen.
Im Anschluss an die Darstellung des Ablaufs des ZRMs folgt eine kritische Würdigung der Erkenntnisse. Dabei wird einerseits thematisiert, dass sich das ZRM insbesondere durch die Selbstbestimmtheit der Teilnehmerziele auszeichnet, aber andererseits nicht dem Anspruch einer Therapie genügt. Ein abschließendes Fazit rundet die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des ZRMs
2.1 Somatische Marker und Ressourcenaktivierung im ZRM
2.2 Die fünf Phasen des ZRMs
3. Diskussion
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zürcher-Ressourcen-Modell (ZRM) als Coaching-Methode mit dem Ziel zu klären, wie dieses Modell Individuen dabei unterstützt, selbstbestimmte Ziele zu entwickeln und effektiv in den Alltag umzusetzen.
- Theoretische Fundierung des ZRM durch das Rubikonmodell und die PSI-Theorie
- Prozesshafte Darstellung der fünf Phasen des ZRM-Coachings
- Bedeutung von somatischen Markern und Ressourcenaktivierung im Beratungsprozess
- Kritische Reflexion der Selbstbestimmtheit von Teilnehmerzielen
- Methodische Ansätze zur Überwindung von Ziel-Handlungs-Diskrepanzen
Auszug aus dem Buch
Die fünf Phasen des ZRMs
Storch und Krause (2007) untergliedern das ZRM in fünf Phasen, welche auf dem Rubikonmodell basieren. Die Grafik im Anhang 3 der Arbeit illustriert diese fünf Phasen des (erweiterten) Rubikonprozesses. Die erste Phase des ZRM-Coachings entspricht dem Übergang von unbewussten bzw. wenig bewussten zu voll bewussten Inhalten (im Rubikonprozess dem Übergang von Bedürfnis zum Motiv). Um ein psychologisch fundiertes Bild der „current concerns“ (Klinger, 1997) des Klienten zu bekommen, werden beim ZRM bewusste wie unbewusste Inhalte in den Arbeitsprozess mit einbezogen. Um unbewusste Inhalte bewusst zu machen, schlagen Storch und Krause (2007) ein projektives Verfahren vor. Dabei wird vorausgesetzt, dass anhand von Bildmaterial unbewusste Vorgänge beim Teilnehmer aktiviert werden können. Konkret schlagen die Autoren vor, den Teilnehmern eines ZRM-Coachings eine Bildkartei mit speziell ausgewählten Bildern zu zeigen mit der Anweisung, das Bild auszuwählen, welches beim Teilnehmer einen positiven somatischen Marker (vgl. 2.1) auslöst. Darauf folgt ein eigens für das ZRM entwickeltes Gruppenverfahren, der sogenannte „Ideenkorb“. Die Teilnehmer des Coachings versuchen für jedes ausgewählte Bild eines Teilnehmers einen reichhaltigen Ideenkorb an positiven Assoziationen zu produzieren. Die Aufgabe der Person, dessen Bild gerade von der Gruppe diskutiert wird, ist es, sorgfältig darauf zu achten, ob Vorschläge der Gruppe einen somatischen Marker bei ihr auslösen. Diese als nützlich bewerteten Vorschläge der Gruppe in Kombination mit eigenen Vorstellungen ermöglichen es dem Teilnehmer eine reichere und tiefere Vorstellung über bewusste und unbewusste Bedürfnisse zu entwickeln (Storch & Krause, 2007). Dies ist gerade im Hinblick auf die in der Forschungsfrage formulierte Selbstbestimmtheit von Zielen von hoher Relevanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz unbewusster psychologischer Prozesse ein und stellt das Zürcher-Ressourcen-Modell als wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Steigerung der Selbststeuerung vor.
2. Theoretische Grundlagen des ZRMs: Dieses Kapitel erläutert die Basis des Modells, insbesondere die Theorie der somatischen Marker von Damasio sowie die Bedeutung der Ressourcenaktivierung für die Selbstregulation.
2.1 Somatische Marker und Ressourcenaktivierung im ZRM: Hier wird detailliert auf die neurobiologische Bewertungsfunktion von Körpersignalen eingegangen und der ressourcenorientierte Ansatz des Modells definiert.
2.2 Die fünf Phasen des ZRMs: Dieser Abschnitt beschreibt den konkreten Ablauf des Coachings, von der Bewusstwerdung über die Bildung von Haltungszielen bis hin zur Implementierung im Alltag.
3. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Stärken des Modells hinsichtlich der Zielselbstbestimmung und grenzt es kritisch von therapeutischen Ansätzen sowie anderen psychologischen Verfahren ab.
4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass das ZRM ein wirksames Verfahren für die Entwicklung selbstbestimmter Ziele darstellt, weist jedoch auch auf den weiteren Forschungsbedarf hin.
Schlüsselwörter
Zürcher-Ressourcen-Modell, ZRM, Coaching-Methode, Persönlichkeitspsychologie, Rubikonmodell, PSI-Theorie, somatische Marker, Ressourcenaktivierung, Selbststeuerung, Haltungsziele, Ausführungsintentionen, Selbstbestimmtheit, Handlungskontrolle, Motivation, Volition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Zürcher-Ressourcen-Modell (ZRM) als eine etablierte Coaching-Methode, die Menschen bei der Entwicklung und Umsetzung selbstbestimmter Ziele unterstützt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Selbstregulation, der Prozess der Zielbildung, die Bedeutung unbewusster Prozesse sowie die praktische Anwendung von Ressourcenaktivierungstechniken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie das ZRM Individuen effektiv dabei unterstützt, eigene, selbstbestimmte Ziele zu finden und diese handlungswirksam umzusetzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse der theoretischen Fundierung (PSI-Theorie, Rubikonmodell) und der kritischen Diskussion der Coaching-Praxis des ZRM.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (somatische Marker, PSI) und eine detaillierte Erläuterung der fünf Phasen des ZRM-Coachings, inklusive der Methoden zur Ressourcenaktivierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie somatische Marker, Selbststeuerung, Haltungsziele und Ausführungsintentionen geprägt.
Was versteht das ZRM unter der „Überquerung des Rubikons“?
Es bezeichnet den entscheidenden Prozessschritt, in dem ein bewusst gewordenes Bedürfnis oder Motiv in eine verbindliche Intention (ein handlungswirksames Ziel) transformiert wird.
Warum ist das Konzept der „somatischen Marker“ für das ZRM so bedeutend?
Somatische Marker fungieren als biologisches Bewertungssystem, das durch frühere Erfahrungen geprägt ist und dem Menschen hilft, in Entscheidungssituationen unbewusste Signale zu nutzen, um die Zielkongruenz sicherzustellen.
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- Isa-Maria Behrens (Author), 2019, Durch Coaching zum selbstgesteckten Ziel? Das Zürcher-Ressourcen-Modell (ZRM) als Coaching-Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594827